Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Nach dem T Phone kommt das T Tablet. Die Telekom überrascht mit seinem ersten Tablet, das zu einem günstigen Preis 5G bietet. Wie das Gerät abschneidet, zeigt der Test.
Mit dem T Tablet präsentiert die Deutsche Telekom das erste eigene Gerät dieser Art. Das Tablet eignet sich zur Unterhaltung auf der Couch sowie dank 5G zum mobilen Surfen. Letzteres ist tatsächlich noch selten und vor allem hochpreisigen Modellen vorbehalten. Mit dem T Phone Pro (Testbericht) hat das Telekommunikationsunternehmen bereits ein mobiles Endgerät auf den Markt gebracht. Das Smartphone überzeugte zwar in einigen Punkten, bot aber sonst eher einfache Ausstattungsmerkmale.
Das T Tablet bekommen Telekom-Kunden entweder zu einem Tarif dazu oder alternativ für 219 Euro ohne Vertrag. Angesichts der Ausstattung ist das ein sehr attraktives Paket. Wie sich das Telekom-Tablet im Vergleich zur Konkurrenz aus Lenovo und Samsung in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.
Die Telekom bleibt sich bei seiner Designsprache treu. Das T Tablet erinnert optisch stark an das T Phone Pro (Testbericht). Das Gerät ist ganz in Anthrazit gehalten und in ein kantiges Gehäuse aus Metall gepackt. Dadurch sieht es eine Spur edler aus als die sonst meistens in Silbertönen gehaltenen Konkurrenten.
Die Kamera auf der Rückseite mit zwei Linsen und LED-Blitz sitzen in einem quadratischen, glänzenden Element mit abgerundeten Ecken, das wenige Millimeter hervorsteht. Die Verarbeitung ist sauber, so fallen weder Spaltmaße noch klapprige Elemente auf. Auffällig ist der Power-Button, der im Magenta-Ton gehalten ist. Die Abmessungen von 247,6 × 157,1 × 7,8 Millimeter sowie das Gewicht von rund 490 Gramm sind typisch für ein 10-Zoll-Tablet und bewegen sich im Bereich der Konkurrenz aus Samsung und Lenovo.
Das LC-Display mit IPS-Panel löst mit rund 2000 × 1200 Pixel auf (Full-HD). Die Diagonale beträgt 10,4 Zoll und fällt damit minimal kleiner aus wie beim Galaxy Tab A8 oder Lenovo Tab M10 Plus. Die Bildqualität weiß innerhalb der Grenzen, die LCD bietet, zu überzeugen. Farben wirken kräftig und lebendig, Kontraste sind gut ausgeprägt und die Blickwinkel gewohnt stabil. Mit dem Samsung Galaxy Tab A8 (Testbericht) kann es definitiv mithalten, die Anzeige beim Lenovo Tab M10 Plus Gen 3 (Testbericht) konnte uns aber noch ein klein wenig mehr begeistern. Alles in allem ist das Display für den Preis mehr als angemessen.
Eine positive Überraschung erlebten wir bei der Helligkeit: Diese erreicht locker 500 cd/m². Das ist für ein Tablet dieser Preisklasse ein ziemlich guter Wert. Zudem verfügt das Tablet über ein Zertifikat für Widevine Level 1, was theoretisch die Wiedergabe von Inhalten über Streaming-Dienste in Full-HD erlaubt. Bei Disney+ sowie Amazon Prime Video funktioniert die Wiedergabe mit Full-HD tadellos. Leider klappte während des Tests Mitte September die Wiedergabe in Full-HD-Auflösung nicht bei Netflix. Mittlerweile hat die Telekom diesen Missstand mit einem Software-Update behoben.
Sowohl vorne als auch hinten kommen jeweils Kameralinsen mit 8 Megapixel zum Einsatz. Hinten befindet sich noch ein zusätzliches Objektiv für Tiefenschärfe – eher ungewöhnlich für ein Tablet dieser Preisklasse.
Für eine Tablet-Kamera können sich die Ergebnisse bei Tag sogar sehen lassen, auch wenn Bilddetails und Dynamik nicht so stark ausgeprägt sind. Vergleichbar ist die Kamera mit einem Smartphone bis 100 Euro (Bestenliste). Gegenüber den Tablets von Samsung und Lenovo in dieser Preisklasse hat das T Tablet sogar die Nase leicht vorn. Bei Selfies können wir den Beauty-Filter allerdings nur bedingt empfehlen, er überreizt es bei Weitem mit dem Weichzeichner. Videos sind in Full-HD bei 30 Frames pro Sekunde möglich.
