Die Überwachungskamera 7Links IPC-750 bietet eine farbige Nachtsicht und 2K-Auflösung. Wie gut sie in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.
PTZ-Überwachungskameras (Bestenliste) wie die 7Links IPC-750 (ZX-5302) von Versandhändler Pearl bieten ein schwenk- und neigbares Objektiv und können damit einen größeren Bereich überwachen als Modelle mit starrem Objektiv. Dennoch ist auch bei PTZ-Kameras ein großes Sichtfeld des Objektivs von Vorteil, da PTZ-Varianten nur in den seltensten Fällen einen Auto-Cruise-Modus wie bei der Eufy Floodlight Cam 2 Pro (Testbericht) bieten, und so immer nur einen bestimmten Bereich erfassen kann. Und dieser wird durch das Sichtfeld des Objektivs festgelegt. Diesbezüglich ist die 7Links IPC-750 mit einem diagonalen Sichtfeld von 160° gut aufgestellt. Auch die Auflösung ist mit 2K im Vergleich ziemlich hoch, wobei inzwischen 2K, also 2304 × 1296 Pixel, das neue Full-HD ist. Die höhere Auflösung gegenüber 1920 × 1080 Bildpunkten sieht auf den ersten Blick nicht nach sonderlich viel aus. In der Realität sind es aber 44 Prozent mehr Pixel, die eine 2K-Kamera gegenüber Full-HD-Varianten wie Google Nest Floodlight (Testbericht) oder Ring Floodlight Cam Wired Plus (Testbericht) bietet.
Dank eines 18.000 mAh starken Akku und einem Doppel-Solarpanel mit insgesamt 25 Watt Leistung lässt sich die 7Links IPC-750 (ZX-5302) relativ autark betreiben. Vorausgesetzt sie befindet sich im Empfangsbereich eines 2,4-GHz-WLANs. Außerdem bietet sie noch eine Gegensprechfunktion, sodass man sie zum kommunikativen Austausch mit etwa einem Paketboten verwenden kann. Die Überwachungskamera ist zudem kompatibel zur Tuya-Plattform (Testbericht) und kann somit mit kompatiblen Smart-Home-Komponenten für Automatisierungen genutzt werden.
Videos nimmt sie kontinuierlich oder ereignisbasiert auf und speichert sie lokal auf einer microSD-Karte, die allerdings nicht zum Lieferumfang zählt. Optional können Anwender auch einen kostenpflichtigen Cloud-Speicher buchen, der monatlich 4,50 Euro oder jährlich 45 Euro kostet. Wie gut die nur knapp 100 Euro teure Floodlight Cam in der Praxis funktioniert, zeigt unser Testbericht.
Das aus Kunststoff gefertigte und in Weiß gehaltene 7Links IPC-750 (ZX-5302) misst 19 × 13 × 9,5 Zentimeter. Das Kameragehäuse bietet auch eine nach hinten verlaufende Wandhalterung, an der zwei Antennen montiert sind, die für guten Empfang in einem 2,4-GHz-WLAN sorgen sollen. Schrauben, Dübel und Montagewerkzeug wie Kreuzschraubenzieher und Inbusschlüssel liegen bei. Letzterer wird benötigt, um die im Lieferumfang befindlichen zwei Solarpanel an der mitgelieferten Halterung zu befestigen. Auch sind Verbindungskabel zum Zusammenschluss der beiden Panel im Lieferumfang enthalten. Das Verbindungskabel zwischen Solarpanel und Kamera ist zwei Meter lang, sodass man ein wenig flexibel bei der Montage ist. Die Kamera kann so beispielsweise im schattigen Bereich montiert werden, während das Solarpanel an einem sonnigen Platz findet.
Die Stromversorgung wird wie eingangs erwähnt über einen 18.000 mAh starken Akku realisiert. Dieser bietet laut Hersteller eine Laufzeit von bis zu 84 Stunden. Im Test hat der Ertrag der beiden Solarpanels an einem bewölkten Tag ausgereicht, um den Akku auf 100 Prozent zu halten. Das dürfte sich in den Wintermonaten mit weniger Sonnenschein jedoch ändern, wenngleich die 25-Watt-Panels deutlich mehr Reserven bieten als die typischerweise verbauten Lösungen anderer Überwachungskameras, die höchstens 6 Watt Leistung bieten. Außerdem besteht noch die Möglichkeit, den Akku über ein USB-Netzteil, das aber nicht zum Lieferumfang zählt, zu befüllen.
