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Reolink RLC-823A 16x im Test: PTZ-Überwachungskamera mit Wahnsinns-Zoom und 4K

Reolink RLC-823A 16x: PTZ-Überwachungskamera mit 16-fachem optischen Zoom
Testsieger PTZ
VORTEILE
  • 4K-Auflösung mit guter Bildqualität und 16-fach-Zoom
  • automatische Bewegungsverfolgung und Patrouillenfahrt
  • Bewegungserkennung differenziert zwischen Personen, Fahrzeugen & Haustieren
  • Dank Onvif-Support ohne Cloud vollständig nutzbar
NACHTEILE
  • Sirene mit 80 dB relativ leise
  • keine farbige Nachtsicht

Die Reolink RLC-823A 16x bietet eine 16-fache optische Vergrößerung sowie eine Auflösung von 4K. Was die Onvif-Überwachungskamera sonst noch kann, zeigt unser Test.

Mit der RLC-823A 16x erweitert Reolink sein Angebot an leistungsfähigen PTZ-Überwachungskamera mit 4K-Auflösung. Neben der Trackmix-Serie mit zwei schwenk- und neigbaren Objektiven, der mit Akku und Solarpanel relativ autarken Argus PT Ultra und der E1 Outdoor Pro gibt es mit der Reolink RLC-823A 16x eine Variante, die eine bis zu 16-fache optische Vergrößerung bietet. Mit Strom wird die PTZ-Überwachungskamera entweder per PoE-Kabel oder dem beiliegenden Netzteil versorgt.

Sie ist kompatibel zum Onvif-Standard (Ratgeber) und lässt sich damit auch an eine NAS wie Synology Surveillance Station (Ratgeber) und in Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro oder Home Assistant integrieren. Last but not least differenziert die Überwachungskamera bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, Fahrzeugen und Haustieren und bietet eine automatische Bewegungsverfolgung sowie eine Gegensprechfunktion.

Aufnahmen speichert das Gerät auf einer bis zu 256 GByte großen microSD-Karte, die allerdings nicht zum Lieferumfang gehört. Alternativ steht auch ein kostenpflichtiger Cloudspeicher in einem Frankfurter Rechenzentrum zur Auswahl. Das Cloud-Abo können Anwender einmalig mit einer Kapazität von 1 GByte und einem Videoverlauf für bis zu sieben Tage für eine Kamera kostenlos testen. Das Standard-Abo kostet 4,19 Euro und bietet 30 Tage Cloud-Speicherung mit 30 GByte für bis zu fünf Kameras. Mehr Leistung bietet das Premier-Abo für 8,29 Euro, das 80 GByte Speicherplatz für bis zu zehn Kameras umfasst. Wie gut die aktuell für 276 Euro erhältliche Reolink RLC-823A 16x in der Praxis funktioniert, verrät unser Testbericht.

Lieferumfang und Ausstattung

Der Lieferumfang umfasst neben der Kamera eine Metallhalterung zur Montage an einer Wand. Außerdem befinden sich im Karton noch eine Montageschablone, Schrauben und Dübel zur Befestigung, einen Draht mit Karabinerhaken für die Montage, einen Aufkleber mit Hinweis zur 24-Stunden-Überwachung sowie eine Kurzanleitung – auch auf Deutsch, die primär Montage und Inbetriebnahme erläutert. Letztere erfolgt am besten mit dem mitgelieferten Ethernet-Kabel, sodass das Abscannen des am Kameragehäuse aufgedruckten QR-Code entfällt. Das Setup der Kamera mit der Reolink-App oder mit einem Browser ist schnell erledigt. Mehr Details dazu finden Interessierte in älteren Testberichten über Reolink-Kameras (Themenwelt), in denen wir die Inbetriebnahme detailliert erläutert haben. Alternativ zur PoE-Stromversorgung befindet sich im Lieferumfang noch ein 24-Watt-Netzteil, das aber nur ein 1,5 Meter langes Verbindungskabel bietet.

