Thomas Joos ist Autor von mehr als 100 Fachbüchern und tausenden Texten. Er ist erfolgreicher Autor zahlreicher IT-Bücher für Microsoft Press, Addison Wesley, Markt und Technik, Data Becker, Springer-Vieweg und außerdem freiberuflicher Journalist für die Deutsche Presseagentur (dpa) sowie zahlreiche Zeitschriften und Portale. Thomas ist zudem Online-Trainer bei LinkedIn Learning. Mehr Informationen finden sich auf seinem Blog unter thomas-joos.com
Gut und günstig: Das ist der Mini-PC Nipogi AM07, dessen Leistung sogar 150 Euro teurere Modelle in die Tasche steckt. Wie sich der handliche Rechner für aktuell 290 Euro im Alltag schlägt, zeigt dieser Testbericht.
Mini-PCs sind kleine Computer mit Laptop-Prozessoren, die dadurch besonders sparsam sind und sowohl leise als auch kühl bleiben. Gerade im Sommer heizt man so im Homeoffice nicht den ganzen Raum auf wie mit einem Gaming-PC (Ratgeber). Im Vergleich zu klappbaren Notebooks nehmen sie zudem deutlich weniger Platz weg und lassen sich leicht hinter dem Monitor verstecken. Inzwischen können sie sogar Desktop-PCs ersetzen – ausreichend Leistung vorausgesetzt, die es aber gibt, wie dieses Beispiel zeigt.
Beim Mini-PC Nipogi AM07 handelt es sich um ein top ausgestattetes Modell. Verbaut ist ein AMD Ryzen 5-5560U, dem 16 GB Arbeitsspeicher (RAM) sowie eine 512 GB große NVMe-SSD zur Seite stehen. Windows 11 Pro ist bereits an Bord. Ob man zuschlagen sollte, zeigen wir in diesem Testbericht. Das Nipogi-Modell ist stark nachgefragt und immer wieder vergriffen, so wie auch aktuell. Zuletzt lag der Preis bei 299 Euro. Unter der Marke Acemagician gibt es zudem das quasi baugleiche Modell mit einem Ryzen 5500U statt einem Ryzen 5560U bei Nipogi aber wieder – es kostet bei Amazon 290 Euro (100-Euro-Coupon anwählen).
Unser Testgerät bietet 16 GB RAM (DDR4, 3.200 MHz) und eine 512 GB große m.2-SSD. Dabei hilft natürlich auch die CPU AMD Ryzen 5 5560U. Diese verfügt über sechs Kerne (12 Threads) mit bis zu 4 GHz.
Dank zweier SO-DIMM-Steckplätze lässt sich der Arbeitsspeicher einfach auf bis zu 64 GB erweitern. Auch die 512 TByte große Festplatte im Format m.2-2280 lässt sich einfach austauschen. Maximal möglich sind hier 2 TByte. Das ist für einen Mini-PC sehr ordentlich. Die Grafikkarte ist fest integriert, man darf also keine Wunder erwarten.
Durch den AMD-Radeon-Grafik-Chip lassen sich mit dem 4K@60Hz-Ausgang bis zu drei Bildschirme über HDMI, DP und USB-Typ-C anschließen.
Leider fehlen bei den Drahtlosverbindungen die deutlich aktuelleren Standards Wi-Fi 6 oder Wi-Fi 6E sowie Bluetooth 5.0 oder besser. Während der WLAN-Anschluss auf den Wi-Fi-5-Standard (802.11ac) setzt, kommt bei Bluetooth noch die Version 4.2 zum Einsatz. Wer zum Beispiel eine aktuelle Fritzbox oder einen anderen Router nutzt, kann nicht die maximale Leistung nutzen, die im WLAN zur Verfügung stehen könnte. Dafür unterstützt der integrierte WLAN-Adapter das 2.4 GHz und das 5 GHz-Band.
Da der PC über zwei LAN-Schnittstellen verfügt, ist er auch als Firewall-Appliance nutzbar, zum Beispiel für OPNsense/Pfsense.
