Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Das AGM H Max ist relativ schlank für ein Outdoor-Handy, bietet aber dennoch eine lange Akkulaufzeit. Wir haben das preiswerte Smartphone getestet.
Ein Outdoor-Handy richtet sich an Nutzer, die ein besonders stabiles und wasserdichtes Smartphone benötigen. Die meisten robusten Mobilgeräte sind jedoch oft klobig und schwer. Das AGM H Max wagt hier den Spagat aus viel Ausdauer in einem noch halbwegs schlanken Gehäuse – gemessen an anderen Outdoor-Handys. Mit einem Preis von 188 Euro scheint es ein echtes Schnäppchen zu sein. Ob es einen Haken gibt und wie sich das Smartphone in der Praxis schlägt, zeigen wir in diesem Testbericht.
Für ein Outdoor-Handy wirkt das AGM H Max fast schon filigran. Mit Abmessungen von 172,6 × 79,6 × 17 mm überragt es zwar gewöhnliche Smartphones deutlich, ist aber für ein Gerät mit solch einer starken Akkukapazität noch relativ handlich. Das Gewicht von 324 g fällt für ein Outdoor-Gerät auch halbwegs leicht aus, auch wenn es fast doppelt so schwer ist wie ein gewöhnliches Smartphone.
Anders als viele Outdoor-Geräte ist das Gehäuse nicht achteckig gestaltet, sondern fällt sehr klassisch aus in der Formgebung. Das AGM H Max ist rundum gummiert und sehr robust. An den abgerundeten Ecken ist das Handy zusätzlich verstärkt. Die Kamera ist eben in die Rückseite integriert. Der USB-Anschluss ist ferner mit einer Gummilasche abgedeckt.
Die üblichen Zertifizierungen für IP68, IP69K und MIL-STD-810H sind vorhanden. Das Gerät ist also wasserdicht (für 30 Minuten in einem Meter Tiefe) und übersteht einen Sturz aus 1,5 Metern auf harten Untergrund. So haben wir es auf der Straße auf einen Bordstein fallen lassen, das Gerät hat diese Prozedur überstanden – abgesehen von kleinen Kratzern an der gummierten Oberfläche. Eine orangefarbene, programmierbare Taste ist ebenfalls an Bord.
Das LCD mit IPS-Panel und einer Diagonale von 6,56 Zoll bietet eine Bildwiederholrate von bis zu 90 Hz. Das wirkt sich positiv aus beim Scrollen oder Anschauen von Animationen. Allerdings ist die Auflösung von 1612 × 720 Pixel eher gering. Schaut man genau hin, kann man einzelne Bildpunkte noch erkennen, für Full-HD-Videos ist das Handy damit nicht geeignet. Die Bildqualität ist davon abgesehen trotzdem gut und bietet eine hohe Blickwinkelstabilität, ausgeprägte Farben und ordentliche Kontraste.
Allerdings fällt die Helligkeit mit knapp 400 Nits recht niedrig aus. Gerade bei einem Outdoor-Handy möchte man das Display auch in der Sonne gut ablesen. Das klappt bei Tag mit dem AGM H Max zwar meistens gut. Bei starkem Sonnenschein kann es aber schwer werden, die Anzeige gut zu erkennen.
Das Setup der Kamera ist sehr einfach gehalten: 13 Megapixel als Hauptkamera gepaart mit einer Makrolinse von gerade einmal 2 Megapixeln. Die Frontkamera löst mit 5 Megapixeln auf. Das ist in der Tat auch in dieser Preisklasse zu wenig und nicht mehr zeitgemäß.
Den Bildern fehlt es entsprechend an ausgeprägten Details, der Dynamikumfang ist recht schwach ausgeprägt. So wirken Aufnahmen bei schlechtem Wetter sehr düster. Zudem wirken Farben zu blass, mit einem leichten Hang ins Blaue. Noch drastischer ist das bei der Makrolinse sowie der Frontkamera, die nur mäßige Schärfe und wenige Bilddetails liefern. Die Kamera des AGM H Max eignet sich also eher für gelegentliche Schnappschüsse. Bei Dunkelheit macht sie trotz Nachtmodus schnell schlapp.
