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Technisat Digitradio 580 im Test: Der graue Alleskönner

Technisat Digitradio 580 im Test: Der graue Alleskönner
VORTEILE
  • Viele Abspielmöglichkeiten
  • Robuste Verarbeitung
  • Zeitloses Design
NACHTEILE
  • Klang enttäuscht
  • Schlechter UKW-Empfang

Das Digitradio 580 ist ein Allround-Talent. Es kann DAB+, Internetradio, Bluetooth, UKW, Multiroom und vieles mehr. Wie das funktioniert und ob das Digitalradio auch gut klingt, verrät der Test.

Digitalradios im Test

Im Rahmen unserer Themenwelt Digitalradios testen wir folgende Produkte und fassen die Ergebnisse in einem Vergleichstest zusammen.

Klang: Schmaler Sound aus Breitband-Speakern

Das robust verarbeitete Digitradio 580 von Technisat bietet DAB+, Internetradio, Bluetooth, CD-Schlitz und die Möglichkeit, Musik über Spotify zu hören.

Das Digitradio 580 klingt stumpf. Höhen und Tiefen kommen wenig zu Ausdruck. Daran ändern auch die acht vorgegebenen Einstellungen des Equalizers nichts. Selbst mit manuellen Versuchen, die Höhen und Tiefen zu verbessern, war dem Gerät kein guter Klang zu entlocken. Für einen Radiowecker ist dieser Sound aus zwei 10-Watt-Breitband-Lautsprechern akzeptabel, als Ersatz für eine Stereoanlage jedoch nicht zu empfehlen.

Das Gerät bietet Weckfunktion und die Möglichkeit, Dynamikschwankungen auszugleichen – genannt Dynamic Range Control (DRC): Wollen Anwender das Gerät also zum Einschlafen nutzen, ist es sinnvoll, die Kompression hoch zu stellen. Das ist – abhängig von der Lautstärke – nachbarfreundlich und weckt bereits Eingeschlafene nicht wieder auf, wenn nach leisen Sequenzen plötzlich laute Musik ertönen würde. Die Kompression dämpft nämlich diese lauten Bereiche. Die entsprechenden Daten verarbeitet nicht das Radio, sondern wenige Sender liefern sie über DAB+.

Im getesteten Gebiet, einem Dorf in Oberbayern, empfängt das Gerät lediglich fünf UKW-Sender im üblichen Bereich zwischen 87,5 und 108 MHz. Drei der fünf Sender rauschen. Trotz der provinziellen Lage ist dies im Vergleich zu anderen getesteten Geräten eine äußerst schlechte Ausbeute. An anderer Stelle im Testgebäude ließ sich das Ergebnis ebenfalls nachvollziehen. Andere Radios spielen Radio über UKW weitaus besser ab. Doch wird UKW mit diesem Gerät wohl praktisch nicht mehr oft gebraucht, da selbst lokale Radiosender, wenn sie nicht über DAB oder DAB+ senden, über das Internet zu hören sind.

Ausstattungsmerkmale: Vielfältige Einspeisemöglichkeiten

Kopfhörerausgang, Aux-Eingang, LAN-Buchse und USB-Anschluss bietet das Digitradio 580 auf der Rückseite

Das Digitradio 580 versteht DAB+, FM und Internetradio. Zwölf Sender speichert das Gerät je Quelle, die sich über Schnellwahltasten auf der Fernbedienung ansteuern lassen. 2,4-GHz- und 5-GHz versteht das WLAN des Digitalradio. Mit Smartphone lässt sich Musik drahtlos über Bluetooth 4.0, die App Technisat Connect und Spotify abspielen.

Der Streamingdienst Spotify lässt sich über Spotify Connect am Gerät als weitere Quelle wählen. Mittels App Spotify können Anwender dann ihre Musik auf dem Digitradio 580 abspielen.

Das Einbinden in ein Multiroom-System über UPnP ist möglich. Auch CDs nimmt das Gerät an.

DAB+, dessen Datenkomprimierung und Audio Stream von DAB+ erläutert die Anleitung umfangreich. Das Abspielen von Titeln auf NAS-Laufwerken im Netzwerk und frei gegebenen Songs sowie das Streamen von Musik über den Windows Mediaplayer auf einem PC ist möglich. Dies erklärt die Anleitung jedoch unzureichend. Die wenigen Angaben haben in unserem Test nicht zum Erfolg geführt.

