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Ring Security Alarmanlage im Test: einfach installiert und gut

Ring-Alarmanlage
VORTEILE
  • vorbildliche App
  • leichte Installation und Einrichtung
  • gute Ausstattung
NACHTEILE
  • keine komplexen Programmieroptionen
  • Cloud-Registrierung nötig (kostenlos)

Die Amazon-Tochter Ring vertreibt neben den Cloud-basierten Überwachungskameras auch ihr smartes Alarm Security System mit App-Anbindung in Deutschland; inzwischen in zweiter Version. Wir haben das System getestet und zeigen Vor- und Nachteile.

Bei diesem Testbericht handelt es sich um ein Update des ursprünglichen Tests von Ring Security. Der Hersteller hat seit der Markteinführung im Jahr 2020 beispielsweise das Tasten-Bedienfeld gegen eine neue Version ausgetauscht und bietet weitere Komponenten wie eine batteriebetriebene Sirene zur Außen-Montage oder einen Glasbruchsensor an.

Systemüberblick

Die Ring-Alarmanlage besteht aus der eigentlichen Alarmzentrale, einem akkubetriebenen Funk-Bedienmodul, einem Range-Extender für die problemlose kabellose Anbindung der Sensoren sowie den Sensoren selbst. Neben Infrarot-Bewegungsmeldern sowie Magnetkontakten als Öffnungsmelder für Türen und Fenster gibt es inzwischen auch einen akustischen Glasbruchmelder; weitere Sensoren – etwa Wasser- und Feuchtigkeitsmelder für Keller oder Waschmaschine oder Rauchmelder gibt es leider nicht. In den USA ist das Angebot größer: Der Ring-Shop bietet zum Beispiel einen hauseigenen CO- und Rauchmelder an, aber auch Sensoren von Drittherstellern. Aus Deutschland kann man aber noch nicht einmal das Angebot einsehen, zum Öffnen der Webseite brauchten wir einen VPN-Zugang mit Server in den USA. Schade, dass diese Produkte bei uns noch immer nicht zu haben sind; den Z-Wave-Rauchmelder gab es dort schon im Jahr 2020.

Scharf und unscharf schaltet man die Alarmanlage per App oder nach Code-Eingabe auf dem Bedienelement; eine Sprachansage aus der Zentrale und dem Element bestätigt die Änderung. Im Alarmfall ertönt die Sirene der Zentrale, es gibt Push-Nachrichten auf alle verbundenen Smartphones und gegen Bezahlung auch weitere Benachrichtigungen, dazu später mehr. Wer möchte, kann auch die optionale Sirene anbringen.

Die Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten erfolgt über Z-Wave Plus. Das ist eine Weiterentwicklung des Z-Wave-Funkstandards für Smart-Home-Komponenten. Er bietet im Vergleich zum Vorgängersystem eine höhere Reichweite der Komponenten, eine effizientere Nutzung der Energie sowie die Möglichkeit der Übertragung von Software-Updates auf die Sensoren.

Die US-Version der Ring-Webseite bietet interessante Komponenten, die es in Deutschland derzeit nicht gibt.

Für den Betrieb ist zwingend eine Internet- und eine Cloud-Anbindung samt Registrierung und Adressangabe beim Hersteller nötig. Ein kostenpflichtiges Abo bietet Zusatzdienste, ist aber für den reinen Alarmanlagenbetrieb nicht notwendig – App-Benachrichtigung, Steuerung per Smartphone und der Blick auf den Zustand der Komponenten funktioniert ohne monatliche Kosten.

Design und Verarbeitung

Wir kennen Ring von den Überwachungskameras (für innen und außen, mit Solar und mit Außenbeleuchtung) und haben die Produkte samt ihrer Verpackungen und dem umfangreichen Zubehör lieben gelernt. Das gilt auch für das Alarmanlagen-Set: Im sauber strukturierten Paket finden sich klar und deutlich beschriftet sämtliche Komponenten und das Montagezubehör samt Bohrschablonen, Dübeln und hochwertigen Klebepads von 3M.

