Seine erste Bauanleitung veröffentlichte er mit 16, mit 30 testete er die ersten "Schleppis" (tragbare 8-W-D-Netz-Funktelefone) und dann Handys bei der Traditionszeitschrift Funkschau. Danach kümmerte er sich bei einem Provider um die mobile Datenübertragung in D- und E-Netz mit damals immerhin…
Der Over-Ear-Kopfhörer Technics EAH-A800 bietet ausgewogenen Klang, effektives Active Noice Cancelling und bequemen Halt. Wir machen den Test.
Technics ist schon lange nicht mehr nur die Marke klassischer Direktantrieb-Plattenspieler. Heute gibt es von Technics wortwörtlich was auf die Ohren: Den Over Ear-ANC-Kopfhörer EAH-A800. Dabei positioniert er sich als Alternative zu den vergleichbar teuren und sehr beliebten Over-Ear-Kopfhörern Sony WH-1000XM5 (Testbericht), JBL Tour One M2 (Testbericht) und Teufel Real Blue Pro (Testbericht).
Die mögliche Farbauswahl lautet Hellbeige und Schwarz, der Hersteller bezeichnet die beiden Varianten als Graphit-Schwarz und Dolomit-Silber. Dank Memory-Foam entstehen keine Druckstellen; allerdings dehnt sich das Material nach dem Absetzen langsamer aus als bei anderen Kopfhörern, was an 70er-Jahre-Ledersofas und Inspektor Columbo erinnert. Der EAH-A800 kommt mit hochwertigen Metallteilen, sitzt angenehm und ist schick – ganz wie man es von Technics erwartet. Die Blenden erinnern an einen großen Verstärker-Lautstärkeregler mit Technics-Logo. Mit knapp 300 Gramm ist er angenehm zu tragen.
Der Kopfhörer wird in einer stabilen Hartschalenbox geliefert. Neben USB-C zum Laden – leider nicht zum Betrieb als USB-Soundkarte wie beim Bowers & Wilkins Px8 (Testbericht) – ist neben Bluetooth auch ein drahtgebundener analoger Eingang mit 3,5-mm-Klinkenbuchse vorhanden. Das zugehörige Kabel ist mit nur einem Meter Länge für den Betrieb unterwegs bestimmt; an einem PC benötigt man ein längeres. Das USB-Ladekabel ist rund einen halben Meter lang. Auch ein Flugzeugadapter liegt bei.
Die Bedienelemente des Kopfhörers sitzen seitlich an der linken Ohrmuschel. Die Kontroll-LED zeigt den Lade- und Pairing-Zustand an, eine Taste dient zum Ein- und Ausschalten sowie dem Pairing, drei weitere bedienen wie üblich Start/Stop/Lauter/Leiser. Durch Antippen der Blenden sind weitere Funktionen abrufbar. Das Pairen und Koppeln erfolgt mit der App sehr zuverlässig, die klassische Methode über Android ist natürlich ebenso verfügbar.
Die Spieldauer pro Akkuladung liegt zwischen 40 (ANC ein, LDAC) und 60 (ANC aus, AAC) Stunden. In drei Stunden ist der Kopfhörer wieder vollständig geladen, wenn mindestens 1,2 A Ladestrom bei 5 V zur Verfügung stehen. Nach 15 Minuten am Ladegerät sind immerhin 10 Stunden Betrieb möglich – Laden und gleichzeitig benutzen geht dagegen nicht. Die reine Betriebsbereitschaft, um Anrufe entgegenzunehmen, erreicht ohne ANC 120 Stunden, wozu allerdings Auto Power Off abzuschalten ist. Normalerweise ist es sinnvoller, diese Funktion aktiv zu lassen, damit sich der Kopfhörer nicht ungewollt entlädt.
Die Technics-Headphone-App installiert sich unkompliziert auch auf älteren Android-Geräten. Sie bietet zahlreiche Einstellungs- und Kontrollmöglichkeiten – neben der Stärke von Geräuschunterdrückung oder Transparenz für den Benutzer kann hier auch die Stärke der Nebengeräuschunterdrückung für einen Telefon-Gesprächspartner justiert und kontrolliert werden. Der Effekt ist mit insgesamt vier Mikrofonen erstaunlich. Weiter kann der Frequenzgang eingestellt werden und auch, ob Multipoint zulässig ist und ob bei Bluetooth LDAC und wenn ja, in welchem Modus, genutzt werden darf. Dabei gab es eine positive Überraschung: Während sich der Sony-Codec LDAC mit Sony-Kopfhörern an einem Sony Xperia 10 II bislang nie aktivieren ließ, klappte dies mit dem Technics EAH-A800 problemlos!
