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Somfy Home Alarm im Test: einfach & smart

Somfy Home Alarm im Test: einfach & smart
VORTEILE
  • einfache Installation
  • komfortable Lösung
  • extrem laute Sirene
NACHTEILE
  • Registrierungszwang
  • wenig Einstellungsmöglichkeiten

Das Smart-Home-Alarmsystem Somfy Home Alarm überzeugt mit vorbildlich einfacher Konfiguration und einer tollen App namens Somfy Protect. Der Preis dafür sind eingeschränkte Einstellungen; für die Überwachung von Haus oder Wohnung reicht das aber aus.

Systemüberblick

Das Starter-Kit hört auf den etwas holprigen Namen Somfy Home Alarm Funk-Alarmzentrale und ist das größere Modell unter den Alarmsystemen aus der Somfy-Protect-Serie. Die kleinere Alternative ist die Überwachungskamera Somfy One+, die sich ebenfalls mit Alarmsensoren koppeln lässt und die über eine integrierte Sirene verfügt. Im Rahmen unseres Vergleichstests Überwachungskameras mit Cloud-Speicher haben wir auch die Somfy One+ getestet .

Im Vergleich dazu ist das hier getestete Starter-Kit deutlich näher an den bereits von uns getesteten Alarmsystemen wie Abus Smartvest , dem Bosch Smart-Home-Alarm oder Gigaset Elements . Es gibt eine kabellose Alarmzentrale, die bei Somfy direkt in der Steckdose steckt, sowie batteriebetriebene Sensoren, die auf Einbruchsversuche, das Öffnen von Türen oder Fenstern sowie auf Bewegung reagieren.

Der Fokus liegt bei Somfy ganz klar auf der Einbruchsmeldung. Gefahrenmelder für Wasser (Waschmaschine) oder Rauch (Feuer) gibt es zwar von Somfy; sie sind aber nicht zu dem hier getesteten Alarmsystem kompatibel, sondern setzen auf andere Funkstandards. Schade eigentlich, das hätte das Paket abgerundet.

Warum die Polizei vom Selbsteinbau von Smart-Home-Alarmanlagen abrät, warum die sogenannte Zwangsläufigkeit zur Vermeidung von Fehlalarmen so wichtig ist und warum die Smart-Home-Alarmanlagen dieses Prinzip nicht unterstützen, erklären wir in unserem Grundlagen-Artikel: Smart-Home-Alarmanlagen selbst planen und einbauen

Design

Die Verpackung des Starter-Kits ist vorbildlich. Im Karton befinden sich alle Komponenten sauber auf zwei Ebenen angeordnet. Oben liegt die Innensirene, die dank Deckel aus Aluminium und integrierten Batterien erstaunlich schwer ist – entsprechend hochwertig wirkt sie. Auf der Rückseite sind gleich zwei Lautsprecher angebracht: einer für normale Hinweistöne und den Voralarm, und eine fiese Sirene mit 110 dB, die ungebetenen Gästen ordentlich Schmerzen am Trommelfell macht.

Vorbildlich und übersichtlich sind die verschiedenen Komponenten im Starter-Kit verpackt.

Außerdem im Karton: Die eigentliche Alarmzentrale, die wie ein etwas größeres Steckernetzteil aussieht, drei Fensterkontakte – die ähnlich wie bei Gigaset ohne Gegenmagnet arbeiten, sondern stattdessen auf Lageänderung reagieren –, ein Bewegungsmelder sowie zwei Funkfernbedienungen als Schlüsselanhänger.

Sämtliche Komponenten sind, abgesehen vom Deckel der Innensirene, aus weißem Kunststoff gefertigt. Das Material fühlt sich ordentlich an; die Verarbeitung ist gut – es knarzt und knirscht zumindest nichts. Die Sensoren sind verhältnismäßig klein, fallen bei der Montage auf weißen Fensterrahmen oder vor der weißen Wand nicht sonderlich auf. Auf grauen Türen oder Fenstern hingegen stechen sie schon sehr hervor.

Alarmzentrale

Wer das System auspackt, fällt zunächst auf einen falschen Freund herein: Die auffällig verpackte, große und schwere Alarmsirene wirkt zunächst so, als wäre sie die Zentrale. Aber falsch geraten. Die eigentliche Alarmzentrale ist rund und hat auf der Rückseite einen Euro-Stecker – man steckt sie direkt in eine Steckdose. Ein externes Netzteil gibt es ebensowenig wie Standfüße oder eine Wandhalterung.

Die eigentliche Alarmzentrale sieht wie ein kompaktes Steckernetzteil aus.

