Das Moto G24 präsentiert sich als günstiges Einsteiger-Smartphone mit ordentlichem Gesamtpaket. Schwächen gibt es allen voran beim Display. Warum es dennoch einen Blick wert ist, zeigt unser Test.
Motorolas Aufstellung in der Einsteigerklasse wird fortlaufend besser. Der Hersteller scheint die Punkte getroffen zu haben, die bei günstigen Smartphones unterhalb der 200-Euro-Marke für so viele Kunden wichtig sind: Ein solides Smartphone als leistungsfähiges Gesamtpaket ist gefragt, das nicht überambitioniert ist, sondern hochwertige Ausstattung zum fairen Preis liefert. Diese Eigenschaften hatte etwa das Motorola Moto G54 5G (Testbericht), das wir bereits testen durften.
Beim Moto G24 ist es nicht viel anders. Das Smartphone ist unterhalb des Moto G34 5G (Testbericht) angesiedelt und kostet derzeit nur 105 Euro, bringt aber dennoch angemessen viel Leistung, ein schickes und hochwertiges Design und viele andere Vorteile mit. Ganz mangelfrei ist es aber nicht, wie der Test zeigt.
Noch mehr günstige Smartphones präsentieren wir in der Top 10: Die besten Smartphones bis 150 Euro – Motorola hängt alle ab sowie Die besten Smartphones bis 200 Euro – Xiaomi Poco M6 Pro ist Testsieger.
Bemerkenswert ist, dass Motorola das Geld für eine IP52-Zertifizierung in die Hand genommen hat – diese bescheinigt lediglich einen Schutz gegen leichtes Spritzwasser und erlaubt kein Eintauchen des Geräts in Flüssigkeiten. Womöglich wären die paar Euro Lizenzgebühren pro Gerät in der Entwicklung anderswo besser aufgehoben.
Das Moto G24 fällt bei der Design-Philosophie von Motorola nicht aus der Reihe. Das Smartphone, das uns in grauer Version zur Verfügung gestellt wurde, kommt mit einem schlichten, aber schicken Design. Auf der matt-schimmernden Plastikrückseite ist, neben dem mittig platzierten Motorola-Logo, keine weitere Aufschrift zu finden. Die Ränder sind im gleichen Grau gehalten wie die Rückseite. Die Display-Ränder auf der Vorderseite sind für ein modernes Smartphone gerade noch dünn genug, bei günstigeren Modellen sind wir das gewohnt.
Das Kameramodul auf der Rückseite geht nahtlos ins Plastikcover über – das finden wir schön. Das Smartphone misst 163,5 mm in der Höhe und 74,5 mm in der Höhe und ist damit ausreichend handlich. Die Dicke kann sich mit acht Millimetern sehen lassen und sorgt zusammen mit dem nicht zu niedrigen Gewicht von 181 g für ein hochwertiges Gefühl bei der Nutzung. Auch an der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.
Beim Moto G24 setzt der Hersteller ein 6,56 Zoll großes IPS-Display ein, das mit 1612 × 720 Pixel auflöst. Das ist eine niedrige Auflösung, die in diesem Preisbereich zwar nicht unüblich ist, aber dennoch immer öfter übertroffen wird. Auf Bildschirmen wie diesem ist unter anderem die Schrift sichtlich unschärfer als bei solchen mit Full-HD-Auflösung. Hier hätten wir uns etwas mehr gewünscht.
Die Bildwiederholrate von 90 Hertz ist mittlerweile Standard und es freut uns, dass Motorola auch bei ihren günstigsten Smartphones Displays mit einer hohen Bildwiederholrate verbaut. Die Helligkeit beträgt, wie in diesem Preisbereich ebenfalls üblich, rund 500 cd/m² – das ist hell genug, um auch draußen bei Sonnenschein einigermaßen lesbar zu bleiben. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist aber kaum noch etwas zu erkennen. Das Display bietet abgesehen von den Eckdaten eine gute Farbdarstellung mit satten Kontrasten und ist insgesamt vollkommen in Ordnung.
Die Kamera-Ausstattung des Moto G24 ist für den geforderten Preis wirklich ordentlich. Es kommt eine Hauptkamera zum Einsatz, die mit 50 Megapixel auflöst und eine Blende von f/1.8 besitzt. Auch eine 2-Megapixel -Makrokamera sowie Autofokus sind an Bord, optische Bildstabilisierung gibt es – erwartungsgemäß – nicht. Bei Tageslicht gelingen die Aufnahmen mit der Hauptkamera tatsächlich gut. Im Vergleich zu anderen Kameras in dieser Preisklasse enthalten die Aufnahmen des Moto G24 viele Details, eine ausgewogene, wenig übersättigende Farbdarstellung und eine akkurate Abbildung insbesondere des Himmels – mit ein wenig fotografischem Geschick lässt sich da wirklich viel herausholen.
Bei dunkleren Szenen kommt es zusehends zu einem Rauschen, aber gefühlt nicht so schnell wie bei vielen anderen Billig-Smartphones. Details und die Farbpräzision werden allerdings häufig in Mitleidenschaft gezogen. Die Frontkamera macht ihre Fotos bei einer Auflösung von acht Megapixel – hier gibt es nichts zu bemängeln, für ein schnelles Selfie oder einen Videocall reicht das allemal aus. Videoaufnahmen sind mit maximal 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde möglich.