Over-Ear-Kopfhörer sind Geschmackssache. Im Winter ersparen sie auf dem zugigen Bahnsteig einen Ohrenwärmer, doch im Sommer können sie einem zu heiß werden. Hier konnte der Technics EAH-A800 mit dem Bowers & Wilkins Px8 nicht ganz mithalten – man schwitzt deutlich unter den Ohrmuscheln. Zumindest drücken sie nicht.
Die Hörmuscheln sind innen mit L und R markiert. Sie sitzen leicht angewinkelt auf den Ohren. Vertauscht aufgesetzt dichten die Muscheln ebenso gut ab, aber der Bügel steht dann nach hinten ab, sodass man dies schnell bemerkt, wenn man beim Aufsetzen nicht aufgepasst hat. Hat man den Kopfhörer richtig justiert, sitzt er bequem und zuverlässig: Man kann mit ihm auch laufen oder rennen, ohne dass er verrutscht oder gar herunterzufallen droht.
Der EAH-A800 dichtet akustisch hervorragend ab, schon ohne ANC, mit umso mehr. Mit ANC werden die restlichen durchdringenden Geräusche auch nicht zum dumpfen Rumpeln und Trampeln, sondern klingen normal leise, weil sich speziell die tiefen Frequenzen gut mit ANC unterdrücken lassen. Allerdings sind in ruhiger Umgebung deutliche Störgeräusche in Form von Rauschen festzustellen. Das ANC kommt so nicht an das des Sony WH-1000XM5 (Testbericht) heran, ist in der Praxis abgesehen von den Störgeräuschen aber ausreichend effektiv.
Wenn im Zug Ansagen kommen, bekommt man dies trotzdem noch mit und kann so lange die Musik anhalten oder den Kopfhörer lupfen, was dann ebenfalls die Musik anhält. Ein Transparent-Modus, um die Umgebung weiterhin fast normal hören zu können, ist ebenso verfügbar. Dieser funktioniert erfreulich gut, kann aber nicht mit dem natürlichen Klangbild der Apple AirPods Max (Testbericht) mithalten.
Im Großraumbüro bewährt sich das ANC. Solange die Kollegen nicht gerade laut in die eigene Richtung telefonieren, kann man Videokonferenzen, Webcasts oder einfach Musik zur akustischen Abschirmung genießen – oder auf Transparenz umschalten, wenn man zwar seine Lieblingsmusik hören will, die Kollegen aber auch. Telefonate sind ebenso gut möglich, das Gegenüber versteht uns klar und deutlich.
Mit 40-mm-Treibern liefert der EAH-A800 einen ehrlichen Sound. Er verzichtet auf übertriebene Klangeffekte – Bässe, Mitten und Höhen wirken gut aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis ist nicht perfekt, aber sehr harmonisch und gut differenzierbar. AptX wird nicht geboten, dafür ein mit dem entsprechenden Android-Smartphone gut funktionierender LDAC-Codec sowie AAC für Apple-User. Damit sind sowohl hochwertiger Klangquellen gut wiederzugeben als auch solche mit Einschränkungen wie mäßiger Bitrate, ohne dass deren Mängel unangenehm hervorstechen.
Mit knapp 350 Euro Listenpreis ist der Technics EAH-A800 kein Schnäppchen. Auf Amazon kosten sie 242 Euro.
Das ANC des Technics EAH-A800 ist eigentlich richtig gut – solange man zumindest leise Musik hört. In sehr ruhigen Umgebungen ist ohne Musik jedoch ein Rauschen wahrzunehmen. Dafür ist der Tragekomfort hoch, auch wenn empfindliche Naturen schnell unter den Over-Ear-Kopfhörern schwitzen könnten.
Der Klang ist sauber und klar, die Features und Einstellungsmöglichkeiten der App ungewöhnlich reichhaltig. Die Qualität überzeugt, dank der Robustheit ebenso unterwegs wie im Büro oder zu Hause. Technics ist es gelungen, auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein.
Wer mehr will, ob bei Klang oder ANC, muss auch mehr Geld ausgeben. Für 50 Euro Aufpreis gibt es etwa den sehr guten Sony WH-1000XM5 (Testbericht).
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