Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Garmin verpasst der Vivoactive-Serie mit der Vivoactive 5 endlich ein lange verdientes Update. Wir haben uns die Uhr im Test angeschaut und klären, ob und inwiefern das neue Modell den Kauf für Garmin-Einsteiger wert ist.
Vier Jahre hat es gedauert, doch jetzt endlich hat Garmin mit der Vivoactive 5 einen Nachfolger der beliebten Vivoactive 4 (Testbericht) auf den Markt gebracht. Der Hersteller verspricht viele Verbesserungen für die günstigste Sportuhr im eigenen Sortiment, darunter ein besseres Display und eine deutlich längere Akkulaufzeit.
Die Garmin Vivoactive 5 ist mit 235 Euro eine preiswerte Option unter den Sportuhren und eignet sich so ideal für Hobby-Sportler, ohne den Nutzer mit der vollen Datenanalyse von Garmin zu überfrachten. Wir haben uns die Vivoactive 5 im Test genau angeschaut und klären, ob und inwiefern die Neuauflage tatsächlich einen (technischen) Sprung nach vorn bedeutet.
Beim Design der Vivoactive 5 ist Garmin dem Vorgängermodell weitgehend treu geblieben: Die Uhr gleicht einer herkömmlichen Armbanduhr und wirkt dementsprechend schlank und dezent. Neu ist allerdings das Display, das anders als im Fall der Vivoactive 4 nicht mehr als LCD-Anzeige, sondern als AMOLED-Bildschirm daherkommt. Diese Änderung garantiert eine ausgesprochen hohe maximale Helligkeit, die sich übrigens in drei Stufen regulieren lässt und sich automatisch an die Umgebungsbeleuchtung anpasst.
Wie schon die Vivoactive 4 können wir auch die Vivoactive 5 sowohl per Touch-Steuerung als auch über zwei Seitentasten bedienen. Das funktioniert erwartungsgemäß hervorragend: Die Uhr registriert unsere Eingaben stets ohne Verzögerung und auch mit leicht feuchten Fingern (etwa beim Schwimmen) lässt sich das Touch-Display noch gut auslösen.
Ebenfalls positiv aufgefallen ist uns die Verarbeitungsqualität der Uhr: Sowohl das Display als auch das Silikonarmband erweisen sich als robust und stoß- sowie kratzfest. Wir haben die Uhr bei unterschiedlichen Outdoor-Aktivitäten, Trainingseinheiten und beim Hundesport getragen, konnten trotz intensiver Beanspruchung aber keinerlei sichtbare Beschädigungen feststellen.
Weil die Vivoactive 5 wasserdicht bis 5 ATM ist, kann man die Uhr auch problemlos beim Schwimmen tragen. Hohem Wasserdruck hält die Uhr allerdings nicht stand, sodass man sie beim Surfen oder Tauchen lieber zu Hause lassen sollte.
Wer schon einmal eine Garmin-Uhr besessen hat, weiß: Die Einrichtung funktioniert absolut problemlos und intuitiv. Wir installieren die Garmin-Connect-App auf unserem Smartphone, erstellen einen Nutzer-Account und rufen das Geräte-Menü auf. Dort klicken wir auf die Schaltfläche „Gerät hinzufügen“ und lassen die App per Bluetooth die Verbindung zur Vivoactive 5 herstellen. Das Ganze dauert nur wenige Minuten und wir erhalten anschließend eine kurze Einführung in die Bedienung der Uhr.
Bei der App bleibt ansonsten alles wie gewohnt: Auf der Startseite befinden sich verschiedene Kacheln, die uns einen Überblick über Daten wie Herzfrequenz, Schlaf, Trainingsbelastung, Stresslevel und mehr liefern. Dabei können wir selbst konfigurieren, welche Werte uns auf der Startseite angezeigt werden. Zusätzlich sehen wir aktive Trainings-Challenges und bevorstehende Trainingseinheiten sowie geplante Events. Der Aufbau von Garmin Connect ist zwar Geschmackssache, wir empfanden die Ansicht aber nach kurzer Eingewöhnungszeit als übersichtlich. Auch die zusätzlichen Menüs für Benachrichtigungen und Einstellungen sind sinnvoll aufgebaut und gut verständlich.
Garmin-Uhren gelten bei vielen Athleten als das Non-Plus-Ultra in Bezug auf die Möglichkeiten, Aktivitäten und Trainingseinheiten aufzuzeichnen. Obwohl die Vivoactive 5 zu den günstigen Einsteigermodellen in Garmins Portfolio gehört, hat sie aber trotzdem alle Funktionen zu bieten, die eine echte Garmin ausmachen.
