Bereits seit seiner Jugend interessiert sich David für Technik und begann schon früh damit, allerlei Elektrogeräte zu reparieren. Da überrascht es nicht, dass er seit 2021 Elektrotechnik studiert und sich vor allem mit Computern und 3D-Druckern beschäftigt. Seit 2024 schreibt er als Freelancer für heise bestenlisten by TechStage, vor allem über Mini-PCs oder Smartphones. Wenn er nicht gerade am nächsten Projekt arbeitet, begeistert er sich fürs Radfahren und Krafttraining.
Der Hersteller von Gaming-Hardware MSI setzt im Cubi NUC 1M auf Intel. Ob sich der Mini-PC lohnt und er sich auch zum Zocken eignet, zeigt unser Test.
Mit dem Intel Core 7 150U entscheidet sich MSI gegen die stärkeren CPUs und vor allem Grafikeinheiten von AMD. Zum Preis von 957 Euro gibt es dazu 16 GB Arbeitsspeicher (RAM) und eine schnelle SSD mit 512 GB. Optisch daher kommt er in einem schlichten, mit dem Red Dot Award ausgezeichneten, schwarzen Gehäuse ohne sichtbare Lüftungsschlitze. Wir testen, was die Hardware kann, wo die Schwächen des Mini-PCs liegen und für wen sich ein Kauf lohnt.
Den Mini-PC hat uns MSI zur Verfügung gestellt.
Bei der CPU setzt MSI auf Intel, genauer: den Core 7 150 U mit integrierter ARC-Grafik. Dieser Zehnkerner taktet mit bis zu 5,4 GHz und hat eine Leistungsaufnahme von bis zu 20 Watt. Diesem stehen 8 oder 16 GB RAM zur Seite, mit einem Takt von 5600 MHz. Die eigentliche Taktrate bei DDR-RAM ist jedoch nur halb so hoch – in der eigentlich gemeinten, technisch korrekten Einheit sind es 5600 MT/s (Megatransfers pro Sekunde). Die austauschbaren RAM-Module kommen in SO-DIMM-Bauform. MSI setzt in allen Speichervarianten auf 8-GB-Module, sodass ein Aufrüsten von 8 auf 16 GB problemlos möglich ist, jedoch in der 16-GB-Variante die integrierten Module ersetzt werden müssen.
Die M.2-SSD mit PCIe-Gen-4x4-Schnittstelle ist 512 GB groß. Im Crystaldiskmark erreicht diese knapp 5000 Punkte im Lesen und 2800 Punkte im Schreiben. Der Speicher kann über einen weiteren M.2-Steckplatz sowie über SATA mit einer 2,5-Zoll-Festplatte erweitert werden.
Der Cubi NUC verfügt über zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse, womit man den Mini-PC zusätzlich über Power Delivery (PD-in) mit bis zu 100 W betreiben kann. Alternativ gibt es auch noch eine DC-Buchse. Zusätzlich gibt es zwei HDMI-Anschlüsse der Version 2.1, einer davon mit Power Link – damit der Mini-PC automatisch hochfährt, sobald man den verbundenen Monitor einschaltet. Das ist praktisch, wenn der Mini-PC hinter dem Monitor befestigt ist, funktioniert jedoch nur in Kombination mit einem MSI-Monitor. Zusätzlich gibt es noch zweimal 2,5-Gbit-LAN. Bei den Drahtlosschnittstellen setzt MSI mit Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3 auf vergleichsweise aktuelle Standards.
Ein Kritikpunkt ist die Bloatware. Das System wird mit Norton 360 ausgeliefert und bringt dadurch ständig neue Pop-Ups. Das ist nervig und unnötig, da der Windows Defender definitiv ausreichend ist. Selbst die Modelle von Herstellern aus Fernost, wie Geekom (Testbericht), Ouvis (Testbericht) oder Beelink (Testbericht), kommen ohne Bloatware und sind in puncto Preis-Leistung besser aufgestellt.
Auch im Cubi NUC 1M wird wieder das übliche Problem der mobilen Intel-CPUs deutlich: eine schwache Grafik. Auch wenn mit dem Core 7 hier scheinbar eine Oberklasse-CPU verbaut ist, liegt Intel weit hinter dem Konkurrenten AMD. Das wird vor allem im 3Dmark Time Spy deutlich. Dort erreicht der Core 7 insgesamt 1750 Punkte, davon 1560 Grafikpunkte und 5550 CPU-Punkte – das ist doch eher mager. Gleiches im PCmark 10, hier erreicht die CPU nur 5340 Punkte und liegt damit schon hinter einem Ryzen 5700. Im Geekbench 6 erzielt der 1M 2560 Punkte im Single-Core und 8600 Punkte im Multi-Core. Die Grafik schafft ein Ergebnis von 15020 Punkten.
