Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Das Samsung Galaxy A34 bietet ein erstklassiges OLED-Display mit 6,6 Zoll und 120 Hz sowie einen flotten Prozessor. Wie sich das Handy in der Praxis schlägt, zeigt der Test.
Mit dem Samsung Galaxy A34 bieten die Koreaner einen preiswerten Einstieg ins Smartphone-Portfolio. Es ist oberhalb des Einsteiger-Handys Samsung Galaxy A14 und unterhalb des Galaxy A54 angesiedelt. Der Vorgänger Samsung Galaxy A33 (Testbericht) gehörte 2022 zu den Verkaufsschlagern des Elektronikriesen. Der Nachfolger Galaxy A34 ist etwas größer, bietet jetzt 120 Hz statt 90 Hz beim OLED-Display und einen Chip von Mediatek statt des hauseigenen Exynos 1280. Bei der Ausstattung der Kamera kommen drei Linsen und optische Bildstabilisierung (OIS) zum Einsatz.
Wie sich das Smartphone im Test schlägt und ob es eine gute Wahl ist, zeigt unser Testbericht. Weitere Alternativen in dieser Preisklasse finden sich in der Top 10: Die besten Smartphones bis 400 Euro – Realme siegt, Samsung verliert.
Auf den ersten Blick sieht das Galaxy A34 wirklich schick aus. Optisch gleicht es Samsung an die Design-Sprache der neuen Galaxy-S23-Reihe (Ratgeber) an. Dazu gehören die drei markanten Ringe um jedes einzelne Objektiv auf der Rückseite. Unser Testgerät erstrahlt in Silber – für unseren Geschmack glänzt es vielleicht etwas zu stark.
Hält man es dann in der Hand, macht sich Ernüchterung breit. Das komplette Gehäuse ist wie beim Vorgänger schon aus Kunststoff. Nur kaschiert es Samsung diesmal mit der Metallic-Lackierung. Da fanden wir die Lösung beim Galaxy A33 fast schon ehrlicher – man hat nicht versucht, den Kunststoff zu verbergen. Immerhin: Die glänzende Oberfläche zeigt sich erstaunlich unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Das finden wir gelungen. Die Verarbeitung ist ebenfalls solide und kommt ohne nennenswerte Spaltmaße oder unebene Kanten aus, der Druckpunkt der Tasten ist fest. Zusammengefasst: Das Galaxy A34 sieht zwar edel aus, fühlt sich aber nicht so an.
Gegenüber dem Vorgänger sowie dem Galaxy A54 ist es deutlich gewachsen. Das Galaxy A34 überragt mit 161,3 × 78,1 × 8,2 mm sogar das Galaxy S23+ (Testbericht) bei gleicher Display-Größe. Das ist dem recht breiten Rand rund ums Display geschuldet. Größer ist im Samsung-Portfolio derzeit nur das Galaxy S23 Ultra (Testbericht). Einhändiges Bedienen ist hier nicht mehr drin. Weniger schön, aber nicht untypisch für die Preisklasse: Die Frontkamera befindet sich in einer auffälligen Waterdrop-Notch. Erst beim Galaxy A54 bekommt man ein schickes Punch-Hole.
Kontakt mit Wasser übersteht das Galaxy A34 gut, dafür sorgt die Zertifizierung nach IP67. Laut Samsung ist das Gerät staubdicht und vor zeitweiligem Untertauchen bis 1 Meter Wassertiefe (Süßwasser ohne Zusätze) für maximal 30 Minuten geschützt. Eine Schutzhülle gehört nicht zum Lieferumfang. Für einen zuverlässigen Schutz vor einem Sturz raten wir deshalb zum Kauf eines Cases oder Bumpers. Eine Auswahl zeigen wir im Ratgeber Alternative zum Outdoor-Handy: Massive Schutzhüllen für Smartphones und Tablets.
