Mit dem smarten Türschloss Switchbot Lock können Anwender per App die Haustür öffnen. Noch einfacher gelingt dies mit Zubehör wie dem Touch-Bedienpanel und NFC-Tags.
Switchbot Lock ist ein smartes Türschloss, mit dem Anwender vorhandene Türschlösser per App öffnen können. Dazu wird das smarte Schloss einfach von der Innenseite an die betreffende Tür montiert. Über einen eingesteckten Schlüssel oder einen Knauf öffnet Switchbot Lock dann die Tür. Kling einfach, ist es in der Praxis allerdings meist nicht. Das gilt allerdings nicht nur für das smarte Türschloss von Switchbot, sondern auch für andere Varianten. Türen und deren Schließzylinder gibt es in verschiedenen Ausprägungen. Die Vielfalt macht es Herstellern von smarten Türschlössern nicht einfach, alle Eventualitäten zu berücksichtigen. Daher bieten sie häufig einen Kompatibilitätstest an, den Interessierte in jedem Fall absolvieren sollten, um zu klären, ob das betreffende Produkt für ihre Haustür geeignet ist.
Als Mindestvoraussetzung für den Einsatz eines smarten Türschlosses, das den vorhandenen Schließzylinder verwendet, gilt, dass dieser von beiden Seiten per Schlüssel geöffnet werden kann, auch wenn auf einer Seite ein Schlüssel im Schloss steckt. Das ist auch bei Switchbot Lock so. Über weitere Voraussetzungen für den Einsatz informiert der Switchbot-Kompatibilitätstest. Wie gut das Switchbot Lock in der Praxis funktioniert, zeigt unser Testbericht.
Das Switchbot Lock kommt mit zahlreichem Zubehör. Mit dabei sind auch zwei CR123-Batterien, die laut Hersteller ein halbes Jahr den Antrieb des Schlosses gewährleisten sollen, wenn es nicht mehr als 10 Mal am Tag genutzt wird. Insgesamt verkraftet Switchbot Lock laut Hersteller 50.000 Schließzyklen, was ungefähr eine Nutzungsdauer von zehn Jahren bedeutet.
Switchbot Lock wird an der Tür-Innenseite einfach auf das vorhandene Schloss geklebt. Im Lieferumfang sind dafür Klebepads enthalten. Passende Adapter für Schlüssel und Türknauf sind ebenfalls mit dabei. Damit deckt Switchbot zahlreiche, aber nicht alle Türknäufe ab. Unsere Tür mit Schließzylinder und Türknauf von Ikon ist leider nicht darunter. Allerdings konnten wir einen fast passenden Adapter und den Haltestift des alten Knaufs verwenden, sodass das Switchbot Lock den Türknauf und damit den Schließzylinder zum Drehen bringt.
Das montierte Switchbot-Schloss ragt allerdings sehr weit in den Raum. Und auch nach oben kann der Platz zum Türgriff eng werden, sodass die Gefahr besteht, dass man diesen nicht mehr nutzen kann. Das war bei uns allerdings nicht der Fall.
Die Montage des Schlosses ist nach wenigen Minuten erledigt. Die nur in Englisch vorliegende Schnellstartanleitung hilft dabei dank zahlreicher Abbildungen. Noch hilfreicher ist aber die App, die mithilfe von Grafiken und Videos detailliert den Montage- und den Kopplungsvorgang beschreibt.
Nach erfolgter Montage und der Kopplung des Schlosses mit der App muss das Schloss kalibriert werden. Und dafür ist höchste Aufmerksamkeit gefragt. Denn der Umgang der in Deutschland üblichen Schlossfalle muss der App während der Kalibrierung genau beigebracht werden. Dabei helfen die beschreibenden Texte in der App wegen mancher Ungenauigkeit bei der Übersetzung nicht immer. Mithilfe der in der App integrierten Videoanleitung klappt die Kalibrierung im Test besser.
Standardmäßig kann man das Switchbot Lock ohne Hub und Zubehör mit der App über eine Bluetooth-Verbindung betreiben. Dann wird die Bedienung allerdings auf die Reichweite der Bluetooth-Verbindung zwischen Schloss und Smartphone beschränkt. Mit einem Hub, etwa dem neuen Switchbot Hub 2 (Testbericht) oder einem Hub mini kann man das Schloss auch aus der Ferne bedienen. Das ist praktisch, wenn etwa ein Mitbewohner die Tür schließt und keinen Schlüssel dabei hat. Neben App und Widgets kann das Schloss auch mit den mitgelieferten NFC-Tags oder per Apple Watch geöffnet werden. Und auch den klassischen Türschlüssel kann man weiterverwenden.
