Das smarte Türschloss Tedee Go sieht schick aus und ist kompatibel mit europäischen Schließzylindern. Jetzt gibt es mit dem Keypad Pro endlich auch die Möglichkeit, die Tür per Fingerabdruck zu öffnen. Der Test zeigt, wie gut das in der Praxis funktioniert.
HINWEIS: Inzwischen gibt es mit dem Tedee Go 2 den Nachfolger.
Anders als die Pro-Variante nutzt das Tedee Go einen vorhandenen Euro-Profilzylinder, wenn dieser von beiden Seiten mit einem Schlüssel geöffnet werden kann. Türschlösser, die zum Öffnen an der Innenseite einen Knauf verwenden, sind leider inkompatibel mit dem kompakten Smart Lock. Das Tedee Go benötigt also einen eingesteckten Schlüssel, um das Türschloss öffnen und schließen zu können.
Mit der optional erhältlichen Bridge können Anwender das smarte Bluetooth-Türschloss per WLAN mit dem Internet verbinden und damit aus der Ferne bedienen, in eine Smart-Home-Zentrale (Bestenliste) integrieren sowie über Amazon Alexa und Google Assistant per Sprache steuern. In Verbindung mit der Bridge kann man das von Tedee angebotene Keypad zum Öffnen der Tür über Codes aus der Ferne verwenden. Ansonsten ist das Keypad über die Bluetooth-Verbindung zum Schloss auch ohne Bridge einsatzbereit. NFC-Tags unterstützt das Keypad, anders als das Switchbot Lock Pro (Bestenliste), hingegen noch nicht. Es verfügt aber bereits über einen NFC-Leser, dieser ist aber nicht freigeschaltet. Sobald das passiert, kann man die Tür auch mit NFC-Tags öffnen. Mit dem Keypad 2 gibt es nun endlich auch die Möglichkeit, die Tür per Fingerabdruck zu öffnen.
Des Weiteren setzt das smarte Türschloss auf eine 256-Bit-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und unterstützt das TLS-1.3-Protokoll. AV-Test hat es als sicher zertifiziert. Wie gut das smarte Türschloss Tedee Go mit dem neuen Keypad Pro und Fingerabdruck-Scanner in der Praxis funktioniert, zeigt unser Testbericht.
Das Smart Lock Tedee Go gibt es in Silber und in Schwarz. Mit einem Durchmesser von 58 Millimeter, einer Höhe von 65 Millimeter und einem Gewicht von 196 Gramm gehört es zu den kompaktesten und leichtesten smarten Türschlössern. Lediglich das Tedee Pro, das den Einbau eines dafür optimierten Schließzylinders erfordert, ist noch schlanker und leichter. Dagegen wirken Smart Locks von Aqara, Nuki, Switchbot oder Yale Linus wie klobige Riesen.
Die smarten Tedee-Schlösser verzichten außerdem auf einen Drehknopf für das manuelle Öffnen und Schließen der Tür von innen – stattdessen dreht man dafür einfach das komplette Schloss. Smart Locks von Nuki (Bestenliste) lösen das zwar ähnlich, sind aber dafür deutlich größer.
Von allen smarten Türschlössern, die wir bislang in der Redaktion hatten, zählen die Tedee-Varianten zu den elegantesten Vertretern ihrer Art. Anders als das aus Aluminium gefertigte Tedee Pro besteht das in Silbermetallic lackierte Gehäuse des Go allerdings aus Plastik. Das haptische Feedback ist daher etwas weniger hochwertig. Die Verarbeitungsqualität gibt aber auch beim Tedee Go keinen Anlass zur Kritik. Das Smart Lock schmeichelt der Handfläche, ohne dass Spaltmaße, Ecken oder Kanten zu spüren wären.
