Der Streetbooster Sirius überrascht uns im Test mit einem Gesamtpaket, das sich sehen lassen kann. Der E-Scooter ist gut verarbeitet, bietet Blinker und Wechselakku, einen starken Motor und einen genialen Klappmechanismus.
Es ist schon eine ganze Weile her, als wir mit dem Streetbooster One (Testbericht) im Jahr 2021 den letzten E-Scooter des Unternehmens in der Redaktion hatten. Er räumte damals starke vier Sterne ab. Uns gefiel besonders die robuste Verarbeitung, der starke Motor und die guten Bremsen. Damals befanden sich kommerzielle E-Scooter aber noch in den Kinderschuhen, der Sprung zum Streetbooster Sirius aus dem Jahr 2024 ist entsprechend hoch. Jetzt gibt es mit Blinker, Wechselakku und Premium-Klappmechanismus einige Funktionen, von denen man damals nur träumen konnte. Ob der Streetbooster Sirius hält, was das Datenblatt verspricht, zeigt dieser Testbericht.
Der Streetbooster Sirius wirkt sehr gut verarbeitet. Hier wackelt nichts, es gibt keine sichtbaren Schweißnähte und auch Kabel, an denen man eventuell hängen bleiben könnte, sind kaum zu sehen. Das maximale Fahrergewicht beträgt 120 Kilogramm. Die vier Schrauben, mit denen der Käufer den Lenker nach dem Auspacken fixiert, verschwinden hinter einer Blende. Auch der Ladeport liegt hinter einer Blende.
Insgesamt wirkt der Streetbooster Sirius wie aus einem Guss, hier gibt es bezüglich der Verarbeitung fast nichts zu meckern. Fast nichts. Denn im Test brach ein Teil des Hakens am hinteren Schutzblech, der die Lenkstange im zusammengeklappten Zustand hält, ab. Laut Streetbooster sei das ein klassischer Garantiefall. Und auch wenn derartiges außerhalb der Garantiezeit passieren sollte, wäre das halb so wild. Schließlich verspricht Streetbooster sieben Jahre lang die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
Apropos klappen: klappt gut. Das liegt zum einen am ungewöhnlichen, aber nahtlos ins Design integrierten Mechanismus, ausgelöst über eine Öse am oberen Teil der Lenkstange. Die Lenkerstange kippt zusammen mit dem Vorderrad nach hinten und hält am Haken des hinteren Schutzblechs. Besonders praktisch erweist sich hier der breite Mittelständer, so bleibt der Sirius auch zusammengeklappt stehen. Tatsächlich ist der Klappmechanismus am Sirius der beste, den wir je an einem E-Scooter gesehen haben. Denn er ist der Einzige, der mit nur einer Hand komplett bedient werden kann.
Die Handgriffe des Lenkers sind gummiert und angenehm dick. An deren Enden sitzt jeweils ein Blinker. Dieser lässt sich über Taster aktivieren, ohne dass der Fahrer dabei die Hände vom Lenker nehmen muss. Ein weiterer Druck auf den Taster deaktiviert sie wieder. Alternativ schalten sie sich nach 30 Sekunden selbstständig ab. Wer einen E-Scooter ohne Blinker hat, kann diesen nachrüsten. Mehr dazu erklären wir im Beitrag Zubehör und Tuning für E-Scooter.
Das farbige Display sitzt leicht erhaben in der Mitte des Lenkers in der Lenkstange integriert. Es zeigt neben der aktuellen Geschwindigkeit außerdem die Restkapazität des Akkus in fünf Balken sowie die gewählte Unterstützungsstufe an. Wer will, kann auch die Streetbooster-App mit dem Sirius koppeln und dort unter anderem eine Wegfahrsperre aktivieren. Direkt unter dem Display sitzt ein Taster, der unter anderem das Licht ein- und ausschaltet. Das Frontlicht ist ausreichend hell und kann in der Höhe variiert werden, sitzt aber etwas zu tief. Das rote Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf.
Der Streetbooster Sirius fährt sich richtig gut. Das liegt zum einen an der hohen Verarbeitungsqualität. Hier wackelt nichts, der Fahrer hat stets das Gefühl der vollen Kontrolle. Dazu trägt auch das tief liegende Trittbrett bei, das dennoch genug Bodenfreiheit bietet, um nicht an jedem Bordstein hängenzubleiben. Richtig gut sind die 10 Zoll großen Luftreifen, die auch ohne Federung einige Unebenheiten ausbügeln. Wer einen E-Scooter mit Federung sucht, dem empfehlen wir unsere Bestenliste über Offroad-E-Scooter.
Zum anderen hat der starke 500-Watt-Motor am Hinterrad (800 Watt Peak) einen großen Anteil am hohen Spaßfaktor des Streetbooster Sirius. Er beschleunigt uns innerhalb kürzester Zeit auf Maximalgeschwindigkeit und hält diese auch für längere Strecken, ohne sich unangenehm aus- und wieder einzuschalten. Dabei reizt Streetbooster beim Sirius die maximal erlaubte Grenze von 20 km/h plus 10 Prozent voll aus. Auf der Anzeige steht 22 km/h und auch per GPS nachgemessen kratzt der E-Scooter an diesem Limit.
Der Bremsgriff am Lenker löst die Trommelbremse am Vorderrad und gleichzeitig die Motorbremse am Hinterrad aus. In Kombination funktioniert das angemessen, der Sirius kommt schnell zum Stehen. Aber auch ein sanftes Abbremsen ist dank feiner Dosierbarkeit der Motorbremse möglich. Alternativ gibt es auf der linken Seite des Lenkers einen eigenen Daumenhebel für die elektrische Motorbremse.
Die mit 338,4 Wattstunden eher geringe Kapazität des Akkus ist eine der Schwachstellen am Sirius. Damit befördert er laut Streetbooster einen 80 Kilogramm schweren Fahrer mit durchgedrücktem Gashebel 31 Kilometer weit. Wer mehr wiegt, im kalten Wetter auf Feldwegen fährt und viel bremst/beschleunigt muss mit deutlich weniger rechnen. 20 Kilometer sind unserer Erfahrung nach jedoch immer drin. Der große Vorteil: Der Akku ist wechselbar, kann als etwa zum Laden entnommen werden. Es ist möglich, einen Zweitakku einzusetzen und die Reichweite zu verdoppeln.
Der Streetbooster Sirius kostet auf der Webseite des Herstellers 849 Euro. Wer sparen will, kann auch zum Streetbooster Two greifen. Dieser kostet 749 Euro, kommt ohne Blinker und mit einem etwas schwächeren Motor. Ansonsten ist er in vielen Bereichen baugleich zum Sirius.
Der Streetbooster Sirius ist ein würdiger Nachfolger des Streetbooster Two. Er wirkt fantastisch verarbeitet, sieht schick aus, hat einen unschlagbar guten Klappmechanismus, einen starken Motor, gute Bremsen und einen Blinker. Lediglich der Akku ist etwas schwach, kann aber entnommen werden. Damit ist der Streetbooster Sirius der beste E-Scooter mit Wechselakku, den wir bisher getestet haben.
Der Streetbooster Sirius kostet auf der Webseite des Herstellers 999 Euro. Ein Wechselakku schlägt mit weiteren 299 Euro zu Buche. Wer sparen will, kann auch zum Streetbooster Two greifen. Dieser kostet 749 Euro, kommt ohne Blinker und mit einem etwas schwächeren Motor. Ansonsten ist er in vielen Bereichen baugleich zum Sirius.
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