Die Daranener Neo 1500 Pro bietet langlebige LiFePO4-Akkus, eine USV-Funktion und ist aktuell für 600 Euro im Angebot. Ob ein Kauf lohnt, zeigt der Test.
Powerstations bieten dank integrierter Akkus autarke Stromversorgung fernab des Stromnetzes. Meist stehen mehrere 230-Volt-Steckdosen und USB-Ports für den Betrieb entsprechender Geräte bereit. Wesentliche Kennzahlen für eine Powerstation sind maximale Leistungsabgabe (Watt) sowie Speicherkapazität (Wattstunden, Wh). Ersteres entscheidet, welche Geräte eine Powerstation betreiben kann. Beträgt die maximale Leistung 1000 Watt, können Geräte mit einer höheren Leistungsaufnahme wie Wasserkocher, Föhn, Heissluftfriteuse und Staubsauger damit nicht betrieben werden. Die Speicherkapazität entscheidet darüber, wie lange eine Powerstation ein Gerät mit Energie versorgen kann. Eine Variante mit 2000 Wattstunden kann etwa einen Heizlüfter mit einer Leistungsaufnahme von 2000 Watt circa eine Stunde lang betreiben.
Die Daranener Neo 1500 Pro ist perfekt für all jene geeignet, die eine günstige Powerstation mit halbwegs großem Batteriespeicher und einer relativ hohen Leistungsabgabe inklusive USV-Funktion suchen. Praktisch sind in jedem Fall die vielen USB-Anschlüsse, mit denen man entsprechende Geräte mit bis zu 100 Watt laden (USB-C) geräuschlos laden kann. Für den mobilen Einsatz ist sie wegen des hohen Gewichts von knapp 19 kg aber nicht optimal geeignet, da sie anders als die Craftfull Powerstation PS3600 (Testbericht) oder die Zendure Superbase Pro (Testbericht) keine Räder und ausziehbaren Teleskopgriff bietet. Aufpassen muss man auch bei der Wahl des Solarpanels, denn die Neo 1500 Pro unterstützt nur Varianten mit einer Spannung zwischen 33 Volt und 60 Volt.
Positiv ist die ergonomische Bedienung, da sich fast sämtliche Anschlüsse und Schalter zentral an der Vorderseite befinden und man nicht wie bei anderen Powerstations erst auf mehreren Seiten danach suchen muss. Nur die LED-Leuchte wird über einen Schalter an der Rückseite aktiviert. Leider lässt sich der LED-Streifen an der Vorderseite nicht abschalten, sodass die Powerstation kontinuierlich 3 Watt an diesen abgibt.
Auch wenn die Neo 1500 Pro, wie alle anderen Powerstations auch, keinen Schutz vor dem Eindringen von Wasser bietet, ist sie dank zahlreicher Abdeckungen der Ein- und Ausgänge etwas robuster beim Einsatz im Freien.
Das Betriebsgeräusch ist zwar nicht so laut wie bei vielen anderen Konkurrenzmodellen, aber auch nicht so leise wie bei den leisesten Varianten. Wer die Powerstation im Wohnzimmer zur Versorgung des Fernsehers betreibt, wünscht sich jedenfalls ein leiseres Modell.
Eine App ist zwar nicht unbedingt für eine Powerstation nötig, dennoch hätten wir uns eine gewünscht, um etwa Einblick in Verbrauchstatistiken und der aktuellen Ladeleistung zu erhalten.
Die Powerstation Neo 1500 Pro von Daranener (China Shenzhen Daran New Energy Technology Co. Ltd) gehört mit einer maximalen Dauerleistungsabgabe von 1800 Watt und einer Spitzleistung von 3000 Watt sowie einer Speicherkapazität von 1386 Wh zu den leistungsfähigeren Modellen (Bestenliste). Dabei ist sie auch noch preiswert: Im Shop des Herstellers bekommt man sie mit dem Code „TECHSTAGE“ aktuell für 600 Euro. Und auch die mit 2000 Watt Leistung und, 2073 Wh Kapazität stärkere Variante Neo 2000 (Testbericht) hat der Hersteller aktuell im Angebot. Mit dem Code „X4F8XF91RHT4“ kostet sie nur für 700 Euro. Bei einem aktuellen Preis von 34 Cent pro Watt/h zählt sie damit zu den preiswertesten Geräten am Markt und unterbietet unseren bisherigen Preis-Leistungs-Sieger Fossibot 2400 (Testbericht), der mit ähnlicher Kapazität mit dem Code „HjzCwwkB“ bei Geekmaxi für 799 Euro (39 Cent pro Watt/h) erhältlich ist. Wie gut die Daranener-Powerstation in der Praxis funktioniert, zeigen wir im folgenden Test.
