Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Die zweite Generation des T Phone Pro der Telekom ist deutlich besser als der Vorgänger. Wie sich das 5G-Smartphone mit 120-Hz-OLED-Display schlägt, zeigt der Test.
Der Markt für Smartphones unter 300 Euro ist hart umkämpft. Mittlerweile zum Standard in dieser Preisklasse gehören OLED-Displays mit bis zu 120 Hz sowie 5G als Mobilfunk-Technologie. Das erste Smartphone der Telekom, das T Phone Pro (Testbericht) schwächelte noch arg beim Display. Mit der zweiten Generation gleicht der deutsche Mobilfunkgigant diese Schwäche nun mit einem zeitgemäßen Bildschirm aus. Doch das wäre nicht alles. So bietet das T Phone 2 Pro jetzt eine 50-Megapixel-Kamera mit optischer Bildstabilisierung (OIS). Wie sich das T Phone 2 Pro in der Praxis schlägt und welche Schwächen es gibt, zeigt dieser Test.
Update: Der ursprüngliche Testbericht stammt vom 5. August 2024. Aufgrund zahlreicher Leserzuschriften haben wir den Artikel überarbeitet. Das Testgerät befand sich zwei Monate lang bei uns, liegt uns inzwischen jedoch nicht mehr vor. Aufgrund von Leserfeedback haben wir den Beitrag aktualisiert.
Nach der Veröffentlichung soll es fast ein Jahr gedauert haben, bis das Update auf Android 15 ausgerollt wurde. Seitdem berichten Nutzer über Probleme mit Bluetooth. Außerdem kommt offenbar ein veralteter Standard (OMTP) beim 3,5‑mm‑Klinkenanschluss zum Einsatz. Wir haben uns deshalb entschieden, die Bewertung auf drei Sterne zu senken.
Wasserdicht ist das T Phone 2 Pro nicht. Es verfügt aber über eine Zertifizierung nach IP54 und ist damit wenigstens gegen Spritzwasser geschützt. Das Gehäuse selbst besteht lediglich aus Kunststoff, was aber normal in dieser Preisklasse ist.
Das Design des ausschließlich in Dunkelblau erhältlichen Smartphones ist gelungen und wirkt elegant. Die vier Linsen der Kamera sind in einem rechteckigen Element mit stark abgerundeten Ecken relativ eben angeordnet. Das Element selbst ragt nur minimal hervor, wodurch das Smartphone kaum kippelt, wenn es auf der Rückseite liegt. Fingerabdrücke sind allerdings deutlich präsent.
Mit einer Diagonale von 6,8 Zoll kommt ein ziemlich großes Display zum Einsatz. Anders als der Vorgänger, der hier nur ein LCD mit magerer HD-Auflösung aufbot, ist die Anzeige des T Phone 2 Pro erstklassig und mit Full-HD+ auch messerscharf. Das OLED-Panel zaubert dabei kräftige Farben und satte Kontraste.
Dank einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz erscheinen Scrollbewegungen und Animationen äußerst flüssig. Die Helligkeit ist ausreichend hoch, um im Freien ablesbar zu sein. Wir konnten über 900 Nits bei automatischer Helligkeitsanpassung messen.
Das T Phone 2 Pro nutzt eine Quad-Kamera. Allerdings sticht hier nur das Hauptobjektiv mit 50 Megapixel und OIS positiv hervor. Die Weitwinkellinse kommt auf magere 5 Megapixel, die Makrolinse sowie das Objektiv für Tiefenschärfe mit je 2 Megapixel hätte man sich auch schenken können. Die Frontkamera bietet 16 Megapixel.
Bei Tag gelingen mit dem Hauptobjektiv scharfe Aufnahmen und gut abgestimmte Kontraste, auch wenn der Dynamikumfang sowie die Bilddetails etwas höher ausfallen könnten. Die Kamera fasst vier Pixel zu einem zusammen (Pixel Binning), um mehr Bildinformationen einzufangen. Auf Wunsch kann man auch die vollen 50 Megapixel abrufen. Den digitalen Zoom können wir nur bis zu einer zweifachen Vergrößerung empfehlen, darüber hinaus wird es zu pixelig. Bei Dunkelheit baut die Qualität der Hauptlinse dann stark ab.
Eher mäßig ist dagegen die Weitwinkellinse, die verwischte Aufnahmen mit starkem Bildrauschen zutage fördert. Zudem weichen die Farben im Vergleich zur Hauptlinse stark ab. Makroaufnahmen kränkeln etwas an Bilddetails und Schärfe aufgrund der eher niedrigen Auflösung, gehen aber noch halbwegs in Ordnung. Selfies mit der Frontlinse sehen dagegen ziemlich gut aus, standardmäßig kommt ein Beauty-Filter zum Einsatz, den man aber auch abstellen kann.