So funktioniert das Streamen vom Media Player dann doch: Zunächst muss unter Windows 10 das Digitalradio in der Systemsteuerung des Rechners freigegeben werden. Von der Systemsteuerung gilt es zu „Netzwerk und Internet“, „Netzwerk- und Freigabecenter“ und „Erweiterte Freigabeeinstellungen ändern“ zu navigieren. Im Punkt „Alle Netzwerke“ lassen sich Medienstreamingoptionen auswählen. Dort ist schließlich das Digitradio 580 auszuwählen, sofern es im Netzwerk angemeldet ist. Im Media Player können Anwender nun auf das Digitalradio streamen.

Eine Teleskopantenne ist rückseitig angebracht. Sie ist mit einem speziellen Schlüssel zu lösen, wollen Anwender das Digitalradio mit 75-Ohm-Anschluss mit häuslichen Kabel- oder Satellitenanschluss verbinden. Ein entsprechender Schlüssel wird nicht mitgeliefert, der Hersteller bietet ihn separat zum Kauf an.

Eine USB-Buchse befindet sich auf der Rückseite des Geräts. Sie liefert 5 Volt und 1 Ampere und bietet damit die Möglichkeit, Musik von Sticks abzuspielen und Smartphones zu laden. Aux-Eingang, LAN-Eingang und Kopfhörer-Anschluss, je 3,5-mm-Klinke, stehen ebenfalls auf der Geräterückseite bereit.

Bedienung: Intuitives Gerät, komplizierte Anleitung

Die Bedienung gestaltet sich intuitiv: CD-Abspielen, Internetverbindung aufbauen, Bluetooth-Kopplung, Einrichten von Internetradio, DAB+ und UKW erfolgt nahezu automatisch. Die Anleitung hingegen führt manches Mal in die Irre aufgrund verwirrender Bezeichnungen. So werden die beiden Tasten auf der Fernbedienung für ein automatisches Ausschalten nach gewisser Zeit und der Weckwiederholung beide als „Schlummer“ bezeichnet. Das macht die Anleitung unnötig kompliziert.

Insgesamt weist die Anleitung viele Lücken auf. So sind beispielsweise nicht alles Funktionen im Benutzerhandbuch beschrieben. Hier empfiehlt sich ein Blick auf die gute Produktbeschreibung online.

App-Steuerung: Technisat Connect

Die Steuerung per App wird in der Produktbeschreibung auf der Herstellerwebseite angegeben, jedoch in der Anleitung nicht beschrieben. Bei einer Suche im Playstore zeigt sich die App Technisat Connect. Die App findet das Digitradio rasch, sofern es sich im gleichen WLAN-Netz befindet. Dann lässt sich das Gerät komplett über die App steuern. Eine Sicherheitsabfrage, ob der Zugang erlaubt wird, gibt es nicht.

Langsames und lautes CD-Fach

Das Gerät knackt und knarzt nach dem Einstecken einer CD in den entsprechenden Schlitz. Nach rund 15 Sekunden Wartezeit hat das Gerät die silberne Scheibe dann aber doch nicht aufgefressen, sondern spielt die Songs ab. Auch das Lesen der CD bei Wahl dieser Quelle dauerte stets über zehn Sekunden.

Display: Display in Schwarz-weiß

Das OLED-Display gibt Inhalte lediglich in schwarz-weiß wieder. Am Logo zeigt sich, dass sich auf dem Gerät noch eine Folie befindet. Es war jedoch nicht möglich, diese am Testgerät zu entfernen.

Das 2,42-Zoll-OLED-Display zeigt lediglich hellgraue Schrift auf dunkelgrauem Untergrund. Informationen der Sender zeigt das Display an, Bilder, die über DAB+ gesendet werden, hingegen nicht. Die Auflösung ist zwar gering, die Informationen dennoch gut abzulesen. Praktisch ist die Dimm-Möglichkeit des Displays besonders beim Aufstellen des Geräts im Schlafzimmer. Allerdings versteckt sich ihre dreistufige Regelung kompliziert in den Systemeinstellungen. Eine Schnellauswahl oder einen Helligkeitssensor gibt es nicht. Nachts das Display ausschalten und tagsüber im Standby die Uhrzeit erfassen, gestaltet sich mit dem Digitradio 580 kompliziert.

