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Motorola Moto G82 5G im Test: Richtig gutes Smartphone für 260 Euro

Motorola Moto G82 5G
VORTEILE
  • tolles OLED-Display mit 120 Hz
  • Kamera mit optischem Bildstabilisator (OIS)
  • lange Akkulaufzeit 
NACHTEILE
  • nutzlose Makrolinse
  • unregelmäßige Software-Updates für höchstens 3 Jahre
  • Netzteil mit 30 Watt ohne Induktion 

Beim Motorola Moto G82 5G bekommen Käufer viel Ausstattung für wenig Geld: Dazu gehören etwa ein optischer Bildstabilisator und ein OLED-Display mit 120 Hz. Wo der Haken ist, zeigt der Test.

Das Motorola Moto G82 5G ist ein mehr als nur ein solides Smartphone der Mittelklasse. Es bietet eine ähnlichen Ausstattung wie das Motorola Edge 30 Neo (Testbericht). Eigentlich ist alles da, was ein modernes Smartphone benötigt: Ein OLED-Display mit 120 Hz, eine 50-Megapixel-Kamera mit optischem Bildstabilisator (OIS), ein großer Akku sowie genügend Leistung für den Alltag. Schick, flach und leicht ist es auch noch. Mit einem Preis ab 260 Euro ist es zudem absolut erschwinglich.

Wir haben das schicke und preiswerte Smartphone getestete und zeigen, wo es überzeugt und was man hätte besser machen können.

Design

Das Moto G82 liegt gut in der Hand. Es ist angenehm flach und leicht. Das Gewicht fällt mit 173 g für die Größe von 160,9 x 74,5 x 8 mm recht niedrig aus. Ein silberner Rahmen aus Metall umschließt das Gehäuse. Unser Testgerät erstrahlt mit einer Kunststoff-Rückseite in Weiß, alternativ steht auch Schwarz zur Auswahl. Für den Preis geht die Materialwahl in Ordnung. Die Rückseite des Moto G82 sieht sehr schick aus, ist allerdings anfällig für Fingerabdrücke und ein wenig rutschig. Gut, dass Motorola eine transparente Schutzhülle beilegt. Diese empfehlen wir zu nutzen, denn das Moto G82 wirkt etwas fragil.

Das ganze Design setzt auf viele Rundungen, was dem Handy einen organischen Charakter verleiht. So ist die Rückseite leicht gebogen und schmiegt sich so gut an die Hand an. Die drei Linsen der Kamera ragen nur minimal innerhalb eines Ovales hervor. In Verbindung mit der Schutzhülle kippelt das Smartphone nicht, wenn es auf dem Tisch liegend bedient wird.

Die Verarbeitung ist tadellos, störende Spaltmaße gibt es keine. Einzig der Druckpunkt von Lautstärkewippe und Power-Button wirkt schwammiger, als wir es gewohnt sind. Der Display-Rand fällt angenehm dünn aus. Die vordere Kamera ist dezent in einer kleinen, mittig angeordneten Punch-Hole-Notch eingelassen. Wasserdicht ist das Moto G82 nicht, aber immerhin schützt die Zertifizierung nach IP52 das Handy vor schräg fallendem Tropfwasser. Einen leichten Regenschauer dürfte es also überstehen. In gewissem Umfang ist es damit auch gegen Staub geschützt.

Display

Das OLED-Displays bietet eine Diagonale von 6,6 Zoll und löst mit 2400 x 1080 Pixel auf. Das entspricht einem Bildformat von 20:9 und einer messerscharfen Pixeldichte von 399 ppi (Pixel pro Zoll). Hervorragend ist das Display und bietet ausgewogene Kontraste mit satten Schwarzwerten. Einzig die Farben könnten manchmal kraftvoller sein. Wer das ändern will, wählt in den Einstellungen unter Display bei Farben einfach „gesättigt“ statt „natürlich“. Die Anzeige bleibt gut aus allen Winkel erkennbar.

Dank maximal 120 Hz wirkt die Anzeige beim Scrollen oder Spielen stets geschmeidig. Standardmäßig regelt eine Automatik, welche Bildwiederholrate gewählt ist. Man kann auch manuell zwischen 60 und 120 Hz wählen. Hell genug ist das Display ebenfalls. Manuell konnten wir etwa 500 cd/m² messen, bei aktiver Bildautomatik schnellt die Helligkeit unseren Messungen zufolge auf über 730 cd/m² hoch. Das ist gar nicht so weit weg von Top-Smartphones und reicht aus, um die Anzeige noch gut im Freien ablesen zu können.