Im Test hat sich der Akku bei kontinuierlicher Aufnahme über Nacht von 100 auf 30 Prozent entleert. Während des Tages liegt er gegen Mittag aber schon wieder bei 60 Prozent.
Die Inbetriebnahme erfolgt mit einer der Tuya-kompatiblen Apps Elesion, Smartlife oder Tuya Smart. Für das Einschalten der PTZ-Überwachungskamera muss man die rückseitige Abdeckung aufschrauben und den Einschalter, links neben dem microSD-Card-Slot, betätigen. Zuvor legen wir allerdings noch eine Speicherkarte in den dafür vorgesehenen Slot. Nachdem die Kamera eingeschaltet wurde, befindet sie sich im Kopplungsmodus, was durch eine Sprachansage auf Englisch bestätigt wird. Jetzt ruft man eine der Tuya-Apps auf und beginnt mit dem Hinzufügen der Kamera über das Plus-Zeichen rechts oben und wählt Sicherheitskamera (Wi-Fi). Anschließend wählt man das betreffende WLAN aus und gibt das Passwort ein. Dann generiert die App einen QR-Code, den man im Abstand von 10 bis 15 Zentimeter vor die Linse hält. Sobald die Kamera den QR-Code erkannt hat, erfolgt eine entsprechende Sprachansage und die Verbindungsaufnahme zum WLAN erfolgt. Die Kamera wird in der Folge als ZX5302 in der App angezeigt (siehe auch Bildergalerie). Der Wechsel des WLANs ist per Reset möglich. Hierfür muss man allerdings die rückwärtige Abdeckung abschrauben und die Reset-Taste neben dem Einschaltknopf drücken.
Neben der App können Anwender den Livestream der Kamera sowie aufgezeichnete Videos auch über einen Browser unter der Adresse https://protect-eu.ismartlife.me/ abrufen. Für die Authentifizierung tippt man in der App auf das Plus-Zeichen und anschließen auf Scannen und scannt den auf der Webseite angezeigten QR-Code ab (siehe auch Bildergalerie). Allerdings wird der Stream, egal, ob man SD oder HD wählt, nur mit SD (640 × 368 Pixel) dargestellt.
Den Überwachungsbereich können Anwender nicht einschränken. Anders als bei der Reolink PT Ultra bietet die 7Links IPC-750 (ZX-5302) keine Datenschutzzone, bei der der vom Anwender festgelegte Bereich geschwärzt wird. Die Empfindlichkeit der Bewegungserkennung können Anwender unter PIR zwischen Niedrig, mittler und Hoch auswählen. Da die Kamera allerdings nicht zwischen Personen und anderen sich bewegenden Objekten unterscheiden kann, kommt es im Test zum ein oder anderen Fehlalarm, der durch Wind in Bewegung gesetzte Blätter und Äste ausgelöst wird.
Über das lokale WLAN reagiert die Kamera auf Nutzereingaben im Test nahezu verzögerungsfrei – der Livestream erscheint prompt. Von unterwegs stockt allerdings die Wiedergabe alle paar Sekunden, bricht aber nicht ab. Andere WLAN-Kameras im gleichen Funknetz funktionieren hingegen einwandfrei. Über die Gegensprechfunktion kann man sich mit Personen vor der Kamera unterhalten. Wie bei anderen Überwachungskameras mit Gegensprechfunktion geht die Audioqualität dabei in Ordnung – HiFi sollte man allerdings nicht erwarten.
Über erkannte Bewegungen erhalten Anwender zeitnah eine Push-Benachrichtigung. Allerdings zeigt die Benachrichtigung nur ein Bild der letzten Aufnahme und führt nicht zur Wiedergabe des entsprechenden Videos, sondern zum Livestream. Eufy und Reolink haben das intuitiver gelöst und spielen nach dem Klick auf eine Benachrichtigung direkt die entsprechende Videosequenz ab.
