Bereits seit seiner Jugend interessiert sich David für Technik und begann schon früh damit, allerlei Elektrogeräte zu reparieren. Da überrascht es nicht, dass er seit 2021 Elektrotechnik studiert und sich vor allem mit Computern und 3D-Druckern beschäftigt. Seit 2024 schreibt er als Freelancer für heise bestenlisten by TechStage, vor allem über Mini-PCs oder Smartphones. Wenn er nicht gerade am nächsten Projekt arbeitet, begeistert er sich fürs Radfahren und Krafttraining.
Das Redmagic 9S Pro setzt neue Maßstäbe bei der Performance als Gaming-Smartphone. Welche Stärken und Schwächen es bietet, zeigt der Test.
Nachdem bereits der Vorgänger Redmagic 9 Pro (Testbericht) selbst ein Samsung Galaxy S24 Ultra (Testbericht) in puncto Leistung schlagen konnte, will das Redmagic 9S Pro noch eine Schippe drauflegen. Mit dem Snapdragon 8 Gen 3 in der Leading Version wurde die Leistung abermals gesteigert und soll somit das ultimative Android- und Gaming-Erlebnis bieten. Wieder an Bord ist ein aktiver Lüfter.
Wie schon der Vorgänger ist das Redmagic 9S Pro im Shop des Herstellers in der Speicherausstattung 12/256 GB für 649 Euro und mit 16/512 GB für 799 Euro erhältlich. Die Variante mit dem kleinen Speicher ist damit 35 Prozent günstiger als das Galaxy S24 Ultra. Ob es neben Gaming auch für den Alltag gut geeignet ist und ob es die gleichen Schwächen wie andere Gaming-Smartphones hat, zeigt unser Test.
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Wie schon die Vorgängermodelle ist auch das aktuelle Redmagic 9S Pro nicht wasserdicht und verfügt übe keine IP-Zertifizierung. Mit Außenmaßen von 164 × 76,3 × 8,9 mm ist es ziemlich kompakt, mit 229 Gramm aber eher ein Schwergewicht. Das Aussehen des 9S Pro erinnert an ein kantiges Nothing Phone und bleibt damit der Optik der Redmagic-Linie treu. Kombiniert mit dem 20:9-Format und sehr dünnen Display-Rändern wirkt das ausgesprochen edel, liegt aber nicht ganz optimal in der Hand. So können längere Gaming-Session doch etwas schmerzhaft an den Händen werden, wenn die Ecken des 9S Pro gegen die Handflächen drücken. Auf der Oberseite gibt es wieder einen Klinkenanschluss (3,5 mm) für Kopfhörer.
Die Verarbeitung ist rundum tadellos. Der Rahmen ist aus Metall gefertigt und die Rückseite ist vollständig aus Glas, ohne hervorstehende Kameras. Auf der Vorderseite wird zum Schutz auf Gorilla Glas 5 von Corning gesetzt. Auf der rechten Seite sind die Lautstärkewippe und der Einschalt-Knopf zu finden. Außerdem gibt es noch einen weiteren Schalter. Dieser versetzt das Redmagic 9S Pro in den Spiele-Modus. Die zwei seitlichen Touch-Flächen dienen als Schultertasten für Spiele.
Wieder an Bord ist der Lüfter, der auf den ersten Blick wie eine Kameralinse erscheint. Dieser aktiviert sich unter Hochlast bei Spielen und pustet die Luft horizontal durch das Smartphone, um den Snapdragon 8 Gen 3 zusätzlich zu kühlen. Dieser soll sich laut Hersteller mit 22.000 U/min drehen, dabei ist ein deutliches Rauschen zu vernehmen.
Neben dem Lüfter sind nun auch die Schultertasten beleuchtet und können mit der Software weiter konfiguriert werden. Sollte bis jetzt nicht klar geworden sein, dass es sich hier um ein Gaming-Smartphone handelt, herrscht spätestens jetzt Gewissheit. Hilfreich beim Zocken ist auch, dass die Selfiekamera unter dem Display verborgen ist und damit nicht die Display-Fläche unterbricht.
Das 6,8 Zoll große OLED-Display mit einer Auflösung von 2480 × 1116 ist dank einer Bildwiederholrate von 120 Hz optimal zum Zocken geeignet. Alternativ können 60 Hz oder 90 Hz eingestellt werden. Es gibt also kein beliebiges dynamisches Umschalten von 1 bis 120 Hz, wie bei den S24-Modellen von Samsung.
Die Anzeige ist sehr kontrastreich und farbgetreu, was die Abdeckung des DCI-P3-Farbraums von 100 Prozent verdeutlicht. Laut Hersteller erreicht das Display Automatikmodus bis zu 1600 Nits erreichen, das ist strahlend hell. Im Test war das Ablesen des Bildschirmes auch bei direkter Sonneneinstrahlung möglich.
Bei der Kamera setzt das Redmagic S9 Pro auf zwei Sensoren mit 50 Megapixel von Samsung sowie eine zu vernachlässigende Makrolinse mit 2 Megapixel. Die Hauptlinse hat eine Blende von f/1.9 und bietet einen optischen Bildstabilisator (OIS). Sie ist für Schnappschüsse gut geeignet. An die Qualität eines Samsung-Flaggschiffs kommt die Kamera jedoch nicht heran, das merkt man spätestens beim digitalen Zoom, der zu Bildrauschen und verwaschenen Farben führt.
Die Weitwinkelkamera mit f/2.2-Blende fehlt es etwas an Kontrast, sodass die Bilder blass wirken. Der Nachtmodus liefert zwar gute Farben, jedoch auf Kosten von feinen Details und starken Übergängen, durch Weichzeichnung und Bildrauschen. Die Makrolinse ist nahezu unbrauchbar und die Selfiekamera mit 16 Megapixel ist ebenfalls zum Vergessen. Videos lassen sich maximal in 8K/30 aufnehmen, flüssigere 60 FPS werden aber höchstens bis 4K erreicht.