| Modell | Daranener Neo 1500 Pro | Daranener Neo 2000 | Jackery Explorer 2000 Pro | Oukitel P2001 | Fossibot F2400 | Fossibot F3600 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kapazität | 1382 Wh | 2073 Wh | 2160 Wh | 2000 Wh | 2048 Wh | 3840 Wh |
| Leistung | 1800 Watt | 2000 Watt | 2200 Watt | 2000 Watt | 2400 Watt | 3600 Watt |
| Preis | 600 Euro | 700 Euro | 1000 Euro | 829 Euro | 799 Euro | 1570 Euro |
| Preis pro Wh | 43 Cent | 34 Cent | 46 Cent | 41 Cent | 39 Cent | 41 Cent |
Die Daranener Neo 1500 Pro misst 44,0 × 23,5 × 29,5 cm (B × T × H) und wiegt knapp 19 kg. Einen fahrbaren Untersatz wie die Craftfull Powerstation (Testbericht), die Zendure Superbase Pro 2000 (Testbericht) oder die Oscal Powermax 3600 (Testbericht) hat die Powerstation allerdings nicht zu bieten, sodass sie entsprechend schwer zu transportieren ist. Zum Anheben verfügt das Gehäuse an beiden Seiten Tragegriffe. Damit kann man die Neo 1500 Pro zwar in den Kofferraum eines Autos heben, doch für einen längeren Transport verwendet man am besten einen kleinen Griffroller oder Sackkarren.
Das Design wirkt modern und die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Die Vorderseite des anthrazit-grau-farbigen Gehäuses wirkt aufgeräumt. Im unteren Bereich gibt es ein Herstellerlogo und einen beleuchteten Zierstreifen, der leider nicht abschaltbar ist. Unter dem Display gibt es vier Quickcharge-kompatible USB-A-Ports, die Geräte mit bis zu 18 Watt (5 Volt, 3,6 Ampere) oder 24 Watt (12 Volt, 2 Ampere) laden. Diese werden über den Schalter darunter aktiviert, ebenso die beiden 100-Watt-USB-C-Ports (PD).
Wie alle Powerstations bietet auch die Daranener 1500 pro keinen Schutz vor dem Eindringen von Wasser. Einen Mindestschutz gegen das Eindringen von Wasser bieten immerhin die Abdeckungen für die drei Schuko-Steckdosen oberhalb des Displays. Und auch die Ladebuchsen links, AC mit 1200 Watt und XT60 mit 600 Watt, sowie die 120-Watt-DC-Ausgänge rechts mit einem KFZ-Anschluss und die vier DC5521-Buchsen (jeweils 12 Volt, 10 Ampere) sind mit Plastikabdeckungen geschützt. Ein QI-Ladepad wie das stärker Modell Neo 2000 bietet die Neo 1500 Pro allerdings nicht.
In der Mitte der Frontseite informiert ein fast 10 Zentimeter breites und 4,6 Zentimeter hohes LC-Display über relevante Betriebsparameter wie Status von Batteriekapazität, Ausgangs- und Eingangsleistung und Zeit, bis die Batterie aufgeladen respektive entladen ist. Eine App zur Steuerung der Powerstation per Smartphone oder Tablet gibt es allerdings nicht.
Über der rechts neben den Schuko-Steckdosen befindlichen Taste werden die AC-Ausgänge der Powerstation aus- und eingeschaltet. Hierzu muss man die Taste etwa drei Sekunden lang drücken. Wer USB-Geräte laden möchte, schaltet den DC-Ausgang mit dem Knopf zwischen den beiden USB-C-Ports ein. Werden die AC-Ausgänge nicht benötigt, kann man diese ausschalten. Dann verstummen auch die Lüfter, sodass das Laden von DC-Geräten wie Smartphones oder Laptops geräuschlos vonstattengeht.
An der Rückseite bietet die Neo 1500 Pro außerdem noch eine LED-Leuchte, die über den daneben befindlichen Schalter aktiviert wird und in einem neutralen Weiß leuchtet. Das kann etwa beim Campen in der Nacht von Vorteil sein. Direkt beim Einschalten leuchtet die LED mit maximaler Helligkeit, nach nochmaligem Drücken sind es 50 Prozent Helligkeit. Ein doppeltes Auslösen des Schalters sorgt für eine schnell blinkende LED-Leuchte und ein weiterer Tastendruck für das Aufleuchten des SOS-Signals (3x kurz, 3x lang, 3x kurz).
