Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Roborock kann nicht nur teuer, der Q5 Pro ist ein erstaunlich günstiger Saugroboter mit toller Navigation und Saugleistung.
Saug- und Wischroboter wie Roborock S8 Pro Ultra (Testbericht) oder S7 MaxV Ultra (Testbericht) sind echte Alleskönner, die sogar selbstständig die Wischtücher reinigen und extrem autonom sind. Das hat seinen Preis, in der UVP des Herstellers liegen diese Modelle weit über 1000 Euro und damit oft weit außerhalb dessen, was Interessenten für einen Saugroboter ausgeben können oder wollen. Für Sparfüchse hat Roborock allerdings seine Q-Serie ins Leben gerufen, die mit niedrigem Preis bei dennoch toller Leistung punkten will. Neuestes und günstigstes Modell ist der Roborock Q5 Pro, das wir uns in diesem Test anschauen.
Dieser Test ist Bestandteil unserer Themenwelt zu Saugrobotern. Dort ist auch die Topliste der 10 besten Saugroboter (Bestenliste) und ein Ratgeber zu finden, was man beim Kauf eines neuen Saugroboters beachten sollte.
Der Lieferumfang fällt beim Q5 Pro sogar etwas größer als bei den deutlich teureren Modellen der S-Serie aus. Das liegt daran, dass die Wischfunktion einfacher ist, wodurch das Wischtuch immer auf dem Boden liegt – auch in der Ladestation. Um Schaden an darunterliegendem Holzboden zu vermeiden, legt Roborock entsprechend eine Kunststoffunterlage bei, die es sonst nicht gibt. Außerdem im Karton: Wischplatte samt Wassertank und Wischtuch, eine einfache Ladestation ohne Kabelmanagement mit extrem kurzem Kabel und Ersatz-Ventile für die Wasserzufuhr zum Wischtuch.
Der Roborock Q5 Pro ist durchaus hübsch und auch ausreichend hochwertig, an die teuren Modelle der S-Serie kommt er aber nicht heran. Dem Preis entsprechend wirkt bei der Q-Serie alles etwas einfacher. Dabei ist die grobe Anordnung ähnlich: Nahezu mittig oben platziert der Hersteller den Laserturm, vorne gibt es einen Bumper, vorne rechts eine einzelne Seitenbürste. Öffnen kann man oben nichts, der mit 770 ml sehr große Staubbehälter wird hinten aus dem Roboter entnommen. Spannend wird es unter dem Modell. Roborock setzt hier auf seine Duo-Roller-Technik aus dem Roborock S8 (Testbericht), bei dem zwei gegenläufig drehende Gummirollen für ein besseres Saugergebnis sorgen sollen. 3D-Hinderniserkennung gibt es nicht, die ist teureren Saugrobotern vorbehalten.
Die Einrichtung klappt wie immer bei Roborock mit der herstellereigenen App kinderleicht und schnell. Anschließend gibt es fast alles, was auch die teure S-Serie zu bieten hat. Beinahe erstaunt waren wir daher über die 3D-Karte, bei der Nutzer etwa virtuelle Möbelstücke in die Karte implementieren können und auch die Funktion, dass der Sauger entlang der Ausrichtung der Fugen des Bodens reinigt. Hier fehlen in erster Linie Optionen für eine Absaugstation (ist optional auch für den Q5 Pro erhältlich, er heißt dann Q5 Pro+) und Teppiche werden nicht in die Karte eingezeichnet. Außerdem fehlen Einstellungsmöglichkeiten für eine 3D-Hinderniserkennung, da der Q5 Pro keine hat. Der Rest ist Standard, mehr Infos zur App gibt es in unserem Test zum Roborock S7 MaxV (Testbericht).
