Philipp hat seinen beruflichen Werdegang als Praktikant in einer Werbeagentur begonnen und ist mit verantwortlich für das Design von Bierdeckeln, Werbetafeln und einem Fan-Bus eines großen Fußballvereins. Danach folgte der erste Schritt zum Journalismus: Ein Volontariat bei PC-Zeitschriften, die heute kaum noch jemand kennt - PC Direkt und PC Professionell. Dann folgte ein mehrjähriger Ausflug in die Welt des Marketings, PR-Arbeit und Qualitätsmanagement in einem mittelständischen Handelsunternehmen.
Seit 2015 ist Philipp bei Heise im Team von Bestenlisten aktiv. Hier bringt er auch seine privaten Interessen ein und deshalb für Drohnen, Laser, Balkonkraftwerke, Powerstations und zahlreiche China-Gadgets wie Handwärmer, USB-Lötkolben oder Mini-Taschenlampen zuständig.
Die Oukitel P2001 überzeugt als Powerstation auf Anhieb mit einem tollen Gesamtpaket und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir zeigen, warum uns das Modell so gefällt.
Update: Das Testgerät von Oukitel hat uns Geekbuying zur Verfügung gestellt. Mit dem Code NNNOP2NBC sinkt der Preis abermals auf starke 769 Euro (85 Euro unter bisherigem Bestpreis). Der flüsterleise Stromspeicher mit 230-Volt-Steckdosen, 2000 Watt Leistung und USB-Ausgängen mit Power Delivery (PD) bis 100 Watt schafft sogar direkt den Einstieg in unsere Top 10 der besten Powerstations.
Wer seine Stromversorgung auch unabhängig oder fernab vom Stromnetz aufrechterhalten möchte, benötigt neben ausreichend Kapazität auch genügend Leistung. Während kleine und mittlere Powerstations nur für moderate Verbraucher bis zu mehreren Hundert Watt geeignet sind, kommen sie bei Küchenmaschinen und starkem Werkzeug schnell an ihre Grenzen.
Das Design der grau-schwarzen Oukitel P2001 erinnert an die deutlich größere Oukitel Abearl P5000 (Testbericht) und gefällt uns gut. Der mobile Stromspeicher wirkt modern und robust und ist erstklassig verarbeitet. Gut gefällt uns die Kombination aus praktischen Zubehörfach und internem Netzteil. Beim Packen ist so stets alles zur Hand und es benötigt dann keinen zusätzlichen Beutel. Im Fach liegen neben der Anleitung noch Kabel für Netzteil, KFZ sowie XT90-auf-MC4, um Solarmodule anzuschließen.
Für den Transport gibt es seitlich neben dem Zubehörfach angebrachte Tragegriffe. Mit einem Gewicht von 22 Kilogramm und Abmessungen von 39 × 28 × 33 Zentimetern ist die Powerstation zwar noch mobil, für längere Strecken sollte man aber besser zu zweit tragen oder gleich eine Sachkarre benutzen. Grund hierfür ist vorwiegend die interne Akkukapazität von rund 2000 Wattstunden. Zum Einsatz kommen moderne Lithium-Eisenphosphat-Akkus, die auch LiFePO4- oder Lithium-Eisen-Batterie genannt werden. Ihr Vorteil ist eine höhere Sicherheit und eine deutlich höhere Lebensdauer. So verspricht eine LiFePO4-Batterie mindestens noch 80 Prozent der Nennkapazität nach etwa 3000 bis 3500 Ladezyklen. Wer das Gerät zum täglichen Einsatz oder als Insellösung verwenden will, sollte auf die langlebigen Akkus achten.
Gleichstromausgänge, Notleuchte und Status-Display samt Power-Schalter, hat Oukitel auf der Vorderseite platziert. Für 12-Volt-Verbraucher stehen links zwei Rundsteckbuchsen mit je 3 Ampere, eine Kfz-Dose (Zigarettenanzünder) und ein XT60-Stecker mit bis zu 10 Ampere zur Verfügung. Für den Anschluss von USB-Verbrauchern gibt es unter dem Display zweimal USB-A-Steckplätze mit je 2,4 Ampere, zweimal USB-A mit Quick Charge 3.0 (QC 3.0) bis 18 Watt und zwei USB-C-Ports mit PD bis maximal 100 Watt. Hauptschalter und Notleuchte inklusive Power-Taster sind auf der rechten Seite platziert.
Oben mittig sitzt das Status-Display. Neben den aktiven Ein- und Ausgängen werden hier die Restkapazität in Prozent, die errechnete Restlaufzeit und die anliegende Leistung angezeigt. Letzteres ist wichtig, um angeschlossene Photovoltaikpanels optimal auszurichten. Auch, ob der Lüfter läuft, wird angezeigt.