Angetrieben wird das T Tablet von einem Mediatek Dimensity 700. Der ist kein Überflieger in Hinblick auf Leistung, aber für ein Tablet dieser Preisklasse eine ordentliche Wahl. Zum Einsatz kommt das SoC (System on a Chip) gelegentlich auch bei Smartphones bis 250 Euro (Bestenliste).
Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark kommt das T Tablet auf rund 8000 Punkte. Damit liegt es leicht vor dem Galaxy Tab A8 und etwas deutlicher vor dem Lenovo Tab M10 Plus. Die eine oder andere Denkpause ist zu spüren, alles in allem läuft das System damit aber halbwegs geschmeidig. Auffällig war nur ein gelegentliches Ruckeln bei Youtube bei hoher Auflösung mit Full-HD.
Was die Grafikleitung angeht, erreicht das T Tablet rund 1200 Punkte beim Test „Wild Life“ von 3Dmark. Auch hier ist der Chip etwas flotter unterwegs als die meisten Konkurrenten in dieser Preisklasse. Zur Gaming-Maschine macht es das Tablet aber nicht. Für die meisten Casual Games reicht es aus, nur bei Spielen mit aufwendigerer Grafik wie Asphalt 9 muss man sich mit mittleren Grafikdetails begnügen.
Der Arbeitsspeicher mit 6 GByte sowie der interne Flash-Speicher mit 128 GByte sind relativ üppig für den Preis. Ein Steckplatz für microSD-Karten ist zudem vorhanden. Wie bereits erwähnt, surft das Tablet mobil mit 5G im Netz der Telekom, auf Wunsch auch mit Dual-SIM. Wir konnten im Schnitt dabei eine Downloadrate von 50 Mbit/Sekunde messen. Nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand ist das WLAN, das maximal Wi-Fi 5 als Standard bietet. NFC sowie ein GPS-Modul sind ebenfalls an Bord – Features, auf die preiswerte Tablets häufiger verzichten. Ebenfalls langsam, aber üblich für die Preisklasse, ist der Übertragungsstandard für Daten per Kabel mit USB-C 2.0.
Die Stereolautsprecher sind weniger der Rede wert, der Klang ist nicht schlecht, setzt aber auch keine Maßstäbe. Sowohl das Lenovo Tab M10 Plus als auch das Samsung Galaxy Tab A8 sind hier deutlich stärker. Einen Klinkenanschluss für Kopfhörer bietet das T Tablet nicht, einen Fingerabdrucksensor gibt es ebenfalls nicht.
Als Betriebssystem läuft Android 13. Die Bedienoberfläche entspricht weitgehend Vanilla Android und wurde von der Telekom kaum angepasst. Abgesehen von einigen Apps für Magenta TV und Magenta Cloud sowie Amazon und Facebook gibt es kaum Bloatware.
Die Telekom verspricht für drei Jahre monatliche Sicherheits-Updates, im vierten Jahr sollen dann noch quartalsweise Patches folgen. Nahtlos funktioniert das bis jetzt nicht, der Sicherheits-Patch stammte zum Testzeitpunkt aus dem Juli und war so nicht mehr ganz auf dem neusten Stand.
Mit einer Kapazität von rund 7000 mAh bietet der Akku handelsübliche Kapazität. Die Akkulaufzeit kann sich damit sehen lassen, so kamen wir beim Battery Test von PCmark im simulierten Betrieb bei einer Helligkeit von 200 cd/m² auf etwas mehr als 11 Stunden. Das ist ein guter Wert und auf Augenhöhe mit dem Lenovo Tab M10 Plus. Das Galaxy Tab A8 kommt hier nur auf etwa 9 Stunden.
Ein Netzteil befindet sich vermutlich aus Gründen der Nachhaltigkeit nicht in der Verpackung des T Tablets. Eines sonderlich schnellen Modells bedarf es auch nicht, so lädt das Tablet eher gemächlich und benötigt fast 3,5 Stunden, um aufgeladen zu sein. Kabelloses Laden per Induktion beherrscht das Gerät nicht.
Die Telekom bietet das T Tablet im Verbund mit einem Tarif an, es ist aber auch möglich, das Gerät ohne Vertrag zu kaufen. Der Preis von 219 Euro kann sich angesichts von 5G und der ansonsten soliden Ausstattung wirklich sehen lassen.
Das T Tablet hat uns positiv überrascht, was am guten Preis-Leistungs-Verhältnis des Unterhaltungsgeräts liegt. Dieses muss sich nicht vor der Konkurrenz aus Samsung, Nokia oder Lenovo verstecken. Speziell 5G ist eine Besonderheit in dieser Preisklasse, den Mobilfunkstandard findet man sonst nur bei sündhaft teuren Tablets von Samsung. Wer nicht zu viel für ein Tablet ausgeben möchte und auch mobil surfen will, macht mit dem T Tablet der Telekom nichts falsch.
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