Itead bietet mit dem Sonoff Zigbee TRVZB sein erstes smartes Heizkörperthermostat. Wie gut der Erstling in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.
Die in Shenzhen ansässige Firma Itead vertreibt unter der Marke Sonoff zahlreiche Smart-Home-Komponenten wie smarte Steckdosen (Bestenliste), WLAN-Schalter, Temperatur- und Bewegungssensoren (Ratgeber). Auch Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Sonoff Ihost (Testbericht), mit der Anwender Smart-Home-Komponenten unterschiedlicher Hersteller lokal ohne Cloud steuern können, gehören zum Portfolio des Smart-Home-Spezialisten.
Rechtzeitig zur bald beginnenden Heizsaison hat Itead mit dem Sonoff Zigbee TRVZB sein erstes smartes Heizkörperthermostat vorgestellt. Mit smarten Heizkörperthermostaten können Anwender die Steuerung der Heizung optimieren und Heizkosten sparen. Laut Berechnungen der Stiftung Warentest kann der Einsatz von smarten Thermostaten eine Heizkostenersparnis von durchschnittlich 5 bis 8 Prozent bringen (Ratgeber). Das klingt zunächst nicht nach besonders viel. Andererseits beträgt der Anteil der Heizkosten am Gesamtenergiebedarf etwa 71 Prozent, Strom kommt auf 14 Prozent und auf Warmwasser entfallen die restlichen 15 Prozent. Das Einsparpotenzial ist also beim Heizen besonders hoch. Natürlich kann ein smartes Heizkörperthermostat nur einen kleinen Beitrag zur Kosteneinsparung liefern. Eine energetische Sanierung der Wohnräume bringt naturgemäß deutlich mehr, erfordert aber auch eine höhere Investition. Zudem haben Mieter auf solche Maßnahmen keinen Einfluss, während sie mit einem smarten Heizkörperthermostat sofort Heizkosten senken können.
Smarte Heizkörperthermostate bieten zudem mehr Komfort: Anwender können damit individuelle Heizpläne erstellen und die Temperatur bequem vom Smartphone aus auch von unterwegs regeln. Eine manuelle Anpassung der gewünschten Ziel-Temperatur direkt am Gerät wird damit in der Regel überflüssig.
Das Sonoff Zigbee TRVZB können Nutzer mit der Ewelink-App steuern und für Automatisierungen mit anderen Sonoff-Produkten verwenden. Denkbar ist etwa eine umfassende Steuerung des Raumklimas über Luftqualitätssensoren (Ratgeber), Luftreiniger (Ratgeber), Luftentfeuchter (Ratgeber), smarte Lüfter (Ratgeber) und Klimageräte (Ratgeber). Für die Fernsteuerung per App benötigt das Gerät noch einen Zigbee-Hub.
Das Heizkörperthermostat Sonoff Zigbee TRVZB entspricht mit einem Durchmesser von 59 mm und einer Länge von 95 mm den üblichen Abmessungen von Heizkörperthermostaten wie Homematic IP Evo oder Aqara E1. Es passt auf Heizkörperventile mit M30-Anschluss mit 1,5 mm Gewindeabstand. Im Lieferumfang befinden sich aber auch diverse Adapter für Ventile von Danfoss, Caleffi und Giacomini.
An der Vorderseite gibt es einen Drehregler, mit dem man das Thermostat auch ganz ohne App steuern kann. Die eingestellte Temperatur wird an der Oberseite durch darunterliegende LEDs angezeigt. Dementsprechend sollte man das Thermostat so montieren, dass sie anschließend auch gut zu sehen sind.
Letztlich ist das aber nicht so wichtig, wenn man das Thermostat über die App steuert. Schließlich kann man per App Heizpläne für das smarte Thermostat erstellen oder die Temperatur regulieren, sodass man das Display zur manuellen Temperatureinstellung nur selten ablesen muss.
