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Neato Botvac D6 Connected Test: Perfekter Pfadfinder dank Laser

Neato Botvac D6 Connected Test: Perfekter Pfadfinder dank Laser
VORTEILE
  • hervorragende Navigation
  • sehr gute Saugleistung
  • gute App-Steuerung
NACHTEILE
  • künstlich beschnittner Funktionsumfang
  • hoher Preis

Laser-Navigation, Steuerung per App und gute Akkulaufzeit – mit diesen Attributen will der Saugroboter Neato Botvac D6 Connected im Test überzeugen. Ob das klappt?

Die Connected-Reihe von Neato umfasst die Modelle D3, D4, D5 (Testbericht) , D7 (Testbericht) und D6, den wir uns hier anschauen. Beim D4 Connected (Testbericht) haben wir erst kürzlich festgestellt, dass die Basis der Modelle weitestgehend identisch ist, Neato die günstigeren Modelle allerdings künstlich beschnitten hat. Das ist offenbar auch beim Botvac D6 Connected nicht anders, der in puncto Hardware mit dem Topmodell der Reihe, dem Botvac D7 Connected (Testbericht) identisch ist. Minimale Unterschiede gibt es bei Design und Software, aber rechtfertigt das den happigen Preisaufschlag des D7 oder ist der D6 im Test die bessere Wahl?

Design

Optisch unterscheidet sich das D6-Modell kaum vom D4 Connected. Wie alle Roboter der Reihe setzt der Hersteller auf eine D-Form, während die Konkurrenz überwiegend runde Roboter baut. Die D-Form ermöglicht eine besonders breite Bürste und einen entsprechend großen Saugbereich. Außerdem kommt der Bot zumindest in der Theorie besser in Raumecken als ein rundes Modell. Größter Unterschied zum D4 Connected ist die Materialauswahl der Oberseite des Roboters. Beim teureren D6-Modell kommt zwar ebenfalls ausschließlich Kunststoff zum Einsatz, allerdings sieht die Oberseite zumindest halbwegs nach gebürsteten Metall aus.

Wenige Bedienelemente

Ansonsten ist fast alles gleich: Im hinteren Bereich auf der Oberseite befindet sich der Laser-Turm zur Orientierung des Saugers, davor die große Klappe zum Entnehmen des Schmutzbehälters. Noch weiter vorn platziert der Hersteller die einzige Bedientaste und zwei LED-Anzeigen für Problem- und Akkuanzeige. Einziger Unterschied zum D4-Modell: Auf der rechten Seite befindet sich eine kleine Seitenbürste – die fehlt dem günstigeren Modell. Weitere Informationen gibt es im Test des Neato Botvac D4 Connected .

Ausstattung

Als Hauptinformationsquelle zur Orientierung im Raum dient dem D6 Connected von Neato das Lidar-System, das der Hersteller in dem kleinen Türmchen auf der hinteren Oberseite des Roboters platziert hat. Hinzu kommt ein Sensor auf der rechten Seite für Nahbereich und Kanten, außerdem Sensoren, die die Entfernung zum Boden messen und so das Abstürzen des Bots an Absätzen verhindern sollen. Als letzte Sicherung dient der Frontbumper, der nicht nur frontalen Kontakt mit Hindernissen erkennt, sondern auch schräg von links oder rechts vorne. Entsprechende Sensoren am Laser-Türmchen wie bei den Modellen der letzten Jahre gibt es nicht mehr. Schade – die sind sehr hilfreich, wenn der Saugroboter zwar mit dem Korpus unter Möbel passt, aber am Türmchen hängen bleibt. Die aktuellen Connected-Modelle wollen dann einfach weiterfahren.

