Mit dem RT8 liefert Oukitel ein Tablet der Superlative. Das Gerät überzeugt mit seinem riesigen Akku, viel Speicher und 4G-Netzwerk. Was dieses Outdoor-Tablet so einzigartig macht, zeigt der ausführliche Test.
Outdoor-Tablets sind nichts für jedermann. Wer benötigt schon einen mehr als ein Kilogramm schweren Brocken mit tagelanger Akkulaufzeit, wenn man doch eigentlich nur gelegentlich Serien streamen oder ein Spiel spielen möchte? Für solche Anwendungsszenarien eignen sich reguläre Tablets wesentlich besser.
Doch für die Nutzer, die ein robustes, ausdauerndes Tablet mit enormer Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen benötigen, sind solche Geräte ein Segen. Zu dieser Sorte gehört auch das heute zum Test vorliegende Oukitel RT8, das ganz frisch auf dem Markt ist. Hier ist unter anderem ein 20.000 Milliamperestunden (mAh) großer Akku mit an Bord – das ist mehr als das Vierfache eines regulären Handy-Akkus und so groß wie so manche Powerbank (Bestenliste). Auch mit dem flotten Prozessor, dem überaus robusten Design und dem umfangreichen Lieferumfang kann das Gerät begeistern. Doch einige Schwächen gibt es – welche das sind, zeigt sich im Test. Aktuell kostet das Outdoor-Tablet bei Amazon rund 320 Euro.
Holt man das Oukitel RT8 aus seiner Verpackung, fällt das große Gewicht des Geräts direkt auf. Fast ein Kilogramm bringt das Tablet auf die Waage – das ist wirklich stattlich. Zum Vergleich: ein Samsung Galaxy Tab S9 FE (Testbericht) mit 10,9 Zoll wiegt nur die Hälfte. Durch das hohe Gewicht ist man als Nutzer praktisch gezwungen, das Gerät in beiden Händen zu halten, einhändig wird es schnell unangenehm.
Zur Erleichterung der Bedienung und des Tragens des Geräts gibt es im Lieferumfang viele Zubehörteile, die auf die Rückseite des Geräts montiert werden können. Dazu gehört unter anderem ein um 180 Grad beweglicher Metallständer, ein Tragegurt und eine Handschlaufe. Letztere wird durch den Anpressdruck zweier Befestigungsbrücken an der Rückseite des Geräts gehalten, die ersten beiden Zubehörteile werden direkt auf die Rückseite geschraubt. Zu diesem Zweck gibt es vier Gewinde, sechs mitgelieferte Schlitzschrauben und einen kleinen Schraubenzieher.
Insbesondere die Installation der Handschlaufe war mit dem kleinen Schraubenzieher und den etwas zu kurzen Schrauben allerdings sehr fummelig, sodass wir raten würden, einen größeren Schraubenzieher zu nehmen. Das Zubehör vermittelt insgesamt einen ziemlich hochwertigen Eindruck. Gleiches gilt für das Tablet, dessen Rückseite größtenteils aus gummiertem Textur-Kunststoff besteht, der von präzise gesetzten orangefarbenen Akzenten unterbrochen wird – ein ansprechendes Detail.
Die Kameras auf der Rückseite stehen nicht zu sehr von der Rückseite ab, sind aber wegen des Metall-Rahmens allerdings ausgesprochen prominent platziert. Toll: Die Knöpfe sind aus texturiertem Metall und die Anschlüsse werden mit Gummistöpseln geschützt. Schade finden wir lediglich die etwas zu dicken Displayränder, die aber dem robusten Design geschuldet sind.
Das Display des Oukitel RT8 ist ein rund 11 Zoll großes und mit 1920 × 1200 Pixeln auflösendes IPS-Panel. Damit erreicht es eine Full-HD-Auflösung bei einer Pixeldichte von rund 205 Pixel pro Zoll – in Ordnung, insbesondere bei einem Tablet. Einzelne Pixel lassen sich nur erkennen, wenn man danach sucht. Löblich ist, dass eine Bildwiederholrate von 90 Hertz zur Verfügung steht. In den Einstellungen gibt es die Möglichkeit, die Bildwiederholrate je nach App variabel zu halten. Nach Bedarf wird dann zwischen 60 und 90 Hertz hin- und hergewechselt.
Die Farbdarstellung des Displays ist passabel, aufgrund eines sehr deutlichen Blaustichs raten wir allerdings davon ab, Bilder oder Videos zu bearbeiten oder andere Arbeiten auszuführen, die eine exakte Farbdarstellung erfordern. Die Blickwinkelstabilität ist in Ordnung. Bei unseren Messungen konnten wir eine maximale Helligkeit von über 500 cd/m² feststellen. Das ist für ein Tablet ein ziemlich guter Wert, aber für einen Outdoor-Einsatz etwas wenig. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Ablesen der Inhalte nicht immer so einfach.