Videos mit der Hauptkamera und einer Auflösung von 4K bei 60 FPS (Frames pro Sekunde) gelingen in ordentlicher Qualität. Dank OIS sind sie gut stabilisiert und bieten eine natürliche Farbgebung sowie hohe Bildschärfe. Die Frontkamera bietet ebenfalls gute Videos mit 4K bei 60 FPS.
Als Antrieb dient der Qualcomm Snapdragon 6 Gen 1. Dieser bietet ausreichend Leistung für alle gängigen Aufgaben des Alltags, das Smartphone läuft damit flüssig und verschont den Nutzer meistens mit längeren Denkpausen. Mit 9500 Punkten bei PCmark erreicht es einen soliden Wert, auch wenn die meisten Konkurrenten in dieser Preisklasse etwas schneller sind. Weniger stark ist das T Phone 2 Pro bei 3D-Grafiken, wie die rund 2400 Punkte bei „Wild Life“ von 3Dmark zeigen. Für Casual Games reicht es aber.
Recht üppig bemessen ist der interne Speicher von 256 GB sowie die 8 GB RAM. Dieser ist zudem erweiterbar mit einer microSD-Karte von bis zu 2 TB. Die Nutzung von Dual-SIM ist ebenfalls mit einer physischen Nano-SIM sowie einer eSIM möglich. Ein schnelles Mobilnetzwerk mit 5G unterstützt das T Phone 2 Pro wie schon der Vorgänger. Flott zur Sache geht es auch in heimischen Netzwerken dank Wi-Fi 6E. Für einen soliden Klang sorgen die Stereo-Lautsprecher.
Das T Phone 2 Pro verfügt über einen 3,5‑mm‑Klinkenanschluss für kabelgebundene Kopfhörer. Anders als bei den in Europa oder den USA üblichen Geräten kommt hier jedoch offenbar der veraltete OMTP-Standard zum Einsatz, wie Kunden im Telekom-Forum berichtet haben. Dieser unterscheidet sich vom heute verbreiteten CTIA-Standard darin, dass die Kontakte für Masse und Mikrofon vertauscht sind. Headsets, die für CTIA ausgelegt sind, können daher am T Phone 2 Pro unter Umständen nicht korrekt funktionieren. Für kabellose Geräte dient Bluetooth 5.2. Die Ortung ist mit rund 3 Metern (laut GPS-Test) hinreichend genau.
Als Betriebssystem läuft Android 14. Die Telekom hat die Bedienoberfläche nahezu unangetastet gelassen, sodass Fans von Vanilla Android oder der Pixel Phones hier auf ihre Kosten kommen. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt aus dem Juli und ist somit hinreichend aktuell.
Die Telekom verspricht Sicherheitsupdates für fünf Jahre sowie zwei Android-Updates (bis Version 16). Allerdings haben uns Leser berichtet, dass sie mehr als ein Jahr nach Erhalt des Geräts keine Updates bekommen haben. Im Laufe des Jahres 2025 wurde dann Android 15 – nach fast einem Jahr Wartezeit – ausgeliefert. Allerdings berichteten Leser von Problemen mit dem Gerät. So funktioniert insbesondere die Bluetooth-Audioverbindung nicht mehr zuverlässig.
Der üppige Akku mit 5000 mAh zeigt sich im Teste sehr ausdauernd. Laut Battery Test kamen wir im simulierten Betrieb auf rund 16 Stunden, einer der besten Werte für Smartphones dieser Klasse. Geduld benötigt man aber beim Laden, maximal 25 Watt sind möglich. Bis der Akku voll ist, vergehen allerdings rund eineinhalb Stunden. Immerhin ist kabelloses Laden mit Qi bei 15 Watt möglich.
Die Telekom vertreibt das T Phone 2 Pro direkt, meistens als Bundle mit Tarif. Ohne Vertrag kostet das 256-GB-Modell 249 Euro.
Der Telekom ist mit dem neuen T Phone 2 Pro ein solides Smartphone gelungen, das mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen kann. Verglichen mit dem leicht schwächelnden Vorgänger ist die zweite Generation deutlich konkurrenzfähiger. Größte Stärken sind das OLED-Display mit 120 Hz sowie die herausragende Akkulaufzeit.
Die Performance ist ausreichend, wenn auch nicht überragend. Immerhin liefern Haupt- und Frontkamera gute Bilder, während die übrigen Objektive weniger zu überzeugen wissen. Der angekündigte Software-Support von fünf Jahren ist auf dem Papier vorbildlich, geplant sind zwei Android-Updates.
Update: Nach Leserhinweisen zu verspäteten Updates mit anschließenden Bluetooth-Problemen und einem veralteten 3,5‑mm‑Klinkenstandard (OMTP) haben wir die Bewertung des T Phone 2 Pro auf drei Sterne gesenkt.
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