Funktion

Wie die anderen Neato-Modelle der Connected-Generation navigiert auch der Botvac D6 Connected vorbildlich. Hindernisse erkennt er zuverlässig und fährt sie entsprechend vorsichtig an. Dabei geht er mit dem Frontbumper auf Tuchfühlung, um möglichst nah an Objekten saugen zu können. Zu Beschädigungen an Möbeln sollte dieses leichte Anfahren nicht führen, auf Wunsch lässt sich die physische Kontaktaufnahme durch Aktivieren der Schon-Navigation per App sogar ganz unterbinden. Nach anfänglichem Randfahren zieht der Roboter zuverlässig überlappende Bahnen im Innenbereich von Räumen.

Etwas kleine Seitenbürste

Das Entleeren des Schmutzbehälters ist bei den Neato-Modellen etwas zu simpel gestaltet. Dazu wird die große Abdeckung auf der Oberseite des Roboters angehoben, die direkt mit dem Behälter verbunden ist. Anschließend muss der große Staubfilter entfernt werden, der fast die ganze Front des Schmutzbehälters ausfüllt. Er ist geklemmt, entsprechend benötigt man etwas Kraft für diesen Vorgang. Außerdem kann es passieren, dass Staub und Sand neben den Mülleimer fällt, wenn sich der Filter plötzlich vom Gehäuse löst. Praktikabel ist ist der Entleerungsvorgang also durchaus, optimal ist das aber nicht gelöst.

Wie bei den anderen Modellen der Serie reicht zum Starten der Reinigung entweder ein Druck auf die einzige Bedientaste auf der Oberseite des Gerätes, ein Klick in der App oder ein Sprachbefehl an Amazon Echo. Google Home soll kommen, funktioniert aber derzeit nicht. Weitere Steuerungsoptionen sind eine Apple Watch, der Neato Chatbot for Facebook und der beliebte Dienst IFTTT.

Der Akku des D6 Connected ist wie beim Topmodell D7 Connected (Testbericht) für bis zu 120 Minuten Laufzeit des Roboters im Eco-Modus ausgelegt. Realistisch sind rund 90 bis 100 Minuten. Da der D6 Connected etwa eine Minute pro Quadratmeter braucht, schafft er in einem Durchgang also auch große Wohnungen – schließlich ist der tatsächliche Saugbreich eins Haushalts wegen Möbeln meist deutlich kleiner, als der Grundriss vermuten lässt. Sollte die Akkuleistung dennoch nicht reichen, fährt der D6 zur Ladestation zurück und reinigt nach dem Laden selbständig an der zuletzt gesaugten Stelle weiter. Im Gegensatz zum D4 merkt sich der D6 mehrere Grundrisse.

App

Zwar reinigt der D6 Connected auch bei einem Druck auf die einzige Steuerungstaste auf der Oberseite zuverlässig Haus oder Wohnung, sein ganzes Potenzial entwickelt er aber erst im Zusammenspiel mit der Neato-App. Deren Einrichtung wirft keine Fragen auf, nach wenigen gut illustrierten Schritten ist der Roboter mit WLAN und App verbunden und bereit. Dazu ist ein kostenloses Konto nötig. Als erstes muss der Roboter die Reinigungsfläche kartografieren. Dabei saugt er zwar schon, allerdings fährt er die Umgebung im Schon-Modus ab. Das bedeutet: Die Geschwindigkeit gerade in der Nähe von Hindernissen ist reduziert, außerdem berührt der Bot sie nicht, sondern hält einige Zentimeter Abstand. Da der Neato-Sauger Karten später zwar rudimentär verbessern, nicht aber gravierend erweitern kann, sollte bei der ersten Befahrung von Haus oder Wohnung die Zufahrt zu allen potentiell zu reinigenden Bereichen freigegeben sein. Wer etwa eine Zimmertür während des Erstellens der Karte geschlossen lässt, später aber auch diesen Raum saugen lassen möchte, muss die ganze Prozedur des Vermessens erneut durchführen.

