Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Schlank, robust, stylish: Das Crosscall Stellar-X5 vereint Outdoor-Tauglichkeit und Business-Look. Doch rechtfertigt es den hohen Preis? Das zeigt unser Test.
Outdoor-Smartphones sind oft klobig, schwer und technisch wenig ansprechend – dieses Vorurteil will das Crosscall Stellar-X5 durchbrechen. Das Unternehmen entwickelt seine Produkte in Frankreich und montiert diese in China. Das robuste Mobilgerät verbindet robustes Design mit einer Eleganz, die es auch im Büroalltag oder für Business-Einsätze attraktiv macht. Mit seinem schlanken Gehäuse, moderner Ausstattung und einer fünfjährigen Garantie hebt sich das Stellar-X5 von der chinesischen Konkurrenz ab. Doch ob es den hohen Preis von 800 Euro rechtfertigen kann, zeigt unser Test.
Franzosen verstehen etwas von Design. Das wird beim Stellar-X5 deutlich. Im Vergleich zu den sonst klobigen und martialischen Outdoor-Handys anderer Hersteller wirkt das X5 nahezu elegant und dezent, es könnte sogar als Business-Smartphone durchgehen. Die Kamera ist auf der Rückseite eben integriert. Die Frontkamera befindet sich in einer Punch-Hole-Notch auf dem Bildschirm.
Das Gehäuse besteht aus sehr stabilem Kunststoff, der zu 25 Prozent recycelt ist. Mit einer Dicke von 11,9 mm ist es für ein Rugged Phone ausgesprochen schlank. Insgesamt fällt es dennoch recht wuchtig mit 172,4 × 80 mm aus im Vergleich zur Display-Diagonale von 6,5 Zoll. Das Gewicht von 250 g ist niedrig für ein robustes Smartphone.
Mit einem Militärzertifikat schmückt sich Crosscall zwar nicht, das Smartphone übersteht Stürze aus einer Höhe von 1,5 Metern auf Beton aber gut. Wir haben es auf dem Parkplatz aus Hüfthöhe auf den Boden geworfen, es hat diese Behandlung problemlos überstanden. Das Display ist geschützt durch Gorilla Glass Victus 2. Das X5 ist nach IP68 staub- und wasserdicht (bis 1,5 Meter Tiefe für 30 Minuten). Hierzu ist der USB-C-Anschluss zusätzlich mit einer Gummiabdeckung geschützt. Es übersteht laut Hersteller zudem Kontakt mit Salzwasser. Die größte Besonderheit: Der Hersteller gewährt 5 Jahre Garantie.
Der Bildschirm mit IPS-Panel bietet eine Diagonale von 6,5 Zoll und löst in Full-HD+ mit 2400 × 1080 Pixeln auf. Das führt zu einem gestochen scharfen Bild auf der Anzeige. Ferner bietet es eine Aktualisierungsrate von 60 bis 120 Hz, was für ein geschmeidiges Bild beim Scrollen oder bei Animationen sorgt. Der Touchscreen kann zudem auch mit dünnen Handschuhen oder nassen Fingern genutzt werden.
Die Bildqualität ist ausgesprochen gut. Mit einer maximalen Helligkeit von 450 cd/m² ist es allerdings nicht sonderlich hell. Bei normalem Wetter kann man es im Freien zwar noch ablesen, aber bei starkem Sonnenschein muss man schon ein schattiges Plätzchen aufsuchen, um die Anzeige gut erkennen zu können.
Die Dual-Kamera bietet eine Linse mit 50 Megapixel (Sony IMX766) sowie mit 13 Megapixel für Weitwinkelaufnahmen bei 120 Grad. Die Frontkamera löst mit 16 Megapixeln auf. Rein elektronisch erfolgt die Bildstabilisierung.
Für ein Outdoor-Handy schießt das X5 am Tag ziemlich gute Fotos. Das Niveau ist vergleichbar mit einem unteren Mittelklasse-Smartphone für unter 300 Euro (Bestenliste). Aufnahmen sind scharf und bieten einen stimmigen Dynamikumfang und ordentliche Bilddetails, Farben werden naturgetreu wiedergegeben. Auch mit zweifachem Zoom sehen Bilder nicht zu grobkörnig aus. Bei Dunkelheit lässt die Qualität aber rapide nach und offenbart unscharfe Aufnahmen mit viel Bildrauschen.
Die Weitwinkellinse weicht farblich etwas von der Hauptkamera ab. Zudem ist der Dynamikumfang hier schwach ausgeprägt. Die Frontkamera macht bei Tag gute und scharfe Selfies, bei Dunkelheit ist diese Linse wenig zu gebrauchen. Videos sind mit der Hauptkamera in 4K mit 30 FPS oder in Full-HD mit 60 FPS möglich und bieten eine gute Bildqualität. Dazu kommen nette Spielereien wie ein Zeitraffer oder eine Zeitlupe. Zum Bearbeiten der Clips steht die App X-Story zur Verfügung, die mit der Kamera-App verlinkt ist.