Beim Stromspeicher setzt Daranener auf langlebige LiFePO4-Akkus, die laut Hersteller nach 3500 Ladezyklen noch über 80 Prozent der Nennkapazität von 1382 Wh bieten. Demzufolge würde bei einer täglichen Aufladung die Kapazität der Powerstation nach 9,5 Jahren Nutzung rechnerisch noch rund 1100 Wh betragen. Außer der Powerstation gehören noch ein Netzkabel zum Laden an der Steckdose, ein MC4-zu-XT60-Ladekabel für den Anschluss eines Solarpanels mit bis zu 600 Watt Leistung und ein USB-C-Kabel zum Lieferumfang. Beim Laden über den XT60-Anschluss kommen allerdings nur Solarpanels infrage, die eine Spannung zwischen 33 Volt und 60 Volt und einen Ladestrom von bis zu 20 Ampere bieten. Solche hat auch Daranener im Programm. Außerdem kann man die Daranener Neo 1500 Pro auch im Bundle mit einem Solarpanel erwerben.
Die Benutzung und Steuerung der Daranener Neo 1500 Pro ist dank klarer Beschriftung selbsterklärend. Nach dem Einstecken von Netzkabel oder Solarpanel oder dem Einschalten der Powerstation schaltet sich die Statusanzeige ein und zeigt die Werte für Eingangs- und Ausgangsleistung, die aktuelle Kapazität in Prozent und die errechnete Restlaufzeit bei gleichbleibendem Verbrauch. Auch welche Ausgänge aktuell eingeschaltet sind, ist auf dem Display erkennbar. Nach einigen Minuten schaltet sich die Anzeige dann automatisch ab. Wer jetzt die Werte abfragen will, drückt kurz auf einen der Taster und die Anzeige schaltet sich wieder ein. Ob Ausgänge gerade aktiv sind, zeigt zusätzlich eine kleine LED neben den jeweiligen Power-Taster für AC und DC.
Zunächst entladen wir die Powerstation machen dabei gleich unsere ersten Leistungstests. Die angeschlossenen Verbraucher, egal ob mit Gleich- oder Wechselstrom, funktionieren dank reiner Sinuswelle ordnungsgemäß und ohne Auffälligkeiten. Klassische USB-Gadgets wie Handy oder Actioncam zu laden, funktioniert ebenso problemlos, wie die Versorgung eines Notebooks per USB-C mit PD bis 100 W. Unser Macbook Air lädt mit knapp 70 Watt – mehr schafft auch das Apple-Netzteil nicht. Mittelstarke Verbraucher wie TV, Drohnen-Ladegerät, Kompressorkühlbox, Gaming-PC, moderate Werkzeuge oder Lampen lädt oder betreibt die Daranener-Powerstation ohne Probleme. Auch stärkere Verbraucher wie Heißluftfritteusen mit bis zu 1800 Watt Leistungsaufnahme oder Staubsauger mit 1400 Watt versorgt die Neo 1500 Pro anstandslos mit Strom. Selbst unseren 2200-Watt starken Wasserkocher versorgt die Powerstation mit Strom, obwohl sie nur mit einer Dauerabgabe-Leistung von 1800 Watt spezifiziert ist. Am Anfang zeigt das Display eine Leistungsabgabe von knapp 2200 Watt an, bevor sich das Gerät nach wenigen Sekunden auf etwas über 2100 Watt einpendelt.
Bei etwa 7 Prozent Akkuladung stellt die Daranener 1500 Pro den Betrieb ein und verhindert damit ein vollständiges Entladen des Akkus. In puncto Akkulebensdauer ist das zwar wünschenswert, doch die nutzbare Kapazität der Powerstation entspricht damit nicht der angegebenen Nennkapazität von 1382 Wh, sondern liegt rund 100 Wh niedriger.