Herumliegende Kleinteile wie Kabel oder Hausschuhe erkennt der Rooborock Q5 Pro mangels Sensorik nicht zuverlässig, manche Hinweise gibt er dem Nutzer aber dennoch. So rumpelte der Roboter im Test über das Gestell der Schwingstühle im Testbereich und meldete dort anschließend in der App gefährliche Hindernisse – das kennen wir sonst von Modellen ohne 3D-Erkennung nicht. Ansonsten fährt der Q5 Pro perfekte Bahnen, navigiert ohne Rempler nah an Hindernisse und Wände heran und findet sich auch in schwieriger Umgebung zurecht. An der Navigation gibt es rein gar nichts auszusetzen, sofern der Nutzer dafür sorgt, dass alle – wortwörtlich – Stolperstricke aus dem Weg geräumt sind.
Auch bei der Reinigungsleistung brilliert der günstige Saugroboter. Auf Hartboden erreicht er dank 5500 Pa und Duo Roller einen Sauberkeitslevel, der auf Augenhöhe mit den Spitzenprodukten des Herstellers ist – besser geht es kaum. Und selbst auf Teppich, wo normalerweise Unterschiede von günstigen zu teuren Sauger als Erstes offensichtlich werden, leistet der Q5 Pro richtig gute Arbeit. Wer den Sauger hier regelmäßig fahren lässt, muss außer in unzugänglichen Ecken des Hauses kaum noch per Hand nachreinigen – klasse!
Beim Wischen sieht das anders aus. Aufgrund der einfachen Wischtechnik, bei der der Q5 Pro lediglich einen feuchten Lappen unter sich herzieht, ist das nichts weiter als Staubwischen. Für Allergiker ist das durchaus noch hilfreich (auch wenn der Lappen während des Reinigungsvorgangs nicht automatisch gewechselt wird), etwas hartnäckigeren Schmutz kann der Q5 Pro so im Gegensatz zu seinen teureren Geschwistermodellen der S-Serie aber nicht beseitigen. Außerdem hebt der Q5 Pro das Wischtuch nicht an und wischt/befeuchtet so entsprechend auch Teppichboden.
Der Akku des Roborock Q5 Pro misst 5200 mAh. Damit soll ein Betrieb von bis zu 240 Minuten und eine Reinigungsfläche von bis zu 350 m² in einem Durchgang erreicht werden. In einer echten Wohnumgebung, wo der Roboter etwa auf Teppich automatisch die Reinigungsleistung erhöht, sind 140 m² in schnellen 2,5 Stunden realistischer. Das ist ein guter Wert, zumal der Sauger nach dem rund 4 Stunden dauernden Ladevorgang an der letzten Stelle wieder weitermacht und so, wie die meisten Roboter mit dieser Funktion, auch für größere Flächen geeignet ist.
In der UVP des Herstellers kostet der Roboter 349 Euro, im freien Handel ist er zum Testzeitpunkt für rund 300 Euro zu bekommen. Die optionale Absaugstation kostet 200 Euro extra. Problem: Bei Amazon etwa gibt es zwar den Sauger, die Absaugstation einzeln aber derzeit nirgends.
Der Roborock Q5 Pro(+) ist ein tolles Gerät. Er brilliert vor allem bei den eigentlich wichtigen Kernfunktionen eines Saugroboters, nämlich Navigation und Reinigungsleistung. Hier machen ihm selbst deutlich teurere Modelle kaum etwas vor, noch dazu kostet er mit 300 Euro ziemlich wenig. Für 200 Euro mehr gibt es sogar noch eine Absaugstation dazu, die den Autonomiegrad erhöht.
Voraussetzung für die gute Leistung ist eine aufgeräumte Reinigungsumgebung, denn eine 3D-Hinderniserkennung fehlt dem günstigen Sauger. Das gilt auch für eine ordentliche Wischfunktion, denn die ist passiv und ähnelt daher eher Staubwischen. Außerdem kann der Sauger das Wischtuch auf Teppich nicht anheben. Wir sehen den Q5 Pro(+) daher als Saugroboter mit optionaler (einfacher) Wischfunktion - und nicht als vollwertigen Saug- und Wischroboter.
Dieser Test ist Bestandteil unserer Themenwelt zu Saugrobotern. Dort ist auch die Topliste der 10 besten Saugroboter (Bestenliste) und ein Ratgeber zu finden, was man beim Kauf eines neuen Saugroboters beachten sollte.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.