Videos zeichnet die Kamera mit der Einstellung HD mit der maximal möglichen Auflösung von 2304 × 1296 Pixel bei 15 fps im H.264-Format auf. Wechselt man auf SD, reduziert sich die Auflösung auf 640 × 368 Pixel. Die Videoqualität geht bei hoher Auflösung tagsüber in puncto Farbdarstellung und Kontrast in Ordnung. Mit starkem Gegenlicht kommt sie allerdings nicht so gut klar. Dann werden bestimmte Teile des Bild entweder über- oder unterbelichtet. Nachts nimmt die Kamera standardmäßig mithilfe der integrierten Infrarot-LEDs Videos in Schwarz-Weiß auf. Die Ausleuchtung ist dabei relativ homogen, sodass man Gesichter noch gut erkennen kann. Allerdings nimmt die Schärfe im Vergleich zu tagsüber aufgenommenen Videos ab. Mit den zuschaltbaren LEDs kann die 7Links IPC-750 (ZX-5302) aber auch nachts Videos in Farbe aufnehmen. Die Bildqualität ist dabei deutlich besser als die Schwarz-Weiß-Aufnahme auf Basis der Infrarot-LEDs (siehe auch Bildergalerie).
Eine Steuerung per Sprache über Amazon Alexa oder Google Assistant sowie die Ausgabe des Livestreams auf ein smartes Display (Ratgeber) wie Amazon Echo Show und Google Nest Hub funktioniert im Test einwandfrei. Zudem kann man die 7Links IPC-750 (ZX-5302) für Automatisierungen mit anderen Smart-Home-Komponenten aus dem Tuya-Kosmos verwenden. Das ist eine der großen Stärken der Kamera.
Wie bei akkubetriebenen Überwachungskameras üblich unterstützt auch die ZX-5302 leider nicht den Onvif-Standard (Ratgeber). Daher ist die Einbindung der Überwachungskamera in andere Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro (Testbericht) oder Home Assistant (Testbericht) in der Regel nicht möglich.
Die 7Links IPC-750 (ZX-5302) kostet mit Lieferung etwa 198 Euro. Noch günstiger ist sie im 2er-Set für je 164,50 Euro.
Die 7Links IPC-750 (ZX-5302) bietet im Test eine insgesamt befriedigende Leistung. Auf der Habenseite steht die relativ hohe 2K-Auflösung, womit sie gegenüber Full-HD-Lösungen etwa 44 Prozent schärfere Bilder liefert. Die Aufnahmequalität geht in Ordnung: Bei Tageslicht sind Videos standardmäßig schärfer als bei Dunkelheit. Optional bietet die PTZ-Überwachungskamera aber auch nachts klare Aufnahmen, wenn man die weißen LEDs für eine farbige Nachtsicht aktiviert. Zudem ist sie kompatibel zur Tuya-Plattform (Testbericht) und kann so mit anderen Smart-Home-Komponenten als Basis für eine leistungsfähige Alarmanlage (Ratgeber) dienen.
Weniger gut gefallen hat uns, dass die Überwachungskamera keine Datenschutzzonen bietet und auch keine Personenerkennung unterstützt. In der Praxis muss man daher mit dem ein oder anderen Fehlalarm leben. Auch ist der Preis mit knapp 200 Euro relativ hoch, sodass etwa die Reolink Argus PT Ultra (Testbericht) mit Solarpanel, Personenerkennung, Datenschutzzone und 4K-Auflösung für aktuell 190 Euro die klar besser Alternative ist.
Überwachungskameras gibt es viele. Zahlreiche Tests, Ratgeber und weitere Informationen finden TechStage-Leser in unserer Themenwelt Überwachungskameras. Eine gute erste Anlaufstelle ist der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro. Und wer sich für Überwachungskameras mit Beleuchtung interessiert, findet in unserem Ratgeber Außenleuchten, Spotlight- und Floodlight-Cams ab 60 Euro alle relevanten Produktkategorien mit den besten Angeboten. Im Ratgeber Überwachungskameras ohne Cloud zeigen wir, wie man Überwachungskameras lokal ansteuert und damit Kosten spart und mehr Datenschutz umsetzen kann. Ein Blick auf unsere anderen Überwachungskameras-Bestenlisten ist ebenfalls empfehlenswert:
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