Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Roborock verkauft schon länger Saugwischer und hat damit inzwischen gute Geräte hervorgebracht. Der Dyad Air ist einfacher, aber günstiger – aber ist er auch gut?
Saugwischer erleichtern das Wischen enorm. Statt Eimer, Lappen und Schrubber zu verwenden, reicht ein einfacher Knopfdruck und die Akkusauger mit Wischfunktion sind bereit. Dass die Gemeinsamkeiten vorhandene Unterschiede überwiegen, zeigen Mischformen wie der Roborock Dyad Pro Combo (Testbericht), der alle Vorteile des Saugwischers Roborock Dyad Pro (Testbericht) bietet, mit weniger Handgriffen aber auch zum reinen Akkusauger mutiert.
Der Roborock Dyad Air geht einen anderen Weg. Während seine Geschwistermodelle teure Alleskönner sind, konzentriert sich Roborock beim Air auf die Grundfunktionen und heftet ihm ein vergleichsweise günstiges Preisschild an. So verzichtet der Air als erster Saugwischer der Dyad-Reihe auf die typische Doppelrolle und hat auch keinen Zusatztank für Reinigungsmittel mehr, behält aber die Fähigkeit, randlos wischen zu können und trocknet die Wischrolle nach erledigter Arbeit mit warmer Luft. Wir haben uns im Test angeschaut, wie gut der Dyad Air tatsächlich ist.
Der Roborock Dyad Air präsentiert sich in stilvollem, kompaktem Design, das in modernen Haushalten eine gute Figur macht. Mit nur 4,1 kg Gewicht ist er leichter als andere Modelle und lässt sich dank seines wendigen Körpers mühelos manövrieren. Die Ähnlichkeit zu den anderen Modellen der Dyad-Reihe ist dabei nicht von der Hand zu weisen. Das Gerät verfügt über einen 900 ml Frischwassertank, der nun wieder oben vorn im Korpus untergebracht ist, darüber gibt ein Display Informationen zum Status des Gerätes.
Einen Schmutzwassertank mit 770 ml ist ebenfalls vorn zu entnehmen und unterhalb des Frischwassertanks positioniert. Anstelle der zwei Bürsten des höherpreisigen Dyad Pro setzt der Dyad Air auf eine breite Einzelbürste mit recht flauschigen Fasern für die effektive Schmutzaufnahme. Sie ist so installiert, dass auf der rechten Seite nahezu kein Platz zum Rand bleibt, links hingegen wegen der Aufhängung der Rolle schon.
Der Motor des Roborock Dyad Air bietet eine Saugkraft von beeindruckenden 17.000 Pa. Damit meistert er sowohl trockenen Staub und Krümel als auch feuchten und flüssigen Schmutz. Unterstützt wird die Reinigung durch den sogenannten Dirtect-Sensor. Dieser erkennt den Verschmutzungsgrad des Bodens und passt Saugleistung, Bürstenrotation und Wassermenge automatisch an. Über das Display lässt sich der Verschmutzungsgrad in Echtzeit ablesen, im Automatikmodus muss der Nutzer aber nicht selbst einschreiten.
In unserem Test wurden flüssige und dickflüssige Verschmutzungen bereits mit einer Überfahrt sehr gut beseitigt. Bei eingetrockneten Flecken benötigte der Dyad Air zwar mehr Durchgänge, zeigte aber auch hier gute Reinigungsergebnisse. Erstaunlich: Der Unterschied zu den Dyad-Modellen mit zwei gegenläufig rotierenden Wischrollen ist nicht wirklich auszumachen.
Die Kantenreinigung klappt wegen der beschriebenen Aufhängung der Wischrolle nur an der rechten Seite gut, links bleiben einige Zentimeter Platz. Im Alltag sollte das aber selten zu Problemen führen. Gut gefallen hat uns die Akkuleistung des Dyad Air. Im Test kam der Saugwischer auf der manuell eingestellten höchsten Stufe auf rund 25 Minuten Laufzeit, im Alltag und im Automatikmodus reinigt der Air auch gut 45 Minuten am Stück. Eine Etage mit etwa 140 m² (brutto) in einem Durchgang ist damit kein Problem.
Wie die meisten Saugwischer ist auch der Robrock Dyad Air zwar bei der Nutzung grundsätzlich sehr beweglich und verlangt kaum Kraftaufwand, allerdings kommt man mit ihm kaum unter Möbel. Das Gerät erlaubt keine Senkung des Korpus über etwa 45 Grad hinaus. Wer sich mit dem Handgriff dem Boden weiter nähert, um unter Möbel zu kommen, hebt daher automatisch den Bürstenkopf vom Boden ab. Außerdem kann zu tiefes Neigen des Korpus dazu führen, dass Wasser ausläuft.
Der Roborock Dyad Air punktet mit einer Reihe von Komfortfunktionen, die die Reinigung erleichtern. Per Knopfdruck auf dem Griff lässt sich zwischen verschiedenen Modi wie Auto, Max, Nur-Saugen und Eco wechseln. Ist der Wassertank leer oder der Schmutzwassertank voll, informiert das Gerät per Sprachausgabe darüber. Erstaunlich ist, dass Roborock unbeirrbar kontinuierlich miese Lautsprecher für derartige Äußerungen in seine Dyad-Modelle einbaut. Die beiliegende App bietet zudem Einstellungsmöglichkeiten für die Reinigung und Wartung. Sie ist nett, aber wie bei der Konkurrenz nicht wirklich zwingend erforderlich.
Praktisch ist die Möglichkeit, den Sauger im Betrieb kurz hinzustellen, ohne dass Wasser austritt. Das war beim ersten Roborock Dyad (Testbericht) noch anders. Nach getaner Arbeit lässt sich die Bürste durch Einsetzen in die Station automatisch reinigen und anschließend mit Heißluft trocknen. Dadurch werden Bakterien und Gerüche vermieden.
Den Roborock Dyad Air gibt es aktuell für 400 Euro.
Mit dem Roborock Dyad Air bekommt man einen leistungsstarken und vielseitigen Wischsauger zu einem attraktiven Preis. Für Hartböden ist er dank hoher Saugleistung und intelligentem Sensor eine effiziente Hilfe. Einfache Handhabung, durchdachte Ausstattung und praktische Selbstreinigung machen den Dyad Air zu einem empfehlenswerten Haushaltshelfer. Zwar verzichtet man gegenüber dem Dyad Pro auf Extras wie Dosiereinheit und Doppelbürste, doch im Kern überzeugt der günstige Verwandte mit solider Technik und gutem Reinigungsergebnis sowie guter Akkuausdauer.
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