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Sony Xperia 5 II im Test: Spitzen-Akku und 120 Hz

Sony Xperia 5 II im Test: Spitzen-Akku und 120 Hz
VORTEILE
  • Hochwertiges, wasserdichtes Gehäuse im angenehmen Format
  • Sehr gute Akku-Laufzeit
  • Gute, vielseitige Kamera für Amateure und ambitionierte Fotografen
NACHTEILE
  • Schlecht platzierter Assistant-Button
  • Keine Qi-Unterstützung

Nach dem gelungenen, aber sehr ausladenden Xperia 1 II bringt Sony eine verkleinerte Version des Highend-Smartphones heraus. Das Xperia 5 II übernimmt die meisten Stärken des großen Bruders und kann ihn mit 120-Hertz-Display und langer Akku-Laufzeit sogar noch übertrumpfen.

Die Compact-Modellserie hat Sony bereits vor einiger Zeit aufgegeben – zum Verdruss vieler Fans, die darin stets eine handliche und generell gut ausgestattete Alternative zu den meist recht groß dimensionierten Topmodellen von Samsung, Huawei oder LG fanden. Das Xperia 5 (Testbericht) , das die Japaner im Zuge der Neuausrichtung ihres Smartphone-Portfolios vergangenes Jahr einführten, sollte die entstandene Lücke schließen. Zwar war dieses Gerät nicht mehr ganz so miniaturisiert wie beispielsweise das beliebte Xperia Z3 Compact (Testbericht) . Doch offenbar kam es so gut bei der Käuferschaft an, dass Sony nun den Nachfolger herausbringt.

Design

Das neue Xperia 5 II ist kleiner und damit leichter mit einer Hand zu bedienen als das aktuelle Topmodell Xperia 1 II (zum Test) , von dem es jedoch viele Ausstattungsmerkmale übernimmt. Dazu zählen der Highend-Chipsatz, das langgezogene Display, die Dreifachkamera oder auch der im Power-Knopf integrierte Fingerabdrucksensor. Anders als bei einigen Vertretern aus der abgesetzten Compact-Serie geht Sony bei den verwendeten Materialien und der Anmutung des Xperia 5 II gegenüber dem größeren Vorbild keine Kompromisse ein. Auch das kleinere Modell hat vorne und hinten kratzfestes Gorilla Glas 6, der Rahmen besteht aus Metall, das Gehäuse ist nach IP65/68 wasser- und staubgeschützt. Die Verarbeitung ist erstklassig, das Smartphone fühlt sich so hochwertig an wie es der hohe Preis erwarten lässt.

Wie das Xperia 1 II lässt auch das Xperia 5 II einen gewissen Hang zur Nostalgie erkennen: Erinnert das Xperia 1 II mit seinem kantigeren Rahmen mehr an ältere Sony-Geräte wie das Xperia Z2 (Testbericht) , ist das Xperia 5 II mit dem rundlichen, lackierten Rahmen an das 2015 erschienene Xperia Z3 Plus angelehnt. Trotz dieser Rückbesinnung auf eine – damals wegen seiner Monotonie kritisierten – Erscheinung wirkt das neue Sony-Smartphone zeitlos und im Einheitsbrei vor allem chinesischer Geräte geradezu außergewöhnlich. Etwas störend fällt nur die ausladende Triple-Kamera auf, die nicht zum sonst so eleganten Äußeren passen will und darüber hinaus recht weit aus der Rückseite ragt.

Leider hindert diese Stufe das Smartphone nicht daran, sich vor allem auf Couch oder Bett selbstständig zu machen. Schon das Xperia 1 II haben wir für seine aalglatte Oberfläche kritisiert, das Xperia 5 II rutscht ebenso leicht herum. Auch die Handhabung ist dadurch nicht so ideal, wie sie es angesichts der Gehäusegröße hätte sein können. Weil das Xperia 5 II mit einer Breite von nur 68 Millimetern gut in die Hand passt und sich dieser Vorteil sogar bei einer aufgetragenen Schutzhülle nicht auflöst, lässt sich dieser Kritikpunkt beim kompakteren Modell jedoch eher verschmerzen.

