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Ring Floodlight im Test: LED-Strahler mit WLAN-Kamera

Ring Floodlight im Test: LED-Strahler mit WLAN-Kamera
VORTEILE
  • einfache Einrichtung
  • helles Licht
  • gute Bildqualität
NACHTEILE
  • App teilweise Englisch
  • Cloud-Zwang

Überwachungskamera nachrüsten ohne Infrastruktur? Die Ring Floodlight verspricht genau das: Sie ersetzt Außenleuchten mit Bewegungsmelder und bringt eine WLAN-Kamera mit toller App und Cloud-Anbindung gleich mit.

Design

Die Ring Floodlight sieht auf den ersten Blick, naja, interessant aus. Bereits seit einiger Zeit gibt es diverse außentaugliche LED-Strahler in dieser Optik: Zwei einzeln schwenkbare Leuchten an einer gemeinsamen Basis, wo normalerweise in der Mitte der Bewegungsmelder sitzt, hat Ring einfach noch eine Kamera mit eingebaut.

Sowohl die Leuchten als auch die Kamera sind beweglich aufgehängt. So kann man die Position problemlos an die örtlichen Gegebenheiten anpassen. Bei der Kamera ist das auch gar nicht so wichtig, denn sie hat eine extreme Weitwinkellinse – und sieht fast alles, was vor und neben ihr passiert. Das ist allerdings auch rechtlich relevant, schließlich darf man den „öffentlichen Raum“ nicht aufzeichen, also keine Straße, Bürgersteige oder Nachbarhäuser, sondern nur sein eigenes Grundstück.

Bodenplatte und Kamera-Gehäuse sind aus Kunststoff gefertigt, der Rest ist aus Metall.

Die eigentliche Kamera kennen wir schon. Das Modul in der Mitte der Floodlight erinnert stark an die eigenständige Ring Spotlight (Testbericht) – eine Überwachungskamera, die dank Akku und Solarpanel komplett autark funktioniert.

Wenn man sich mit der etwas ungewöhnlichen Optik anfreunden kann, bekommt man ein hochwertiges Stück Hardware für sein Geld. Leuchten und Gehäuse-Oberfläche sind aus Metall und fühlen sich extrem solide an. In der Praxis würden wir die Kamera aber im Idealfall besser hoch genug aufhängen, denn die Bodenplatte ist nur aus Kunststoff gefertigt. Mit genügend Krafteinsatz rutschen die Schrauben durch die Löcher.

Installation

Die Floodlight ist nun das dritte Produkt von Ring, das wir testen. Die gute Nachricht: Vor der Montage haben wir überhaupt keine Angst. Die App ist gut gemacht und zeigt Schritt-für-Schritt-Anleitungen inklusive Videos, sämtliches für die Montage nötiges Zubehör ist dabei. Und weil Ring es offensichtlich gut meint mit seinen Kunden, legt der Hersteller sogar noch einen Schraubendreher und einen passenden Bohrer mit in den Karton. Ob es jemanden gibt, der selbst einen Außenstrahler anbringt und keinen eigenen Schraubendreher hat, steht auf einem anderen Blatt. Aber wir wissen die Geste zu schätzen.

Der Anschluss erfolgt über eine Lüsterklemme unter der Bodenplatte. Netzwerk- oder Videokabel sind nicht nötig, die Floodlight benötigt nur Strom und ein WLAN-Netz in Reichweite.

Um die Bodenplatte abzunehmen, muss man zwei Muttern auf der Oberseite der Spotlight lösen. Dann kann man die Lampe samt Kamera & Co. nach oben abheben. Die Bodenplatte aus Kunststoff wird mit zwei Schrauben an der Wand befestigt. Die große Herausforderung ist, sie gerade aufzuhängen: Die Schrauben dürfen konstruktionsbedingt nicht in der Waage liegen und es gibt keine größere Aussparung an einer Schraube, um nachträglich etwas schieben zu können. Durch einen Gummipropfen auf der Rückseite sticht man die drei Drähte der Stromversorgung; per Lüsterklemme werden Phase und Neutralleiter verbunden wie bei jeder anderen Lampe auch. Bevor man die eigentliche Lampe wieder aufsetzt und festschraubt, sollte man noch einen kurzen Blick auf den großen O-Dichtungsring werfen, der einmal um die Bodenplatte läuft. Er löst sich bei der Montage gerne mal ab.

