Die günstige Smart-Home-Zentrale von Hornbach unterstützt Geräte vieler Hersteller. Wie gut sie in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.
Interoperabilität ist das Hauptproblem im Smart-Home-Bereich. Home Assistant und andere Open-Source-Lösungen versuchen, sämtliche Geräte unter einen Hut zu bringen. Das gelingt zwar größtenteils, doch sind solche Systeme, will man sie ausreizen, nichts für Anfänger. Zudem sind einfacher zu bedienende Lösungen wie Homey Pro mit bis zu 400 Euro ziemlich teuer. Einfach und günstig ist hingegen Smart Home by Hornbach. Der Baumarkt-Spezialist hat inzwischen sein zweites Gateway vorgestellt, das wie der Vorgänger die wichtigsten Funkprotokolle wie Zigbee und Z-Wave unterstützt. Die integrierte Matter-Kompatibilität erfasst derzeit nur Wi-Fi-Geräte und ist noch im Versuchsstadium. Wie gut Smart Home by Hornbach in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.
Smart Home by Hornbach unterstützt die Funkprotokolle WLAN, Z-Wave und Zigbee, nimmt aber nur über ein Ethernet-Kabel zum heimischen Router Kontakt zum Internet auf. Eine WLAN-Verbindung zum Router ist nicht möglich, was die Auswahlmöglichkeit hinsichtlich des Aufstellortes erheblich einschränkt. Aber dafür hat man über Ethernet eine jederzeit stabile Verbindung.
Für die Integration von Smart-Home-Komponenten muss das Hornbach-Gateway mit dem Internet verbunden sein. Ohne Online-Verbindung funktionieren daran angeschlossene Sensoren und Aktoren zwar noch, neue Regeln oder Komponenten lassen sich dann aber nicht mehr hinzufügen.
Strom erhält die Smart-Home-Zentrale über ein 5-Volt-Netzteil mit USB-C-Kabel und 10 Watt Leistung. So viel Power wäre gar nicht nötig, da das Gateway im Betrieb nur etwa zwei Watt benötigt.
Angeschlossene Geräte können Anwender per Sprache über Amazon Alexa und Google Assistant steuern. Welche das genau sind, erfahren Interessierte über eine regelmäßig von Hornbach aktualisierte Kompatibilitätsliste. Sie umfasst zahlreiche Smart-Home-Komponenten unterschiedlicher Hersteller. Sensoren zur Erkennung von Bewegung, Wasser, Rauch, Temperatur und Luftgüte sowie Dimmer, Schalter und smarte Steckdosen (Bestenliste) gibt es von Abus, Aeotec (siehe auch Smartthings im Test), Aqara, Eurotronic, Frient, Fibaro, Gardena, Klikaanklikuit, Ledvance, Popp, Silvercrest (Lidl), Shelly, Sensative, Steinel, Technisat und Trust.
In Sachen Leuchtmittel unterstützt Hornbach Lösungen von Klikaanklikuit, Paulmann, Tint und Trust sowie der Eigenmarke Flair Viyu. Licht-Lösungen von Philips Hue können über die Hue-Bridge integriert werden. Auf die günstigen Alternativen von Ikea, Innr, Ledvance und Nanoleaf (siehe auch Bis zu 40% günstiger: Philips-Hue-Alternativen von Ikea, Ledvance, Paulmann, Tint & Co.) müssen Hornbach-Anwender allerdings verzichten oder sie – soweit möglich – ebenfalls über die Hue-Bridge laufen lassen. Gartenprofis freuen sich über die Unterstützung von Gardena-Bewässerungssystemen sowie Mähroboter von Bosch, Dreame, Ecovacs, Gardena, Mova und Segway, wobei nicht sämtliche Produkte der Hersteller unterstützt werden.
Heizungen können Anwender über Thermostate von Danfoss und Tado steuern. Und mit der Smarten Klima-Steuerung V3+ von Tado lassen sich sogar kompatible Klimageräte (Bestenliste) verwalten.