Wie man es also schon von anderen Gaming-Smartphones kennt, ist die Kamera auch hier nicht die Beste, aber für gelegentliche Schnappschüsse mehr als ausreichend.
Der gewöhnliche Snapdragon 8 Gen 3 war dem Hersteller ZTE nicht genug. Stattdessen setzt man auf die „Leading Version“ des High-End-SoC. Dieses hat einen um 100 MHz höheren CPU-Takt und ganze 250 MHz mehr GPU-Takt. Das sieht man deutlich in den Benchmarks PCmark Work 3.0 und 3Dmark Wild Life Extreme, bei denen das Redmagic 9S Pro bis zu 21200 und 5500 Punkte Rekordwerte erzielt. Damit liegt es rund 10 Prozent über dem Samsung Galaxy S24 Ultra (Testbericht).
Zusätzlich gibt es wieder den eigens entwickelten Red-Core-2-Chip, dieses Mal in der verbesserten Pro-Edition. Dieser soll sich um die effiziente Verarbeitung zahlreicher Gaming-Features, Vibrationseffekte und Beleuchtung kümmern und so die CPU entlasten. Gekühlt wird das Gerät von einem aktiven Lüfter des ICE 13.5 Kühlsystems.
Speicher und RAM mit 512 GB und 16 GB üppig bemessen und mit den Standards UFS 4.0 und LPDDR5X auch extrem schnell. Alternativ gibt es die schwächere Ausstattung mit dennoch starken 12 GB RAM und 256 GB Speicher. Dieser kann nicht per SD-Karte erweitert werden, dafür können zwei SIM-Karten gleichzeitig verwendet werden.
Bei den Drahtlos-Schnittstellen ist das 9S Pro mit NFC, 5G, Bluetooth 5.3 und Wi-Fi 7 gut aufgestellt. Der Fingerabdrucksensor ist unten mittig unter dem Display verbaut, jedoch nicht der schnellste. Auffällig sind außerdem die Stereo-Lautsprecher, die zwar sehr laut werden, jedoch schnell blechern klingen und auch übersteuern.
Geliefert wird das Redmagic 9S Pro mit Android 14 und dem Redmagic 9.5 OS, das sehr auf Gaming getrimmt ist. Software-Updates soll es nur für zwei Jahre geben, sowie ein Versions-Update für Android. Das ist im Vergleich zum langen Support bei Samsung und Google eindeutig mager. Als einzige Bloatware gibt es die App „Booking.com“. Was diese auf einem Gaming-Smartphone verloren hat, erschließt sich uns nicht. Vielleicht zum frühzeitigen Buchen für die Gamescom in Köln? Gelegentlich finden sich schlechte Übersetzungen, was die Software unfertig erscheinen lässt.
Das Highlight für Gamer dürfte wohl der „Game Space“ sein, in dem alle Spiele aufgelistet werden und die vielen Features für ein optimales Spielerlebnis zur Verfügung stehen. Hier setzten Gamer die Trigger für jedes Spiel und passen den Leistungsmodus an. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Features, die in dem ein oder anderen Spiel sinnvoll sein könnten. Die Highlights bleiben wohl primär die Trigger, die in Spielen wie PUBG und COD sehr hilfreich für das Zielen und gleichzeitige Schießen sind, sowie die Gravity-X-Funktion. Mit dieser kann ein Monitor oder Fernseher direkt angeschlossen werden, um im Großformat darauf zu zocken.
Mit 6500 mAh ist der Akku ziemlich groß bemessen und somit ideal für Gamer geeignet. Bei normaler Nutzung kommt dieser locker durch den Tag, wer jedoch viel spielt, wird trotzdem täglich laden müssen. Kabelloses Laden bietet das Redmagic 9S Pro nicht, dafür lädt es kabelgebunden mit bis zu 80 Watt. Von 20 auf 80 Prozent lädt der Akku mit dem mitgelieferten Netzteil in etwa einer halben Stunde und wird dabei vom Lüfter gekühlt. Das kann aber auch in der Software abgeschaltet werden, um beim Laden über die Nacht nicht zu stören. Der maximale Ladestand kann außerdem zwischen 70 und 90 Prozent begrenzt werden, um den Akku zu schonen.
Das Redmagic 9S Pro ist in den Farben Grau („Sleet“) mit 12/256 GB direkt beim Hersteller für nur 649 Euro und in Schwarz-Gold („Cyclone“) oder Weiß-Grau („Snowfall“) mit 16/512 GB für 799 Euro erhältlich. Ein Modell in Weiß („Frost“) mit 12/256 GB soll noch folgen. Das ist deutlich günstiger als etwa bei Amazon und für die Leistung ein fairer Preis.
Das Redmagic 9S Pro zielt vorrangig auf eine Sache ab: Gaming. Das ist mit der absolut herausragenden Leistung und teilweise wirklich hilfreichen Gaming-Features, sowie einem großen Akku wirklich gut gelungen. Zusätzlich gibt es außerordentlich viel RAM, Speicher, ein schönes modernes Design und eine tadellose Verarbeitung. Auch das Display braucht sich nicht zu verstecken.
Der Lüfter kann auf Dauer ganz schön nerven. Einziges größeres Manko – wie bei jedem Gaming-Smartphone – ist die Kamera, hauptsächlich für Selfies. Wer also getrost auf eine starke Kamera verzichten kann und stattdessen eine starke Leistung zu einem fairen Preis wünscht, ist mit dem Redmagic 9S Pro gut beraten.
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