Wirklich klasse ist das 6,6-Zoll-Display mit OLED-Panel. Das bietet ein optisches Erlebnis auf gehobenem Mittelklasse-Niveau. Die Auflösung von 2340 × 1080 Pixel sorgt für ein knackscharfes Bild mit einer Pixeldichte von 390 ppi (Pixel pro Zoll). Ansonsten bietet die Anzeige die gewohnten guten Kontraste und tiefen Schwarzwerte, wie man sie von einem OLED von Samsung erwarten würde, inklusive gute Blickwinkelstabilität. Mittlerweile flimmert die Anzeige mit 120 HZ statt 90 Hz, was sich positiv auf die Wiedergabe von Spielen, Animationen oder Bewegtbild auswirkt.
Eine Schwäche bei preiswerteren Displays ist meistens eine zu geringe Helligkeit. Das können wir beim A34 aber nicht bestätigen. Im Gegenteil: Mit bis zu 900 cd/m² leuchtet der Bildschirm bei aktiver Helligkeitsanpassung strahlend hell, damit bleibt es auch bei Sonnenschein gut ablesbar. Im manuellen Modus sind es nur 470 cd/m². Hier empfiehlt es sich also, der Automatik zu vertrauen.
Beim Galaxy A34 finden sich drei Linsen: 48-Megapixel mit OIS, 8 Megapixel (Weitwinkel) und 5 Megapixel (Makroobjektiv). Letztere dient eher als Alibi, damit man die Optik der S23-Reihe nachbilden kann. Für Selfies dient wieder eine 13-Megapixel-Linse.
Bei Tageslicht gelingen mit dem Galaxy A34 wirklich ansehnliche Bilder. Der Dynamikumfang ist gut abgestimmt, Farben wirken lebendig und die Bildschärfe ist gut. Die Hauptkamera fasst vier Pixel zu einem zusammen und bietet ausreichend Bilddetails, auch wenn sie in diesem Punkt nicht mit den 50-Megapixel-Linsen der S23-Modelle mithalten kann. Der digitale Zoom liefert euch bei zweifacher Vergrößerung gute und scharfe Ergebnisse, darüber wird es dann schon zu pixelig.
Die Weitwinkellinse weicht farblich etwas ab, Gras wirkt etwa „knalliger“. Bilddetails bei Weitwinkelaufnahmen sind eher mager. Wir sind nicht gerade Fans von Makroobjektiven, zumal es möglich wäre, dafür die Weitwinkellinse mit Software-Anpassungen zu nutzen. Allzu viel sollte man von 5 Megapixel nicht erwarten. Dennoch sehen Makroaufnahmen insgesamt stimmig aus, deutlich besser als etwa bei der mageren 2-Megapixel-Linse beim Redmi Note 12 Pro+ (Testbericht). Bei Dunkelheit lassen die Aufnahmen aber stark nach, dann dominiert Bildrauschen. Das ist aber für die Preisklasse keine so große Überraschung.
Wirklich gut sehen Selfies aus, die einen hohen Dynamikumfang mit viel Bildschärfe bieten – außer bei Dämmerlicht. Videos sind mit 4K möglich, dann allerdings mit 30 fps (Frames pro Sekunde). Mit 60 fps steht nur maximal Full-HD zur Auswahl. Die Selfie-Kamera filmt mit 30 fps bei Full-HD.
Beim Antrieb setzt Samsung nicht auf einen Chip aus eigener Fertigung, sondern auf den Mediatek Dimensity 1080. Dieser verrichtet auch beim Redmi Note 12 Pro+ (Testbericht) sein Werk und ist vergleichbar mit dem Snapdragon 778G von Qualcomm. Für den Alltag bedeutet das ein geschmeidiges Betriebssystem, das ohne nennenswerte Ruckler auskommt – eine der Schwächen des Vorgängers. Das belegen auch die starken Ergebnisse von 11500 Punkten beim Benchmark Work 3.0 von PCmark. Bei der Grafikleistung liefert der Chip etwa 2200 Punkte bei Wild Life von PCmark. Das liegt im Mittelfeld unserer Benchmarks, reicht aber für die meisten Gelegenheitsspiele aus.