Im Herzen des Moto G24 werkelt ein Helio G85. Der MediaTek-Prozessor ist ein Mittelklasse-Chip aus dem Jahr 2020, der im 12-nm-Verfahren hergestellt wird. Damit handelt es sich eindeutig um einen veralteten Prozessor. Dass er im Jahr 2024 in einem Smartphone eingesetzt wird, ist angesichts des niedrigen Preises aus unserer Sicht mehr oder weniger vernachlässigbar. Denn sowohl in den Benchmarks als auch im Alltag beweist der Prozessor, dass er für ein Einsteiger-Smartphone locker ausreichend Leistung aufbringen kann. Beim Benchmark PCmark Work 3.0 kommt das Gerät auf rund 8800 Punkte – das ist nicht viel, aber ausreichend für die meisten Aufgaben.
Im Alltag kommt es eher selten zu Verzögerungen oder Rucklern, geringfügige Wartezeiten beim Öffnen von Apps stehen aber gelegentlich auf dem Programm. Weitaus schwächer sind die 700 Punkte beim Benchmark 3Dmark Wild Life. Das bestätigt die Alltagserfahrung, dass das Smartphone lediglich für einfache Spiele ausreichend ausgestattet ist und Nutzer mit 3D-Games aufgrund der hier rapide sinkenden Bildrate keinen Spaß haben werden. Zum Prozessor kommen acht Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 GB integrierter Speicher dazu – schade, dass Letzterer nur ein langsamer eMMC-Speicher ist.
Ansonsten ist das Moto G24 erwartungsgemäß ausgestattet. Für Kommunikation stehen Wi-Fi 5 (IEEE 802.11ac), Bluetooth 5.0, 4G LTE sowie GPS mit GLONASS zur Verfügung. Die Unterstützung für 5G-Netzwerke wäre wünschenswert gewesen, gehört bei so günstigen Smartphones aktuell aber bislang nicht zur Standardausstattung. Der USB-C-Anschluss ist ein langsamer USB-2.0-Port – auch das ist bei diesem Preis aber vollkommen in Ordnung. Es gibt einen Fingerabdruckleser, der im Powerbutton verbaut ist und zuverlässig arbeitet.
Als Lautsprecher kommt ein Stereo-Array zum Einsatz, das eine ausreichend hohe Klangqualität mitbringt – das gilt auch für den Ohrhörer, der beim Telefonieren zum Einsatz kommt. Toll finden wir, dass das Smartphone über eine Zertifizierung für Widevine L1 verfügt, dank der HD-Streaming möglich ist.
Als Betriebssystem kommt beinahe reines Android 14 mit einem aktuellen Sicherheits-Patch zum Einsatz, das Motorola-üblich sehr gut funktioniert. Versprochen werden mindestens drei Jahre Sicherheits-Updates bis Januar 2027 sowie ein Versions-Upgrade auf Android 15. Das ist generell schon bemerkenswert, bei einem so niedrigen Anschaffungspreis aber umso mehr.
Die Akkulaufzeit ist kein großes Highlight des Moto G24. Zum Einsatz kommt ein Lithium-Ionen-Akku mit 5000 mAh. Im PCmark Battery Test erreicht das Gerät eine Wiedergabezeit von rund neun Stunden. Das ist eher schwach, auch in dieser Preisklasse. Für rund einen Tag normaler Nutzung sollte das reichen, alles darüber ist ohne Zwischenladen aber eher unrealistisch. Wiederaufgeladen wird mit eigentlich lahmen, aber (wie so oft bei diesem Gerät) aufgrund des Preises akzeptablen 15 Watt.
Das Moto G24 ist den Farben Matte Charcoal, Pink Lavender und Ice Green in der einzigen verfügbaren Speicherkombination mit 8/128 GB für aktuell rund 105 Euro bei Cyberport erhältlich.
Aktuell die beste Wahl aus dem Hause Motorola ist das Moto G34 (Testbericht) mit 120-Hertz-Display, das es bereits ab 108 Euro bei Galaxus gibt. Weitere preiswerte Alternativen sind das Moto G14 (Testbericht), das Nokia G22 (Testbericht) oder Motorola Moto G73 5G (Testbericht) sowie Oukitel C50 (Testbericht).
Es freut, dass Motorola von seiner Linie bei den Einsteigerhandys nicht abweicht. Auch beim Moto G24 lautet die Devise weiterhin: Ein günstiges Smartphone auf den Markt bringen, das als gut abgerundetes Gesamtpaket beinahe alle Bedürfnisse von Einsteiger-Kunden stillen wird. Die wenigen Ausrutscher, die dem Hersteller bei diesem konkreten Modell passiert sind – etwa beim Display und der Akkulaufzeit – sind verzeihbar. Es bleibt ein gut ausgestattetes, solides Handy zum sehr günstigen Preis.
Weitere Smartphone-Alternativen zeigen wir in den Bestenlisten:
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