Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
HMD Global spendiert dem HMD T21 Widevine Level 1. Das macht das Tablet zu einer guten und vor allem erschwinglichen Wahl fürs Streaming auf der Couch. Ob das Tablet überzeugt, zeigt der Test.
Mit dem Nokia T20 (Testbericht) feierte HMD Global 2021 ein gelungenes Tablet-Debüt. Das Gerät überzeugte mit einem schicken Design, ordentlichem Display und einer guten Akkulaufzeit. Einziges Ärgernis war das Fehlen eines Zertifikats für Widevine Level 1. Dieses ist Voraussetzung, damit Streaming-Dienste (Ratgeber) wie Disney Plus, Netflix, Paramount Plus oder Amazon Prime Video Inhalte auch in Full-HD wiedergeben.
HMD Global hat hier nachgebessert, so bietet das HMD T21 (ehemals Nokia T21) endlich Widevine Level 1. Die übrigen Neuerungen halten sich in Grenzen. Das Design wirkt etwas erwachsener. Wie gut sich das Gerät schlägt und ob es mit der Konkurrenz von Samsung oder Lenovo mithalten kann, zeigt unser Test.
Update: Hersteller HMD hat mittlerweile keine Namensrechte mehr an der Marke Nokia. Das Gerät ist aber weiterhin als HMD T21 im Handel. Der Testbericht stammt ursprünglich vom 20.04.2023, als das Gerät noch unter der Marke Nokia firmierte.
Optisch wirkt das HMD T21 etwas „erwachsener“ als der Vorgänger Nokia T20 (Testbericht). Das finden wir fast ein wenig schade, denn das T20 hinterließ im Vergleich zur Konkurrenz mit seinem meergrünen Gehäuse und den stark abgerundeten Ecken einen „erfrischenden“ Eindruck.
Wesentlich nüchterner wirkt das dunkelgraue HMD T21. Das Gehäuse besteht aus Metall und fühlt sich sehr hochwertig an. Spaltmaße gibt es keine, der Druckpunkt der Tasten ist solide. Praktisch: Die Power-Taste befindet sich an der kurzen Seite, die Lautstärkewippe an der langen. So besteht keine Verwechslungsgefahr, wenn das Tablet beim Verstellen der Lautstärke versehentlich in den Ruhemodus versetzt.
Das Gehäuse ist auf der Rückseite im oberen Fünftel von einer Trennlinie durchzogen, was optisch an das Lenovo Tab M10 Plus 3rd Gen (Testbericht) erinnert. HMD Global nutzt etwa 60 Prozent Materialien aus Recycling. Eher untypisch für ein Tablet: Das Gehäuse ist immerhin gegen leichtes Spritzwasser nach IP52 geschützt. Die Kamera befindet sich in einer markanten Erhebung rechts oben auf der Rückseite. Die Abmessungen (247,5 × 157,3 × 7,5 mm) sind nahezu gleich wie beim T20, was auch für das Gewicht (465 g) gilt. Damit ist es etwas schmaler in der Höhe im Vergleich zum Samsung Galaxy Tab A8 (Testbericht) mit 16:10 und minimal kleiner als das Lenovo Tab M10 3rd Gen (Testbericht).
Beim Display hat sich nichts geändert. Die Auflösung bietet 2000 × 1200 Pixel (Full-HD+). Der Formfaktor beträgt 15:9, wie schon beim Vorgänger. Die Blickwinkelstabilität ist gegeben. Die Bildqualität des IPS-Panels ist ordentlich, hat aber leichte Schwächen bei Kontrasten. Das macht sich insbesondere bei dunklen Filmszenen bemerkbar, wenn Bilddetails nicht mehr so einfach vom Hintergrund zu unterscheiden sind. Farben wirken zudem recht kühl. Die Konkurrenz in dieser Preisklasse macht das aber kaum besser.
Der Bildschirm ist nicht sonderlich hell. Wir konnten maximal 360 cd/m² bei automatischer Helligkeitsanpassung messen. Wer damit im Freien einen Film schauen will, benötigt definitiv ein schattiges Plätzchen. Das Gerät ist somit eher fürs Wohn- oder Schlafzimmer ausgelegt. Auch hier gilt: Lenovo oder Samsung machen es nicht besser in dieser Preisklasse. Einzige positive Ausnahme bei der Helligkeit ist das ansonsten jedoch extrem lahme Amazon Fire HD8 Plus (Testbericht).
Preiswerte Tablets führen eine Kamera in der Regel eher aus Alibizwecken. Das gilt auch beim HMD T21. Anders als bei Smartphones messen wir diesem Feature aber auch keine so große Bedeutung zu. Die Hauptkamera auf der Rückseite bietet 8 Megapixel. Die Aufnahmen können sich nur bedingt sehen lassen, der Dynamikumfang sowie Bilddetails sind bescheiden, Farben wirken kraftlos. Für gelegentliche Schnappschüsse oder zum Abfotografieren eines Dokuments reicht das aber aus.