Zur Kamera gibt es nicht allzu viel zu sagen. Verbaut wird eine 48-Megapixel-Hauptkamera mit f/1.8-Blende. Es handelt sich um einen Sony-IMX582-Sensor. Daneben gibt es eine Nachtsichtkamera in Schwarzweiß mit lobenswerten 20 Megapixeln und eine Makrokamera mit 5 Megapixeln.
Die Hauptkamera macht ordentliche Fotos mit einem zufriedenstellenden Dynamikumfang und einer guten Farbdarstellung. Auch diese Aufnahmen tendieren jedoch besonders bei weißen Flächen schnell ins kühle Blau hinein – selbst bei Betrachtung auf einem farblich akkuraten Bildschirm. Die Nachtsichtkamera wird von Infrarot-LEDs begleitet und macht Szenen in Monochrom selbst bei völliger Dunkelheit sichtbar. Bei Tageslichtaufnahmen wird die Nachtsichtkamera zudem zu einem schicken Schwarz-Weiß-Filter. Die Frontkamera löst mit 32 Megapixeln auf und ist mehr als brauchbar.
Herz und Hirn des Oukitel RT8 ist ein MediaTek Helio G99-Prozessor mit einer Taktrate von 2,2 GHz und einer Mali-G57-GPU. Der Prozessor kommt in vielen Mittelklasse-Tablets im Preisbereich unter 250 Euro zum Einsatz und ist mit dem Dimensity 720 vergleichbar, welcher uns ebenfalls von Tablets dieser Preisklasse bekannt ist. Im Alltags-Test meistert das Tablet die allermeisten Aufgaben ohne ein Zögern, der moderne Chip sorgt für ein weitgehend ruckelfreies Benutzererlebnis. Im PCmark Work 3.0 gibt es rund 9500 Punkte, bei 3Dmark Wild Life erzielt das Tablet ein souveränes Ergebnis von 1350 Punkten. Das ist völlig in Ordnung, übertrifft aber auch keine Erwartungen. Komplexe 3D-Spiele sind bei dem Gerät allerdings nicht wirklich drin.
Ferner gibt es 6 GB RAM und 256 GB internen Speicher, auch das ist vollkommen ausreichend. Falls nicht, ist der interne Speicher mit einer microSD-Karte auf bis zu 1 TB erweiterbar. Auch 4G LTE wird mit Band 20 unterstützt. Ansonsten gibt es im Gerät GPS mit Glonass, Bluetooth 5.1 mit LE-Unterstützung und Wi-Fi 5 (802.11ac), hier wären insbesondere bei den letzten zwei Technologien modernere Versionen vielleicht noch drin gewesen.
Die verbauten Stereo-Lautsprecher sind wirklich sehr laut, die Klangqualität ist allerdings nur ausreichend. Die Sprachqualität beim Telefonieren geht in Ordnung. Als Betriebssystem läuft auf dem Gerät Android 13 mit Sicherheitspatch aus Januar 2024 zum Tatzeitpunkt im April 2024. Zur Update-Politik von Oukitel ist nicht viel bekannt. Das Betriebssystem ist reines Android, ohne stark veränderte Bedienoberfläche oder Bloatware – das ist schön. Der vorinstallierte digitale Werkzeugkasten erweitert das Gerät um sinnvolle Features.
Eines der größten Highlights beim Oukitel RT8 ist natürlich der Akku. Verbaut sind insgesamt zwei Lithium-Ionen-Zellen mit jeweils 10.000 mAh, was eine Gesamtakkukapazität von ganzen 20.000 mAh ergibt. Das ist zwar nicht der größte Outdoor-Gerät-Akku, den wir je getestet haben, aber er ist sehr nah dran. Im PCmark Battery Test kommen wir mit dem Gerät auf 23 Stunden ununterbrochene Laufzeit, was wirklich hoch ist. In der Praxis bedeutet das eine Laufzeit von mehr als fünf Tagen, selbst bei sehr intensiver Nutzung dürfte erst nach vier Tagen Schluss sein. Das ist wirklich spitzenmäßig. Wiederaufgeladen wird das Gerät mit 33 Watt innerhalb von etwas mehr als 4 Stunden – der Nachteil des großen Akkus.
Aktuell bekommt man das taufrische Oukitel RT8 bei Amazon für 320 Euro.
Ein Tablet, das fast eine Woche bei Dauernutzung durchhält, hatten wir noch nie. Der riesige Akku ist ein Alleinstellungsmerkmal des Oukitel RT8 – für viele Menschen dürfte allein diese Eigenschaft ein Kaufgrund sein. Dazu kommt die gute Performance des Geräts, ein extrem robustes und mit dem vielen Zubehör Outdoor-fähiges Design und vieles mehr, etwa eine Nachtsichtkamera. Für das solide Gesamtpaket ist lediglich der dunkle und nicht ganz farbgetreue Bildschirm eine Schwäche, das ebenfalls als Nachteil empfundene große Gewicht ist zwangsläufig. Wer für sein Tablet einfach nach der längstmöglichen Akkulaufzeit sucht, ist hier bestens aufgehoben, wer nach einem soliden Outdoor-Gerät sucht, ebenso.
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