Im Lieferumfang befindet sich neben dem smarten Schloss, das über drei CR123-Batterien mit Strom versorgt wird, noch ein Inbusschlüssel zur Befestigung des Tedee Go an der Schlossinnenseite der Haustür sowie ein Adapter mit Klebepad. Dieser ist nötig, wenn der Schließzylinder weniger als 3 Millimeter aus der Tür ragt und damit für das Tedee Go keinen Halt bietet. Ob das der Fall ist, kann man mit der beiliegenden Schablone schnell überprüfen. Zeigt die Schablone weniger als drei Millimeter an, klebt man den mitgelieferten Adapter auf das Türschloss. Die dafür infrage kommende Fläche sollte zuvor mit dem beiliegenden Reinigungstuch gesäubert werden. Anschließend presst man den Adapter für einen andauernden stabilen Halt für eine Minute an die Tür. Nun müssen noch Schlüssel ins Schloss und das Tedee Go in den Adapter gesteckt werden. Zum Schluss schrauben wir es mit dem Inbusschlüssel und den drei im Schlossgehäuse steckenden Gewindestiften fest. Wird der Adapter verwendet, muss man die Schrauben zur Befestigung nach außen drehen.
Ragt das vorhandene Türschloss hingegen drei Millimeter oder mehr aus der Tür, wird der Adapter nicht benötigt. In diesem Fall platziert man das Tedee Go direkt auf den Schließzylinder und befestigt es mit den drei Gewindestiften an diesem.
Die Installation ist bei einem kompatiblen Schließzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion (Schloss kann geöffnet werden, auch wenn an der anderen Seite ein Schlüssel eingesteckt ist) nach wenigen Minuten erledigt. Allerdings muss man aufpassen, dass man bei der Befestigung mit dem Inbusschlüssel nicht den Lack der Tür beschädigt (siehe Bildergalerie). Das folgende Video zeigt die Befestigung für beide geschilderten Fälle.
Nach der Montage an der Tür öffnen wir das Gehäuse des Tedee Go, indem wir die obere Taste nach unten drücken und den Gehäusedeckel nach hinten ziehen. Anschließend ziehen wir die Plastikschlaufen aus den drei Batterieslots und koppeln das Smart Lock mit der Tedee-App, für die eine Registrierung erforderlich ist. Hierfür muss der Aktivierungscode eingescannt werden. Dieser versteckt sich unter dem Schlossgehäuse, ist aber auch auf der Verpackung aufgedruckt. Anschließend schaltet man das Schloss ein, indem man auf die Frontseite so lange drückt, bis die LED neben dem Tedee-Logo blinkt.
Wir haben das intelligente Türschloss in Verbindung mit der optional erhältlichen Bridge und dem neuen Keypad Pro getestet. Diese werden auf die gleiche Weise mit der App gekoppelt. Die Bridge wird mit einem ansteckbaren Netzteil oder per Micro-USB-Kabel von einem USB-Port mit Strom versorgt. Alternativ kann man den Hub auch per USB-Steckdose (Ratgeber) in Betrieb nehmen. Die Stromversorgung des Keypad Pro mit integriertem Fingerabdrucksensor erfolgt mit vier AAA-Batterien.
Im Test hat die Inbetriebnahme erst im zweiten Anlauf funktioniert. Zunächst gab es ein Bluetooth-Verbindungsproblem, das beim zweiten Versuch nicht mehr auftrat. Alles in allem ist die Koppelung mit der App aber einfach und nach wenigen Minuten abgeschlossen.
Anschließend müssen Schloss und Türfalle kalibriert werden. Hierfür folgt man den Anweisungen des Installationsassistenten und schließt das Schloss bis zur vollständig verriegelten Position und im zweiten Schritt öffnet man es vollständig, aber, ohne dass die Türfalle eingezogen wird. Danach wird letztere bei geöffneter Tür kalibriert. Nach erfolgter Kalibrierung von Schloss und Türfalle, die nach etwa einer Minute abgeschlossen ist, kann das smarte Türschloss verwendet werden.
Eine korrekt durchgeführte Kalibrierung ist essenziell für einen problemlosen Betrieb. Wir haben im ersten Anlauf bei geschlossener Tür die Türfalle mit angezogen, was wenig später zu einer Blockierung des Smart Locks geführt hat. Nach einer erneuten Kalibrierung funktioniert das Tedee Go aber zuverlässig. Dabei geht es relativ leise vor. Klar hört man den Sperr- und Entsperrvorgang, aber ganz so laut wie andere Schlösser ist das Tedee Go nicht.