Nun geht es ans Aufladen des geleerten Akkus. An der Steckdose angeschlossen, beginnt der Ladevorgang sofort mit der Maximalleistung von etwa 1200 Watt. Dabei bleibt die Powerstation zunächst stumm, die internen Lüfter springen aber nach wenigen Sekunden an. Der daraus resultierende Geräuschpegel direkt am Gerät ist mit 55 dB deutlich hörbar. Bei einem Meter Entfernung sind es noch über 40 dB. Das ist zu laut für ein konzentriertes Arbeiten im Büro. Beim AC-Entladen liegt die Geräuschkulisse erheblich niedriger. Hier messen wir direkt am Gerät 42 dB und aus ein Meter Entfernung noch 35 dB. Damit stört die Daranener 1500 Pro schon deutlich weniger. Aber an die leisen Modelle wie die Oukitel P2001 (Testbericht) oder die Ugreen Power Roam 1200 (Testbericht) kommt sie nicht heran. Bei der DC-Entladung bleibt sie hingegen geräuschlos.
Die hohe Ladeleistung von bis zu 1200 Watt sorgt für ein schnelles Aufladen der Powerstation. Bereits nach gut einer Stunde steht die Akkuanzeige wieder bei 100 Prozent. Das ist zwar ein relativ guter Wert, doch wenn es schnell gehen soll, sind andere Powerstations wie die Zendure Superbase Pro (Testbericht) oder die Ecoflow Delta Pro (Testbericht) mit 1800 und 2900 Watt Eingangsleistung deutlich besser geeignet.
Das Laden per Photovoltaik funktioniert mit bis zu 600 Watt. Wie bereits erwähnt, kann man zum Laden der Neo 2000 nicht jedes Solarpanel verwenden. Im Shop des Herstellers gibt es Varianten mit 100, 200 und 300 Watt. Natürlich passen auch Modelle, die die minimale Spannungsanforderung von 33 Volt erfüllen, etwa die 400-Watt-Varianten von Ecoflow und Zendure. Leider hat das wechselhafte Wetter während der Testphase nachvollziehbare Messungen der solaren Ladeleistung verhindert.
Anhand von Messungen mit einer Powerstation und 1800 Watt Eingangsleistung und einer Infrarot-Heizung mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 400 Watt überprüfen wir, wie hoch der Wandlungsverlust bei der Daranener Neo 1500 ausfällt. Hierzu laden wir die entleerte Powerstation auf 100 Prozent auf. Mit einem smarten Zwischenstecker (Bestenliste) erfassen wir dabei den Stromverbrauch. Wie erwähnt stoppt die Powerstation die Leistungsabgabe, wenn der Akku eine Kapazität von sieben Prozent erreicht. Bis die Akkuanzeige wieder 100 Prozent anzeigt, benötigt der Ladevorgang 1,3 kWh, was in etwa der Nennkapazität abzüglich sieben Prozent entspricht. Auffällig ist aber, dass sie nach dem Erreichen der 100-Prozent-Marke kontinuierlich etwa 45 Watt benötigt. Sie sollte also nach dem Laden vom Netz getrennt werden, um nicht Energie zu verschwenden. Zudem sollte man die Powerstation nur einschalten, wenn aktive Verbraucher daran angeschlossen sind, denn der hohe Eigenverbrauch des Geräts von über 40 Watt sorgt für eine kontinuierliche Entladung,
Der Infrarotheizung stellt die Neo 1500 Pro knapp 988 Wh Energie bereit und für das Aufladen unserer Test-Powerstation mit 1800 Watt Leistungseingang sind es 1006 Wh. Somit liegt die Effizienz bei AC-Verbrauchern im Test zwischen knapp 77 und gut 78 Prozent und damit etwas unterhalb der besten Powerstation, die über 80 Prozent erzielen. Die DC-Effizienz beträgt beim Laden eines Notebooks und 60 Watt Ladeleistung etwas über 90 Prozent, während das Laden eines Handys mit 23 Watt eine Effizienz von 89 Prozent erreicht. Insgesamt erzielt die Neo 2000 bei der Versorgung von AC-Verbrauchern eine durchschnittliche Effizienz, während sie für DC-Geräte überdurchschnittlich ausfällt.
Ein gleichzeitiges Laden und Entladen der Daranener-Powerstation ist problemlos möglich. Und eine USV-Funktion, wie sie auch das stärkere Modell Neo 2000 sowie die Anker Powerhouse 757 (Testbericht) und die Ecoflow Delta (Testbericht) bieten, beherrscht die Neo 1500 Pro ebenfalls. Im Test hat das einwandfrei funktioniert. Nach dem Kappen der Stromversorgung laufen daran angeschlossene Verbraucher weiter. Die Umschaltzeit beträgt laut Hersteller weniger als 15 ms. Allerdings benötigt die Powerstation, wenn sie am Stromnetz angeschlossen ist, kontinuierlich über 45 Watt. Und die Erdung wird nicht durchgeleitet.
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