Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Das Sony HT-AX7 ist ein tragbares Surround-System, das sich ohne Kabelsalat schnell aufbauen lässt. Ob die Soundbar auch für gute Klangqualität sorgt, zeigt der Test.
Viele Nutzer spielen von ihren Geräten Filme und Serien ab und nutzen sie auch für Spiele. Für die Tonuntermalung bleiben im mobilen Szenario meist nur Kopfhörer oder die eingebauten Lautsprecher übrig.
Sony hat diese Lücke erkannt und mit dem HT-AX7 ein mobiles und kompaktes Soundbar-System auf den Markt gebracht, das Surround-Sound für Fernseher, aber auch Notebooks, Tablets und Smartphones verspricht – ganz kabellos per Bluetooth. Das macht das Produkt attraktiv, wenn man es auch in den Urlaub oder zu Freunden mitnehmen möchte.
Das Sony HT-AX7 sieht elegant aus und ist hochwertig verarbeitet. In der 306 × 97 × 123 mm großen Haupteinheit sind der Subwoofer und die Frontlautsprecher sowie der Akku untergebracht. Zwei runde Satellitenlautsprecher vervollständigen das System. Auch darin sind Akkus verbaut. Aufgeladen werden sie, indem man sie auf die Haupteinheit setzt. Diese wird wiederum über USB-C aufgeladen und hält etwa 30 Stunden durch, die Satelliten jeweils etwa 3 bis 4 Stunden. Das gilt für mittlere Lautstärke. Bei hoher Lautstärke reduziert sich die Gesamtlaufzeit auf etwa 4 bis 5 Stunden für die Haupteinheit deutlich.
Sony hat bei der Konstruktion des HT-AX7 nach eigenen Angaben viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Die Gehäuse bestehen aus recycelten PET-Flaschen. Die Verpackung wurde aus natürlichen Materialien und Recycling-Papier gefertigt, eignet sich aufgrund ihrer sperrigen Form aber nicht für den Transport des Geräts. Hier wäre eine Transporthülle zumindest als Zubehör eine nette Option gewesen.
Die Oberseite der Haupteinheit ist gummiert, was auch Nachteile hat. Der Gummi zieht Staub an und ist schwer zu reinigen, was man sogar auf unseren Fotos sehen kann. Die Satelliten sind mit Stoff bespannt, nur die Unterseite ist gummiert.
Eines der Designmerkmale des HT-AX7 ist das Befestigungssystem für die Satellitenlautsprecher. Wenn sie nicht verwendet werden, werden sie platzsparend auf dem Hauptlautsprecher gestellt, wo sie magnetisch in Position gehalten und kabellos aufgeladen werden.
Das HT-AX7 nutzt ausschließlich Bluetooth 5.2 für die Verbindung zum Signalgeber und unterstützt die Profile A2DP, AVRCP, HFP, HSP und SPP. Zur Anbindung an die Satellitenlautsprecher wird 2,4-GHz-Funk verwendet. Eine Kabelanbindung zur Soundquelle ist nicht vorgesehen. Der einzige Eingang ist ein USB-C-Anschluss zum Laden des Hauptakkus.
Sony hat die Audio-Codec-Unterstützung des HT-AX7 leider auf AAC und SBC beschränkt. Echtes Mehrkanal-Audio ist nicht möglich. Die räumliche Wiedergabe wird stattdessen künstlich errechnet.
Die Einstellung der Soundbar erfolgt über eine einfache App von Sony, die für iOS und Android angeboten wird. Mit der App kann der Basspegel und die Lautstärke der hinteren Lautsprecher eingestellt und verschiedene Soundmodi ausgewählt werden. Auch Firmware-Updates werden mit der App aufgespielt.