Die drei 230-Volt-Steckdosen befinden sich zusammen mit dem entsprechenden Power-Taster auf der rechten Gehäuseseite versteckt hinter einer Kunststoffklappe. Die Steckdosen (Schuko) leisten maximal 2000 Watt. Insgesamt kann die P2001 bis zu 4000 Watt gleichzeitig ausgeben. Die Eingänge für Netzkabel oder Solarpanel (XT90) sind links hinter einer Klappe versteckt angebracht. Auch die interne Sicherung ist seitlich angebracht. Auf einen Schalter zum Reduzieren der Ladegeschwindigkeit verzichtet Oukitel bei der P2001. Schade, aber normal und keine Ausnahme. Auch auf App-Unterstützung oder einstellbare Ladegeschwindigkeit der Hersteller. Dafür ist eine USV-Funktion mit an Bord.
Schade zwar, dass der Hersteller nicht gleich alle Ausgänge ordentlich gegen Schmutz und Feuchtigkeit geschützt hat, trotzdem macht es Oukitel besser als viele andere Hersteller. Häufig sind nur Eingänge und der Kfz-Ausgang geschützt.
Die zweite Powerstation von Oukitel ist nun deutlich kompakter und wird nicht gleich auf einer kleinen Palette geliefert. Nach dem Auspacken wird die Powerstation zunächst begutachtet und dann direkt auf seine Leistung getestet. Um hier an die Leistungsgrenze zu kommen, benötigen wir unsere starken Verbraucher, denn PC-Arbeitsplatz, Gaming-PC oder auch elektronisches Handwerkzeug ziehen zu wenig Leistung.
Neben unserem Heizlüfter, diversem Gartenwerkzeug wie Heckenschneider und Rasentrimmer können wir etwa unsere elektrische Ketten-, Stich- und sogar Tischkreissäge, einen Wasserkocher sowie eine Induktionskochplatte betreiben. Solche Verbraucher mit etwa 1800 Watt sind kein Problem für die Powerstation. Selbst kurzzeitige Überschreitungen der offiziell angegebenen 2000 Watt sind möglich, allerdings nur im zweistelligen Bereich. Ansonsten schaltet die P2001 zuverlässig alle Steckdosen ab. Um die Powerstation dazu zu bewegen, benötigen wir dann allerdings entweder eine andere Powerstation mit 2800-Watt-Ladeleistung oder unsere Kappsäge, die es gar auf einen Anlaufstrom von rund 3500 Watt bringt. Die meisten unserer Verbraucher im Haushalt bringen die Powerstation nicht ins Schwitzen.
Die Versorgung unseres leistungshungrigen MacBooks Pro per USB-C mit PD funktioniert im Test ebenso ohne Auffälligkeiten. Auch die 12-Volt-Ausgänge arbeiten problemlos mit Luftkompressor, Kühlbox und RC-Ladegerät zusammen. Auf ein zusätzliches Netzteil kann man dank ausreichend hoher Leistung der Powerstation verzichten. Die USV-Funktion haben wir ebenfalls getestet und sie zwischen PC-Arbeitsplatz und Steckdose geschaltet. Hier schleift die P2001 den Strom lediglich durch, was den internen Akku nicht belastet. Fällt der Strom an der Steckdose aus, schaltet die Powerstation dann blitzschnell auf die internen Akkus um, was in den Tests immer zuverlässig funktioniert. Unser Gaming-PC hat keine Probleme mit den kurzen Umschaltzeiten. Der Hersteller rät aber zu eigenen Tests, um die Funktion tatsächlich sicherzustellen.
Was schon bei den kurzen Leistungstests positiv auffällt, sind die zurückhaltend arbeitenden Lüfter. Diese springen bei Lasten über 1000 Watt zwar hörbar an, sind wegen der angeschlossenen Geräte aber letztlich nicht oder kaum zu hören und schalten sich ohne Last dann zeitnah wieder ab. Anders als bei der großen Oukitel Abearl P5000 (Testbericht) scheint es hier ein vernünftiges Temperaturmanagement zu geben und so ist die P2001 weder beim Laden noch bei der Leistungsabgabe unangenehm laut. Im Gegenteil! Die P2001 bleibt auch beim Aufladen weiterer Powerstations mit bis zu 800 Watt trotz sommerlicher Raumtemperatur komplett stumm. Oder wenigstens flüsterleise, das ließ sich wegen der Lüftung der anderen Powerstation aber nicht genau sagen. Ausgezeichnet gemacht, so eignet sich das Gerät auch für Camping, Büro oder Wohnraum. Derart leise war bisher nur die Ugreen Power Roam 1200 (Testbericht). Trotz deutlich weniger Leistung und Kapazität liegt diese preislich allerdings fast auf dem Niveau der P2001.
Nach Abschluss der Leistungstests entleeren wir den Akku per Heizlüfter und laden ihn dann per Netzkabel im Schnelllademodus mit bis zu 1100 Watt. Beim Schnellladen an der Steckdose sind die Lüfter dann zum ersten Mal etwas lauter zu hören. Direkt daneben schlafen möchte man nicht, was wegen der übersichtlichen Ladedauer aber auch nicht nötig erscheint. Die Ladezeit von 0 auf 100 Prozent beträgt knapp unter zwei Stunden per 230-Volt-Netzkabel. Wer möchte, kann die P2001 zusätzlich per Solareingang versorgen und die Gesamtladeleistung so auf bis zu 1600 Watt erhöhen. Die Ladezeit sinkt dann auf knapp 90 Minuten. Die maximale Eingangsleistung per Photovoltaik liegt bei 500 Watt. Das ist zwar nicht ganz so viel wie bei Ecoflow Delta 2 Max (Testbericht) oder Jackery Explorer 2000 Pro (Testbericht), aber trotzdem sehr ordentlich. Bei gutem Wetter und regelmäßiger Nachführung des angeschlossenen 400-Watt-Panels schaffen wir es, die P2001 an einem Tag zu laden.