Für die Inbetriebnahme legen wir zunächst drei AA-Batterien in das Thermostat ein, die allerdings nicht zum Lieferumfang zählen. Hierfür drücken wir auf das auf dem Thermostat aufgedruckte Batteriesymbol und ziehen die Abdeckung nach vorn ab. Danach montieren wir die Abdeckung wieder. Kurz danach initialisiert sich das Gerät, was an einem leuchtenden Symbol zu sehen ist, das durch unter der Abdeckung liegenden LEDs signalisiert wird. Sobald das Symbol aufhört zu leuchten, schrauben wir das Thermostat auf das Heizungsventil, und zwar so, dass die LED-Anzeige nach oben zeigt, sodass wir sie leicht ablesen können.
Für die Koppelung mit der Ewelink-App ist ein Zigbee-Gateway erforderlich, das zusätzlich erworben werden muss. Entsprechende Modelle sind ab etwa 27 Euro erhältlich (mehr dazu im Abschnitt Preise).
Zunächst koppeln wir das Zigbee-Gateway mit der Ewelink-App und anschließend das Thermostat. Während des Anlernens mit der App wird das Zigbee-Gateway mit dem heimischen WLAN-Netz gekoppelt. Dafür kommen allerdings nur 2,4-GHz-WLAN-Netzwerke infrage. Bei Routern, die 5 GHz und 2,4 GHz unter einer SSID betreiben, kann es passieren, dass die Koppelung nicht funktioniert. In diesem Fall muss man die Netze auf zwei SSIDs aufteilen oder das 5-GHz-Netz für den Anlernprozess kurz ausschalten. Nachdem das Gateway hinzugefügt wurde, kann man nun das Thermostat anlernen. Befindet es sich nicht im Kopplungsmodus, was im Test der Fall war, muss man diesen durch ein langes Drücken auf den Drehregler aktivieren. Der Kopplungsmodus wird durch das blinkende WLAN-Symbol in der Anzeige signalisiert. Die Assistent-geführte Koppelung bereitet im Test keinerlei Probleme, sodass Gateway und Thermostat nach wenigen Minuten einsatzbereit sind (siehe auch Bildergalerie und oben eingebettetes Video).
Die App ist sehr übersichtlich, sodass sich das Thermostat leicht konfigurieren und bedienen lässt. Im oberen Bereich wird der Name des Thermostats angezeigt, das sich als „TRVZB“ ausgibt. Wer den Namen ändern und das Thermostat einem Raum zuweisen möchte, tippt auf das Drei-Punkte-Symbol rechts neben dem Namen. Dort können Anwender außerdem mehrere Thermostate gruppieren, wenn etwa eingestellte Heizpläne (dazu später mehr) für mehrere Geräte gelten sollen. Weiterhin kann man in diesem Bereich den im Heizkörperthermostat integrierten Temperatursensor mit der tatsächlich gemessenen Zimmertemperatur abgleichen, eine Temperatur für den Frostschutzmodus einstellen, die Erkennung geöffneter Fenster aktivieren sowie das Thermostat für andere Ewelink-Nutzer freigeben.
In der Hauptansicht zeigt die App unterhalb des Thermostat-Namens die Betriebsart an, sowie die aktuelle Temperatur und den Batteriestatus. Darunter gibt es einen Temperaturregler, mit der man den Wert für die anvisierte Raumtemperatur zwischen 4 und 35 Grad einstellt. Im unteren Bereich gibt es drei Symbole, mit denen man das Gerät konfigurieren kann. Mit der falsch übersetzten Bezeichnung „Anleitung“ ist der manuelle Betriebsmodus gemeint. Ist „Auto“ eingestellt, verwendet das Sonoff-Thermostat die unter „Intelligenter Zeitplan“ definierten Heizpläne. Die Zieltemperatur lässt sich nach Wochentag und Zeit einstellen. Hat man einen Heizplan für einen Tag festgelegt, kann man durch ein langes Drücken auf den entsprechenden Wochentag die Einstellungen auf andere Tage übertragen. Unter Statistik bekommt man den Temperaturverlauf mit Sollwert und tatsächlich gemessenen Werten der letzten 90 Tage nach Stunden, Tage und Monate angezeigt. Mit einem Klick auf das Download-Symbol oben rechts können Anwender diese Daten als CSV-Datei zur weiteren Verarbeitung exportieren.