Die Bedienung der App ist intuitiv. Auf der Startseite gibt es in der Mitte ein Status-Display und unten zwei Schaltflächen, wobei die jeweils ausführbare (Ziehen, Schließen, Öffnen & Ziehen) jeweils grün umrandet ist.
Das Schloss bietet auch eine standortabhängige Auto-Unlock-Funktion. Diese funktioniert unter Android auch ohne Bridge, für iOS wird der Einsatz des Hubs aber empfohlen. Dieser beinhaltet einen Beacon, der die Zuverlässigkeit des Auto-Unlock unter iOS wesentlich verbessert. Damit die Auto-Unlock-Funktion ausgelöst wird, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Als Erstes muss der Geofence-Bereich (standardmäßig 200 Meter) verlassen und wieder betreten werden. Danach muss das Smartphone in Bluetooth-Reichweite zum Schloss sein, sodass dieses dann einmalig öffnet. Die Tür wird also nicht automatisch geöffnet, wenn man zum Beispiel in der Wohnung am Schloss mit dem Smartphone vorbeiläuft.
Für das Öffnen der Tür kann man nach wie vor den Haustürschlüssel verwenden. Alternativ öffnet sich das Schloss auch über die Tedee-Smartwatch-App, die für Wear OS (Android) und iOS (Apple Smartwatch) vorliegt. Zudem bietet die App noch ein Widget, mit dem man das Smart Lock direkt unter der Bedienoberfläche von iOS und Android bequem öffnen kann. Für Android stehen weitere Widgets zur Konfiguration und Bedienung parat.
Die Batterielaufzeit gibt der Hersteller bei acht Vorgängen pro Tag mit bis zu sechs Monaten an. Dann müssen die Batterien ersetzt werden. Die App informiert darüber rechtzeitig. Uns hätte ein wiederaufladbarer Akku wie beim Tedee Pro aber besser gefallen.
Mit dem ab 129 Euro erhältlichen Keypad Pro unterstützt das Tedee Go nun auch das Öffnen der Tür per Fingerabdruck. Das ist nicht nur bequem, sondern gelingt auch zügig und bedeutet einen echten Mehrwert. So kann man das Schloss ganz ohne Smartphone, Smartwatch oder Schlüssel öffnen. Damit steigt die Akzeptanz der Lösung bei wenig technikaffinen Personen im Haushalt von 0 auf 100 Prozent.
Allerdings gelingt das Öffnen per Fingerabdruck nicht ganz so schnell wie mit dem Aqara Smart Lock U200. Das liegt daran, dass man den Finger am Abdruckscanner etwa 1–2 Sekunden auflegen muss, damit er erkannt wird und das Schloss die Tür öffnet. Dabei signalisiert oberhalb des Ziffernblocks eine grün oder rot leuchtende LED, ob der Fingerabdruck erkannt oder nicht erkannt wurde.
Das Tedee Keypad Pro unterstützt bis zu 100 PINs und Fingerabdrücke und eignet sich nicht nur zum Öffnen, sondern auch zum Verschließen der Tür. Diese Funktion wird in der Tedee-App über die Option Ohne PIN verriegeln aktiviert. Ein langes Drücken auf das Schloss-Symbol am Keypad Pro verschließt die Tür.
Anwender befestigen das 115 Gramm schwere Keypad Pro mit Abmessungen 12,5 × 3,3 × 2,35 cm entweder mit dem mitgelieferten Klebepad oder mit Schrauben und Dübeln, die sich ebenfalls im Lieferumfang befinden. Zur Stromversorgung dienen entweder vier AAA-Batterien oder mithilfe eines Verbindungskabels die Stromversorgung der Haustürklingel. Beides ist im Lieferumfang enthalten.
Das Keypad Pro hat auch NFC an Bord, doch die Technik ist noch nicht freigeschaltet. Das soll im Verlauf des Jahres passieren. Sobald NFC verfügbar ist, können Anwender das Tedee Go einfach durch Annähern ihres Smartphones oder ihrer Smartwatch an das Keypad Pro entsperren. In Entwicklung ist auch ein sogenannter Flush-Mount-Adapter, der eine Unterputzmontage des Keypad Pro erlaubt.