Wie eh und je platziert Sony sämtliche Druckknöpfe an der rechten Seite des Rahmens, sodass sie sich mit dem Daumen bedienen lassen. Neben dem länglichen, leicht vertieften Power-Button sind das die Lautstärkewippe, ein zweistufiger Kamera-Auslöser und – neu – eine Taste für den Google Assistant. Letztere sitzt zwischen dem Power-Button und dem Kamera-Auslöser und damit für eine komfortable Bedienung sehr tief. Leider lässt sie sich mit Bordmitteln auch nicht mit einer anderen Funktion belegen – wer den Assistant nicht nutzt, hat von dem Knopf also wenig. Mitbewerber wie Samsung haben sich von der Idee eines dedizierten Assistententaster mittlerweile wieder entfernt. Sonys Entscheidung dafür erscheint uns daher etwas aus der Zeit gefallen.

Anders als der direkte Vorgänger, aber wie das Xperia 1 II hat auch das Xperia 5 II eine Kopfhörerbuchse – leider ohne den zusätzlichen Pol für Sonys ältere DNC-Kopfhörer. Am Fußende befindet sich der USB-C-Anschluss. Das Kartenfach auf der linken Rahmenseite lässt sich ohne Tool mit dem Fingernagel aus dem Gehäuse ziehen und nimmt wahlweise eine Nano-SIM und eine microSD oder für den Dual-SIM-Betrieb zwei SIM-Karten auf.

Display

Die Anzeigefläche des Xperia 5 II ist weder von einer Notch, noch von einem Punch-Hole für die Selfie-Kamera unterbrochen. Durch den breiteren Rand ober- und unterhalb des ohnehin schon langen 21:9-Displays ist das Gerät länger als andere aktuelle Smartphones – immerhin misst es insgesamt fast 16 Zentimeter. Zwar gibt es eine Benachrichtigungs-LED, die ist allerdings so klein geraten, dass sie vor allem bei Tageslicht praktisch keine Hilfe ist. Trotz des Rands baut Sony keinen ToF-, Infrarot- oder Radarsensor für die Gesichtserkennung im Xperia 5 II ein. Damit bleibt der Fingerabdrucksensor die einzige biometrische Sicherheitslösung, die immerhin zuverlässig und schnell funktioniert.

Sony setzt beim Xperia 5 II auf ein HDR-fähiges OLED-Panel mit einer Diagonale von 6,1 Zoll und einer Auflösung von 2.520 x 1.080 Pixel. Die Anzeige ist mit der Pixeldichte von 449 PPI zwar nicht so scharf wie beim Xperia 1 II (Testbericht) mit 4K-Bildschirm, einzelne Pixel lassen sich mit dem bloßen Auge aber nicht ausmachen. Und die Japaner haben noch ein Ass im Ärmel: Anders als der große Bruder bietet das Xperia 5 II eine Bildwiederholrate von 120 Hertz und stellt Animationen und den Bildlauf somit besonders geschmeidig dar. Frisch aus dem Karton gepellt stellt das Display Inhalte nur mit 60 Hertz dar, die höhere Bildfrequenz muss also zunächst manuell eingeschaltet werden. Das Smartphone reguliert die Frequenz dann automatisch je nach Darstellung und Formatierung des Inhalts. In der Praxis lässt sich das zwar nicht nachvollziehen, der weichere Bildlauf fällt aber vor allem beim Scrollen durch Listen oder Webseiten sehr positiv auf.

