Philipp hat seinen beruflichen Werdegang als Praktikant in einer Werbeagentur begonnen und ist mit verantwortlich für das Design von Bierdeckeln, Werbetafeln und einem Fan-Bus eines großen Fußballvereins. Danach folgte der erste Schritt zum Journalismus: Ein Volontariat bei PC-Zeitschriften, die heute kaum noch jemand kennt - PC Direkt und PC Professionell. Dann folgte ein mehrjähriger Ausflug in die Welt des Marketings, PR-Arbeit und Qualitätsmanagement in einem mittelständischen Handelsunternehmen.
Seit 2015 ist Philipp bei Heise im Team von Bestenlisten aktiv. Hier bringt er auch seine privaten Interessen ein und deshalb für Drohnen, Laser, Balkonkraftwerke, Powerstations und zahlreiche China-Gadgets wie Handwärmer, USB-Lötkolben oder Mini-Taschenlampen zuständig.
Mit dem AIO 2400 bietet Zendure ein aufgeräumtes Speichersystem für Balkonkraftwerke zum einfachen Nachrüsten. Wir haben getestet, wie gut sich der schicke Solar-Akku in der Praxis schlägt.
Ende 2022 waren bereits knapp 750.000 Balkonkraftwerke in Deutschland aktiv, mehr als in jedem anderen europäischen Land. Kein Wunder, denn es gibt wenig bis keine Bürokratie, man benötigt für die Installation keinen Elektriker und kann sofort Geld sparen – bei einer überschaubaren Investition. Wann sich das Balkonkraftwerk rechnet, hängt stark von den Rahmenbedingungen ab. Das sind etwa die Leistung und Ausrichtung der PV-Panels. Aber auch die Tatsache, ob man den selbst erzeugten Strom auch zum Zeitpunkt seiner Erzeugung verbraucht, hat einen großen Einfluss.
Balkonkraftwerke dürfen aktuell in Deutschland maximal 600 Watt einspeisen. Eine Anhebung auf 800 Watt soll aber kommen. Den Ertrags-Peak erreichen die Systeme zur Mittagszeit. Wer aber weniger verbraucht, als er erzeugt, verschenkt die Energie an den Netzbetreiber. Eine Einspeisevergütung ist beim Balkonkraftwerk leider meist nicht möglichen. Im besten Fall sollte man also mittags viel Strom verbrauchen, um nichts zu verschenken. Doch so ein Verbrauchsverhalten steht im Gegensatz zum typischen Tagesablauf von Berufstätigen, die erst abends nach Hause kommen.
Um diesem Widerspruch zu begegnen, wäre es praktisch, wenn man die tagsüber erzeugte Energie speichern könnte, um sie abends und nachts zu verbrauchen. In der Regel setzten die Hersteller aber auf proprietäre Systeme. Das will Zendure mit dem AIO 2400 für mittlerweile nur noch 999 Euro inklusive Wechselrichter besser machen. Diese Lösung ist zu praktisch jedem Balkonkraftwerk kompatibel. Die bisher besten Systeme zeigen wir in unserer Top 10: Die besten Balkonkraftwerke – von besonders leicht bis besonders stark.
Das Zendure AIO 2400 hat uns während des Tests voll überzeugt. Abgesehen von der zuverlässigen Grundfunktion, punktet der Speicher mit folgenden Punkten:
Das AIO 2400 von Zendure kommt sehr ordentlich und sicher verpackt bei uns an. Nach dem Auspacken staunen wir nicht schlecht – der rund 43 × 68 cm große und lediglich 20 cm tiefe Speicher (inklusive Standfuß) sieht in seinem Metallgehäuse mit den vertikal verlaufenden Kühlrippen sehr hochwertig, modern und schick aus. Zudem ist das System dank IP65-Zertifizierung ausdrücklich für die Verwendung im Freien geeignet – komplizierte Maßnahmen gegen Feuchtigkeit und Dämmarbeiten kann man sich hier getrost sparen. Die integrierte Heizeinheit arbeitet bis zu Temperaturen von minus 20 Grad Celsius automatisch.
Das System verwendet Lithium-Eisenphosphat-Akkuzellen (LiFePO4) mit einer Kapazität von 2400 Wattstunden (Wh) und einer von Zendure angegebenen Lebensdauer von 8000 Zyklen bei einer Restkapazität von 70 Prozent.
Neben dem AIO-Speicher werden noch einige MC4-Verlängerungskabel, eine Abdeckung und zwei Halterungen mitgeliefert. Je nach Wunsch kann man den Speicher an der Wand montieren oder auf dem Boden abstellen.