Für das Aktivitätstracking können wir wie gewohnt ein Tagesziel festlegen, darunter Schritte und Intensitätsminuten. Haben wir ein Tagesziel erreicht, informiert uns die Uhr per Benachrichtigung auf dem Display. Weil Garmin im Gegensatz zur Vivoactive 4 darauf verzichtet hat, die Uhr mit einem Höhenbarometer auszustatten, kann die Vivoactive 5 keine Stockwerke messen. Das ist unserer Meinung nach aber verschmerzbar, da diese Funktion beim Vorgängermodell ohnehin unter einigen praktischen Problemen zu leiden hatte.
Was der Vivoactive 5 ebenfalls fehlt, sind im Vergleich mit teureren Garmin-Uhren wie der Fenix 7 (Testbericht) oder den Modellen der Forerunner-Serie bestimmte Messdaten zu absolvierten Trainingseinheiten. Auf Werte wie Belastungs- und Traingsstatus, Laufleistung, Schrittlänge und Ähnliches müssen Nutzer der Vivoactive 5 verzichten. Mit dem Garmin Running Dynamics Pod ist die Uhr ebenfalls nicht kompatibel.
Trotzdem bietet die Vivoactive 5 aber umfangreiche Features für Hobby-Athleten, das der Marke Garmin gerecht wird. Wir können aus mehr als 30 vorinstallierten Trainingsprofilen wählen, darunter diverse Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen in verschiedenen Varianten, aber auch Ballsportarten und Exoten wie Disc Golf oder Racquetball. Nach einem absolvierten Training berechnet die Uhr basierend auf Daten wie Herzfrequenz und Aktivitätsdauer den Trainingseffekt und die voraussichtliche Erholungszeit. Eine Berechnung der VO2-Max-Werte ist ebenfalls mit an Bord.
Wer gerne unter Anleitung seine Trainingseinheiten absolviert, kann den Garmin Coach über die Connect-App aktivieren. Dieses Feature beinhaltet kostenlose Trainingspläne für 5-km-, 10-km- und Halbmarathon-Laufwettkämpfe. Ferner bietet die App die Möglichkeit, eigene Trainingseinheiten aus mehr als 1600 Übungen zu erstellen und diese dann an die Vivoactive 5 zu senden. Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn man beim Training nicht ständig aufs Handy schauen möchte. In der Praxis funktioniert das Feature sehr gut, bedarf allerdings auch ein wenig Zeit für die Auswahl der Übungen in der App.
Ein zentraler Kaufgrund für eine Garmin-Uhr dürfte für viele Nutzer das integrierte GPS-Tracking sein. Auch die Vivoactive 5 bietet Sensoren für GPS, Glonass und Galileo. Das Feature machte in unserem Test eine erwartungsgemäß gute Figur und leistete sich lediglich beim Lauftraining im Wald leichte Aussetzer, wenn es um die Messung der Pace ging. Die insgesamt getrackte Strecke entsprach bei allen Trainingseinheiten ohne Abweichungen dem tatsächlich zurückgelegten Weg.
Ähnlich gut wie das GPS funktioniert auch der Herzfrequenzsensor der Vivoactive 5. Bei gleichmäßigem Puls misst der Sensor zuverlässig und korrekt, Abweichungen von unserem Brustgurt gab es bei lockeren GA1-Laufeinheiten nicht. Bei HIIT-Einheiten und Krafttraining hatte die Uhr dann aber vereinzelt doch ein paar Probleme. Abweichungen von bis zu zehn Schlägen pro Minute waren an der Tagesordnung, wenn unsere Herzfrequenz häufig wechselte. Wer die Vivoactive 5 also bei Sportarten mit schwankendem Puls nutzen möchte, sollte zusätzlich über die Anschaffung eines Brustgurtes nachdenken.
Übrigens zeichnet die Vivoactive 5 wie von anderen Garmin-Modellen gewohnt auch eine Reihe von Gesundheitsdaten auf. Dazu gehören unter anderem die Herzfrequenzvariabilität, die Blutsauerstoffsättigung und die Atemfrequenz. Insbesondere die HRV kann als Indikator für Erkrankungen hilfreich sein. Eine EKG-Funktion bietet die Vivoactive 5 allerdings nicht, ebenso wenig wie eine Anzeige des täglichen Kalorienverbrauchs (die gibt es nur in Verbindung mit der App Myfitnesspal).