Sony verzichtet weiterhin auf eine Notch

Ergänzend dazu tastet der Touch-Controller des Xperia 5 II die Eingaben mit 240 Hertz ab, registriert Berührungen auf dem Bildschirm also genauer. Das dürfte sich vor allem bei Spielen bemerkbar machen. Ein wenig zu groß bemessen erscheint uns jener unsensible Bereich an den Display-Längsseiten des Smartphones, der versehentliche Eingaben durch den Handballen oder Zeige- und Mittelfinger vorbeugen soll. Mitunter gelingt es erst beim zweiten oder dritten Anlauf, das Navigationsmenü einer App von links ins Bild zu ziehen. Auch die Gestensteuerung des Betriebssystems leidet darunter, die Zurück-Navigation durch einen Swipe vom Rand zur Bildschirmmitte ist so nicht zuverlässig genug. Wir haben daher schnell auf die klassische Drei-Tasten-Navigation umgestellt. Von diesem Manko abgesehen bietet das Display keinen Raum für Kritik. Die Anzeige ist hell, kräftig und blickwinkelstabil.

Ausstattung

Das Xperia 5 II wird von Qualcomms aktuellem Highend-Chipsatz Snapdragon 865 mit acht Prozessorkernen und 8 GByte RAM angetrieben. Der Speicherplatz bemisst sich auf 128 GByte und ist um bis zu 1 TByte erweiterbar. Manch anderes aktuelles Topmodell hat bereits 12 GByte RAM und einen mindestens doppelt so großen Speicher zu bieten, Sonys Konfiguration dürfte aber auch für die kommenden Jahre noch genügend Reserven bieten. Der verwendete Chipsatz ist über jeden Zweifel erhaben und liefert die Leistung, die von einem Highend-Smartphone erwartet wird. Der Geekbench-5-Test spuckt 912 Punkte für den Single-Core- und 3.335 Zähler für den Multi-Core-Benchmark aus – das Xperia 5 II ist somit gleichauf zu OnePlus 8T und Co. Im Work-2.0-Test von PCmark erreicht das Sony-Modell rund 11.400 Punkte und liegt damit ebenfalls auf Spitzenniveau, ohne Spitzenreiter zu sein.

Wie andere moderne Topmodelle unterstützt auch das von Sony den neuen 5G-Funkstandard. In Deutschland spielt der bekanntlich noch keine große Rolle und sollte daher auch nicht in die Kaufentscheidung mit einfließen. Mit an Bord sind Module für den WLAN-Standard WiFi 6, Bluetooth 5.1 und NFC. Der USB-C-Anschluss unterstützt den schnellen USB-3.1-Standard zur Datenübertragung.

Das Betriebssystem ist mit Android 10 bereits zum Verkaufsstart nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Allerdings dürfte Sony zeitnah das Update auf Android 11 anbieten, bislang hat sich der Hersteller bei der Aktualisierung seiner Topmodelle stets vorbildlich gezeigt. Das Interface des Betriebssystems ist nah an Googles Stock-Android angelehnt, größere Veränderungen hat Sony nicht vorgenommen. Demnach lassen sich auch nur sehr wenige Einstellungen am Startbildschirm vornehmen – wer Details wie Icon- und Rastergröße ändern will, muss zu einem alternativen Launcher greifen.

Der Button für den Google Assistant lässt sich leider nicht anders belegen

Die vergleichsweise tiefe Google-Integration fällt nicht nur bei der Bedienoberfläche und dem Assistant-Button auf. Sony hat die Entwicklung eigener Apps mittlerweile weitgehend eingestellt und vertraut stark auf Google-Anwendungen. Statt der eigentlich sehr brauchbaren Sony-Galerie-App gibt es nun Google Fotos, Telefonie-, Kontakte- und Nachrichten-Apps sind ebenfalls durch die Pendants des Internetriesen ersetzt worden. Doch auch darüber hinaus ist das Xperia 5 II googlefiziert, mit Google One, News, Podcasts, den Office-Anwendungen und YouTube Music finden sich nach der ersten Inbetriebnahme des Geräts noch diverse andere Apps im Speicher. Hinzu kommen Drittanbieter-Apps von Amazon, Netflix, eine Trial-Version von Tidal sowie das Spiel Call of Duty: Mobile. Nicht alle dieser Apps können auch vollständig gelöscht werden.