Um das System zu nutzen, werden zusätzliche Solarpanels und ein Balkonkraftwerk-Wechselrichter benötigt. Neben dem AIO-Speichersystem hat uns der Hersteller deshalb noch vier seiner flexiblen 210-Watt-Solarpanels (Preisvergleich) und einen Hoymiles HMS800-2T (Preisvergleich) zur Verfügung gestellt. Den WLAN-Wechselrichter mit 800 Watt hatten wir im Test des Yuma-Balkonkraftwerks (Testbericht) ausgiebig vorgestellt.
Da das System als Nachrüstlösung für bestehende Mini-PV-Anlagen gedacht ist, funktioniert es aber auch mit anderen PV-Panels und sehr vielen anderen Wechselrichtern. Zendure verspricht eine Kompatibilität zu rund 99 Prozent der wichtigen Mikrowechselrichter-Marken wie Hoymiles, Deve, Apsystems, NEP, Enphase und Tsun.
Das AIO 2400 verfügt über zwei interne MPPTs. Das erste MPPT verträgt eine Eingangsleistung von 440 bis 520 Watt, das zweite Modul schafft sogar eine Eingangsleistung von 880 bis 1040 Watt. In Summe ist hier eine Gesamtleistung von 1320 bis 1560 Watt pro AIO2400 möglich. Die Leerlaufspannung (Voc) der Solarpanels muss jeweils niedriger als 60 Volt sein. Der Strom an MPPT1 darf 16A und am MPPT2 28A nicht überschreiten. Für den Anschluss werden Standard-MC4-Steckverbinder verwendet.
Bei hohem Energieverbrauch wäre auch der Anschluss einer zweiten AIO-Einheit möglich. Diese bräuchte dann keinen zusätzlichen Wechselrichter und man könnte zusätzliche bis zu 1560 Watt an Solarleistung und die doppelte Kapazität nutzen.
Aufbau und Inbetriebnahme des AIO 2400 sind denkbar einfach und innerhalb weniger Minuten erledigt – ein bestehendes Balkonkraftwerk vorausgesetzt. Wer zusätzlich erst die Panels aufhängen/aufstellen muss, benötigt natürlich etwas mehr Zeit. Für unseren Testaufbau nutzen wir sowohl die mitgelieferten flexiblen Module als auch klassische starre Module. Um uns den Test nicht zu einfach zu machen, setzten wir außerdem den neuen, mitgelieferten Wechselrichter ein – dieser ist also bislang nicht konfiguriert, was bei Hoymiles nicht ganz ohne Hindernisse funktioniert.
Nach dem Auspacken entscheiden wir uns gegen eine Montage an der Hauswand und schrauben zunächst den massiven Standfuß zusammen. Hier wird der AIO 2400 einfach eingehängt. Anschließend wird der Wechselrichter auf der Rückseite montiert. Das funktioniert mithilfe zweier Rändelschrauben, deren Abstand nicht fest vorgegeben ist. So passen also auch andere Mikrowechselrichter und nicht nur der für den Test mitgelieferte HMS800-2T.
Jetzt verbinden wir noch die MC4-Anschlüsse des Wechselrichters mit den entsprechenden Ports des AIO 2400 und montieren die Metallabdeckung. Es folgen der Anschluss der PV-Panels und die Verbindung mit dem Hausstromnetz.
Das Konfigurieren des AIO 2400 gestaltet sich ebenso einfach wie der Zusammenbau der Hardware. Der aus unserer Sicht positivste Punkt gleich vorweg: Die Steuerung des Systems funktioniert allein mithilfe der Zendure-App. Auf eine zusätzliche App für den Wechselrichter können wir hier ganz verzichten – zumindest, wenn sich der noch im Auslieferungszustand befindet. Wer ein bestehendes Balkonkraftwerk mit 800-Watt-Wechselrichter nachrüstet, sollte diesen zur Verwendung mit dem AIO 2400 wieder auf maximal 800 Watt stellen – aktuell sollte er auf 600 Watt begrenzt sein.
In der App von Zendure koppeln wir den AIO 2400 und stellen ein, wie viel Watt Leistung der Mikrowechselrichter erlaubt – in unserem Fall 800 Watt. Jetzt stellen wir ein, wie viel Leistung ins Hausnetz eingespeist werden soll – hier stellen wir als Obergrenze die aktuell gültigen 600 Watt ein.