Die Zentrale bindet die Komponenten kabellos an, verbindet sich selbst mit dem WLAN und hängt am Netz. Damit das auch bei Stromausfall noch funktioniert, gibt es einen integrierten Puffer-Akku, der laut Hersteller sechs Stunden durchhalten soll. In dieser Zeit reagiert das System auf Alarme, indem es die Sirene aktiviert. Damit auch Push-Meldungen an die Handy-App, an eingestellte E-Mail-Adressen und gegebenenfalls auch per SMS verschickt werden, ist allerdings auch bei Stromausfall funktionierendes WLAN samt Internet nötig. Das klappt zum Beispiel, indem man seinen WLAN-Router an eine unterbrechungsfreie Stromversorgung hängt. Alternativ kann das Somfy-System auch über andere Somfy-Alarmanlagen in der Nachbarschaft Meldungen absetzen, sofern es diese Infrastruktur gibt.

Komponenten

Die wichtigsten Ergänzungsmodule kennen wir schon aus dem Starter-Set. Nummer eins ist die Innensirene. Sie läuft mit Batterien und bringt kein Netzteil mit. Sie ist für die Aufstellung auf Möbeln sowie für die Wandmontage vorbereitet und erkennt Sabotage wie das Herausnehmen der Batterien. Integriert ist ein normaler Lautsprecher für Hinweis- und Statustöne sowie eine heftige Sirene, die mit einem Schalldruck von 110 dB laut Hersteller tatsächlich für ein fieses Klingeln in den Ohren sorgt – daneben möchte man als Einbrecher nicht „arbeiten“. Optional gibt es auch eine Außensirene mit Lichtsignal.

Der Bewegungsmelder ist ebenfalls für die Wand- oder Möbelmontage vorbereitet und bemerkt Sabotageversuche wie das Öffnen des Batteriefachs.

Drei der Tür- und Fenstermelder sind im Starter-Kit dabei. Sie werden mit doppelseitigem Klebeband montiert.

Außerdem im Lieferumfang: Zwei Keyfobs – also Schlüsselanhänger-Fernbedienungen. Es gibt vier Tasten: Scharf, Unscharf, Nachtmodus ohne Bewegungsmelder und Panik. Viel spannender ist aber die passive Funktion: Mit der entsprechenden Einstellungen in der App erinnert die Somfy-App automatisch ans Scharfschalten, wenn alle Nutzer Haus oder Wohnung verlassen haben. Beim Öffnen der Haustür erkennt das System den Benutzer und schaltet die Anlage wieder unscharf. Komfortabler geht es nicht.

Wer im Alarmfall oder zu seiner eigenen Beruhigung einen Blick ins Haus werfen möchte, kann sich noch eine oder mehrere der Somfy-Überwachungskameras aufstellen. Weitere Komponenten wie Rauch- oder Wassermelder gibt es leider nicht.

App

Die App ist eine der großen Stärken der Somfy-Lösung. Sie ist nach dem Apple-Prinzip gebaut: Sie kann nicht viel, aber das, was sie kann, tut sie perfekt. Los geht's bei der Konfiguration. Das Anlernen der Anlage und der Komponenten klappt extrem einfach, es gibt bei jedem Schritt eine ausführliche Erklärung. Alle wichtigen Punkte sind berücksichtigt. Wir haben die Einrichtung und die ersten Schritte unserer Alarmanlage in Screenshots festgehalten. Die folgende Fotostrecke zeigt Schritt für Schritt, was auf den Nutzer zukommt:

Alarm

Wer sich für eine Einbruchsmeldeanlage entscheidet, sollte schon bei der Planung wissen, was er im Alarmfall machen möchte. Somfy unterstützt alles, was in diesem Produktumfeld üblich ist. Dazu gehören natürlich die optische und akustische Signalisierung vor Ort, Push-Nachrichten an die Handy-App, aber auch SMS oder E-Mails.

Bei Somfy gibt es die Möglichkeit, vertraute Personen mit in die Anlage aufzunehmen. Kommt es zum Alarmfall, werden auf diese Weise zum Beispiel Nachbarn oder Verwandte per App informiert und bekommen für 30 Minuten Zugriff auf die gegebenenfalls aufgestellten Somfy-Überwachungskameras. So kann die Mutter sicher aus der Ferne prüfen, ob nächste Schritte nötig sind, oder ob es sich vielleicht nur um einen Fehlalarmfall handelt.