Einige zumindest interessante Anpassungen integriert Sony dann aber doch in das Google-System. Da sich das langgezogene 21:9-Display gut für die parallele Bedienung zweier Apps eignet, bekommt das Xperia-Smartphone ein entsprechendes Auswahlmenü spendiert. Darüber werden komfortabel die Anwendungen für die obere und untere Bildschirmhälfte bestimmt, aus den gewählten Kombinationen legt das Smartphone automatisch Shortcuts an. Dieses Multi-Fenster-Menü wird durch doppeltes Antippen der unauffällig an der Bildschirmseite platzierten Side-Sense-Leiste aufgerufen - leider wie bereits erwähnt nicht immer ganz zuverlässig. Neben dem Multi-Fenster-Menü und einer Auswahl häufig genutzter Apps lässt sich über den „Einhändigen Modus“ in Side Sense der Bildschirminhalt verkleinern, um die weit oben platzierten Elemente leichter erreichen zu können.

Dual-SIM oder Speichererweiterung - beides gleichzeitig geht nicht

Das Xperia 5 II enthält darüber hinaus die für Sony-Topgeräte typisch gewordenen Audiofeatures. Dazu zählen die durchaus brauchbaren, lauten und klaren Stereo-Lautsprecher, die dynamische Vibration als Ersatz für den Tieftöner und das Sound-Upscaling DSEE Ultimate für lokal gespeicherte und Streaming-Musik. Außerdem ist das Dolby-Atmos-Tonprofil mit Equalizer installiert und mit ausgewählten Sony-Kopfhörer und dem passenden Abo bei einer Streaming-Plattform lässt sich Musik auch in 360 Reality Audio genießen.

Kamera

Das Kamerasystem des Xperia 5 II ist baugleich zu dem des Xperia 1 II (Testbericht) , mit einer Ausnahme: Dem kleineren Modell fehlt der Time-of-Flight-Sensor, den das große unter anderem zum Fokussieren nutzt. Und ja, ein Unterschied ist bemerkbar. Trotzdem auch das Xperia 5 II den aus Sonys Alpha-Kamerasparte entlehnten Algorithmus für Gesichts- und Augenfokus einsetzt, stellt die Kamera bewegte Motive nicht so schnell und zuverlässig scharf. Bei besonders agilen Sujets (Kindern) und bei schwächerer Ausleuchtung (Innenräumen) produziert das Smartphone folglich etwas mehr Ausschuss.

Die Kamera ragt etwas weit aus dem Gehäuse hervor - das passt nicht zum edlen sonstigen Look

Beeindruckend ist die Möglichkeit der Serienbildaufnahme, für die Sony das im Vorgänger noch vorhandene Superzeitlupen-Feature geopfert hat. Das Xperia 5 II knipst mit der Weitwinkelkamera bis zu 20 Bilder pro Sekunde in voller Auflösung, mit den Ultraweit- und Telekameras kommen immerhin noch 10 Bilder pro Sekunde zusammen. Als störend empfinden wir die Tatsache, dass für jede Bildreihe automatisch ein neuer Ordner – ausschließlich auf dem schnellen Festspeicher – angelegt wird, den wir nach der händischen Auswahl und dem Kopieren der besten Aufnahme in den Standard-Ordner wieder löschen müssen.

Jede der drei Kameras bildet Fotos mit 12 Megapixel ab. Allerdings sind die Bildsensoren unterschiedlich groß: Die größte Fläche bietet die 24-Millimeter-Weitwinkelkamera mit 1/1,7 Zoll. Die 16-Millimeter-Brennweite der Ultraweitwinkelkamera fußt auf 1/2,55 Zoll, die Telekamera mit 70 Millimetern hat den mit 1/3,4 Zoll kleinsten Sensor. Nur die Weitwinkel- und Telekameras haben eine optische Bildstabilisierung und auch den Blitz kann die Ultraweitwinkelkamera nicht ansprechen. Ein weiteres technisches Detail ist der RGB-Infrarot-Sensor, den alle Kameras für die Berechnung des Weißabgleichs nutzen.