Das obere Drittel der Front besteht aus einer glänzenden dunkelgrauen Oberfläche, in die das Display nahtlos eingepasst ist. Darauf befindet sich eine Folie, die perfekt abschließt und sich bei unserem Testgerät nicht entfernen lässt. Die Folie stört nicht beim Bedienen oder Ablesen des Displays. Dennoch zeigt sich Luft unter der Folie am erhabenen Schriftzug „Technisat“.

Design und Verarbeitung: Robuste Kiste

Die Fernbedienung bietet Schnellwahltasten auf die maximal zwölf Speicherplätze pro
Quelle.

Die Verarbeitung hat uns gut gefallen. Nichts wackelt, die Übergänge der verschiedenen Materialien sind gut verarbeitet. Auch die Knöpfe und Taster am Gerät wirken robust und lassen auf eine lange Lebensdauer hoffen. Das Gerät steht auf vier Gummifüßen, die ein Verrutschen durch das Betätigen der Knöpfe mit gutem Druckpunkt verhindern.

Die Front besteht aus einer glänzenden Kunststoffoberfläche und aus gebürstetem Stahl. Der Korpus und die Drehknöpfe sowie Taster bestehen aus Plastik. In unserem Testmodell sind nicht alle Knöpfe und Drehregler mittig eingepasst.

Die beiden Lautsprecher sind seitlich angebracht und von deinem Stahlgitter bedeckt. Ob das graue Gehäuse – der Hersteller spricht von Anthrazit – gefällt, ist individuell abhängig. Uns erinnert das Design an einen Wecker aus Zeiten der Eltern oder Großeltern.

Zwei AAA-Batterien sind der Fernbedienung beigelegt. Die Taster aus Gummi sind recht klein geraten und liegen nah aneinander. Für große Daumen sollte die Bedienung gerade noch in Ordnung sein. Die Oberseite der Fernsteuerung ist hochglänzend und zeigt rasch Fingerabdrücke. Da die Tasten jedoch zahlreich sind, fallen Oberfläche und Fingerabdrücke wenig auf.

Maße und Gewicht: großer Radiowecker

Das Digitalradio wiegt 3,57 kg bei Maßen von 38 × 13 × 16,8 cm. Das ist etwas kleiner als ein Schuhkarton und rund zwei bis dreimal so groß wie ein üblicher Radiowecker. Ein Netzgerät am Stecker wandelt den Hausstrom in 12 Volt und 20 Ampere um.

Preis

Das Techisat Digitradio 580 ist bereits seit Mitte 2015 auf dem Markt Zu Beginn kostete es 275 Euro, 3,5 Jahre später zahlt man für das vergleichsweise wertstabile Gerät noch immer mindestens 220 Euro (Stand: Februar 2019). Der hier eingebundene Preisvergleich zeigt immer den tagesaktuellen Preis und führt direkt zum jeweiligen Händler.

Fazit: Mäßiger Klang für Technikvisierte

Klanglich hat uns das Digitradio 580 von Technisat nicht überzeugt, trotz umfangreicher Voreinstellungen und individueller Einstellmöglichkeiten des Equalizers. Für über 200 Euro hätten wir mehr erwartet. Die Vielfalt an Quellen für das Abspielen von Musik hat uns hingegen gefallen. Obwohl viele Funktionen intuitiv zu finden sind, sind andere im Menü recht gut versteckt. Dabei hilft die beigelegte Anleitung nicht immer, sie ist manches Mal verwirrend gestaltet.

Das Design wirkt schlicht und zeitlos. Insgesamt sind das Digitalradio und die Fernbedienung gut verarbeitet. Die Taster reagieren bereits auf geringen Druck und verhindern so, dass Nutzer das Radio beim Bedienen verschieben. Schade, dass Technisat lediglich ein Schwarz-Weiß-Display eingebaut hat.

Als Alternative empfehlen wir zum Beispiel das Hama DIR3505MSCBT (Testbericht) . In den nächsten Tagen und Wochen folgen noch die Geräte Teufel 3Sixty (geplant für KW11), Auna Connect Soundchef (geplant für KW12), Grundig DTR 6000 BT DAB+ (geplant für KW13) und ein anschließender Vergleichstest.