An einer Wand montiert liegt der äußere Abstand der Reolink RLC-823A 16x inklusive Metallhalterung bei etwa 18 cm. Der Durchmesser des Kamerakorpus misst circa 13 cm und die Gesamtlänge gut 28 cm. Das Gehäuseoberteil und die Halterung bestehen aus Metall, der drehbare Teil mit Objektiv aus Plastik. Insgesamt bringt die Reolink RLC-823A 16x 1,85 kg auf die Waage. Sie ist wetterfest nach IP66 und im Temperaturbereich zwischen -10° und 50° Celsius einsatzbereit. Mit der Integration von Mikrofon und Lautsprecher realisiert Reolink eine Zwei-Wege-Audiofunktion, sodass Anwender sich mit Personen vor der Kamera unterhalten können. Im Test hat die Gegensprecheinrichtung zuverlässig funktioniert. Wie üblich, sollte man bauartbedingt allerdings keine HiFi-Qualität erwarten. Für einen kurzen kommunikativen Austausch mit etwa dem Paketboten reicht es aber allemal.

Alarmierung und Aufnahme konfigurieren

Die KI der Kamera differenziert bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, Fahrzeugen, Haustieren und anderer sich bewegender Objekte. Letztere deaktivieren Anwender unter Einstellungen – Push – Zeitplan, um Fehlalarme durch zum Beispiel vorbeifliegende Blätter zu minimieren. Sollen auch Aufnahmen von diesem Objekttyp verhindert werden, deaktiviert man unter Einstellungen – Filmaufnahme – ZeitplanAlarm unter Erkennungstyp die Option Bewegungserkennung. Dann startet die RLC-823A 16x Aufnahmen nur, wenn sie eine Person, Haustier oder Fahrzeug erkannt hat. Standardmäßig startet die RLC-823A 16x bei einer erkannten Bewegung eine Aufnahme. Wer statt der ereignisbasierten lieber eine kontinuierliche Aufnahme wünscht, aktiviert unter Alarm-Einstellung – Filmaufnahme – Zeitplan – Timer einen entsprechenden Zeitraum.

Hilfreich ist auch, wenn man den Überwachungsbereich sowie die Aufnahme auf bestimmte Objekte begrenzt. Hierfür stehen in der Reolink-App sowohl in der mobilen als auch in der Desktop-Variante entsprechende Optionen im Abschnitt Alarm-Einstellung und Überwachen – Aufnahme bereit. Dort können Anwender etwa Bewegungszonen definieren, in denen kein Alarm ausgelöst wird.

Fehlalarme treten dank der integrierten KI, mit der sich die Erkennung auf Personen, Fahrzeuge und Haustiere sowie nach deren Größe eingrenzen lässt, im Test nahezu keine auf. Benachrichtigungen in Form von Pushnachrichten und E-Mails erfolgen zeitnah. Die E-Mail-Benachrichtigungen sind bei uns allerdings im Spam-Ordner gelandet. Zudem funktionieren sie nicht, wenn das E-Mail-Konto über eine Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert ist. Zusätzlich können Anwender optional den internen Lautsprecher als Sirene für einen Alarm verwenden. Allerdings ist diese mit gemessenen 80 dB direkt am Lautsprecher wie schon bei der Argus PT Ultra nicht sehr laut.

PTZ-Steuerung, Bewegungsverfolgung, Patrouillenfahrt, 3D-Zoom

Die Schnelligkeit der PTZ-Mechanik können Anwender regulieren. Insgesamt reagiert sie auf Eingaben sehr zügig. Allerdings wird die Neupositionierung der Kamera durch ein surrendes Geräusch begleitet, das an die Positionierung eines 3D-Druckers erinnert. In Innenräumen nimmt man dieses deutlich wahr, im Außenbereich wird es von den Umgebungsgeräuschen in der Regel überlagert.