Üblich ist, dass der Nutzer einstellen kann, wie lange Scharfschaltung und Alarmauslösung verzögert werden. Somfy folgt hier wieder dem Apple-Prinzip: Gibt's halt nicht. Nach dem Scharfschalten vergehen 30 Sekunden, bevor Bewegungsmelder und Fensterkontakte reagieren, und nach dem Auslösen eines Bewegungsmelders vergehen 30 Sekunden, in denen die Alarmsirene eine unauffällige Melodie vor sich hin bimmelt, um den Nutzer zum Entschärfen des Systems aufzufordern. Erst danach gibt die Alarmsirene richtig Lärm von sich. Vor allem in Kombination mit dem komfortablen automatischen Schärfen und Entschärfen ist das eine feine Sache; unserer Ansicht nach sollte es aber durchaus die Option geben, den Alarm ohne oder nur mit sehr kurzer Verzögerung auszulösen.

Die Sirene ist groß, schwer und laut und eignet sich zur Aufstellung sowie zur Wandmontage.

Wer möchte, kann bei Somfy auch ein kostenpflichtiges Paket buchen. Für knapp 10 Euro im Monat kann man im Alarmfall über die Somfy-App einen Sicherheitsdienst anrufen, der einen Streifenwagen schickt. Sollte es zu einem Einbruch gekommen sein, überwacht der Dienst das Gebäude, bis es wieder gesichert ist. Mit dabei ist ebenfalls die Suche nach einem Schlosser oder Glaser und die Übernahme von Reparaturkosten bis 200 Euro. Eine tolle Sache, der Haken ist freilich, dass der Wohnungsbesitzer oder einer seiner Vertrauten den Service selbst über die App anfordern müssen.

Sicherheit

Das Somfy-Protect-Alarmsystem kommuniziert kabellos mit allen Komponenten. Prinzipbedingt ist das anfälliger für Störungen und Sabotage als kabelgebundene Kommunikation, dafür aber natürlich deutlich weniger Installationsaufwand als beim Verlegen von Kabeln.

Aktuell gibt es bei Somfy drei verschiedene kabellose Übertragungstechniken. Die Technik des Smart-Home-Alarmsystems nennt der Hersteller „Somfy Plug&Play“. Auf welcher Funktechnik das System basiert, haben wir nicht herausgefunden. Nach Angaben von Somfy erfolgt die Übertragung verschlüsselt und soll sicher gegen Störversuche sein.

Konnektivität

Die Anbindung an andere Smart-Home-Systeme ist nicht ohne weiteres möglich. Zwar gibt es Somfy-Adapter für offene Systeme wie FHEM oder ioBroker, allerdings kommunizieren diese nicht den Somfy-Plug&Play-Komponenten der Alarmanlage, sondern vor allem mit den Rollladensteuerungen der Franzosen – die nicht zur Alarmanlage kompatibel sind. Einen Umweg gibt's über das Somfy-eigene Tahoma-System, das sich mit zusätzlicher Basisstation für knapp 300 Euro an FHEM anbinden lässt. So sollte die Anbindung der Alarmanlage an das Smart Home möglich sein, die Kosten stehen allerdings unserer Ansicht nach in keinem Verhältnis.

Die Fernbedienungen arbeiten, wenn gewünscht, auch passiv: Öffnet man die Haustür, wird die Alarmanlage automatisch entschärft, wenn man den Schlüsselanhänger bei sich trägt.

Per App lässt sich mit wenig Aufwand die Anbindung zu Alexa und Nest herstellen. Freilich ist es komfortabel, die Alarmanlage per Sprachbefehl scharf zu schalten – aber wenn der Einbrecher beim Ertönen der „in 30 Sekunden geht der Alarm los“-Voralarm-Melodie fröhlich „Alexa, entschärfe Somfy“ ruft und sein Problem auf diese Weise lösen kann, ist auch niemandem geholfen.

Update: Inzwischen gibt es eine Anbindung von Somfy Protect an IFTTT . Darüber lassen sich alle wichtigen Funktionen und Zustände der Alarmanlage in das eigene Smart Home abfragen und schalten.

Fazit

Die Smart-Home-Alarmanlage von Somfy macht sehr viel sehr richtig. Einfacher zu installieren war kein System, das wir bisher in den Fingern hatten, und die Komfortfunktionen inklusive automatischem Scharf- und Unscharfschalten sowie die optionale Anbindung eines Sicherheitsdiensts sind echte Pluspunkte.

Auf der Negativseite stehen fehlende Sensoren (Rauch- und Wassermelder), wenige Einstellungsmöglichkeiten (beispielsweise Auslöseverzögerung) sowie die unnötig schwierige Anbindung an andere Smart-Home-Systeme.

Wer eine Einbruchmeldeanlage für Haus oder Wohnung sucht und keine Gefahrenmeldung benötigt, bekommt mit Somfy ein vorbildliches, lautes und einfaches System.

Weiterführende Links