Die Samsung Galaxy Buds FE bieten für kleines Geld guten Klang, solides ANC und viele Features. Wir haben die kabellosen In-Ears getestet.
Samsung ist bekannt für seine guten True-Wireless-Kopfhörer. Bereits die etwas älteren Modelle Samsung Galaxy Buds (Testbericht), Samsung Galaxy Buds+ (Testbericht) und Samsung Galaxy Buds 2 haben uns in den Tests überzeugt. Doch diese Modelle kosten 100 Euro und mehr.
Mit den Samsung Galaxy Buds FE bringt der koreanische Hersteller nun deutlich günstigere In-Ears auf den Markt. FE steht dabei für „Fan Edition“. Das Konzept kennt man bereits von den Smartphones Samsung Galaxy S20 FE (Testbericht), Samsung Galaxy S21 FE (Testbericht) und Samsung Galaxy S23 FE (Testbericht). Dabei handelt es sich durchweg um Geräte mit solider Technik zu einem fairen Preis. So kosten die Galaxy Buds FE zum Testzeitpunkt nur etwa 60 Euro, zum Marktstart im Oktober 2022 waren es noch gut 100 Euro.
Im Test klären wir, ob sich der Kauf der günstigen True-Wireless-Kopfhörer von Samsung lohnt und wie sie sich gegenüber der Konkurrenz schlagen.
Optisch ähneln die Samsung Galaxy Buds FE den teureren Galaxy Buds 2. Sie sind in den Farben Graphite (dunkles Grau) und Mystic White (Weiß) erhältlich, uns liegt die weiße Variante vor. Die Abmessungen der Ohrhörer betragen kompakte 19,2 × 17,1 × 22,2 mm bei einem Gewicht von nur je 5,6 g. Das kleine und kompakte Ladeetui misst 50,0 × 50,0 × 27,7 mm und wiegt 40 g. Die Hochglanzoberfläche des Ladeetuis ist dabei erfreulicherweise recht unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken.
Im Lieferumfang befinden sich neben Kopfhörern und Ladeetui noch drei Paar Silikonaufsätze in den Größen S, M und L, zwei Paar Wingtips in den Größen S/M und M/L, ein USB-C-zu-C-Ladekabel sowie eine Kurzanleitung.
Die Galaxy Buds FE punkten mit hohem Tragekomfort. Dank der zwei unterschiedlich großen Silikonaufsätze passen sie optimal in die meisten Ohren. In unserem Fall sitzen die größeren Aufsätze perfekt. Zusätzlichen Halt bieten die sogenannten Wingtips – kleine Gummiringe mit einer Finne. Durch das geringe Gewicht von nur 5,6 g pro Kopfhörer spürt man die Buds auch nach mehreren Stunden kaum.
Selbst bei heftigen Bewegungen bleiben die Galaxy Buds FE sicher im Ohr, dadurch eignen sie sich auch gut für den Sport. Mit IPX2 sind sie zwar gegen Regen und Schweiß geschützt, komplett wasserdicht sind sie aber nicht.
Die Einrichtung gelingt recht einfach, aber nicht ganz ohne Stolpersteine. Für die Ersteinrichtung wird die App Galaxy Wearable (Samsung Gear) benötigt, welche die Buds FE zwar direkt erkennt. Allerdings muss dann zusätzlich noch der Galaxy Buds FE Manager installiert werden, was etwas umständlich ist. Außerdem ist ein Login per E-Mail-Adresse und Passwort oder alternativ über einen Google-Account notwendig.
Eine passende App für iOS-Geräte gibt es leider nicht. Die Android-App verlangt einige Berechtigungen, ohne die sie nicht genutzt werden kann. Das ist zwar nicht unüblich, dennoch wäre etwas mehr Transparenz wünschenswert.
Schade: Die Galaxy Buds FE unterstützen kein Google Fast Pair zur schnellen Kopplung mit Android-Smartphones. Entsprechend muss die Verbindung manuell über die Bluetooth-Einstellungen oder über die App hergestellt werden.
Praktisch ist der Anpassungstest. Er prüft, ob die Kopfhörer richtig im Ohr sitzen. In unserem Fall erkannte die App, dass ein Kopfhörer nicht optimal platziert war. Nach dem Wechsel auf einen größeren Silikonaufsatz meldete die App dann den richtigen Sitz.
Bei der Klangoptimierung stehen sechs EQ-Presets wie Dynamisch oder Klar zur Auswahl. Eine individuelle Anpassung ist nicht möglich. In unserem Test gefällt uns das Preset Dynamisch am besten. Praktisch ist die Möglichkeit, sich eingehende Benachrichtigungen von ausgewählten Apps von den Kopfhörern vorlesen zu lassen.