Anwender können für eine optimale Überwachung außerdem einen Wachpunkt als Standard-Ausrichtung sowie bis zu 32 Preset-Punkte konfigurieren, zu denen sich die Kamera nach manueller Auswahl ausrichtet. Dabei merkt sich die Kamera nicht nur den Fokus, sondern auch die Zoom-Stufe. So kann man einen bestimmten Bereich über die PTZ-Steuerung anvisieren, vergrößern und als Preset-Punkt abspeichern und später abrufen. Beim Zoomen versucht die Kamera den neuen Bildausschnitt zu fokussieren. Bis das Bild wieder scharf ist, vergehen ein bis zwei Sekunden, wobei die Fokussierung nicht immer korrekt gelingt. Insgesamt arbeitet der Autofokus aber zuverlässig, sodass man auf die manuelle Fokus-Steuerung größtenteils verzichten kann. Die vergrößerte Darstellung wird obendrein durch einen sogenannten 3D-Zoom erleichtert. Damit umrahmt man ein bestimmtes Objekt und die Kamera vergrößert dieses automatisch, ohne dass man das Objektiv per PTZ-Steuerung ausrichten und den Zoom manuell einstellen muss.

Über die Option Patrouille können Anwender zuvor festgelegte Preset-Punkte festlegen, die die Kamera für eine festgelegte Zeit (Standard: 10 Sekunden) anvisiert. Die zuschaltbare Bewegungsverfolgung sorgt dafür, dass die Kamera einmal erkannte Objekte nicht mehr aus den „Augen“ verliert. Im Test hat sie zuverlässig funktioniert. Nur wenn man sehr nahe und schnell an der Kamera vorbeigeht, versagt die Technik, was aber mit anderen PTZ-Überwachungskameras ebenfalls passiert.

Bildqualität, Sichtfeld & Datenschutzzonen

Dank einer hohen Auflösung von 3840 × 2160 Pixel mit bis zu 25 fps bietet die RLC-823A 16x auch beim digitalen Zoom noch Reserven. Hochwertiger gelingt eine Vergrößerung allerdings, wenn man den optischen 16-fach-Zoom verwendet. Bilder mit maximaler Zoom-Stufe sind dabei äußerst beeindruckend (siehe auch Bildergalerie). In der Regel liefert die Kamera detailreiche und scharfe Aufnahmen mit einem ausreichenden Kontrast. Bei schwierigen Lichtverhältnissen wie Gegenlicht oder einem hohen Dynamikumfang kämpft sie teilweise aber mit ungenauer Belichtung. Diesbezüglich bieten Varianten mit WDR (Wide Dynamic Range), HLC (Highlight Compensation) oder BLC (Backlight Compensation) wie die Annke NCD800 (Testbericht) mit zeitlich gesteuerter Aktivierung optimaler Einstellungen bessere Ergebnisse. Etwas verbessern kann man die Bildqualität unter Display – Lichter & Schatten.

Der Schwenk- und Neigebereich der Kamera beträgt 360° sowie 0° – 90° Grad. Ohne PTZ-Funktion bietet die Hauptkamera je nach Zoom-Stufe ein Sichtfeld bis maximal 54,2° horizontal und vertikal bis zu 47°. Der zu überwachende Bereich sollte also etwas weiter entfernt und größer sein, sodass die Kamera mit PTZ-Mechanik und 16-fach-Zoom ihre Stärken ausspielen kann.

Für einen DSGVO-konformen Betrieb können Anwender unter Einstellungen – Display – Privatsphärenmaske bis zu drei Zonen definieren, die bei der Aufzeichnung automatisch geschwärzt werden. Das ist Voraussetzung für einen DSGVO-konformen Betrieb der Kamera, wenn sie auf fremde Grundstücke oder öffentliche Bereiche ausgerichtet ist.

Amazon Alexa, Google Assistant und Smart Home

Die Reolink RLC-823A 16x lässt sich auch mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa bedienen. In Verbindung mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream auf ein kompatibles Gerät wie Nest Hub oder Echo Show ausgeben (siehe auch Bildergalerie). Letzteres ist aber wie bei fast allen Überwachungskameras mit einer Latenz verbunden. Im Fall der Reolink liegt diese bei etwa fünf Sekunden.