Auch die Spieletests fallen ernüchternd aus: Cities Skylines 2 ist in einer neuen Welt nur mit niedrigsten Einstellungen in Full-HD mit 25 bis 30 FPS gerade spielbar. Hinzu kommen noch Grafik-Bugs, so färbt sich bei uns das gesamte Spiel gelb, sobald man eine Straße bauen möchte. Das ist sehr ärgerlich und vermutlich auf die nicht so gut optimierten Grafiktreiber der noch recht neuen ARC-Grafikeinheiten zurückzuführen. Sieht man sich in Anno 1800 eine 40000 Einwohner-Stadt bei niedrigsten Einstellungen Full-HD und mit deaktiviertem FSR (FidelityFX Super Resolution) an, erreicht das System wieder nur 30 FPS. Das ist zwar spielbar, aber alles andere also schön und zählt nicht zur Oberklasse der Mini-PCs, wie es aus dem Preis zu schließen wäre.
Mit einer Leistungsaufnahme von 15 Watt im Idle und 45 Watt unter Volllast ist das System immerhin stromsparend. Bei starker Multi-Core-Auslastung bleibt die CPU aber weit weg von den bis zu 5.4 GHz, die Intel angibt. Realistisch ist hier mit 2.0 GHz zu rechnen. Trotz geringer Leistungsaufnahme von 20 Watt erreicht die CPU schnell 80 °C und gerät ins Thermal Trotteling, also Heruntertakten aufgrund zu hoher Temperatur.
Die Kühlung im Cubi NUC 1M arbeitet leise. Unter Volllast ist die Lautstärke aus einem Meter Entfernung nicht sinnvoll messbar (<25 dB), direkt am Gehäuse liegt sie bei etwa 40 dB. Die Kühllösung scheint aber zu schwach für die 20 Watt-CPU, da der Core 7 unter Volllast deutlich heruntertakten muss. Für die Luftzufuhr gibt es auch nur Aussparungen auf der Unterseite des Gehäuses – für die Kühlungsqualität nicht von Vorteil. Andere Mini-PCs haben an mehreren Seiten große Öffnungen, um Abwärme besser abzutransportieren. Das Gehäuse wird unter Dauerlast außerdem merklich warm, aber nie zu heiß zum Anfassen. Hilfreich kann sein, unter dem Mini-PC etwas Luft zu lassen oder ihn auf einen Kühler zu platzieren.
Auch wenn man beim Cubi NUC 1M knapp 1000 Euro hinblättern muss, gibt es dennoch nur ein Plastikgehäuse. Mit dem schlichten, schwarzen Design und abgerundeten Ecken hat der Rechner einen Red Dot Award 2024 erhalten. Die matte Oberfläche aber ist sehr anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer. Mit 135,7 × 132,7 × 53,6 mm inklusive Füße ist, zählt der 1M definitiv zu den größeren Mini-PCs. Das Gewicht beläuft sich auf 660 g und ist auch in dieser Leistungsklasse ziemlich hoch. MSI liefert mit dem 1M auch noch einen externen Power-Knopf und ein angepasstes SATA-Kabel mit.
In unserer Testausstattung mit Intel Core 7 150 U, 16 GB RAM und 512 GB Speicher kostet der MSI Cubi Nuc 1M 959 Euro bei Computeruniverse. Zum Testzeitpunkt am 9. September 2024 war er mit 957 Euro nur unwesentlich günstiger.
Die Barebone-Variante ohne RAM und Speicher mit Core 7 150 U kostet knappe 655 Euro. Wer sich also das Nachrüsten von RAM und Speicher zutraut, kann hier einiges an Geld sparen. Wählt man leistungstechnisch identische Komponenten, zahlt zusätzlich zum PC noch 125 Euro extra und spart sich dadurch gegenüber der Fertig-Variante 185 Euro. Eine Windows-Lizenz muss man hier jedoch noch zusätzlich erwerben.
Außerdem bietet MSI den Cubi NUC 1M noch mit Core 3 100U, 8 GB RAM und 256 GB SSD für 649 Euro, sowie mit Core 5 120U, 8 GB RAM und 512 GB SSD für 800 Euro an. Von diesen raten wir ab, da 8 GB RAM unter Windows 11 einfach nicht mehr zeitgemäß sind: MSI verlangt Preise eines Oberklasse-PCs, liefert aber nicht die entsprechende Ausstattung. Selbst 300-Euro-Mini-PCs, wie der Ouvis AMR5 (Testbericht) haben mit 16 GB RAM deutlich mehr zu bieten.
Mit fast 1000 Euro ist der Preis für den Cubi Nuc 1M einfach viel zu hoch angesetzt. Noch dazu verwendet MSI eine CPU von Intel, die im mobilen Sektor durch ihre schwächere Grafik nur wenig Land sehen. RAM und SSD sind schnell, aber erfüllen eher nur das Minimum in dieser Preisklasse. Auch die Kühlung könnte angesichts der geringen Abwärme der CPU auch besser sein. Die Modelle mit Core 3 und 5 sind keine gute Alternative, da sie nur mit 8 GB RAM kommen, was heutzutage eigentlich zu wenig ist. Wir können dieses Gerät zum aktuellen Preis deshalb nicht empfehlen.
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