Mit gekoppeltem Hub stehen weitere Möglichkeiten zur Verfügung. Dann können Anwender das Schloss auch per Sprache über Amazon Alexa, Siri oder Google Assistant öffnen. Zudem lässt sich dann auch weiteres Switchbot-Zubehör wie einer Funkfernbedienung zum Öffnen nutzen. Da Switchbot Lock auch kompatibel zu Samsung Smartthings (Testbericht) und Homey Pro (Testbericht) ist, kann man das Schloss auch für Automatisierungen mit diesen Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) für Automatisierungen verwenden. Selbstredend ist das natürlich auch mit den an einen Switchbot-Hub angeschlossenen Komponenten möglich. Denkbar ist etwa, dass, wenn man abends nach Hause kommt, nach dem Öffnen der Tür durch das Switchbot Lock automatisch die Beleuchtung im Wohnzimmer und der Fernseher angeschaltet und das Nachrichtenprogramm ausgewählt wird. Und auch eine Automatisierung per IFTTT ist möglich.
Nützlich ist auch das als Zubehör erhältliche Switchbot Tastenfeld Touch. Damit können Anwender das Schloss per Passcodes, der mitgelieferten NFC-Karte oder per Fingerabdruck öffnen.
Das Switchbot Lock kostet aktuell mit dem Rabattcode „10TECHLOCK“ 99,44 Euro. Damit ist das smarte Türschloss gegenüber Platzhirsch Nuki (Ratgeber) etwa 60 Euro günstiger. Das Keypad Touch kostet mit dem gleichen Rabattcode aktuell 76,49 Euro. Wer das Nuki ebenfalls mit Touch-Keypad verwenden möchte, muss dafür knapp 160 Euro bezahlen. Der zu Matter kompatible Switchbot Hub 2 kostet mit dem Rabattcode „10TECHHUB2“ aktuell 60 Euro. Und der Hub Mini ist für knapp 27 Euro erhältlich.
Das Switchbot Lock ist gegenüber dem Nuki also deutlich günstiger. Im Vergleich zu diesem muss man aber auch einige Kompromisse eingehen. Das Nuki lässt sich deutlich einfacher montieren und unterstützt neben zahlreichen Smart-Home-Zentralen außerdem Homekit. Wer die Apple-Lösungen zur Verwaltung seines Smart Homes verwendet, greift also besser zum Nuki. Und wer Englisch nicht so gut beherrscht, ist mit dem Nuki ebenfalls besser bedient, da deren App vollständig auf Deutsch vorliegt, während die Switchbot-App nicht vollständig und vor allem nicht immer korrekt übersetzt ist. Zudem sieht das Nuki deutlich besser aus: Es ist kompakter und voll verkleidet, während das Switchbot Lock sehr klobig wirkt und teilweise den Blick ins Innere gewährt: Der Antriebsstrang für den Schließzylinder ist etwa unverkleidet. Auch unterstützt das Switchbot Lock kein Geofencing, obwohl die Funktion in der Switchbot-App zur Verfügung steht. Doch anders als bei Nuki können Anwender mit dem Switchbot Lock kein Geofencing nutzen, da es als Aktor nicht ausgewählt werden kann. Somit ist ein automatisches Öffnen bei Annäherung anders als bei Nuki und anderen smarten Schlössern (Ratgeber) nicht möglich.
Wer sich ein smartes Türschloss zulegen möchte, sollte unbedingt vorher die Ausstattung seiner Tür überprüfen und mit dem von vielen Herstellern angebotenen Kompatibilitätstests abgleichen. Das Switchbot Lock ist da keine Ausnahme. Im Lieferumfang sind allerdings zahlreiche Adapter für Türknäufe enthalten, sodass man mit diesen ein Schloss wie im Test auch dann in Betrieb nehmen kann, wenn die Tür-Schließzylinder-Kombination nicht in der Kompatibilitätsliste steht. Hat man mal die Hürden der Montage und Kalibrierung überwunden, verrichtet das Switchbot Lock zuverlässig seinen Dienst. Die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Switchbot-Komponenten erlauben smarte Automatisierungen, die auch mit anderen Smart-Home-Zentralen wie Homey Pro und Samsung Smartthings zur Verfügung stehen. Das äußere Erscheinungsbild ist hingegen nicht erste Klasse. Wer darüber hinwegsehen kann, erhält mit dem Switchbot Lock ein günstiges und zuverlässiges smartes Türschloss.
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