Im Hinblick auf Überwachungskameras sieht es hingegen nicht so gut aus: Lediglich einige Modelle von Dlink, Imou und Netatmo stehen auf der Kompatibilitätsliste. Auch muss man auf die Integration höherwertiger Luftgütesensoren (Bestenliste) wie von Airthings und Air-Q verzichten. Zudem fehlen Luftreiniger (Bestenliste) sowie Be- und Entfeuchter auf der Kompatibilitätsliste, sodass Smart Home by Hornbach keine ausgefeilten Szenarien zur Steuerung des Raumklimas bietet.
Die Hornbach-Zentrale verwalten Anwender über die gleichnamige App vom Smartphone oder Tablet aus. Hierfür ist ein Hornbach-Konto erforderlich. Wer noch keines hat, kann es während der Einrichtung der App anlegen. Alternativ steht unter smarthomebyhornbach.com auch ein Web-Interface parat, dessen Funktionsumfang mit der App identisch ist. Damit können Anwender ihr Smart Home bequem vom Desktop aus verwalten.
Um Geräte hinzuzufügen, klicken Anwender in der App oder im Web-Interface einfach auf das Plus-Symbol. Es steht in jeder einzelnen Sektion der Bedienoberfläche, die sich in Status, Geräte, Regeln, Historie und Entdecken gliedert, zur Verfügung. Anschließend wählt man unter Geräte den Hersteller oder Gerätetyp aus, um ein Produkt auszuwählen. Je nach Hersteller respektive Gerät unterscheidet sich die weitere Einbindung. Direkt unterstützte Geräte müssen in den Kopplungsmodus gebracht werden, damit Smart Home by Hornbach sie erkennt. Dazu gibt es in der App entsprechende Anleitungen, auch dazu, wie man die Geräte in den Werkszustand versetzt – vorbildlich. Andere, wie die Tado Smarte Klima-Steuerung V3+, werden über die Verbindung zum entsprechenden Konto ins System integriert. Letztlich ist die Integration dank zahlreicher Hilfestellungen in App und Web-Interface aber kein großes Problem.
Heimautomatisierungen ermöglicht Smart Home by Hornbach klassisch über Wenn-Dann-Regeln. Hierbei können Anwender einerseits Vorlagen aus den Bereichen Energie, Familie, Klima, Komfort und Sicherheit wählen oder eine sogenannte Experten-Regel erstellen. Als Auslöser von Regeln dienen Gerät, Zeit und Gateway-Status. Regeln können Anwender anhand mehrerer Bedingungen erstellen, sodass auch komplexe Logiken abgebildet werden können.
Zur besseren Übersicht lassen sich die eingebundenen Geräte einem bestimmten Raum zuordnen. Für die Status-Ansicht können Anwender außerdem Favoriten und Widgets für den Schnellzugriff einrichten. Während jedes Gerät als Favorit für die Status-Seite aktiviert werden kann, gruppieren Widgets die Geräte nach Einsatzbereichen oder Funktion wie Klima, Batterie, Zwischenstecker, Tür/Fensterkontakte, Erreichbarkeit, Sicherheit, Energie oder Heizen & Kühlen.
Sind einmal Geräte und Regeln eingerichtet, sollte die Bedienung eines Smart-Home-Systems zweitrangig sein. Im Idealfall sorgen die Automatisierungen für einen reibungslosen Betrieb der smarten Technik. Im Test hat das mit Smart Home by Hornbach tadellos funktioniert. Die Beleuchtung wurde bei Bewegungserkennung in Abhängigkeit der Zeit automatisch eingeschaltet, inklusive Wahl eines bestimmten Farbtons und Intensität. Wichtig ist natürlich auch, dass sich die Beleuchtung wieder ausschaltet, sobald keine Bewegung registriert wird. Auch das hat funktioniert. Das Abschalten bestimmter Steckdosen, um etwa die Energieverschwendung im Standby-Betrieb zu minimieren, hat das Hornbach-Gateway problemlos bewältigt. Die anderen für den Test verwendeten Komponenten wie Tür-/Fensterkontakt-Sensor, Rauch- und Wassermelder von Fibaro, Bewegungssensoren und Taster von Aeotec, Steckdosenadapter von Popp, Heizkörperthermostat von Eurotronic, Klimaanlagensteuerung von Tado und Leuchtmittel von Flair Viyu funktionieren einwandfrei.