Dieser Eindruck setzt sich nach dem Auspackenn der einzelnen Produkte fort. Die Alarmzentrale wirkt stabil und wertig. Die Sensoren sind zwar vergleichsweise groß, aber ebenfalls wertig verarbeitet und haben Sabotagekontakte integriert, die beim Abreißen oder Ablösen aus der Halterung anschlagen.

Die Verpackung ist extrem gut durchdacht und der Inhalt gut beschriftet.

Uns gefällt das Bedienpanel mit Zehner-Tastatur, das bei smarten Funk-Alarmanlagen eine Besonderheit darstellt. Die meisten Systeme dieser Art lassen sich ausschließlich per App steuern oder bringen maximal noch eine Fernbedienung mit. Mit dem Ziffernpad kann man Dritten Zugang zur Wohnung verschaffen – als Gast sogar mit festgelegten Zeitfenstern, etwa für eine Putzhilfe.

Die Wandhalterung des Bedienteils wird an der Wand verschraubt. Das Gerät selbst wird einfach nur eingesetzt. Dank integriertem Akku und Funkanbindung arbeitet es komplett autark. Zum Nachladen des Akkus per Mikro-USB kann man es aus der Halterung entnehmen; einen entsprechenden Hinweis, wenn der Speicher leer wird, bekommt man Wochen vorher in der App.

Alarmzentrale

Alle Fäden laufen in der Alarmzentrale zusammen. Die Verbindung mit dem Internet erfolgt über WLAN oder LAN-Kabel. Bei Ring ist außerdem – ebenfalls eine Besonderheit – eine SIM-Karte fest verbaut. Wer das kostenpflichtige Protect-Abo für knapp 10 Euro im Monat abschließt, bekommt eine Fallback-Verbindung über das Mobilfunknetz. Fällt die Internet-Verbindung zu Hause aus, bleibt das System über das Handynetz online. Auch auf einen Stromausfall ist das System vorbereitet. Die Sensoren arbeiten ohnehin batteriebetrieben; zusätzlich gibt es einen Puffer-Akku in der Zentrale, der die Anlage für 24 Stunden autark betreibt.

Es gibt ein paar Status-LEDs und eine Taste, um die Verbindung zur App herzustellen. Damit das so komfortabel wie möglich abläuft, hat die Zentrale zusätzlich Bluetooth integriert – auf diesem Weg koppelt sie sich mit dem Smartphone, um dann WLAN-Zugangsdaten zu erhalten und sich mit der Cloud zu verbinden. Damit ist Ring Alarm in puncto Einrichtung und Montage eines der komfortabelsten Systeme auf dem Markt. Ebenfalls integriert ist die Z-Wave-Schnittstelle zur Kommunikation mit den Sensoren und dem Tastenfeld.

Die Alarmzentrale hat Funk-Module für Z-Wave (Alarmsensoren und Tastatur), Bluetooth (zur Einrichtung mit dem Handy), WLAN und LAN für die Verbindung ins Internet sowie ein integriertes Handynetz-Modul für die Fallback-Verbindung – samt Puffer-Akku.

Sensoren & Komponenten

Grundsätzlich gibt es die Ring-Alarmanlage nur als Set. Immer sind Zentrale, Bedienelement sowie ein Z-Wave-Repeater zur Vergrößerung der Funkreichweite enthalten, und je nach Bedarf eine unterschiedliche Anzahl an Magnetkontakten für Türen und Fenster sowie IR-Bewegungsmelder; alle Sets gibt es mit und ohne Sirene. Wer sich an die Installationsanweisung hält, kann die Bewegungssensoren so installieren, dass sie nicht auf Haustiere bis 15 Kilogramm Körpergewicht reagieren – dafür gilt es vor allem die Montagehöhe, aber auch die Empfindlichkeit zu beachten.

Das kleine, fünfteilige Set eignet sich optimal zur Absicherung einer kleinen Wohnung in einem höheren Stockwerk, eines Gartenhauses, einer kleinen Werkstatt oder Ähnliches. Enthalten sind neben den Standard-Komponenten ein Bewegungsmelder für den Flur oder den Hauptraum und ein Magnetkontakt für die Eingangstür. Das siebenteilige Set bringt jeweils zwei Sensoren mit, das neunteilige drei und das größte mit zehn Komponenten drei Bewegungsmelder und vier Magnetkontakte.

