Seine erste Bauanleitung veröffentlichte er mit 16, mit 30 testete er die ersten "Schleppis" (tragbare 8-W-D-Netz-Funktelefone) und dann Handys bei der Traditionszeitschrift Funkschau. Danach kümmerte er sich bei einem Provider um die mobile Datenübertragung in D- und E-Netz mit damals immerhin…
Es gibt einige „All in One“-Lösungen: Kompaktgeräte, die in Stereo sowohl Radio, CD-Spieler als auch Streaming bieten. Roberts Radio, Hoflieferant der britischen Queen, liefert – und zwar auch an das Fußvolk. Was bietet der „Stream 67“?
Viel gesucht sind Geräte, die nicht nur Streaming, sondern auch klassische Medien verarbeiten können: Radio, CD, Analogsignale. Spätestens beim „linearen“ Radioempfang kneifen die meisten Hersteller jedoch – meist werden Radio und Streamingdienste wie Spotify als Konkurrenten angesehen, die einander überflüssig machen – und Geräte, die nur eins von beiden anbieten, sind preisgünstiger.
Doch bietet Spotify keinen Wetterbericht, keine Nachrichten und funktioniert nicht ohne Internet. „Mein DSL-Router kam heute früh leider nicht ins Netz“ kommt beim Chef als Entschuldigung fürs Zuspätkommen jedoch fast so schlecht an wie „Meine Straßenbahn hatte leider einen Platten“. Als Wecker sind smarte Speaker deshalb nicht die optimale Lösung. Noch halb wach in Küche oder Bad mag sich niemand bereits mit Verbindungsproblemen herumschlagen, sondern man ist froh, ein Gerät zu haben, das auch ohne Netz, auf sich gestellt, noch etwas liefern kann.
Roberts Radio, die britische Traditionsmarke, die stolz darauf ist, Lieferant des Königshauses zu sein und viele Geräte im Retro-Design der 50er anbietet, kennt diese Probleme nicht. Der Stream 67 ist damit nach dem Harman Kardon Oasis DAB und dem eher glücklosen und nicht mehr lieferbaren Technisat Digitradio 580 (Testbericht) nun erstmals wieder ein Gerät, das normales, lineares Radio ebenso bietet wie Streaming.
Weitere Geräte und Gadgets in klassischer Optik zeigen wir im Ratgeber Moderne Technik im Retro-Design: Lautsprecher, Konsolen, Kameras & Co. Weitere Alternativen zeigen wir im Artikel DAB+ für zu Hause: Digitalradios und Kompaktanlagen mit CD, WLAN und Bluetooth.
Roberts Radio fühlt sich Traditionen verpflichtet, was sich beim Aussehen der Geräte bemerkbar macht. Der Stream 67 im Nussbaumholz-Gehäuse ist ein klassisches Radio fürs Wohnzimmer, hat allerdings die beiden Drehknöpfe und die Tasten zur Bedienung oben und nicht an der Frontseite, die so mehr Platz für das Display und vor allem die Lautsprecher bietet. Wahlweise ist auch ein Gehäuse aus Kirschholz, Silberholz und schwarzem Holz im Angebot.
Am Nachttisch könnte es mit 45,5 × 16 × 28,5 cm etwas eng werden und mit 7,2 kg ist der Stream 67 kein Leichtgewicht; dafür kann er klanglich mit seinen Pfunden wuchern: Die Stereobasis ist im Nahbereich auf jeden Fall ausreichend und für Bässe ist genug Platz. In Bad oder Küche ist ein solch edles Gerät dagegen nicht gut aufgehoben, zumal beschlagene oder mit Fettspritzern verzierte CDs dem ungestörten Musikerlebnis wenig förderlich sein dürften.
Das Gerät wird direkt mit 230 Volt Netzspannung versorgt, kein „Netzklops“ verstopft die Steckdose. Es hat zwei Antennen, eine kurze für WLAN und eine Teleskopantenne für DAB+ und UKW. Letzteres kann auch abgeschraubt werden, womit eine F-Buchse freigesetzt wird. Diese kennt man von Sat-Empfängern, mit Adapter ist sie an den in Deutschland gebräuchlichen UKW- und VHF-Antennenanschlüssen nutzbar, sodass externe Antennen oder Kabelanschluss möglich werden. Daneben können eine externe analoge Musikquelle, ein Kopfhörer, ein USB-Stick sowie Ethernet über Kabel angeschlossen werden. Der USB-Stick muss allerdings mit FAT/FAT32 formatiert sein, auf NTFS oder exFAT bei größeren USB-Sticks kann der Stream 67 nicht zugreifen. Über den USB-Port kann auch ein Smartphone oder E-Book-Reader (Themenwelt) geladen werden.