Sobald die Ring am Strom hängt, leuchten die LED-Spots. Eine Sprachansage hilft bei der Ersteinrichtung; zumindest, solange man des Englischen mächtig ist. Eigentlich ist es aber alles ganz einfach und läuft so ab, wie die Konfiguration der meisten Smart-Home-Geräte.

Die Bodenplatte wird mit zwei Schrauben an der Wand befestigt. Kabel anschließen, Deckel zu, verschrauben, fertig.

Auf der Oberseite der Kamera ist ein kleiner Knopf. Wenn man ihn drückt, ist die Floodlight im Koppel-Modus. Sie macht ein eigenes WLAN auf, man verbindet es mit dem Handy, startet die App, wählt sein eigenes WLAN aus einer Liste, trägt sein Passwort ein – und fertig.

Cloud

Na gut, ein bisschen komplizierter ist es schon. Ring-Neukunden müssen einen Account anlegen, ihre Adresse hinterlegen und können sich dann überlegen, ob sie das kostenpflichtige Abo abschließen. Wenn ja, werden Video-Aufnahmen auf den Servern des Anbieters gespeichert und sind dort 60 Tage lang abrufbar. Wenn nein, funktionieren Licht und Kamera problemlos, es gibt aber nur die Live-Ansicht des Videos und keine Möglichkeit, „zurückzuspulen“.

Das Design ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber funktional. Wir hätten an dieser Stelle wohl eher die weiße Variante gewählt.

Eine Aufzeichnung auf Speicherkarte oder NAS ist nicht vorgesehen. Es wirkt etwas nach dem Apple-Prinzip: Friss oder stirb. Wer sich mit dem Cloud-Abo anfreunden kann, bekommt ein wirklich nützliches, durchdachtes und praxisnahes Produkt zu einem zwar hohen, aber auch gerechtfertigten Preis. Und wer unter keinen Umständen möchte, dass seine Video-Aufnahmen auf den Servern irgendeines Anbieters landet, muss sich eben selbst um Details wie Firewall, Port Forwarding und Netzwerkspeicher kümmern und sich ein anderes Produkt suchen.

Derzeit gibt es zwei verschiedene Tarife. Der Protect Basic Plan für 3 Euro im Monat oder 30 Euro im Jahr speichert die Aufnahmen von einer Kamera, der Protect Plus Plan die Aufnahmen von beliebig vielen Kameras an der gleichen Adresse. Er kostet 10 Euro im Monat oder 100 Euro im Jahr.

Per Drag & Drop kann man Bereiche markieren, in denen die Video-Aufzeichnung auf Bewegung reagieren soll. Das Bild haben wir weichgezeichnet, da im Original öffentlicher Raum zu sehen ist, den man nicht überwachen darf. Dank Kugelkopf an der Kamera lässt sie sich aber so ausrichten, dass sie nun nur noch aufs private Grundstück zeigt.

App und Funktionen

Die App haben wir bereits ausführlich in unseren Testberichten zu Ring Spotlight und Ring Doorbell 2 beschrieben. Da Konfiguration und Einrichtung im Wesentlichen so ablaufen wie bei den anderen Geräten, zeigen wir hier noch einmal alle Schritte zur Einrichtung der Ring Spotlight.

Im Gegensatz dazu finden sich in den Einstellungen der Floodlight noch ein paar zusätzliche Funktionen, die die LED-Beleuchtung sowie die integrierte Alarmsirene betreffen. Die Bewegungserkennung lässt sich voneinander unabhängig für die Beleuchtung und die Videoaufzeichnung einrichten. Hier wie dort kann der Nutzer die Richtungen festlegen, in denen die Floodlight reagieren soll – also etwa Licht, wenn jemand aus dem Haus kommt, aber nicht, wenn jemand in der Einfahrt wendet.