Der Arbeitsspeicher beträgt 6 GB, der interne Speicher fasst wahlweise 128 GB oder 256 GB. Ein microSD-Slot ist ebenfalls vorhanden. Weniger modern ist der langsame USB-2.0-Standard des Typ-C-Ports, wenn auch nicht ungewöhnlich für die Preisklasse. Das gilt zudem für kabellose Netzwerke, wo maximal Wifi 5 unterstützt wird. Komplettiert wird die Ausstattung mit 5G, Bluetooth 5.3, NFC und der ausreichend genauen Navigation per GPS, Glonass und Beidou sowie QZSS. Die Telefonqualität ist gut, für ordentlichen Klang sorgen die Lautsprecher.
Zum Entsperren dient ein Fingerabdrucksensor im Displays, der flott und verlässlich arbeitet. Eine Entsperrung per Gesichtserkennung ist ebenfalls möglich, aber aufgrund von 2D-Technologie weniger sicher gegen Täuschungsversuche.
Als System läuft Android 13 mit der Bedienoberfläche One UI 5.1. Wie immer, packt Samsung eine Menge eigener Anwendungen und zusätzlicher Apps (etwa von Microsoft) aufs Gerät, von Haus sind etwa 30 GB belegt. Der Patch stammt zum Testzeitpunkt vom 1. Februar, was noch aktuell ist. Prinzipiell sind Käufer bezüglich Updates optimal aufgehoben bei Samsung: Sicherheits-Patches gibt es für die nächsten fünf Jahre. Zudem ist mit vier großen Version-Upgrades zu rechnen (bis Android 17).
Der Akku fällt mit 5000 mAh recht üppig aus. Das zeigt auch die richtig gute Akkulaufzeit von etwa 12,5 Stunden laut Battery Test von PCmark. Einen Tag hält das Galaxy A34 damit locker aus, bei mäßiger Nutzung auch einen weiteren.
Ein Netzteil gibt es „aus Gründen der Nachhaltigkeit“ nicht. Es liegt lediglich ein USB-C-auf-USB-C-Kabel bei. Sonderlich flott laden kann das Smartphone nicht, maximal sind 25 Watt möglich. Damit dauert der Ladevorgang von 20 auf 100 Prozent etwa eine Stunde. Qi gibt es nicht.
Die UVP des Samsung Galaxy A34 liegt mit 389 Euro für 128 GB etwa 20 Euro über dem Vorgängermodell. Mittlerweile sind die Preise aber deutlich gesunken, so bekommt man das Smartphone bei Onlinehändlern schon ab 199 Euro. Mit 256 GB kostet das A34 mindestens 350 Euro. Als Farben stehen Anthrazit, Silber, Zitrusgelb sowie Violett zur Auswahl.
Das Samsung Galaxy A34 bietet viel Technik für vergleichsweise wenig Geld. Das gewöhnungsbedürftige Design des Vorgänger wurde an den edlen Stil der Galaxy-S23-Reihe angepasst. Der gute Eindruck gilt allerdings nur optisch, in der Hand wirkt das Gerät etwas billig, was dem ganzen Kunststoff geschuldet ist.
Das OLED-Display mit 120 Hz sieht wirklich klasse aus. Die Leistung der CPU ist mehr als ausreichend, außer vielleicht für Hardcore-Gamer. Weniger schön sind USB 2.0 und Wifi 5. Die Kamera knipst tolle Bilder bei Tag, abends lässt sie dann stark nach. Das ist alles für die Preisklasse aber nicht ungewöhnlich. Dank IP67 ist es ein gutes Handy für tollpatschige Naturen.
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