Als Prozessor dient der Unisoc Tiger T7200 (ehemals T606), den wir aus günstigen Tablets und Smartphones unter 100 Euro kennen. Der Chip ist mittlerweile stolze 6 Jahre alt und liefert nur mäßige Performance. Für alltägliche Aufgaben reicht das in der Regel aus, auch wenn kleinere Ruckler immer wieder deutlich zu spüren sind. Die 8100 Punkte aus PCmark liegen entsprechend im unteren Drittel unserer Testergebnisse. 3Dmark ließ sich nicht auf dem AGM H Max installieren. Unsere Erfahrungen aus anderen Tests mit diesem Chipsatz zeigen aber klar, dass der Prozessor für anspruchsvolles Gaming nicht geeignet ist.
Der interne Speicher fasst 128 GB, das ist mittlerweile ebenfalls etwas dünn. Immerhin ist aber eine Aufrüstung per microSD-Karte möglich. Der Arbeitsspeicher beträgt 4 GB. Parallel zur microSD-Karte kann das AGM H Max bis zu zwei Nano-SIM-Karten beherbergen, es bietet also Dual-SIM. Mobiles Surfen ist nur mit LTE möglich.
Zur Ortung nutzt das AGM H Max GPS, Glonass und Galileo. Die Genauigkeit lässt jedoch mit 6 Metern laut GPS-Test zu wünschen übrig. Die meisten Smartphones kommen hier auf rund 3 Meter. Der programmierbare Knopf auf der linken Seite kann mit bis zu drei Funktionen belegt werden (kurzes, doppeltes und langes Drücken).
Ausgeliefert wird das AGM H Max mit Android 14 und einer eigenen Bedienoberfläche, die sich aber beim Aufbau stark an Vanilla-Android orientiert. Standardmäßig gibt es einen App-Drawer und die klassischen Android-Icons zum Navigieren. Der Sicherheits-Patch ist nicht mehr aktuell und stammt aus Oktober 2024. Mit regelmäßigen Updates ist bei AGM leider nicht zu rechnen.
Für ein Outdoor-Handy ist der große Akku mit einer Kapazität von 10.000 mAh gut, aber nicht ungewöhnlich. Das macht aus dem Smartphone bei Bedarf eine Powerbank, denn umgekehrtes Laden ist möglich. Bei Battery Test erreichten wir eine simulierte Dauerlaufzeit von durchschnittlich 21 Stunden. Bei einer normalen Nutzung im Alltag dürfte das Gerät so gut drei Tage durchhalten, "normale" Smartphones sind mit 14 Stunden schon gut.
Nutzt man das Gerät viel im Freien zur Ortung, leert sich der Akku natürlich schneller. Aber für genügend Ausdauer beim nächsten Outdoor-Abenteurer ist gesorgt. Geduld ist aber beim Aufladen erforderlich, denn das Netzteil lädt nur mit 10 Watt. Damit dauert ein Ladevorgang gut 4 Stunden. Kabelloses Laden geht nicht.
AGM verkauft das H Max für rund 200 Euro. Bei Mindfactory bekommt man das Outdoor-Handy schon ab 188 Euro plus 10 Euro für Versand. Bei Jacob bekommt man das Gerät für 193 Euro mit kostenlosem Versand.
Wer ein robustes Outdoor-Handy mit sehr langer Akkulaufzeit sucht, bekommt mit dem AGM H Max eine preiswerte Option. Zudem ist das Rugged-Phone trotz des starken Akkus noch halbwegs handlich für ein Mobilgerät dieser Art. Die Hardware genügt allerdings nur einfachen Ansprüchen. So bietet das LCD zwar 90 Hz, löst aber nur in HD-Auflösung auf und ist nicht sonderlich hell. Die Leistungsfähigkeit liegt eher im unteren Mittelfeld. Fürs mobile Surfen steht nur LTE zur Verfügung, die Kamera ist zudem nur für Schnappschüsse zu gebrauchen. Dafür ist das AGM H Max mit einem Preis von unter 200 Euro erschwinglich für ein Outdoor-Smartphone.
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