Eine Besonderheit ist der Unterwassermodus. Ist dieser aktiv, wird der Touchscreen gesperrt, um Bilder unter Wasser machen zu können. Den Auslöser betätigt man dann über eine der programmierbaren Knöpfe, standardmäßig mit der Taste rechts unten. Die Foto-App namens X-Cam wirkt sehr schick gestaltet und hebt sich von der Standard-App von Android deutlich hervor. So wählt man etwa die Haupt-, Weitwinkel- oder Selfielinse über drei gezielte Icons rechts unten.
Als Prozessor kommt ein Qualcomm QCM5430 zum Einsatz. Dieser bietet eine ordentliche Leistung auf solidem Mittelklasse-Niveau. Damit gehört das Crosscall Stellar-X5 zu den bisher leistungsstärksten Smartphones aus unsern Tests, wie die 13.000 Punkte aus PCmark zeigen. Das zeigt sich auch im Alltag, bei dem das Smartphone flüssig und ohne Ruckler arbeitet. Für Spiele ist der Chip allerdings weniger gedacht, so ist die Grafikleistung laut Wild Life aus 3D-Mark mit 1100 Punkten eher niedrig.
Als Speicher stehen 128 GB (UFS 3.1) sowie 8 GB RAM (DDR5) zur Verfügung. Speziell die Speicherkapazität könnte für den Preis aber größer ausfallen als bei der chinesischen Konkurrenz, wo 256 GB zum Standard gehören. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist aber möglich.
Richtig gut sieht es bei den Schnittstellen aus: Das Gerät bietet aktuelle Standards mit USB-C 3.2, Wi-Fi 6E, 5G, Bluetooth 5.2 und NFC. Über den Dienst X-Space kann das Handy auch mit einem Bildschirm verbunden werden, um zum mobilen Desktop zu mutieren. Der Dual-SIM-Betrieb ist möglich, allerdings zulasten eines Slots zur Speichererweiterung. Die Ortung erfolgt mittels GPS, Glonass, Beidou und Galileo mit einer Genauigkeit von üblichen 3 Metern laut GPS-Test.
Nicht eine, sondern gleich zwei programmierbare Tasten befinden sich am Crosscall-Handy. Diese können jeweils mit zwei Funktionen belegt werden in den Einstellungen (für dreifaches oder langes Drücken).
Das Crosscall Stellar-X5 läuft leider noch mit Android 13. Der Sicherheits-Patch stammt zudem aus August und ist veraltet, auch wenn der Hersteller Software-Support für 5 Jahre in Aussicht stellt und Updates bis Android 16.
Die Bedienoberfläche orientiert sich an Standard-Android und bietet standardmäßig Icons zur Navigation. Der Hersteller hält sich mit Bloatware zurück. Neben der speziellen Foto-App gibt es ein paar Dienste von Crosscall, etwa eine App zum Kalibrieren der Sensoren (X-Sensors), ein Videobearbeitungs-Tool sowie X-Talk für Push-to-Talk – der Dienst wurde allerdings Ende letzten Jahres eingestellt.
Das relativ schlanke Gehäuse und niedrige Gewicht lassen nur einen Schluss zu: Die Akkukapazität ist nicht so üppig wie bei chinesischen Outdoor-Handys. Mit 4500 mAh findet sich hier eher ein handelsübliches Fassungsvermögen. Damit ist das Crosscall Stellar-X5 kein Ausdauerkönig. Beim simulierten Betrieb im Battery Test von PCmark kamen wir nur auf knapp 9,5 Stunden, ein eher durchschnittlicher Wert für ein Smartphone.
Wer länger im Freien unterwegs ist, sollte also an eine Powerbank denken. Laden ist kabelgebunden mit bis zu 18 Watt möglich, ein Netzteil liegt nicht bei.
Das Crosscall Stellar-X5 scheint vorwiegend für den gewerblichen Bereich konzipiert worden zu sein, wie der hohe Preis bei einer UVP von 900 Euro zeigt. Die Straßenpreise liegen derzeit bei knapp 783 Euro. Das ist teuer für die Ausstattung – selbst bei einem Outdoor-Smartphone.
Das Crosscall Stellar-X5 zeigt sich als besonders schlankes und leichtes Outdoor-Smartphone, das sich somit ideal für Alltag oder den Business-Einsatz eignet. Es punktet mit solider Leistung und guter Ausstattung, einschließlich einer ordentlichen Kamera. Allerdings ist es weniger für längere Outdoor-Abenteuer geeignet, da die Akkulaufzeit vergleichsweise kurz ausfällt. Positiv hervorzuheben sind ferner die Garantie von fünf Jahren, die ein starkes Argument für Langlebigkeit und Zuverlässigkeit bieten. Ein Schwachpunkt ist jedoch die nicht mehr aktuelle Software sowie der hohe Preis.
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