Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Proscenic zeichnet sich durch ordentliche Saugroboter zum guten Preis aus. Das will auch der Floobot M9 mit Absaugstation und rotierenden Wischmopps bieten, allerdings klappt das nur bedingt.
In der Vergangenheit waren wir von Proscenic-Saugrobotern immer hin- und hergerissen. Einerseits boten Modelle wie der Proscenic M8 Pro (Testbericht) ordentliche Hardware inklusive Absaugstation zum vertretbaren Preis, andererseits haperte es oft bei der Software. So gab es immer wieder Übersetzungsfehler, die App war bisweilen unfertig und insgesamt fühlten sich Modelle des Herstellers nicht so richtig „rund“ an. Beim Prosenic M9 soll alles besser werden.
Der Preis des Proscenic Floobot M9 ist derzeit bei Geekmaxi mit 289 Euro (Code: VWNYIPT2) deutlich günstiger als der normale Preis von rund 550 Euro!
Weitere Geräte dieser Art zeigen wir in der Top 10: Die besten Saugroboter – Roborock vor iRobot.
An Design und Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen, im Gegenteil. Der Roboter selbst orientiert sich an der typischen runden Optik mit nahezu mittig auf der Oberseite platziertem Laserturm und einzelner Seitenbürste rechts. Dass hier nur Kunststoff zum Einsatz kommt, sollte niemand ernsthaft kritisieren, das ist bei der (teils teureren) Konkurrenz nicht anders.
Schick finden wir hingegen die Absaugstation. Die besteht zwar ebenfalls aus Kunststoff, wirkt aber mit ihrer schlanken Bauform und den seitlichen Abrundungen insgesamt ziemlich filigran und hübsch. Etwas schade: Darin sucht man eine Reinigungsfunktion für die beiden drehenden Wischmopps des Roboters vergeblich, lediglich eine Absaugstation mit UV-Sterilisation baut Proscenic ein.
Beim M9 klappt die Verbindungsaufnahme mit der App problemlos und auf Anhieb – einfach den Anweisungen auf dem Smartphone-Bildschirm folgen. Die App selbst ist ausreichend übersichtlich und sinnvoll aufgebaut. Sie bietet alle wesentlichen Features, die auch bei der Konkurrenz zu finden sind. Größter Kritikpunkt, der inzwischen aber deutlich weniger schlimm als früher ausfällt: Es gibt nach wie vor kleine Übersetzungsfehler, dem generellen Verständnis tut das aber keinen Abbruch. Größtes Manko ist hingegen die fehlende Möglichkeit des Roboters, die beiden drehenden Wischmopps anzuheben in Kombination mit der fehlenden Teppicherkennung. Mehr dazu im kommenden Abschnitt.
Die generelle Navigation ist ordentlich für einen Mittelklasse-Saugroboter – dank Laser. Sie ermöglicht es dem Roboter, sich gut in seiner Umgebung zurechtzufinden und überwiegend schonend mit Möbel und Inventar umzugehen. Dass er sich doch mal festfahren kann, liegt wohl an der fehlenden 3D-Objekterkennung – die ist in dieser Preisklasse aber nicht normal. Ansonsten zieht der M9 ordentlich und organisiert seine Bahnen, angefangen bei den Rändern. Hier könnte der Roboter bisweilen aber noch konstanter und näher an Sockelleisten und Möbelstücke heranfahren.
Störender finden wir aber das schon angedeutete Fehlen einer Teppicherkennung. Damit meinen wir sowohl die Option, dass die Saugkraft automatisch auf Teppichboden erhöht wird (die angepriesene Erkennung funktionierte bei uns höchst unzuverlässig/fast gar nicht) und zusätzlich, dass erkannter Teppich nicht in die Reinigungskarte aufgenommen wird.
Daraus resultiert der größte Haken des Proscenic M9: Er kann seine beiden Wischmopps nicht anheben, mangels Erkennung befährt er aber dennoch damit genau diese Auslegeware. Dadurch werden die Teppichfasern nicht nur feucht, sondern bereits aufgewischter Schmutz dann schön wieder in den Teppich abgegeben. Vermeiden können Nutzer das nur über den Umweg der Sperrzonen – die dürfen Anwender zwar wie bei anderen Modellen definieren und der Roboter hält sich da auch dran, aber das ist unter Umständen ziemlich aufwendig. Unserer Meinung nach disqualifiziert sich der Proscenic M9 mit einem Preis von 600 Euro damit selbst als empfehlenswerter Saugroboter.
Schade, denn die reine Reinigungsleistung ist in Ordnung, der Hersteller gibt hier 4500 Pascal an. Damit kommt der M9 zwar nicht ganz an Spitzenmodelle heran, die kosten aber auch deutlich mehr. Das Wischen haben wir uns nur oberflächlich angeschaut. Zwar gibt es die beiden drehenden Wischmopps, das ist deutlich besser, als einfache Wischtücher ohne Vibration. Hinzu kommt eine gesteuerte Wasserzufuhr. Reinigen kann der Roboter die Mopps an der Station aber nicht.
Entsprechend benötigt der Bot regelmäßige Eingriffe in Form von Reinigung und Nachfüllen von Flüssigkeit, denn der kombinierte Staub- und Wasserbehälter fasst jeweils nur 250 Milliliter. Die Absaugung nach dem Reinigungsvorgang ist wie immer laut, aber recht kurz und gründlich. Zusätzlich verspricht Proscenic eine Sterilisation von Bakterien und Allergenen per UV-Licht – das können wir nicht überprüfen, allerdings klingt das für uns auch nicht unbedingt nach einem Must-Have-Feature.
Der Akku bietet 5200 Milliamperestunden, damit schaffte der Roboter beim Saugen rund 2,5 Stunden am Stück, beim Wischen hingegen eher 1,5 Stunden. Anschließend lädt der Bot bis zu 5 Stunden nach.
Der Proscenic Floobot M9 kostet knapp 600 Euro in der UVP des Herstellers, zum Testzeitpunkt ist er für etwa 550 Euro bei deutschen Händlern zu haben. Anders sieht das bei asiatischen Händlern aus. Bei Geekmaxi kostet der Roboter mit dem Code VWNYIPT2 insgesamt nur 289 Euro – und damit deutlich weniger.
Für 600 Euro enttäuscht der Proscenic Floobot M9 – das muss man so deutlich sagen. Denn hier fehlt schlichtweg ein großer Teil der Autonomie, den andere Saugroboter in dieser (oder einer kaum teureren) Preisregion bieten, etwa der nur minimal teurere Yeedi Cube (Testbericht).
Anders sieht das bei einem Preis von unter 300 Euro aus. Hier treten dann gute Navigation, ordentliche App samt kräftiger Saugleistung und Absaugstation in den Vordergrund. Die Wischfunktion bleibt trotz drehender Mopps eher nettes Gimmick – sie funktioniert, benötigt aber viel händischen Eingriff. Für mehr müssten die Mopps anhebbar sein und automatisch gereinigt werden – das ist dann aber auch deutlich teurer.
Wer Tests zu anderen Saug- und Wischrobotern sucht, wird in unserer Themenwelt Saugroboter fündig. Neben Tests geben wir hier zudem Tipps, was man beim Kauf eines Saugroboters beachten sollte (Ratgeber) und zeigen die 10 besten Saugroboter (Topliste).
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