Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Razer hat mit dem Nommo V2 Pro ein Soundsystem geschaffen, das Gamer und Musikliebhaber gleichermaßen begeistern soll. Highlights sind toller Klang, RGB-Beleuchtung und ein kabelloser Subwoofer.
Das Razer Nommo V2 Pro ist ein PC-Lautsprechersystem aus dem High-End-Bereich, das sich durch klaren, voluminösen Klang und beeindruckende Bassleistung auszeichnen soll. Das System ist mit PC, Playstation, Nintendo Switch und mobilen Geräten kompatibel und bietet einfache Inbetriebnahme sowie Steuerung über die Razer Synapse Software und eine kabellose Fernbedienung in Puck-Form. Die Lautsprecher verfügen über THX Spatial Audio und bieten verschiedene Equalizer-Profile für unterschiedliche Anwendungen wie Spiele, Filme und Musik. Die integrierte Chroma-RGB-Beleuchtung kann individuell angepasst werden. Das Razer Nommo V2 Pro kostet zum Testzeitpunkt rund 362 Euro.
Das Razer Nommo V2 Pro ist mehr als nur ein Lautsprechersystem – es ist ein audiovisuelles Erlebnis. Mit THX Spatial Audio, einem kraftvollen Subwoofer und einer reaktiven RGB-Beleuchtung bietet es nicht nur akustisch, sondern auch visuell einiges. Die Lautsprecher sind im Gegensatz zur Konkurrenz nicht einfache Kisten mit rechten Winkeln, sondern bauchige Zylinder, die leicht nach oben gerichtet auf einem Standfuß montiert sind. Werden die auf den Schreibtisch gestellt, ist der Schall also direkt auf den Kopf des Hörers gerichtet, verstellen lässt sich diese Position allerdings nicht.
Zwar verwendet Razer für den Korpus der Lautsprecher Kunststoff, die Verarbeitung wirkt aber insgesamt hochwertig und alles andere als billig. Die Technik im Inneren überzeugt zudem. Die beiden Full-Range-Treiber als Haupt-Klanggeber sind mit Aluminium-Phase-Plugs ausgestattet, sehen gut aus und klingen auch so. Der kabellose Down-Firing-Subwoofer fügt sich nahtlos in das Gesamtbild ein und sorgt für einen aufgeräumten Look ohne störende Kabel. Die Lautsprecher sind so gestaltet, dass sie sich problemlos in jedes Setup integrieren lassen, sei es auf dem Schreibtisch oder im Wohnzimmer. Besonders gut zur Geltung kommen die Lautsprecher, wenn sie vor einer Wand stehen. Die eingebauten RGB-LEDs sind nämlich auf der Rückseite platziert und tauchen so die Wand in bunte Farben.
Das Razer Nommo V2 Pro beeindruckt mit einem Frequenzgang von 40 Hz bis 20 kHz und einer Empfindlichkeit von 99 dB. Die Lautsprecher sind mit zwei Full-Range-Treibern (3 Zoll) und einem Down-Firing-Subwoofer ausgestattet. Über USB-A oder Bluetooth 5.0 erfolgt die Verbindung, was eine breite Kompatibilität mit verschiedenen Geräten ermöglicht. Die Inbetriebnahme ist kinderleicht: Die Lautsprecher werden einfach aufgestellt, untereinander verbunden und an das Stromnetz angeschlossen. An den PC geht es per USB-Kabel. Inklusive der Installation der Razer-Synapse-Software am PC ist alles innerhalb von zehn Minuten einsatzbereit.
Der Klang der Razer Nommo V2 Pro ist beeindruckend. Der Downfire-Subwoofer liefert einen insgesamt sehr voluminösen Bass, der auf Wunsch die Wände zum Beben bringt. Er spielt zwar bis fast 35 Hz runter, allerdings wird er schon ab etwa 50 Hz deutlich leiser, wodurch dem Tieftöner bei sehr tiefem Bass schlichtweg die Puste ausgeht. Setzen etwa im Refrain von Fearfactorys Descent die Bassschläge ein, sind diese beim Razer-Modell so gut wie gar nicht zu hören. Das war erwartbar, schließlich setzt Razer hier nur auf eine 5-Zoll-Membran. Beim Edifier S351 DB (Testbericht) ist es hingegen eine 7-Zoll-Membran. Die gönnt sich zwar zwischen 50 und 45 Hz eine kurze Auszeit, kommt dann aber durch eine starke Überhöhung noch einmal kraftvoll zurück und geht dann sogar unter 40 Hz. Den tieferen Bass in Get Low von Lil Jon & the East Side Boyz schaffen beide Subs nicht, hier braucht es schon einen potenten Wohnzimmer-Sub.