Was das Schlaf-Tracking anbelangt, erwartet uns im Fall der Vivoactive 5 gewohnte Garmin-Kost: Die Uhr misst zuverlässig Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt sowie Puls, Atmung und Blutsauerstoffsättigung. Anhand dieser Daten berechnet sie außerdem die Dauer der einzelnen Schlafphasen und gibt einen Wert namens Body Battery aus, der den Energielevel unseres Körpers widerspiegeln soll.
Das Schlaf-Tracking funktioniert bei der Vivoactive 5 insgesamt sehr gut und auch die automatische Nickerchen-Erkennung macht, was sie soll. Die Aussagekraft der Angaben zu den einzelnen Schlafphasen ist selbstverständlich begrenzt, aber ähnlich wie die Messung der HRV liefern die Angaben einen guten Indikator für langfristige Trends und mögliche gesundheitliche Probleme. Beim Schlafen selbst bleibt die Vivoactive 5 am Handgelenk kaum spürbar und stört deshalb nicht. Die Weckfunktion lässt sich individuell mit Ton und Vibration anpassen.
Wie die meisten anderen smarten Sportuhren von Garmin unterstützt auch die Vivoactive 5 das kontaktlose Bezahlsystem Garmin Pay. Wer das Feature nutzen möchte, kann es über die Garmin Connect App einrichten. Einzige Voraussetzung ist, dass die eigene Bank den Dienst unterstützt. Eine Liste der teilnehmenden Banken findet man auf der Support-Webseite von Garmin. Um Garmin Pay einzurichten, legen wir zunächst einen vierstelligen Pass Key fest und geben dann die Daten unserer Kredit- oder Debitkarte ein. Anschließend können wir via NFC mit der Uhr kontaktlos bezahlen.
Zusätzlich zu Garmin Pay unterstützt die Vivoactive 5 auch die Musikwiedergabe direkt über die Uhr. Wir können also in den integrierten Speicher per Kopplung an Spotify oder Deezer eine gewisse Menge an Songs laden und unsere Uhr mit einem Bluetooth-Kopfhörer koppeln, um unterwegs unabhängig vom Smartphone Musik hören zu können. Leider ist der Speicher der Vivoactive 5 recht begrenzt: Es stehen nur 2,2 GB an Platz für Musik und Apps zur Verfügung. Wer also über den Connect-iQ-App-Store zusätzliche Apps auf die Uhr laden möchte, muss bei der Menge an gespeicherten Songs auf der Uhr entsprechend kompromissbereit sein. Verzichtet man auf zusätzliche Apps, bietet die Vivoactive 5 aber Platz für durchschnittlich etwa 500 Musikstücke.
Im Vergleich zur Vivoactive 4 hat Garmin bei der Akkulaufzeit der Vivoactive 5 ordentlich nachgebessert. Lag die Laufzeit beim Vorgängermodell noch bei fünf bis sieben Tagen, hält die Vivoactive 5 bei durchschnittlicher Nutzung jetzt bis zu elf Tage durch. In unserem Test schaffte die Sportuhr bei drei Trainingseinheiten zu jeweils zwei Stunden Dauer, aktivierten Benachrichtigungen und GPS-Nutzung gute neun Tage. Damit gelingt es Garmin, einen zentralen Kritikpunkt der Vivoactive 4 zu verbessern.
Die Garmin Vivoactive 5 kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung (UVP) 299,99 Euro. Der Hersteller bietet die Uhr in den Farben Orchidee/Orchidee Metallic, Schwarz/Schiefergrau, Elfenbein/Cremegold und Königsblau/Blau Metallic an. Damit gehört die Vivoactive 5 zu den günstigsten Garmin-Uhren. In Hinblick auf die GPS-Funktion, das OLED-Display und den integrierten Musikspeicher empfinden wir die Preisgestaltung dieses Modells als fair, zumal da der Straßenpreis für die Vivoactive 5 je nach Modell bereits bei knapp 199 Euro beginnt.
Wer die Vorzüge einer Garmin-Sportuhr mit GPS nutzen, aber weder auf einen integrierten Musikspeicher verzichten noch mehr als 250 Euro investieren möchte, sollte der Vivoactive 5 definitiv eine Chance geben. Die Uhr bietet ein Rundum-sorglos-Paket für Hobbysportler, die auf die volle Datenanalyse teurerer Modelle von Garmin verzichten können.
Zwar gibt es bei der Akkulaufzeit noch ein wenig Luft nach oben und auch der integrierte Speicherplatz wird auf Dauer eventuell knapp, aber dafür hat die Vivoactive 5 alle anderen Vorteile zu bieten, für die Garmin bekannt und beliebt ist. Die Uhr bietet damit den perfekten Einstieg in das Garmin-Ökosystem.
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