Funktionen auf einen Blick: In diesem Menüpunkt lassen sich Live-Video abrufen und die Sirene aktivieren sowie die Einstellungen für Licht und Kamera anpassen.

Gefühlt reagiert der Bewegungsmelder der Beleuchtung empfindlicher als die Bewegungserkennung der Kamera. Push-Mitteilungen aufs Handy gibt es aber nur, wenn die Videoaufzeichnung anspricht, nicht bei Licht. Das ist zwar schade, aber in der Praxis kein großes Thema. Praktisch: Per Drag & Drop kann man in das Videobild die Bereiche einzeichnen, in denen die Kamera auf Bewegungen achten soll. So kann man Bereiche ausnehmen, in denen Bäume im Wind schwenken, Wolken für Schatten sorgen oder Autos hinterm Zaun vorbeifahren.

Wie bei den anderen Ring-Produkten kann der App-Nutzer auch bei der Floodlight eine Sprachverbindung herstellen. Umgebungsgeräusche werden immer mit aufgezeichnet, wenn die Bewegungserkennung anspricht, per Fingertipp kann man auch sprechen. Exklusiv in der Floodlight ist eine lautstarke Sirene integriert, die man in der App aktiviert. Automatisch kann man sie aber nicht einschalten.

Einen Haken gibt es noch: Bis heute finden sich in der an sich gut übersetzten App hier und da immer mal wieder Unterpunkte, die ausschließlich in englischer Sprache ausgeführt sind. Außerdem ist die Bedienung hier und da etwas gewöhnungsbedürftig, etwa dann, wenn man Einstellungen geändert hat und zunächst händisch speichern muss, obwohl der Zurück-Button viel intuitiver aussieht.

Kamera und Bildqualität

Tags wie Nachts überzeugt die Qualität der Kamera. Im Dunkeln erscheint das Bild Schwarz-Weiß und wird per Infrarot-Beleuchtung aufgehellt, am Tag ist es farbig und gestochen scharf. Allerdings ist die Kamera vor allem für den Nahbereich gut geeignet: Was weniger als fünf Meter vor der Kamera stattfindet, sieht perfekt aus. Weiter hinten wird es dann unscharf.

Praktisch ist die Kombination aus LED-Flutlicht und Überwachungskamera auch deshalb, weil die helle Leuchte zu einem besseren Bild führt. Das Rauschen geht zurück, die Details werden mehr. Wenige Sekunden nach dem Aktivieren der Leuchten schaltet die Überwachungsamera vom Nacht- in den Tagmodus zurück, damit ist auch wieder Farbe im Bild.

Ausgerechnet beim Abfilmen von Kennzeichen tut sich die Kamera im Dunkeln dann aber doch etwas schwer. Das ist auch sehr gemein, die Nummerntafeln reflektieren und werden angeleuchtet, aber trotzdem: Genau dort wäre eine bessere Erkennbarkeit der Details wünschenswert. In unserem Fall ist die Kamera aber auch gut zehn Meter von der Einfahrt entfernt. Die näher an den Autos montierte Ring 2 kriegt das besser hin, tut sich mit dieser Aufgabe aber auch etwas schwer.

Fazit

Man kann sicher darüber diskutieren, ob Cloud-Dienste und Überwachungskameras zusammengehören. Die Vorteile sind offensichtlich: Einrichtung und Konfiguration laufen super einfach ab, es gibt Push-Benachrichtigungen, Multi-User-Management und die Aufzeichnungen liegen sicher außerhalb des überwachten Objekts. Dafür liegen sämtliche Daten beim Anbieter – und es fällt eine Grundgebühr an.

Die Ring Floodlight kombiniert eine vorbildliche Cloud-Überwachungskamera mit einer wirklich hellen LED-Beleuchtung für den Außenbereich. Das beste ist: Man kann einfach eine bisherige Lampe gegen die Floodlight austauschen. Montageaufwand 30 Minuten bis eine Stunde, dann steht die Überwachung; dank WLAN auch ohne LAN- oder Video-Kabel, und dank Bewegungsmelder mit überschaubarem Datentransfer – denn nur, wenn die Kamera reagiert, sendet sie den Video-Clip in die Cloud.