Möchte man eigene Musikdateien abspielen, so steht einem beim Stream 67 ein großes Sortiment an Möglichkeiten zur Verfügung: Über lokale Server, direkt vom Smartphone mit der App, vom USB-Stick oder analog angekoppelt sind nur einige der verfügbaren Optionen.
Ein/Aus, Musik Start/Stop/Pause/Vor/Zurück und Shuffle, Weckalarm, Senderspeicher und Menü sowie Signalquelle werden über Drucktasten bedient, mit den beiden Drehknöpfen können Lautstärke sowie Sender/Titel gewählt werden. Komfortabler geht es über die Fernbedienung, die dann aber nicht verlegt werden darf.
Zunächst sind die Sender auf DAB+ und UKW sowie das LAN/WLAN einzurichten. Dann ist der Stream 67 über die eigenen Tasten, die Fernbedienung oder die App Undok auf dem Smartphone bedienbar. Sprachassistenten sind nicht eingebaut, doch kann das Gerät auch mit Alexa-Smart-Speakern gesteuert werden. DAB+-Sender können alphabetisch und der Frequenz nach gelistet werden.
Das Radio kann in Multiroom-Konfigurationen in unterschiedlichen Gruppen eingerichtet werden, wofür neben anderen Produkten von Roberts Radio auch solche anderer Hersteller infrage kommen, die ebenfalls die Undok-App nutzen. Dabei können nicht nur die Streaming-Dienste (Ratgeber), sondern auch CD, DAB+ und UKW-Radio übertragen werden. Auch das schnellere 5-GHz-WLAN ist verfügbar.
Bei den Streamingdiensten herrscht große Auswahl: Neben Spotify, das nur mit einem Premium-Account nutzbar ist, sind auch Deezer, Tidal, Amazone Prime Music und Qobuz im Angebot. Die Streaming-Dienste sind teils wie Qobuz direkt am Gerät bedienbar, teils (Spotify) nur vom Smartphone aus. Etwas ungünstig allerdings, dass man Dienste, für die man keinen Account hat, nicht ausblenden kann: Die Programmquellen werden immer der Reihe nach durchgeschaltet und wenn man bei einem Dienst keinen Account hat, kann das Umschalten ins Stocken kommen beim vergeblichen Versuch, hiervon etwas abzuspielen.
Es sind als Lautsprecher vorn zwei Mittel-Hochtöner und nach hinten zwei Tieftöner mit Bassreflexresonanzkörpern verbaut. Britisch zurückhaltend ist der Klang in Originaleinstellung, mit eher schwachen Höhen, aber ohne unangenehme Spitzen in allen Frequenzbereichen. So konnte bei den verschiedenen Streamingdiensten und Signalquellen kaum ein Qualitätsunterschied festgestellt werden: Sie waren alle arm an Artefakten, aber auch an Höhen.
Die Stereotrennung lässt sich bis zu gegenphasigen, höhenintensiveren Wiedergaben mit der „Width“-Einstellung erhöhen. Mit der „My EQ“-Einstellung des Equalizers und einer leichten Höhenanhebung sowie Absenkung des Subwoofers verbessert sich der Klang: Internetradio klingt gut, DAB+ sogar ungewohnt gut und höhenstark. Auf UKW fällt selbst bei starken Sendern wie Bayern 3 Rauschen auf.
Da wieder einmal apt-X für guten Klang via Bluetooth an Android-Geräten fehlt, sind in dieser Betriebsart die Höhen deutlich benachteiligt. Artefakte sind immerhin auch bei Abspielen lokaler Quellen nicht auffällig und das Klangbild von Spotify liegt bei den Höhen etwas vor dem von Qobuz, wobei Qobuz aber den sanfteren und weicheren Klang liefert. Bei direktem Streaming oder analogem Anschluss ohne die Bluetooth-Limitationen liegt ganz klar Spotify vor dem Abspielen selbst digitalisierter Aufnahmen und Qobuz vor Spotify.
Mit königlichen knapp 800 Euro Listenpreis ist das Roberts Radio Stream 67 kein Schnäppchen. Das beste Angebot gibt es für knapp 599 Euro bei Ebay. Die Variante in Kirsche ist leider vergriffen.
Das Roberts Radio Stream 67ist es sehr vielseitig und für den interessant, der ein eher klassisch aussehendes Gerät mit modernen Möglichkeiten sucht und nicht nur ein Medium nutzen will, sondern viele unterschiedliche.
Mehr zum Thema findet sich im Ratgeber Multiroom: Musik in jedem Zimmer dank Sonos, Apple, Musiccast & Co. Mehr über Empfang im Notfall erklären wir im Artikel Katastrophenwarnung ohne Handynetz: Diese DAB-Radios unterstützen EWF.
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