Mit der Bridge können Anwender Tedee-Schlösser in eine Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro oder Home Assistant integrieren und so für Automatisierungen verwenden und für Entwickler bietet Tedee auch eine Web-API. Für Homey Pro und Home Assistant stehen offizielle Integrationen zur Verfügung, mit denen Anwender Tedee-Schlösser einfach einbinden können. Homey Pro nutzt dafür die Tedee-Cloud, während Home Assistant eine von der Tedee-App zur Verfügung gestellte API für eine lokale Anbindung verwendet. Auch für Iobroker gibt es einen Adapter zur Integration. Anders als die Pro-Variante unterstützt das Tedee Go kein Apple Homekit. Homebridge-Anwender können es aber über ein Plug-in in Homekit integrieren. Des Weiteren unterstützt Tedee noch weitere Smart-Home-Plattformen wie Amazon Alexa, Google Assistant, Fibaro und Loxone.
Wer das Tedee-Schloss mit Homey Pro oder Home Assistant integriert, kann es anschließend auch unter Apple Homekit verwenden, da beide Smart-Home-Lösungen integrierte Geräte an Apple Home weiterreichen können. Allerdings kann Homekit das Schloss lediglich öffnen und schließen, aber die nicht wie Homey Pro und Home Assistant die Türfalle ziehen.
Tedee arbeitet schon länger an einer Integration des Matter-Protokolls. Diese sollte bis Ende 2024 erscheinen, lässt aber noch immer auf sich warten. Allerdings ist Matter bisher nicht der Weisheit letzter Schluss. Die großen Hersteller wie Apple, Amazon und Google setzen noch einen alten Standard ein. Doch erst ab Matter 1.2 werden Smart Locks vollständig unterstützt. Bislang beherrschen diesen Standard nur Home Assistant und Homey Pro – und dafür gibt es bereits Integrationen für das Tedee Go in Verbindung mit der Bridge.
Das Tedee Go kostet regulär nur noch 164 Euro. Zur Markteinführung musste man noch fast 200 Euro hinblättern. Aktuell ist das kompakte Türschloss für 129 Euro im Angebot. Eine Bridge, über die man das smarte Schloss auch aus der Ferne bedienen, die standortbasierten Auto-Unlock-Funktion nutzen und an Smart-Home-Zentralen anbinden kann, kostet etwa 80 Euro. Und das Keypad Pro ist ab 129 Euro erhältlich. Das macht summa summarum für das gesamte Set 337 Euro. Am günstigsten ist es, wenn man das Set bei Tink, bestehend aus Tedee Go und Bridge für 300 Euro ordert und das Keypad Pro für 129 Euro erwirbt. In diesem Fall belaufen sich die Gesamtkosten auf etwa 299 Euro.
Das smarte Türschloss Tedee Go hinterlässt im Test einen hervorragenden Eindruck. Es funktioniert zuverlässig und mit einer optional erhältlichen Bridge integriert es sich auch in zahlreiche Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Amazon Alexa, Google Assistant, Homey Pro und Home Assistant und steht somit für Automatisierungen parat. Und mit dem neuen Keypad Pro können Anwender die Tür nun bequem per Fingerabdruck öffnen. Das ist ein echter Mehrwert für das kompakte Smart Lock.
Leider unterstützt das smarte Türschloss von Tedee keine Schließzylinder, die an der Innenseite keinen Schlüssel, sondern einen Knauf verwenden. Und auch die Stromversorgung über Batterien, statt über wiederaufladbare Akkus, verdient Kritik.
Das Gesamtpaket aus Tedee Go, Bridge und Keypad Pro kostet mindestens 299 Euro. Das ist zwar deutlich teurer als man für das Aqara Smart Lock U200 ausgeben muss. Dafür erhält man mit dem Tedee Go ein deutlich kompakteres Smart Lock, das zu den schönsten Vertretern seiner Art zählt.
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