Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Im vergangenen Jahr war der Qrevo nur ein Versuch seitens Roborock. Der kam offensichtlich gut an, denn mit Nachfolger Qrevo MaxV ist jetzt ein zweites Modell mit drehenden Wischmopps da.
Roborock setzt bei der Wischfunktion seiner höherpreisigen Saug- und Wischroboter wie dem Roborock S8 Pro Ultra (Testbericht) auf ein Wischtuch, das mit hoher Frequenz vibriert, um Schmutz besser lösen zu können. Wettbewerber Dreame hingegen brachte von Beginn an Modelle mit drehenden Wischmopps auf den Markt – und der Erfolg gibt dem Konkurrenten aus gleichem Hause recht: Dreame hat inzwischen Roborock als die Nummer Eins bei Saugrobotern in Deutschland abgelöst.
Da liegt es nahe, sich vom Erfolgsrezept anderer Modelle inspirieren zu lassen, vor allem, wenn die eigene Fanbase das auch wünscht. Ergebnis war 2023 der Roborock Qrevo (Testbericht), der entgegen einiger Unkenrufe, dass ja langsame Drehbewegungen nicht so effizient sein könnten wie schnelle Vibrationen, offenbar sehr gut bei Interessenten ankam. Denn jetzt bringt Roborock den Nachfolger Qrevo MaxV auf den Markt, der neben einigen Verbesserungen wieder mit drehenden Wisch-Pads zum Kunden kommt. Wir haben uns im Test angeschaut, ob das neue Modell auch wieder überzeugt.
Übrigens: Qrevo MaxV und Qrevo Pro unterscheiden sich nur durch einige wenige Dinge. So kommt das Pro-Modell mit der einfacheren Objekterkennung Reactive Tech aus dem ersten Qrevo zum Kunden und er kann etwa seine Hauptbürste beim Wischen nicht anheben.
Den neuen Roborock Qrevo MaxV bekommt man aktuell ab 849 Euro bei Saturn und Mediamarkt.
Optisch sind die Unterschiede zum Vorgänger marginal, an der Optik des runden Roboters und der vorn leicht geriffelten Reinigungsstation hat sich so gut wie nichts geändert. Das macht nichts, denn beides finden wir nach wie vor schick. Im Detail gibt es dann doch ein paar Unterschiede. So ist das neue Robotermodell mit leicht über zehn Zentimetern leider etwas höher als der Vorgänger und die Station reinigt die Wischmopps des Bots mit 60 Grad heißem Wasser. Die Trocknung mit 45 Grad warmer Luft ist wieder mit dabei, außerdem gibt es ein Kabelmanagement, um das Stromkabel der Station problemlos auf der Rückseite aufwickeln und so verkürzen zu können. Einen Zusatztank für Reinigungsmittel gibt es weiterhin nicht. Wer will, kann aber nach wie vor einfach etwas geeigneten Reiniger mit in den Frischwassertank geben.
An der App für den neuen Qrevo MaxV ändert sich ebenfalls nur wenig, beim Qrevo MaxV wurde sie nur in wenigen Punkten an die neuen Funktionen des Modells angepasst. Da die Roborock-App aber zu den besten auf dem Markt gehört, ist das kein Beinbruch. Neu sind etwa genau bezeichnete, erkannte Hindernisse, die in der Karte angezeigt werden oder Optionen, wann etwa das rechte Wisch-Pad ausgefahren oder die Hauptbürstenrolle angehoben werden soll. Zudem ist Rocky neu hinzugekommen. Der Sprachassistent von Roborock erlaubt jetzt wie etwa Yiko von Ecovacs die Befolgung von Sprachbefehlen auch ohne WLAN-Verbindung. Das umfasst Aufgaben wie „Hey Rocky, sauge das Wohnzimmer“ oder „reinige hier“, wenn der Nutzer direkt an seiner Position etwas gesaugt haben möchte. Im Test hat die Spracherkennung aber nicht immer gut funktioniert, hier hat Roborock noch Luft nach oben. Übrigens: Das auf Wunsch angezeigte Kamerabild, das der Roboter direkt in der App übertragen kann, ist gut und hat eine erstaunlich geringe Latenz.