Kamera

Das Motorola Moto G82 5G kommt mit drei Linsen: Eine Hauptkamera mit 50 Megapixel (f/​1.8) und OIS, eine Ultraweitwinkellinse mit 8 Megapixel (f/​2.2) sowie eine Makrolinse mit 2 Megapixel (f/​2.4). Insbesondere der optische Stabilisator (OIS) ist eine deutliche Aufwertung der Linse des Moto G82 5G. Das ist in der Preisklasse unter 300 Euro nur selten zu finden, abgesehen vom Samsung Galaxy A33 (Testbericht), Motorola Edge 30 Neo (Testbericht) oder Realme 9 Pro+ (Testbericht). Für Selfies kommt im Display eine 16-Megapixel-Linse zum Einsatz.

Motorola Moto G82 5G

Mit der Hauptkamera gelingen bei Tag mehr als nur ordentliche Aufnahmen. Per Pixel Binning fasst sie 4 Pixel zu einem zusammen, sodass Aufnahmen mit etwa 12,5 Megapixel entstehen. Auf Wunsch können Fotografen auch die vollen 50 Megapixel abrufen, was dann auch große Bilddateien zur Folge hat.

Bei trübem, regnerischem Winterwetter in München waren beim Test die Lichtbedingungen alles andere als ideal. Insgesamt sind wir mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden. Die Farbgebung ist natürlich, der Dynamikumfang weitgehend stimmig. Bilddetails könnten etwas ausgeprägter sein, die Bildschärfe ist zudem nicht immer zufriedenstellen. Zudem neigen Fotos mit hellen Flächen zum leichten Überstrahlen.

Im Porträtmodus zaubert die Linse ein butterweiches Bokeh in den Hintergrund. Bei schlechtem Licht werden die Aufnahmen schnell grobkörnig, was auch bei der Nutzung des digitalen Zooms schnell zutrifft. Zum Aufhellen steht ein Nachtmodus bereit, hier ist aber eine ruhige Hand gefragt, damit die Aufnahmen nicht verwackeln (trotz OIS). Fotos im Nachtmodus sind dann stark von Bildrauschen geprägt. Videos sind mit maximal Full-HD bis 60 fps (Frames pro Sekunde) möglich. Diese wirken dank OIS stabil und ausreichend scharf. Für einigen Spaß sorgt die Zeitlupenfunktion bei Videos.

Das Objektiv für Ultraweitwinkelaufnahmen muss sich mit 8 Megapixel begnügen. Erfreulich: Der Unterschied zwischen Haupt- und Weitwinkellinse fällt gar nicht so gravierend aus, wie wir es schon oft bei anderen Smartphones gesehen haben. Farbunterschiede sind gering, die Weitwinkelaufnahmen sind minimal dunkler, Details weniger gut ausgeprägt. Die dritte Linse hätte sich Motorola aber echt sparen können – selbst für Nahaufnahmen ist diese zu schlecht. Die Entscheidung ist für uns schwer nachzuvollziehen, da ja der gleiche Hersteller schon beim Motorola Edge 30 (Testbericht) für Nahaufnahmen das Weitwinkelobjektiv erfolgreich nutzt.

Selfies mit der vorderen Kamera gehen weitgehend in Ordnung, fallen für unseren Geschmack aber eine Spur zu unscharf und überstrahlt aus. Im Porträtmodus gelingt das dezente Bokeh ohne nennenswerte Fehler. Deutlich verwackelter sind die Video-Clips mit der vorderen Linse.

Ausstattung

Wie bei vielen Smartphones dieser Preisklasse kommt beim Moto G82 5G ein Snapdragon 695 zum Einsatz. Abseits von Benchmarks braucht es für den durchschnittlichen Gebrauch nicht wirklich mehr Leistung. Das Android-System läuft damit stets flüssig ohne nennenswerte Ruckler. Für die meisten Aufhaben ist das Moto G82 5G gewappnet, außer vielleicht Video-Bearbeitung und High-End-Games.

Das belegen die Benchmarks: Bei Work 3.0 von PCmark erreicht das Moto G82 stattliche 10.000 Punkten. Vor knapp über zwei Jahren war das ein Wert für Flagships. Bei 3D-Grafiken sieht es nicht ganz so gut aus, bei „Wild Life“ von 3Dmark recht es nur zu 1200 Punkten. Wer aber ohnehin eher auf Casual Games wie Angry Birds steht, wird diese Einbuße kaum bemerken.