Dabei ist der Sub beim Nommo V2 Pro sogar ab Werk etwas dominant eingestellt, Abhilfe schafft hier eine Anpassung per Synapse-Software. Die Basslastigkeit kann je nach Vorliebe als Segen oder Fluch empfunden werden, bietet jedoch ein unvergleichliches Hörerlebnis und wird bei Spielen als normaler als bei Musik empfunden. Die Mittel- und Hochtöner hingegen bieten einen klaren und detaillierten Sound, was besonders bei klassischen Stücken oder in A cappella zur Geltung kommt, aber auch bei Sprachwiedergabe vorteilhaft ist. Insgesamt ist der Klang des Nommo V2 Pro für PC-Lautsprecher hervorragend. Es gibt kaum ein Modell, das näher an Hifi herankommt. Von den bislang getesteten Modellen liegt es damit in etwa auf Augenhöhe mit dem Edifier S351 DB (Testbericht), das allerdings preislich deutlich niedriger angesiedelt ist und vielleicht noch einen Tick besser klingt. Dafür haben die aber auch keinen kabellosen Subwoofer und müssen ohne RGB-Beleuchtung auskommen.
Spatial Audio beherrscht das Nommo V2 Pro ebenfalls und soll für ein immersives Klangerlebnis sorgen, das den Zuhörer regelrecht in eigene Klangwelten eintauchen lässt. Wir sind davon weniger überzeugt, ein Ersatz für echtes Surround ist das zumindest keinesfalls.
Die Razer Synapse Software bietet mehrere Equalizer-Profile, die auf verschiedene Nutzungsszenarien abgestimmt sind. Ob Gaming, Filme oder Musik – für jeden Zweck gibt es das passende Profil. Besonders für Gamer bietet Razer spezielle Soundprofile („THX Environmental“) für ausgewählte Spiele, die das Klangerlebnis noch weiter verbessern. Diese Profile sind individuell anpassbar und bieten spätestens dann eine optimale Klangbalance.
Die RGB-Beleuchtung der Nommo V2 Pro ist ein Highlight für sich. Über die Razer Synapse Software kann die Beleuchtung individuell angepasst werden, um eine stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen. Der kabellose Control-Pod ermöglicht eine einfache Steuerung der Lautstärke und der Soundprofile, ohne die Software bemühen zu müssen. Diese intuitive Bedienung macht die Nutzung der Lautsprecher besonders komfortabel, selbst zwischen einzelnen Profilen kann der Nutzer per frontalem Knopf wechseln. Dank zweier AAA-Batterien liegen auf dem Schreibtisch dabei auch keine zusätzlichen Kabel herum.
Dieser Komfort entfällt allerdings, wenn man nur das Smartphone als Zuspieler nutzen möchte. Eigentlich sollte wie beim Vorgänger, dem Nommo Pro, die gleichnamige App erweiterte Zugriffsmöglichkeiten auf Licht und vor allem Sound per Handy bieten, allerdings ist diese App mit aktuellen Android-Versionen nicht mehr kompatibel. Das ist besonders nervig, weil im Bluetooth-Modus das Licht hektisch und abrupt im Takt der Musik die Farben wechselt, während es am PC angeschlossen sanfte Farbübergänge gibt. Das schränkt den Nutzen über den Gebrauch am PC hinaus spürbar ein und ist mit Blick auf den Preis der Lautsprecher nicht nachvollziehbar.
Ein Pluspunkt der Razer Nommo V2 Pro ist die Kompatibilität zu Playstation und Nintendo Switch sowie Smartphones per Bluetooth. Die Lautsprecher lassen sich schnell und einfach umschalten. Das klappt auch mit Kopfhörern wie den Razer Kraken – einfach Lautsprecher ausschalten und der PC wechselt auf das Headset. Dies macht die Nommo V2 Pro zu einer idealen Lösung für alle, die eine flexible Lautsprecherlösung für verschiedene Geräte suchen. Wer allerdings neben Bluetooth und USB weitere Anschlussmöglichkeiten wie SPIDF oder wenigstens Line-In zur Verwendung mit einer guten Soundkarte sucht, der schaut in die Röhre. Bei dem hohen Preis des Razer-Modells ist das schon etwas überraschend, auch hier bietet das angesprochene Edifier-Set deutlich mehr.
Das Razer Nommo V2 Pro Soundsystem kostet in der UVP des Herstellers stolze 449 Euro. Zum Testzeitpunkt waren sie schon für rund 362 Euro zu haben.
Mit dem Razer Nommo V2 Pro hat der Hersteller von Gaming-Zubehör ein beeindruckendes Lautsprechersystem geschaffen, das sowohl im Hinblick auf Klangqualität als auch in puncto Design überzeugt. Kraftvoller Bass, klarer und differenzierter Klang, die vielseitigen Soundprofile und die einfache Bedienung per PC sowie die schicke RGB-Beleuchtung machen die Nommo V2 Pro zu einer hervorragenden Wahl für Gamer und – selten für solche Lautsprecher – Musikliebhaber.
Die UVP von 449 Euro ist uns trotz der genannten Qualitäten allerdings deutlich zu hoch, zumal die Anschlussmöglichkeiten etwas eingeschränkt sind und per Smartphone keine Steuerungsmöglichkeit mehr existiert. Wer auf der Suche nach einem intensiven Klangerlebnis ist, das Gamern und Hifi-Fans gleichermaßen entgegenkommt, kommt mit dem Razer Nommo V2 Pro voll auf seine Kosten. Klanglich genauso gut, dafür aber optisch eher als Regallautsprecher mit Sub und ohne RGB-Blingbling ausgestattet, ist das Edifier S350D für um 230 Euro, Nachfolger S351DB liegt mit um 250 Euro preislich ebenfalls deutlich unter dem Razer-Produkt.
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