Dank Onvif-Support kann man die Reolink RLC-823A 16x in kompatible Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro oder Home Assistant integrieren und für Automatisierungen nutzen. In Verbindung mit anderen smarten Sensoren (Bestenliste) ist so der Aufbau eines leistungsfähigen Alarmsystems möglich. Mit Home Assistant und dem Plug-in Frigate können Anwender sogar einen leistungsfähigen Netzwerk-Video-Rekorder realisieren. Alternativ kann man für letzteres aber auch Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station (Ratgeber) verwenden.

Was kostet die Reolink RLC-823A 16x?

Reolink verkauft die RLC-823A 16x regulär für 370 Euro. Aktuell ist sie für 276 Euro im Angebot. Die RLC-823A 16x wird im Handel allerdings nur noch vereinzelt angeboten, da Reolink kürzlich mit der RLC-823S2 den Nachfolger vorgestellt hat. Sie ist bis auf die zusätzlichen LEDs für eine farbige Nachtsicht baugleich und kostet regulär 370 Euro. Aktuell ist sie für 276 Euro im Angebot. Als Alternative bietet sich die Variante mit 5x optischem Zoom an. Diese kostet aktuell 207 Euro.

Fazit

Der optische Zoom ist das Highlight der Reolink RLC-823A 16x. Dank 16-facher Vergrößerung stellt die Überwachungskamera auch weit entfernte Objekte detailliert dar. Beeindruckend (siehe auch Bildergalerie). Ferner bieten die Aufnahmen dank 4K-Auflösung viele Details. Die Nachtsichtfähigkeit der Überwachungskamera wird durch sieben Infrarot-LEDs unterstützt. Damit gelingen bei Dunkelheit gut ausgeleuchtete Schwarz-Weißaufnahmen. Mangels weiß leuchtender LEDs bietet die RLC-823A 16x allerdings keine farbige Nachtsicht.

Fehlalarme sind dank der Differenzierung von Personen, Fahrzeugen und Haustieren und den zahlreichen Einstellmöglichkeiten wie Empfindlichkeit und Größe des Objekts praktisch ausgeschlossen. Nützlich ist die automatische Bewegungsverfolgung, mit der die Kamera einmal erfasste Objekte nicht mehr aus den „Augen“ verliert, sowie die Patrouillen-Funktion, mit der sie zuvor festgelegte Positionseinstellungen (Presets) für eine vom Anwender definierte Dauer automatisch überwacht. Wie von Reolink-Kameras gewohnt, bietet auch die RLC-823A 16x einwandfreie Leistungswerte in puncto Konfiguration, Bedienung und Alarm-Benachrichtigung (Push, E-Mail, FTP-Server). Die flexible Steuerung per Smartphone- und Desktop-App sowie Browser steht ebenfalls auf der Habenseite. Positiv ist auch, dass sich die Reolink RLC-823A 16x im Unterschied zu Lösungen von Ring oder Arlo vollständig ohne kostenpflichtige Cloud betreiben lässt.

Wie andere Reolink-Kameras mit festem Stromanschluss unterstützt auch die Reolink RLC-823A 16x den Onvif-Standard. Damit können Anwender sie in leistungsfähige Smart-Home-Zentralen wie Home Assistant (Testbericht) und Homey Pro (Testbericht) einbinden und für Automatisierungen verwenden und so in Kombination mit smarten Sensoren ein leistungsfähiges Alarmsystem aufbauen. Außerdem sorgt die Unterstützung des Onvif-Standards auch dafür, dass man die Kamera mit Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station (Testbericht) steuern kann.

Die kabelgebundene Stromversorgung per Netzteil oder PoE-Kabel schränkt den Montageort etwas ein. Dafür reagiert die Überwachungskamera auf Nutzereingaben unverzüglich und Verbindungsabbrüche wie bei WLAN-Modellen gibt es nicht.

Wer einen großen Bereich überwachen möchte und dabei auch Wert auf eine detaillierte Darstellung von weiter entfernten Objekten legt, wird mit der Reolink RLC-823A 16x bestens bedient.