Anders als bei anderen aktuellen Smartphones ist kein stufenloser Übergang zwischen den Kameras möglich. Statt aus der digitalen Vergrößerung automatisch in die nächste optische, und damit zum besseren Kameramodul zu wechseln, muss der Nutzer das manuell umstellen. So ist mit der Ultraweitwinkelkamera eine dreifache digitale Vergrößerung möglich – entsprechend 48 Millimeter – obwohl der größere Sensor der Weitwinkelkamera bei zweifachem Zoom deutlich bessere Qualität erzielt. Auch der Wechsel zwischen den Kameras während einer laufenden Videoaufnahme wie bei Xiaomi nicht möglich.

Die Bedienung der Triple-Kamera wird auch hinsichtlich der Anwendung von anderen Herstellern intuitiver gelöst. Neben der Standard-App finden sich noch die Apps Photo Pro und Cinema Pro auf dem Startbildschirm des Xperia 5 II. Beide richten sich an ambitioniertere Foto- und Videografen, die die eine oder andere manuelle Einstellung setzen möchten und sich womöglich in der Kamerawelt von Sony heimisch fühlen. In Photo Pro dürfen beispielsweise digitale Wasserwaage und die Echtzeit-Tonwertkurve eingeblendet, Änderungen an ISO, Belichtungszeit oder dem Fokusbereich vorgenommen und sogar die Sicherung im RAW-Format eingestellt werden. In Cinema Pro stechen vor allem die Farbfilter hervor und die Möglichkeit, Filmclips in Projekten zu speichern und sie bequem zu verwalten.

Die Qualität der Aufnahmen gefällt uns grundsätzlich gut. Gegenüber den kontrastreichen Fotos aus den Pixel-Smartphones oder den satten Samsung-Fotos bemüht sich die Xperia-5-II-Kamera um eine eher neutrale Darstellung. Statt den Show-Effekt bietet das Sony-Smartphone dem Nutzer somit mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung als Google oder Samsung. Anders herum sind die Fotos bei der Konkurrenz schon nach dem Auslösen derart ausdrucksstark, dass sie in der Regel gar nicht mehr angefasst werden müssen.

Sony lehnt sich weder bei Kontrast noch bei der Farbwiedergabe besonders weit aus dem Fenster. Der Weißabgleich ist nicht zuletzt dank des RGB-Sensors in den meisten Fällen akkurat und gibt die Lichtstimmung mehr realistisch denn verklärt wieder. Gleiches gilt für Aufnahmen bei Nacht: Einen ausgewiesenen Nachtmodus hat das Xperia 5 II nicht und im Gegensatz zu den Mitbewerber-Smartphones werden Nachtszenen auch nicht übermäßig stark aufgehellt. Die beste Leistung liefert bei Dunkelheit die Hauptkamera mit dem großen Bildsensor, während die anderen beiden qualitativ weit abfallen, sodass sie nur in gut ausgeleuchteten Situationen zu gebrauchen sind.

Zusatzfunktionen durch Zusatz-App

Auch dann sind die drei Kameras mitunter launisch, nicht selten produzieren sie in derselben Situation unterschiedliche Ergebnisse. Vor allem Fokus und Schärfe können sich auf zwei Bildern recht stark voneinander unterscheiden. In den meisten Fällen bildet das Xperia 5 II aber scharf ab, ohne dabei zu überzeichnen. Am zuverlässigsten zeigt sich die Hauptkamera, die Ultraweitwinkelkamera leistet sich am häufigsten Schwächen.

Das Xperia 5 II beherrscht Videoaufnahmen in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde – das allerdings nur in der Cinema-Pro-App, nicht in der Standard-Anwendung. Die Qualität der Aufnahmen ist auch in Full-HD sehr gut, Objektverfolgung und Bildstabilisierung können überzeugen. Das speicherplatzschonende HEVC-Format lässt sich leider nur für 4K-Videos einstellen.