Neben der Möglichkeit einen fixen Leistungswert einzuspeisen, erlaubt die App auch eine zeitliche Steuerung der Einspeiseleistung und eine bedarfsgesteuerte Einspeisung. Letzteres funktioniert mittels smarter Steckdosen wie der Shelly Plug S (Top 10: Smarte Steckdosen), welche mit der Zendure-App gekoppelt werden. Jetzt können wir die WLAN-Dosen nicht nur per Zendure-App ein- und ausschalten, sondern auch deren Leistungsbedarf ermitteln und die Einspeisung des BKW-Speichers entsprechend regulieren.
Die Kenndaten für die Solarleistung, die Einspeisung und den Ladezustand des Akkus werden in der App übersichtlich und ohne großen Zeitversatz dargestellt. Neben der Einspeisung können wir hier auch die Ladung begrenzen, eine Reserveladung hinterlegen oder die Beleuchtung des AIO 2400 ändern. Zwar gefällt uns die modern grüne Beleuchtung gut, allerdings ist uns das Licht zu auffällig. Wir reduzieren deshalb die Leuchtkraft und ändern die Farbe auf Rot. Wer will, kann die Helligkeit auch voll aufdrehen, auf weiße Beleuchtung setzen und das AIO 2400 etwa als Wegleuchte einsetzen – hell genug wäre es.
Die Höhe der Einsparung durch das Speichersystem hängt in der Praxis von Faktoren, wie dem Aufstellort, der Ausrichtung und Leistung der Panels ab. Daneben spielt auch der eigene Verbrauch und eine effektive Einspeisung eine Rolle. Wer das System einfach nur bei maximaler Leistung einspeisen lässt, spart deutlich weniger als jemand mit genauem Zeitplan oder bedarfsgerechter Steuerung per WLAN-Steckdose.
Zendure gibt in seiner Modellrechnung an, dass man mit einem Balkonkraftwerk und einer Solarleistung von 1500 Watt Peak (Wp) rund 292 Euro im Jahr einsparen würde. Durch die Verwendung des Zwischenspeichers und eine bedarfsgesteuerte Einspeisung würde sich der Ertrag basierend auf einen Stromtarif von 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh) mehr als verdoppeln und auf über 640 Euro ansteigen. In der Realität halten wir diese Berechnung zwar für leicht überzogen, eine massive Steigerung wäre aber definitiv möglich.
Die UVP des AIO 2400 von Zendure liegt bei satten 1799 Euro. Mittlerweile ist der Preis beim Hersteller auf aktuell 999 Euro gesunken. Das Bundle mit Wechselrichter zwei starren Solarpanels mit je 420 Wp (840 Wp) gibt es aktuell für 1198 Euro – 200 Euro günstiger als Anfang des Jahres. Im Set mit sechs flexiblen Solarpanels (1260 Wp) und Wechselrichter sind 1996 Euro fällig.
Wer noch kein Balkonkraftwerk besitzt und lieber auf stabile Glas-PV-Panels setzt, der sollte sich den Speicher von Zendure etwa beim Fachhändler Yuma besorgen. Hier gibt es das AIO 2400 in Zukunft zusammen mit klassischen oder bifazialen Solarmodulen samt Halterung für Flachdach, Garten, Balkon oder Fassade.
Alternativen zum AIO 2400 gibt es – sie sehen allerdings allesamt nicht annähernd so aufgeräumt und sexy aus! Los geht es mit der Konkurrenz aus dem eigenen Haus: Dem Balkonkraftwerkspeicher Zendure Solarflow (Testbericht) im Zusammenspiel mit dem Akku AB2000, welcher ebenfalls für die Installation im Freien geeignet ist. Weitere Speicherlösungen zeigen wir in unserer Top 4: Der beste Speicher fürs Balkonkraftwerk. Die besten bisher von uns getesteten Mini-PV-Anlagen zeigen wir in unserer Top 10: Die besten Balkonkraftwerke – von besonders leicht bis besonders stark.
Der Preis des AIO 2400 war mit ursprünglich knapp 1800 Euro sehr hoch – inzwischen gibt es den schicken Speicher bereits ab 999 Euro inklusive eines Wechselrichters direkt beim Hersteller. Im Handel ist der Preis mittlerweile sogar auf 750 Euro (Preisvergleich) gesunken. Das ist das Speichersystem auch wert, denn es ist perfekt durchdacht und zudem ein Blickfang. Wer seinen BKW-Speicher im Freien aufstellen will und Wert auf ein ästhetisches Erscheinungsbild legt, findet derzeit kaum Alternativen zur All-in-One-Lösung von Zendure. Alternativen funktionieren meist nur Indoor und wirken durch die Einzelkomponenten und deren Verkabelung eher wie eine Bastellösung.
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