Das HT-AX7 bietet drei Soundmodi für verschiedene Hörszenarien. Der normale Stereomodus bietet eine unverarbeitete Wiedergabe, während der Monomodus für raumfüllenden Klang mithilfe aller Lautsprecher ausgelegt ist, die dafür im Raum verteilt werden können. Im Sound-Field-Modus kommt Sonys Audioverarbeitung zum Einsatz, die einen virtuellen Raumklang erzeugen soll.
Die Audioleistung des HT-AX7 passt aber letztlich nicht zum Preis des Geräts: Die Haupteinheit liefert einen insgesamt ausgewogenen Klang, aber es fehlt der tiefe Bass, den viele Benutzer von einer Surround-Anlage erwarten werden. Da hilft auch der Regler in der App nicht – dem kleinen Kasten sind einfach keine wirkungsvollen, tiefen Bässe zu entlocken.
Die Satellitenlautsprecher tönen im Surround-Modus recht schwach und dienen in der Regel nur der Untermalung der Klangkulisse. Eine zusammenhängende Klangbühne mit ortbaren und herumwandernden Tönen wird so nicht erzeugt.
Wir haben den HT-AX7 mit klanggewaltigen Filmen und Serien wie Greyhound – Schlacht im Atlantik, Masters of the Air, Vikings, aber auch eher leiseren Filme wie Der Vorname angesehen und Spiele wie Resident Evil 4 auf dem iPad gespielt. In speziell abgemischtem Material stellt sich ein gewisser Raumklang ein, aber dieser ist weit entfernt von einer Geräuschkulisse mit einem richtigen Surround-System. Wird Musik abgespielt, gefiel uns der Klang ohne die Satelliten sogar besser, was aber nicht Sinn der Sache sein kann.
Die Lautsprecher des HT-AX7 sollten so platziert werden, dass die Satelliten hinter dem Hörer liegen und er selbst in einem Dreieck sitzt, dessen vordere Spitze die Haupteinheit bildet. Wer allein hört, sollte damit wenig Probleme haben. Sitzen aber mehrere Personen im Raum, nicht alle aufgereiht auf einem Sofa, leidet das Raumklangerlebnis massiv. Sony empfiehlt, die vorderen und die hinteren Lautsprecher in einem Abstand mit einem Radius von 1 bis 1,2 Meter aufzustellen. In der Praxis bedeutet dies, dass der Frontlautsprecher nicht am Fernseher, sondern eher auf dem Couchtisch platziert werden sollte.
Wir haben den Sony HT-AX7 sowohl mit einem Fernseher, einem Apple TV als auch mit einem Notebook und einem Tablet verbunden. In allen Fällen war die Bluetooth-Verbindung schnell aufgebaut. Wer will, kann sogar zwei Geräte verbinden und zwischen ihnen schnell umschalten. Unabhängig von den jeweiligen Geräten kam es sporadisch zu extrem kurzen Aussetzern, die aber trotzdem vorwiegend bei Filmen störten. Durch die Funktechnik gibt es mitunter leichte Synchronprobleme, was besonders bei Szenen in Originalsprache auffällt, weil die Lippen-Synchronität leidet.
Im Hinblick auf die Akkulaufzeit kann der HT-AX7 halten, was Sony verspricht. 30 Stunden für die Haupteinheit sind kein Problem. Wem trotzdem mitten im Film der Strom ausgeht, muss nur rund 10 Minuten nachladen, um wieder für etwa 140 Minuten Power zu haben.
Die UVP lag ursprünglich bei 549 Euro, mittlerweile hat sich als Straßenpreis ein Betrag rund um 420 Euro eingependelt.
Das Sony HT-AX7 ist ein interessantes Konzept für eine tragbare und vor allem kabellose Surround-Lösung, aber die Umsetzung lässt etwas zu wünschen übrig. Während das Design und die Verarbeitungsqualität gut sind, kann die Audioleistung am Ende den Preis nicht ganz rechtfertigen. Hierfür müsste die Klangqualität besser sein und die Einschränkungen bei der Platzierung dürften nicht so erheblich sein.
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