Relevanter ist die Frontkamera bei einem Tablet. Hier kommt ebenfalls eine Linse mit 8 Megapixel zum Einsatz, der Vorgänger musste sich noch mit 5 Megapixel begnügen. Das ist mehr als bei vielen Laptops. Die Bildqualität ist ausreichend, um mit Freunden per Skype oder Teams zu kommunizieren. Videos sind bis Full-HD möglich, bei 30 Frames pro Sekunde (fps).
Als Antrieb kommt ein Unisoc Tiger T612 zum Einsatz – ein gern gesehener Prozessor bei preiswerten Tablets. Die Octacore-CPU (2x 1.80GHz ARM Cortex-A75 + 6x 1.80GHz ARM Cortex-A55) ist nicht sonderlich schnell. Kleinere Verzögerungen sind immer wieder zu bemerken, ohne aber wirklich zu stören. Beim Benchmark „Work 3.0“ von PCmark konnten wir 7500 Punkte messen – der Vorgänger mit T610 war minimal besser. Das Ergebnis liegt etwa auf dem Niveau eines Smartphones bis 100 Euro (Bestenliste). Das ist ausreichend fürs Streaming und Surfen, aber eben nicht flott. Für Casual Games geht das in Ordnung. Bei grafisch anspruchsvolleren Spielen sollte man die Details jedoch herunterschrauben, denn die Grafikleistung ist nicht gerade hoch, was 400 Punkte bei „Wild Life“ von 3Dmark belegen.
RAM und interner Speicher fassen 4/64 GByte, weniger sollten es auch nicht sein. Tablets von Samsung oder Lenovo bieten beim gleichen Preis meistens schon 128 GByte Speicherkapazität. Eine Erweiterung mit microSD-Karten ist möglich. Optional gibt es eine Variante mit LTE. Fürs Surfen zu Hause nutzt das Tablet maximal Wi-Fi 5, Bluetooth 5.0 und GPS ist ebenfalls an Bord. Einen Fingerabdruckscanner bietet das T21 nicht, was für den Preis normal ist. Eine Entsperrung per Gesicht ist möglich, aufgrund von 2D-Technologie, aber nicht sicher gegen Täuschungsversuche.
Der Klang der Stereolautsprecher kann sich bei Filmen hören lassen, für Musik fehlt es aber an Volumen. Bei höherer Lautstärke klingt das Tablet zu schrill. Als Anschluss steht ein USB-C-Steckplatz mit USB 2.0 zur Verfügung, auch ein Steckplatz für eine 3,5-mm-Klinke ist wieder vorhanden.
Das HMD T21 läuft mit Android 12. Der Sicherheits-Patch stammt vom 1. März und ist somit aktuell genug. HMD Global hält sich mit großen Anpassungen an der Bedienoberfläche zurück, man bekommt also nahezu Stock-Android mit relativ wenig Bloatware (Netflix, Spotify, Amazon). Zwei Versions-Updates sowie Patches für drei Jahre verspricht HMD Global. Das ist besser als bei Lenovo, Samsung bietet aber für einen längeren Zeitraum Updates.
Der Akku hat wieder eine Kapazität von 8200 mAh. Beim Battery Test erreichte das T21 eine Laufzeit von etwa neun Stunden im simulierten Betrieb bei einer Display-Helligkeit von 200 cd/m². Das liegt auf Augenhöhe mit dem Samsung Galaxy Tab A8 (Testbericht), der Vorgänger hielt bei dem Benchmark aber eine Stunde länger durch. Fast elf Stunden schaffte das etwas langsamere Lenovo Tab M10 Plus 3rd Gen (Testbericht). „Aus Gründen der Nachhaltigkeit“ gibt es kein Netzteil, nur ein Ladekabel mit Anschlüssen für USB-A und USB-C. Zum Laden kann das Gerät maximal 18 Watt nutzen, kabelloses Laden beherrscht es nicht.
Das HMD T21 gibt es nur noch als LTE-Varainte, mit 64 GB kostet es schlanke 159 Euro. Das Modell mit 128 GB liegt schon bei 279 Euro – das ist zu teuer.
Das HMD T21 ist ein erschwingliches Tablet für die Unterhaltung auf der Couch oder im Bett. Gegenüber dem Vorgängermodell hat HMD Global endlich für ein Zertifikat für Widevine Level 1 gesorgt. Das erlaubt das Streaming von Inhalten von Netflix, Disney Plus und anderen in Full-HD. Sonderlich flott läuft es nicht, das tut die Konkurrenz in dieser Preisklasse aber auch nicht. Weitere große Neuerungen oder Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger gibt es nicht.
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