Die Sensoren, der Signalverstärker (alias Repeater) und das Bedienpanel lassen sich auch einzeln bestellen. Alle im Set ausgelieferten Komponenten sind bereits angelernt; das Hinzufügen weiterer Komponenten ist aber einfach und ohne technisches Detailwissen über die App schnell gemacht.

Das kleine Einsteigerset bringt Z-Wave-Repeater, Magnetkontakt für Tür oder Fenster sowie Bewegungsmelder (unten, v. l. n. r.) mit. Zusätzliche Sensoren gibt es optional zu konkurrenzfähigen Preisen.

Als Nachteil kann man die geringe Auswahl der verfügbaren Sensoren erwähnen sowie die Tatsache, dass es sich hier um relativ simple Alarmanlagenbausteine handelt. Andere Systeme, etwa von Egardia oder Gigaset , geben bei geplatzten Schläuchen der Waschmaschine, Glasbruch oder Feuer laut. Und die Tür- und Fensterkontakte von Gigaset (Testbericht) beispielsweise arbeiten mit Beschleunigungssensoren statt mit Magnetkontakten – und können auf diese Weise Einbruchsversuche, Stöße und Schläge von einer normalen Öffnung unterscheiden. Der Türsensor von Somfy (Testbericht) erkennt beim Öffnen, ob derjenige, der gerade Haus oder Wohnung betritt, einen Somfy-Transponder am Schlüsselbund trägt und entschärft die Alarmanlage in dem Fall automatisch.

Dafür ist Ring natürlich weit vorne im Bereich der Videoüberwachung. Kameras für innen und außen lassen sich hervorragend in die App integrieren und im Alarmfall direkt einsehen.

App & Programmierung

Wer unsere Testberichte zu Ring-Überwachungskameras gelesen hat, weiß, dass wir grundsätzlich ein Fan der Ring-App sind. Man muss aber damit leben können, dass es sich um eine Amazon-Tochter handelt, die persönliche Daten inklusive Anschrift des überwachten Objekts abfragt. Kann man das, bekommt man im Gegenzug eine ausgereifte, einfach zu bedienende und durchdachte Cloud-Lösung, die dem Anwender viel Arbeit abnimmt.

Positiv hervorzuheben ist vor allem das Benutzermanagement. Per App kann man andere Personen über eine E-Mail-Benachrichtigung einladen. Familienmitglieder, Freunde & Co. installieren die Ring-App dann selbst auf ihrem Handy und bekommen Zugriff auf die Alarmanlage, den aktuellen Zustand und Benachrichtigungen im Alarmfall. Außerdem gibt es anonyme Benutzer ohne App-Zugang, denen man einen vierstelligen PIN-Code für das Bedienteil und auf Wunsch einen Timelsot zuweist.

Die folgende Fotostrecke zeigt die Inbetriebnahme der Ring-Alarmanlage im Detail.

Benachrichtigung & Alarm

Löst die Alarmanlage aus, ertönt die in der Zentrale untergebrachte Sirene. Dank Puffer-Akku läuft die auch bei Stromausfall. Gegen Zerstörung ist sie freilich nicht geschützt, idealerweise hat sie ihre Alarmmeldung aber abgesetzt, bevor böse Buben an sie heran kommen. Eine zweite Alarmsirene ist im Bedienpanel mit der Tastatur integriert, optional gibt es inzwischen auch eine ebenfalls batteriebetriebene, außentaugliche Sirene zur Wandmontage, die mit ihrem großen blauen Ring-Logo allerdings fast wie eine Leuchtreklame aussieht – das kann man gut oder schlecht finden; grundsätzlich ist es aus Sicherheitsgründen aber besser, wenn der Einbrecher nicht weiß, mit welchem System er es genau zu tun hat.