Der Mini-PC eignet sich vor allem für aufwendige Office-Arbeiten, aber auch als Entertainment-System für Streaming und Surfen. Zum Spielen von nicht zu anspruchsvollen Games ist der PC ebenfalls brauchbar, und selbst Video-Schnitt ist möglich, wenn man es mit Effekten nicht übertreibt. Entsprechend kommt der Nipogi AM07 bei PC Mark 10 auf einen Wert von knapp 5.400 Punkten. Damit ist er im Benchmark sogar schneller, als der deutlich teurere Geekom Mini IT11 (Testbericht), der auf einen i7-Prozessor setzt. Günstige Budget-Mini-PCs, wie den Nipogi AK1 Pro (2540 Punkte), hängt er erwartbar locker ab.
Wer einen Mini-PC sucht, um eine Firewall-Appliance zu installieren, kann den Computer ebenfalls nutzen. Allerdings sind nur zwei LAN-Schnittstellen verfügbar, das reicht natürlich nicht für eine DMZ.
Da kein Datenträger beigelegt ist, ist es sinnvoll, sich nach der Einrichtung von Windows 11 Pro die Installationsdateien bei Microsoft zu beschaffen. Da der Produktschlüssel digital hinterlegt ist, benötigt man diesen auch bei Neuinstallationen nicht mehr. Möchte man den Schlüssel aber haben, finden sich im Internet verschiedene Tools zum Auslesen, wie der Magical Jelly Bean Keyfinder.
Der Lüfter des Mini-PCs ist leider nicht sehr leise. In sehr ruhigen Umgebungen sollte man ihn also eher nicht einsetzen.
Der Nipogi Mini-PC AM07 kommt im schlichten quadratischen Kunststoffgehäuse in mattem Schwarz. Seitlich bietet es die üblichen Lüftungsöffnungen zur Wärmeabfuhr. Die Verarbeitung ist insgesamt solide, wenn auch nichts Besonderes.
Das Gewicht geht mit 500 Gramm noch in Ordnung, ist im Vergleich zu anderen Modellen, wie dem Nipogi AK1 Pro mit 390 Gramm aber auch nicht mehr allzu gering. Viel mehr ist das durchschnittlich unter den Mini-PCs. Die Maße betragen 127 × 126 × 43 Millimeter – auch das ist üblich. Wenn notwendig, lässt sich der Mini-PC mit der beiliegenden Vesa-Montage-Platte hinter Monitoren anbringen.
Der Nipogi Mini-PC AM07 ist aktuell bei Amazon nicht mehr verfügbar. Zum Testzeitpunkt am 21. Oktober 2023 lag der Preis bei rund 300 Euro.
Seitdem ist die Nachfrage für dieses Modell aber enorm und der AM07 sehr häufig ausverkauft. Mit dem Acemagician AM07 gibt es das quasi baugleiche Modell mit einem Ryzen 5500U statt einem Ryzen 5560U bei Nipogi aber wieder – es kostet bei Amazon aktuell 290 Euro (100-Euro-Coupon anwählen). Acemagician ist eine Marke der Mini-PC-Union, zu der auch Nipogi und Acemagic als Marken gehören. Daher ähneln sich die Modelle in Ausstattung und Optik. Wir gehen davon aus, dass das Acemagician-Modell und die Nipogi-Variante im Benchmark auf fast identische Werte kommen, Anschlussportfolio und Gehäuse sind gleich.
Der Nipogi Mini-PC AM07 gehört zu den derzeit stärkeren Mini-PCs auf dem Markt. Er hat viele Anschlüsse, wobei vor allem der USB-C-Anschluss positiv auffällt. Die Leistung ist recht hoch, gerade wenn man sich die Konkurrenz im Preisbereich ansieht. Uns gefällt das Gesamtpaket ausgesprochen gut, weshalb der PC eine klare Empfehlung bekommt. Siet längerem ist die Verfügbarkeit aber so instabil, dass wir den PC inzwischen aus unserer Bestenliste herausgenommen haben. Interessierte müssen hoffen, dass das System wieder in die Lagerregale zurückkehrt oder die ähnliche Alternative aus dem Hause Acemagician kaufen.
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