Automatisierungen in Kombination mit anderen Sonoff-Komponenten wie Temperatur-, Bewegungs- oder Fenster-Sensoren können Anwender unter Szene definieren. So lässt sich etwa ein externer Temperatursensor als Auslöser für eine bestimmte Betriebsart des Thermostats verwenden. Leider steht diese Möglichkeit nicht mit dem internen Sensor des Geräts zur Verfügung. Insgesamt bietet die App eine intuitive Bedienung und Konfiguration des Thermostats.
Home-Assistant-Anwender (Ratgeber) können das Sonoff-Thermostat über ZHA oder Zigbee2mqtt mit dem Sonoff-Zigbee-Stick einbinden und darüber auch Firmware-Updates für das Gerät durchführen. Einen Zugriff auf Heizpläne hat man über Home Assistant allerdings nicht. Hierfür muss man die Ewelink-App verwenden. Die Smart-Home-Zentrale Sonoff Ihost (Testbericht) unterstützt das Thermostat ebenfalls.
Eine Sprachsteuerung mit Amazon Alexa und Google Assistant hat im Test nicht funktioniert. Zwar konnten wir die Ewelink-App mit beiden Diensten koppeln, aber weder Alexa noch Google Assistant haben das Thermostat erkannt. Auch zu Homekit ist das Sonoff-Thermostat inkompatibel.
Bei Amazon kostet das Sonoff-Thermostat aktuell rund 33 Euro. Wer das Heizkörperthermostat vom Smartphone aus steuern möchte, benötigt zusätzlich noch eine Zigbee-Bridge, die bei Amazon gerade für 24 Euro im Angebot ist.
Deutlich günstiger fällt der Preis aus, wenn man sechs Thermostate im Sonoff-Store bestellt. Dann muss man weder Versand noch Steuern bezahlen, obendrein gibt es eine Zigbee-Bridge geschenkt. Der Gesamtpreis für sechs Thermostate mit Zigbee-Bridge beträgt 145,26 Dollar, was beim aktuellen Umrechnungskurs bei Paypal 141,36 Euro ergibt. Das macht pro Thermostat inklusive Zigbee-Bridge 23,56 Euro statt einzeln 57 Euro. Damit zählt das Sonoff TRVZB zu einem der günstigsten smarten Heizkörperthermostate.
Egal, ob man das Heizkörperthermostat Sonoff Zigbee TRVZB einzeln mit Zigbee-Bridge für 54 Euro oder im Sechser-Pack für einzeln 23,56 Euro ordert, es ist eines der günstigsten smarten Heizkörperthermostate. Im Test hat es einwandfrei funktioniert. Einrichtung und Konfiguration inklusive Temperatur-Anpassung sind schnell erledigt, Heizpläne im Handumdrehen erstellt. Ansonsten reagiert das Thermostat zügig auf Nutzereingaben und geht relativ leise zu Werke. Einen dynamischen hydraulischen Abgleich wie unser Testsieger Homematic IP Evo unterstützt es allerdings nicht und eine Sprachsteuerung über Alexa oder Google Assistant hat im Test auch nicht funktioniert.
Anwender, die bereits mehrere Smart-Home-Produkte über die Ewelink-App steuern, können das Heizkörperthermostat Automatisierungen mit nur einer App umsetzen, etwa zur Steuerung des Raumklimas (Ratgeber). Das gleich gilt für Home-Assistant-Anwender, die das Thermostat über den Sonoff-Zigbee-Stick direkt einbinden und ganz ohne Cloud ansteuern können.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.