Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Apps wie Netflix und Youtube auch im Auto nutzen? Die Ottocast P3 Carplay rüstet ein Infotainment-System über Carplay mit Android nach. Wie das gelingt, zeigt der Test.
Wer sein Auto smart machen möchte, ohne zwingend das Smartphone dafür nutzen zu müssen, sollte einen Blick auf die Ottocast P3 AI Box werfen. Der Adapter bietet ein autarkes Betriebssystem mit Android 12 samt Apps und einem Slot für eine SIM-Karte. Damit stehen dann Android-Apps zur Verfügung, die man auf dem Bildschirm des Infotainment-Systems abspielt.
Grundvoraussetzung ist jedoch, dass das Fahrzeug über eine Schnittstelle für Apple Carplay verfügt. Zusätzlich dient das Gerät auch als Adapter für eine kabellose Verbindung über Carplay oder Android Auto, sollte das Fahrzeug das nicht von selbst anbieten.
Wie sich die P3 Carplay AI Box für 176 Euro (Code: TS20) in der Praxis schlägt, zeigen wir in diesem Test.
WICHTIG: Unter keinen Umständen sollte man während der Fahrt Videos konsumieren! Das sollte nur beim Parken geschehen, mit abgestelltem Motor.
Die Ottocast P3 AI Box ist kreisrund und wirkt wie ein etwas überdimensionierter Adapter für Wireless Carplay oder Android Auto. Mit einem Durchmesser von fast 8 cm ist es etwas wuchtig und deutlich größer als einfache Adapter für die kabellose Anbindung des Smartphones an das Auto. Dafür handelt es sich im Prinzip um einen autarken Computer mit Android. Die glänzende Oberseite ist dem Stil einer analogen Uhr nachempfunden, in der Mitte steht das Ottocast-Logo. LEDs darunter sorgen für Leuchteffekte, wenn das Gerät im Auto eingestöpselt ist.
Als Anschluss steht USB-C zur Verfügung, dazu kommt noch ein Ausgang für Mini-HDMI (Typ C). Zum Verbinden mit dem Fahrzeug steht je ein Kabel mit USB-C auf USB-A sowie USB-C auf USB-C zur Verfügung. Zusätzlich gibt es ein Bypass-Stromkabel mit USB-A-Anschlüssen, das man in einen Adapter für den 12-Volt-Stecker einstöpseln kann, sollte die Stromverbindung über die vorhandenen USB-Anschlüsse nicht ausreichen.
Die Ottocast AI Box ist im Prinzip ein richtiger Computer mit einem Qualcomm Snapdragon 665 als Prozessor. Dazu kommen 128 GB interner Speicher und 8 GB RAM. Als Software läuft ein angepasstes Android 12 mit der Bezeichnung Ottodrive OS 2.0. Das Gerät unterstützt Wi-Fi 5 und Dual-Bluetooth zur Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig.
Das Gerät stöpselt man per Kabel ins Auto und startet die Zündung. Je nach Fahrzeug startet die Verbindung mit dem Gerät automatisch, in unserem Fall mussten wir bei einem VW T-Roc über „Phone“ die AI Box per Carplay auswählen. Anschließend startet das Betriebssystem mit einem Ottocast-Logo und offenbart einen Homescreen mit Widgets und Apps.
Zur Navigation durch das System befinden sich auf der linken Seite Icons, um in den App-Drawer zu gelangen oder die Einstellungen aufzurufen. Dort kann man auch einige personalisierte Einstellungen für den Homescreen vornehmen. Zur Verbindung mit dem Internet kann die AI Box von Ottocast eine SIM-Karte nutzen, womit das Gerät autark war. Wer keine zur Hand hat, kann einen WLAN-Hotspot mit dem Smartphone erzeugen und sich mit der Box darin einwählen.
Wie bei einem Tablet steht nun der Google Play Store zur Verfügung. Es ist lediglich erforderlich, sich mit einem Google-Account einzuloggen. Zusätzlich steht auch der sowie App-Store APK Pure zur Verfügung. Einige Apps wie Youtube, Spotify, Google Maps oder Disney+ und Netflix sind bereits vorinstalliert.
Einige Anwendungen sind auch per Split-Screen-Modus anzeigbar. Wie sinnvoll das insgesamt ist, sei dahingestellt. Viele Infotainment-Systeme haben eine niedrige Auflösung, wodurch Videos pixelig darauf wirken. Das Android-System ist nicht sonderlich aktuell, die User-Experience erinnert eher an ein preiswertes Tablet von vor fünf Jahren. Gelegentlich hängen sich Apps auch im Betrieb auf. Aber im Prinzip bekommt man hier eine Möglichkeit, um in der Pause auf dem Autobildschirm Videos, Filme oder Serien anzuschauen.
Gewissermaßen als Nebenfunktion bietet das Gerät auch die kabellose Anbindung an Apple Carplay oder Android Auto. Über diese Schnittstellen werden bestimmte Inhalte und Apps in für die Fahrt gerechter Form auf das Infotainment-System des Autos gespiegelt, etwa Maps oder Spotify. Die Option ruft man über die App Multiplay auf. Man kann schnell und einfach von der Carplay- und Android-Auto-Ansicht zurück zum Android der Box wechseln, im Hintergrund läuft Carplay oder Android Auto weiter.
Der Ottocast P3 kostet aktuell beim Hersteller 240 Euro. Mit dem Code TS20 sinkt der Preis auf 159 Euro.
Achtung: Auch wenn der Hersteller aus europäischen Lagerbeständen verschickt, hat das Unternehmen seinen Sitz in China. Bestimmungen zum EU-Käuferschutz gelten daher möglicherweise nicht. Wir raten, die AGB vor dem Kauf sorgfältig zu prüfen.
Die Ottocast P3 Carplay AI Box ist eine spannende Lösung für alle, die richtiges Android auf ihr Infotainment-System bringen wollen. Das erlaubt etwa das Streamen per App am Fahrzeugbildschirm. Dank SIM-Karten-Slot kann das System auch unabhängig vom Smartphone genutzt werden und erlaubt anders als bei Carplay und Android Auto das Abspielen nahezu aller Android-Apps im Auto. So kann man etwa in der Mittagspause Youtube oder Netflix auf dem Auto-Display schauen. Der Fahrer sollte von solchen Späßen – vor allem während der Fahrt – aber unbedingt die Finger lassen.
Sehr ungewöhnlich: Carplay ist als Schnittstelle Pflicht im Auto – um damit das Gerät mit Android darzustellen. Unterstützt das Fahrzeug von Haus aus kein Carplay, kann man die AI Box auch nicht nutzen. Obendrein gibt es die Möglichkeit, sowohl Apple Carplay als auch Android Auto kabellos zu nutzen.
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