Der Rest der App ist deutlich praktischer. So erlaubt sie den Zugriff auf den Grundriss der Reinigungsfläche und die Möglichkeit, No-Go-Linien zu erstellen. Damit lassen sich Zugangsbeschränkungen zu einzelnen Bereichen festlegen, ohne etwa die entsprechende Tür schließen zu müssen. Die typischen Magnetbänder, die älteren Neato-Modellen zu diesem Zweck dienten, funktionieren zusätzlich. Eins legt der Hersteller dem Lieferumfang aus Gewohnheit sogar bei. Weitere Funktionen sind Einstellmöglichkeiten wie Warnintervalle zum Leeren des Schmutzbehälters, Wechseln des Filters oder der Bürste. Außerdem darf der Nutzer den Saugmodus von Eco auf Turbo umstellen und die Schon-Navigation aktivieren. Außerdem finden sich hier Einstellungsmöglichkeiten für die Größe des Bereichs einer Spot-Reinigung – entweder 2 [×] 2 oder 4 [×] 4 Meter. Auch Firmware-Aktualisierungen sind mittels der App möglich. Der Micro-USB-Anschluss im Inneren des Robots ist in erster Linie für Wartungs- und Reparaturaufgaben gedacht.

Großer Schmutzbehälter

Um den Unterschied zwischen Eco- und Turbomodus zu messen, haben wir in einem vordefinierten Bereich mit Hartboden und kurzflorigem Teppich 100 Gramm Goldhirse verstreut und das Saugergebnis in beiden Modi miteinander verglichen. Bei der Lautstärke gibt es dabei definitiv einen Unterschied: Im Eco-Modus konnten wir in etwa 0,75 Meter Entfernung fast 68 Dezibel messen, außerdem saugte der Roboter 91 Prozent der verstreuten Körnchen auf. Im Turbomodus waren es knapp 70 Dezibel bei fast gleicher Reinigungsleistung. Für beide Durchgänge brauchte der Roboter je knapp 6 Minuten. Auf den ersten Blick erschreckend: 91 Prozent saugte auch der 130-Euro Staubsauger Vileda VR102 (Testbericht) auf, allerdings benötigte er nach dem Chaos-Prinzip dafür 10 Minuten. Der Neato-Bot könnte in dieser Zeit fast einen zweiten Durchgang schaffen, der das Ergebnis weiter verbessern würde. Größtes Problem ist wie bei allen Saugrobotern der Randbereich. Hilfreich wäre hier vielleicht eine längere Seitenbürste gewesen. Die ist bei den Neato-Modellen schon arg kurz geraten.

Unterschiede in der App zum D7 Connected (Testbericht) sind schnell aufgezählt: Der D6 Connected beherrscht keine automatisierte Zonenreinigung und kann nicht wie ein ferngesteuertes Auto per App fernbedient werden. In puncto Hardware gibt es nur einen gravierenden Unterschied: Der D7 funkt auf Wunsch auch im 5-GHz-WLAN-Netzwerk, alle günstigeren Modelle nur mit 2,4 GHz. Der D6 Connected kommt wie der D7 Connected mit HEPA-ähnlichen Filtern – einem im Schmutzbehälter und einem als Reserve.

Breite Bürstenrolle

Preis

Der Neato Botvac D6 Connected kostete zum Testzeitpunkt noch ab 489 Euro. Varianten gibt es nicht.

Fazit

Der Neato Botvac D6 Connected ist ein richtig guter Saugroboter. Er navigiert hervorragend, die Hinderniserkennung ist im Vergleich nahezu fehlerfrei. Die Saugleistung ist ebenfalls gut, auch Tierhaare werden wie versprochen aufgenommen. Für Allergiker ist der D6 Connected mangels HEPA-Filter nur bedingt tauglich, auch wenn der Hersteller seine besten Filter mitliefert und von sehr hoher Filterwirkung spricht. Warum der D6 Connected dennoch kein sehr gutes, sondern „nur“ ein gutes Testergebnis abliefert? Ganz einfach: Die künstliche Beschneidung der Fähigkeiten des D6 im Vergleich zum D7 ist nichts, was wir gutheißen können. In der UVP verlangt Neato für (im Wesentlichen) zwei weitere Software-Funktionen rund 160 Euro Euro mehr – das ist schon dreist.