Gleichzeitiges Laden und Entladen funktioniert ebenfalls. Das sollte ein mobiler Solargenerator zwar eigentlich immer können, bei manchen Geräten ist dies aber nicht der Fall. Die P2001 ist so auch prima als Insellösung, etwa beim Campen geeignet.
Zwischen den Ladevorgängen machen wir die Kapazitätstests mit unterschiedlichen Verbrauchern, um herauszufinden, wie viel der Nennkapazität wir tatsächlich entnommen werden kann. Am wenigsten effektiv arbeitet der Stromspeicher wie erwartet mit schwachen und moderaten 230-Volt-Verbrauchern. Im Test mit angeschlossenem PC-Arbeitsplatz mit einem durchschnittlichen Leistungsbedarf von etwa 150 Watt konnten wir insgesamt 1660 Wattstunden entnehmen. Das entspricht hinsichtlich der Nennkapazität einem Verlust von rund 17 Prozent. Bei Nutzung noch schwächerer Verbraucher, in unserem Fall einige Werkstattleuchten mit insgesamt 60 Watt, konnten wir nur knapp 1580 Wattstunden nutzen. Ein Verlust von 21 Prozent. Beim Laden einer anderen Powerstation mit rund 800 Watt sieht es dann schon deutlich besser aus. Hier fließen insgesamt 1780 Wattstunden, bis der Akku leer ist. Hier liegt der Verlust bei lediglich rund elf Prozent. Im Schnitt landet auch die P2001 bei etwa 85 Prozent nutzbarer Nennkapazität. Das entspricht der Herstellerangabe und deckt sich mit den Erfahrungswerten aus vergangenen Powerstation-Tests.
Auch während der Kapazitätstests achten wir auf die Lüfter. Doch diese bleiben weiterhin meist völlig lautlos und drehen nur sporadisch mal kurz hoch. Anders als die riesige P5000 bleibt die P2001 niedrigen Lasten, im Stand-by-Betrieb und beim Laden per Panel sogar flüsterleise bis komplett lautlos.
Was im Praxisbetrieb noch positiv auffällt, ist die stabile Verarbeitung. Egal, ob Tragegriff oder die seitlichen Klappen – hier klappert und wackelt nichts – trotz des hohen Gewichts. Das Display schneidet wegen der ausreichend hohen Helligkeit ebenfalls gut ab. Hier ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch alles ablesbar. Bei Bedarf lassen sich durch verschiedene Tastenkombinationen die Ausgabewerte der Schuko-Steckdosen ändern. Neben 230 Volt sind auch 220 Volt möglich. Statt 50 Hertz können Nutzer auch 60 Hertz einstellen. Das funktioniert, ist in der Regel aber unnötig.
Die Oukitel P2001 war zum Testzeitpunkt im Juli 2023 für 1099 Euro erhältlich. Mit dem Code NNNOP2NBC sinkt der Preis nun auf 769 Euro, damit unterbietet sie die Konkurrenz aus Fossibot & Co. Auch als Bundle mit einem 200-Watt-Solarpanel wird die Oukitel P2001 mit dem Code NNNOP21NBC zum Preis von 999 Euro angeboten. Wer noch mehr Solarpower benötigt, kann sich auch für die Kombi mit zwei Panels entscheiden. Mit dem Code NNNOP22NBC reduziert sich der Preis automatisch auf 1229 Euro.
Die Oukitel P2001 ist mit 2000 Watt überdurchschnittlich leistungsstark und hat dank ihrer Kapazität von 2000 Wattstunden genügend Reserven für längere Touren und starke Verbraucher. Hinzu kommen kurze Ladezeiten, gelungenes Design und die besonders niedrige Lautstärke im Betrieb. Betrachtet man jetzt noch den aktuellen Preis, kann diese Powerstation nur eine Kaufempfehlung bekommen.
Ein derart gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist uns in den vergangenen vierzig Einzeltests von Solargeneratoren nur selten begegnet. Alles in allem hat sich die P2001 deshalb zu Recht einen Platz in unserer Top 10 der besten Powerstations verdient.
Wer ähnliche Leistungswerte sucht, muss in der Regel mehr investieren. Hier lohnt sich der Blick auf die Top 10 der besten Powerstations oder auf die Tests der Fossibot F2400 (Testbericht), Alpha ESS Blackbee 2000 (Testbericht), Ecoflow Delta 2 Max (Testbericht) oder Jackery Explorer 2000 Pro (Testbericht).
Weitere Einzeltests, unsere Bestenlisten und allgemeine Ratgeber rund um Solargeneratoren zeigen wir in unserer Themenwelt Powerstation.
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