Die Frontkamera des Sony-Smartphones basiert auf einem 8-Megapixel-Sensor. Fotos gehen bei Tageslicht in Ordnung, sind aber auch bei ausgeschaltetem Soft-Skin-Filter für unseren Geschmack zu weichgezeichnet. Die Videoaufnahme ist in Full-HD möglich.

Akku

Bei der Akku-Laufzeit schneidet das Xperia 5 II gut ab. Das liegt zum einen daran, dass Sony in das kompakte Gehäuse eine Batterie mit 4.000 mAh quetscht. Zum anderen an dem für Android-Verhältnisse untypisch geringen Standby-Verbrauch, der für eine gelungene Software-Optimierung durch den Hersteller spricht. Im üblichen Arbeitsalltag des Testers vor dem Corona-Lockdown, mit einem einfachen Pendelweg ins Büro von einer Stunde, steht der Akku am Ende des Tages bei etwa 55 Prozent Ladung. Das Smartphone lässt sich also sogar noch durch einen zweiten Tag bringen.

Dieses Szenario gilt übrigens für den Betrieb des Xperia 5 II mit 120-Hertz-Bildfrequenz, der dem Akku etwas mehr zusetzt als die typischen 60 Hertz. Das verdeutlicht auch das Ergebnis des PC Mark Akku-Benchmarks, der bei 120 Hertz auf schon sehr gute 11 Stunden kommt, bei 60 Hertz sogar 13 Stunden ausspuckt. Wir sind jedenfalls positiv überrascht von diesen Ergebnissen, die auch das Xperia 1 II – das übrigens ebenfalls eine Kapazität von 4.000 mAh ausweist – in den Schatten stellen.

Gegenüber dem größeren Bruder muss das Xperia 5 II allerdings auf ein Feature verzichten: Eine Qi-Spule für drahtloses Laden ist nicht vorhanden. Schnelles Laden wird über USB Power Delivery umgesetzt, das Xperia 5 II lädt mit bis zu 21 Watt.

Preis und Verfügbarkeit

Das Xperia 5 II ist in Deutschland bereits verfügbar und kostet 899 Euro. Hierzulande wird ausschließlich die Variante mit Hybrid-SIM-Slot angeboten. Das Smartphone ist in Schwarz, Grau und Blau erhältlich. Andere Speichervarianten gibt es nicht.

Fazit

Sony setzt beim Xperia 5 II die Prioritäten genau richtig. Das Gehäuse ist kompakt, hochwertig und wasserdicht, die Hardware ist leistungsstark, das OLED-Display nicht zuletzt dank 120-Hertz-Rate eine Augenweide, die Kamera ist vielseitig und in Sachen Bildqualität ordentlich, die Akku-Laufzeit überzeugt. Diese Punkte können erfolgreich darüber hinwegtäuschen, dass die Speicherausstattung hinter der Konkurrenz zurückbleibt und drahtloses Laden nicht möglich ist. Auch Kritikpunkte wie der in unseren Augen unnötige und ungünstig positionierte Google-Assistant-Button und das etwas zu rutschig geratene Gehäuse lassen sich verschmerzen.

Unterm Strich ist das Xperia 5 II ein sehr gutes Smartphone. Es spricht vor allem jene Käufer an, denen die Riesen-Androiden von OnePlus, Xiaomi & Co. einfach zu groß geraten sind. Am ehesten lässt sich das Xperia 5 II mit dem Samsung Galaxy S20 FE (Vergleich) oder Apples iPhone 12 (Ratgeber) vergleichen – und in dieser Riege mitzuspielen dürfte sich für Sony am Ende auszahlen.

Wer ein in allen Belangen handliches Smartphone sucht, sollte sich womöglich eher eines der neuen Google-Phones wie Pixel 4a (Testbericht) oder Pixel 5 (Testbericht) anschauen – sie bieten allerdings keine Top-Ausstattung. An größeren Geräten mit vergleichbarer technischer Ausstattung mangelt es wahrlich nicht, hier bieten sich etwa das OnePlus 8T (Testbericht) oder das Xiaomi Mi 10 (Testbericht) an.