Wer dennoch auf eine manuelle Steuerung Wert legt, muss dazu nicht unbedingt die Hornbach-App oder das Web-Interface verwenden. Alternativ lassen sich Aktionen auch manuell mit Tastern auslösen, sodass man sie nicht umständlich über die App aktivieren muss.
Die App hinterlässt insgesamt einen positiven Eindruck. Smart-Home-Enthusiasten werden sich über die Vielzahl an Möglichkeiten bezüglich Regeln, einer konfigurierbaren Status-Seite sowie einer Historie, unterteilt nach Ereignisse, Regeln, Alarme und Meldungen freuen, während Anfänger die zahlreichen Hilfestellungen in Form grafisch gut aufbereiteter Anleitungen schätzen. Zusätzliche Hilfestellungen erhalten Anwender im vorbildlichen Support-Bereich des Baumarkt-Spezialisten, der direkt von der App oder dem Web-Interface erreichbar ist. Hier finden Interessierte nicht nur zahlreiche Artikel und Videos, die Einrichtung und Betrieb der Smart-Home-Zentrale erläutern, sondern auch eine regelmäßig aktualisierte Kompatibilitätsliste, die zudem Hinweise enthält, ob das jeweilige Gerät eine Repeater-Funktion zur Erweiterung der Funk-Reichweite des Netzwerks bietet. Einen kostenpflichtigen Service für Installation und Betrieb bietet der Baumarkt-Spezialist ebenfalls an. Mit anderen Worten: Hornbach zeigt, wie guter Support im Smart-Home-Umfeld funktioniert.
Das von uns getestete Gateway V2 Smart Home by Hornbach kostet 50 Euro auf Ebay.
Smart Home by Hornbach ist mit einem Preis von knapp 50 Euro eine der günstigsten Smart-Home-Zentralen. Dafür erhalten Nutzer dank Kompatibilität zu WLAN, Z-Wave und Zigbee eine leistungsfähige Smart-Home-Zentrale, mit der sie zahlreiche Komponenten verschiedener Hersteller zum Aufbau eines Smart Home verwenden können. Dabei ist die Auswahl nicht nur auf klassische Sicherheitskomponenten wie Bewegungs-, Rauch- und Wassermelder beschränkt, sondern umfasst auch Bewässerungssysteme und Mähroboter, sowie Leuchtmittel unter anderem von Paulmann, Steinel, Tint, Trust und der Hornbach-Eigenmarke Flair Viyu. Über die Bridge von Philips Hue lassen sich auch Leuchtmittel des Branchenführers einbinden. Heizungen können Anwender über Thermostate von Danfoss und Tado steuern. Während Smart Home by Hornbach mit den unterstützten Komponenten grundsätzliche Funktionen im Smart-Home-Bereich unterstützt, ist eine umfassende Steuerung des Raumklimas mangels Support für entsprechende Geräte nicht möglich.
Insgesamt ist Smart Home by Hornbach auch dank des tollen Supports eine empfehlenswerte Smart-Home-Zentrale für Einsteiger und Fortgeschrittene. Noch mehr Geräte dürfte die Hornbach-Lösung unterstützen, wenn Matter inklusive Support für Thread vollständig implementiert ist. Derzeit steht Matter nur als Beta für Wi-Fi-Geräte parat.
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