Das ist schnell gesagt: einfach hervorragend. Im neuen Qrevo MaxV setzt Roborock auf seine Objekterkennung namens Reactive AI, die auch in den Topmodellen des Herstellers zum Einsatz kommt. Im Vergleich zu Reactive Tech, die uns im Vorgänger nicht voll überzeugen konnte, schneidet die Objekterkennung im neuen Modell deutlich besser ab. Zwar ist auch Reactive AI – wie herstellerübergreifend alle solcher Systeme – nicht fehlerlos und es kann sein, dass Hindernisse wie Socken, Schuhe oder Kabel doch mal übersehen oder zumindest kurz angestupst werden. Im Test war die Erkennungsrate aber selbst bei Kabeln sehr hoch. Auch bei Nacht klappt das noch halbwegs ordentlich dank LED neben der Kamera.
Zusammen mit der typischen Lasernavigation zieht der Qrevo MaxV strukturiert und systematisch seine Bahnen und reinigt Haus oder Wohnung so optimal.
Die Saugkraft des neuen Qrevo MaxV hat sich im Vergleich zum Vorgänger auf 7000 Pa erhöht, die ohnehin schon gute Reinigungsleistung des Vorgängers auf Hart- und Teppichboden fällt damit noch einen Tick besser aus. Selbst zur Saugroboter-Elite ist der Unterschied da nicht mehr groß. Ähnliches gilt für die Wischleistung. Die beiden Wischmopps werden wie gewohnt auf Teppich rund zehn Millimeter angehoben, um die Fasern nicht zu befeuchten.
Auf Hartboden geht auch das neue Modell beherzt zur Sache und entfernt beim Wischen sogar vergleichsweise hartnäckigen Schmutz. Das klappt jetzt auch nahezu bis zum Rand, dafür fährt der Roboter wie bei den Dreame-Modellen wie dem Dreame L20 Ultra (Testbericht) den rechten Mopp einige Zentimeter aus. Wer nur Wischen und nicht gleichzeitig Saugen möchte, darf die zentrale Gummiwalze unter dem Sauger anheben lassen. Das ist etwa dann hilfreich, wenn flüssige Verschmutzungen entfernt werden sollen.
Die Reinigungsstation säubert die Wisch-Pads anschließend mit bis zu 60 Grad heißem Wasser, wodurch Schmutz ziemlich gut entfernt wird. Das Schmutzwasser wird auf dem Weg in den Abwassertank der Station analysiert, bei Bedarf werden die beiden Mopps erneut gereinigt. Nach vollendeter Arbeit trocknet 45 Grad warme Luft die Pads, damit werden Bakterien und Geruch vermieden. Der Akku ist ähnlich wie beim Vorgänger dimensioniert und reicht für eine Etage mit rund 140 m² mit einer Ladung. Die Ladezeit beträgt etwa 5 Stunden.
999 Euro kostet der Roborock Qrevo MaxV in der UVP des Herstellers, es gibt das Modell in Schwarz und Weiß. Der Straßenpreis liegt deutlich darunter. So kostet er bei Saturn aktuell 849 Euro.
Der neue Roborock Qrevo MaxV ist ein tolles Gesamtpaket. Der Saugroboter erkennt recht zuverlässig Hindernisse dank Reactive AI, navigiert insgesamt hervorragend, saugt und wischt dabei richtig toll und letzteres sogar noch bis zum Rand. Anschließend reinigt sich der Roboter selbst in der Ladestation mit heißem Wasser und trocknet seine Wisch-Pads mit warmer Luft – viel mehr geht derzeit kaum, die Unterschiede zu aktuellen Spitzenmodellen sind gering. Dafür ist der Preis niedrig, zumindest im Vergleich zur Saugroboter-Elite – auch, wenn 850 Euro immer noch eine ganze Stange Geld sind.
Wer nach Alternativen sucht, sollte sich weitere Testberichte zu Saugrobotern mit großer Reinigungsstation anschauen:
Weitere Ratgeber und Bestenlisten zum Thema haben wir hier zusammengetragen:
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.