Sollte man die Galaxy Buds FE mal verlegen, lassen sie sich über die App bei aktiver Bluetooth-Verbindung zum Piepen bringen, um sie leichter zu finden. Allerdings ist das Geräusch recht leise. Praktisch ist das Widget für den Startbildschirm, das unter anderem den Akkustatus anzeigt.
Die Bedienung der Galaxy Buds FE erfolgt über ein Touchfeld an den Ohrhörern. Dieses ist leicht abgesetzt und lässt sich dadurch gut ertasten. Im Test funktioniert die Steuerung zuverlässig. Durch langes Drücken auf das Touchfeld wechselt der ANC-Modus, bei kurzem Druck pausiert oder startet die Musikwiedergabe. Mit einem Doppeldruck springt man zum nächsten Song, mit dreifachem Druck zum vorherigen. Leider lässt sich die Lautstärke nicht direkt an den Ohrhörern regeln, das geht nur über das verbundene Smartphone.
Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) der Samsung Galaxy Buds FE weiß gerade in der günstigen Preisklasse zu überzeugen. Allerdings schneiden die vergleichbar teuren Soundpeats Capsule 3 Pro aus unserer Bestenliste In-Ears unter 100 Euro minimal besser ab. Für sehr gutes ANC muss man aber deutlich mehr Geld investieren, etwa für die Bose Quietcomfort Earbuds II (Testbericht) oder Apple Airpods Pro 2 (Testbericht).
Positiv: Im ANC-Modus ist kaum ein Grundrauschen zu hören. Es gibt drei Modi zur Auswahl: Aktive Geräuschunterdrückung, Transparenz-Modus für die bewusste Wahrnehmung von Umgebungsgeräuschen und ANC aus. Im Transparenz-Modus ist ein deutliches Rauschen zu hören und die Umgebungsgeräusche wirken etwas künstlich. Einige dürften bemängeln, dass sich die Intensität des ANC nicht anpassen lässt. Das ist unserer Meinung nach aber auch nicht zwingend nötig.
Der Sound der Samsung Galaxy Buds FE gefällt uns im Test richtig gut. Sie klingen warm und ausgewogen. Lediglich im Höhenbereich gibt es leichte Schwächen, die sich aber über die EQ-Presets etwas ausgleichen lassen. Bei komplexen Musikstücken und höheren Lautstärken neigen die Höhen trotzdem dazu, etwas klirren.
Die maximale Lautstärke ist hoch, geht aber nicht ganz so weit wie bei teureren In-Ears. Die Sprachqualität beim Telefonieren überzeugt dank drei Mikrofonen und einem guten Filter für Umgebungsgeräusche. Unser Gesprächspartner versteht uns im Test stets klar und deutlich.
Unterstützt wird Bluetooth 5.2 und die Codecs SBC, AAC und Samsungs proprietärem Scalable Codec, der aber nur mit Samsung-Smartphones funktioniert. Andere hochwertige Codecs wie aptX oder LDAC fehlen.
Die Akkulaufzeit der Samsung Galaxy Buds FE liegt bei mittlerer Lautstärke und ausgeschaltetem ANC bei guten 7 Stunden. Mit aktivierter Geräuschunterdrückung sind es immerhin noch ordentliche 5 Stunden. Das Ladeetui lädt die Ohrhörer knapp viermal komplett auf, bevor es selbst wieder an die Steckdose muss.
Die Akkukapazität der Kopfhörer beträgt je 60 mAh, das Case fasst 479 mAh. Geladen wird per USB-C, kabelloses Laden nach dem Qi-Standard wird nicht unterstützt.
Beim Marktstart im Oktober 2023 kosteten die Samsung Galaxy Buds FE noch über 100 Euro. Inzwischen ist der Preis auf knapp über 60 Euro gefallen, womit sie ein richtig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Die Samsung Galaxy Buds FE sind rundum gelungene True-Wireless-Kopfhörer für Preisbewusste. Sie punkten mit gutem Klang, solidem ANC, hohem Tragekomfort dank des geringen Gewichts und der Form sowie praktischen Features wie der Übersetzungsfunktion oder der Möglichkeit, sich Benachrichtigungen vorlesen zu lassen. Auch die lange Akkulaufzeit weiß zu gefallen.
Kleine Kritikpunkte gibt es bei der etwas umständlichen Einrichtung, dem fehlenden kabellosen Laden, den leichten Schwächen im Höhenbereich und dem etwas künstlich klingenden Transparenz-Modus. Gemessen am günstigen Preis von aktuell 60 Euro sind das aber Kleinigkeiten.
Insgesamt sind die Samsung Galaxy Buds FE jeden Cent wert. In ihrer Preisklasse gehören sie zu den besten Alltags-Kopfhörern, die wir bisher im Test hatten. Wer etwas mehr Geld zur Verfügung hat, greift zu den Samsung Galaxy Buds 2.
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