Die neue Version der Bedienzentrale ist kompakter. Die Monate ist nach wie vor sehr einfach: Dank Akku-Betrieb montiert man die Halterung an der Wand und steckt das Tastenfeld ein. Zum Aufladen kann man es entnehmen. Wer möchte und die Möglichkeit hat, kann die Stromversorgung auch fest verkabeln, nötig ist das aber nicht.

Im Auslösefall setzt Ring auch eine Nachricht an den Cloud-Dienst ab. Selbst ohne kostenpflichtiges Abo bekommt man Push-Mitteilungen aufs Smartphone und E-Mail-Benachrichtigungen. Wer sich für das Protect-Abo für knapp zehn Euro im Monat entscheidet, erhält dafür nicht nur die Fall-Back-Internetverbindung per Handy-Netz, sondern auch eine telefonische Benachrichtigung an bis zu drei Rufnummern.

Um sich und andere bei Alarm nicht in Gefahr zu bringen, bietet sich die Kombination aus einer smarten Alarmanlage und einer Überwachungskamera an. Ring hat diverse Kameras für unterschiedliche Einsatzzwecke im Angebot. Im Rahmen des Protect-Abos werden die Aufnahmen von beliebig vielen Kameras für einen Zeitraum von 30 Tagen in der Cloud gesichert.

Sicherheit & Datenschutz

Die Kommunikation der Komponenten erfolgt verschlüsselt per Funk. Grundsätzlich gilt der zugrunde liegende Standard Z-Wave Plus als sicher und ist nicht anfällig gegenüber Man-in-the-Middle- oder Replay-Attacken, allerdings gilt das für den Moment: Zukünftig könnten Sicherheitslücken gefunden werden. Dieses Problem gibt es aber letztlich bei allen Funkalarmanlagen – und ist für den Privatnutzer vermutlich zu verschmerzen, denn der Standard-Einbrecher kommt hierzulande eher mit einem großen Schraubenzieher oder einem Kuhfuß als mit einem Laptop zum Ort des Geschehens.

Wer tatsächlich wertvolle Gegenstände zu Hause hat, sollte ohnehin nicht auf eine Smart-Home-Alarmlösung zum Selbsteinbau zurückgreifen. Schließlich missachten alle diese Produkte das Grundprinzip der Zwangsläufigkeit, dem alle professionellen Einbruchswarnanlagen zugrunde liegen. Auch die Polizei empfiehlt die mechanische Absicherung statt einer technischen Alarmlösung. Dennoch kann eine Alarmanlage für ein gutes Gefühl sorgen – egal ob zu Hause im Bett oder im Urlaub am anderen Ende der Welt, wo ein Blick auf die App verrät, dass Türen und Fenster sicher verschlossen sind.

Das Thema Datenschutz ist ein anderes. Wer hier empfindlich ist, sollte eher zu einer Lösung aus Europa ohne Registrierungszwang greifen – etwa zu Abus' Smartvest (Testbericht) .

Anbindung ans Smart Home

Grundsätzlich betrachtet Ring die Alarmanlage als eigenständige Lösung; die Anbindung an andere Systeme ist zumindest von Seiten des Herstellers nur sehr stiefmütterlich bedacht. So gibt es beispielsweise seit Jahren eine Anbindung an IFTTT (If this, then that), allerdings nur mit den Kamera-Komponenten von Ring – die Alarmanlage ist außen vor. Findige Drittentwickler haben hier und da dennoch funktionierende Lösungen geschaffen, etwa ein Homebridge-Plugin. Das ioBroker-Plugin hingegen kommt auch nur mit den Kamera-Komponenten und nicht mit der Alarmanlage klar.

Fazit

Das Alarmsystem von Ring kann sich sehen lassen. Die Sets haben ein interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis. Einbau und Programmierung sind vorbildlich einfach gelöst, die Funktionalität ist durchdacht – und die Zusatzfunktionen samt Telefonbenachrichtigung und ausfallsicherer Internet-Anbindung ein Novum.

Wer keine amerikanischen Cloud-Anbieter wünscht, eine größere Auswahl an Sensoren oder smartere Lösungen im Einzelfall sucht, findet in den bereits getesteten Produkten unseres Vergleichstests smarte Alarmanlagen eine Alternative.