Ordentlich ist zudem die Ausstattung beim RAM mit 6 GByte. Der interne Speicher fasst 128 GByte, eine Erweiterung per Micro-SD-Karte ist zudem möglich. Weniger toll ist der USB-C-Anschluss: Dieser erlaubt nur eine langsame Datenübertragung per Kabel nach USB 2.0. In dieser Preisklasse macht das aber kein einziges Handy besser. Umso erfreulicher ist der Anschluss für Klinken mit 3,5 mm. Wer also lieber Kopfhörer mit Kabel nutzt, ist hier nicht aufgeschmissen.

Mobil beherrscht das Moto G82 auch 5G, fürs heimische WLAN-Netzwerk steht nur Wi-Fi 5 bereit – was aber ebenfalls normal ist für die Preisklasse. Zum Orten nutzt das Smartphone GPS, Glonass und Beidou. Der Fingerabdrucksensor sitzt im Power-Button und macht einen guten Job. Das Entsperren per Gesichtserkennung ist ebenfalls möglich, aber weniger sicher, da nur 2D-Technologie zum Einsatz kommt.

Software & Updates

Das Betriebssystem basiert auf Android 12. Motorola hält sich wie gewohnt merklich zurück mit Anpassungen der Benutzeroberfläche oder Bloatware. So kommen weitgehend Google-Apps für Kalender oder Fotogalerien zum Einsatz. Vorinstalliert ist nur eine Moto-App, die das Handy erklärt sowie Tiktok.

Ganz untätig ist Motorola nicht, so bietet das Gerät einige zusätzliche Gesten. Dreht man etwa zweimal schnell das Handgelenk mit dem Handy, dann startet die Kamera-App automatisch. Okay, bis diese Geste in Fleisch und Blut übergeht, braucht es Übung. Schüttelt man das Moto G82 zweimal schnell – als würde man etwas mit dem Gerät hacken – geht die Taschenlampe an. Dreht man das Smartphone um, aktiviert sich automatisch der Modus für „bitte nicht stören“. Weitere Gesten erklärt die Moto-App.

Leider sieht es beim Thema Updates weniger gut aus. Der Sicherheits-Patch stammt aus Oktober, also ist nur mit Updates alle 3 Monate zu rechnen. Insgesamt garantiert Motorola für maximal 3 Jahre Support mit Updates, neue Android-Versionen soll es höchstens zweimal geben. Da sind Anbieter wie Samsung und Nokia mittlerweile deutlich weiter.

Akku

Trotz des dünnen Gehäuses ist das Moto G82 mit einem kräftigen Akku von 5000 mAh bestückt. Bei der dünneren Edge-Reihe kommen deutlich schwächere Akkus zum Einsatz. Beim Battery Test erreicht das Smartphone eine Laufzeit von gut 13 Stunden im simulierten Betrieb. Das ist ein guter Wert. Damit dürfte das Smartphone mehr als einen Tag ohne Netzteil überstehen.

Das Netzteil ist mit 33 Watt nicht übermäßig schnell. Der Akku ist in knapp einer Stunde aufgeladen. Kunden von Honor oder Xiaomi dürften da Mitleid bekommen. Allerdings lädt ein Samsung mit 25 Watt nochmals langsamer. Kabelloses Laden per Induktion ist nicht möglich.

Preis

Die UVP für das Motorola Moto G82 5G liegt bei 329 Euro. Die Straßenpreise im Online-Handel sind mittlerweile deutlich gesunken, so bekommt man das Moto G82 in Schwarz bereits ab 260 Euro. Für die Variante in Weiß sind etwa 310 Euro fällig.

Fazit

Das Preis-Leitung-Verhältnis beim Motorola Moto G82 5G stimmt einfach auf ganzer Linie. Damit gehört es berechtigterweise zu den besten Smartphones bis 300 Euro. Das Smartphone ist schick, schlank und leicht, das OLED-Display mit 120 Hz ist klasse und die Leistung zumindest ausreichend für den täglichen Einsatz. Durch den Tag kommt man ohne Sorgen dank des großen Akkus. Ein optischer Bildstabilisator ist nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse.

Abgesehen von der nutzlosen Makrolinse ist das Kamera-Setup damit mehr als gefällig. Viel auszusetzen gibt es nicht. Etwas schade ist, dass Motorola nur unregelmäßig Patches für Android ausliefert und verglichen mit Nokia oder Samsung weniger Updates anbietet.

Eine starke Alternative ist das Xiaomi Poco X4 Pro (Testbericht). Die Ausstattung ist fast identisch, allerdings bietet die Kamera satte 108 Megapixel. Gleichwertig bei Preis und Technik ist auch das Motorola Edge 30 Neo (Testbericht). Etwas mehr Power, dafür nur 90 Hz betet das Oneplus Nord CE2 (Testbericht). Weitere Smartphones mit OLED und 120 Hz unter 300 Euro zeigen wir hier: