Das Yoga Tablet 10 wurde Anfang November an verschiedenen Orten der Welt vorgestellt. Es ist nicht das erste Tablet von Lenovo, aber es ist eins, das in eine bestimmte Richtung geht. Diese nennt sich „Multimode“ – was es damit auf sich hat, das erfahrt Ihr im nachfolgenden Test.
Der Akku des Yoga Tablet 10 sitzt im Zylinder. Er besitzt eine Nennladung von 9.000mAh. Lenovo selbst gibt einen Richtwert von bis zu 18 Stunden an – bei einer gewöhnlichen Nutzung und einer mittleren Bildschirmhelligkeit haben wir 14:21 Stunden erreicht. Die Bereitschaftszeit geht hoch auf 28 Tagen. Insgesamt: Eine mehr als zufriedenstellende Akkuleistung. Das Tablet gibt es in den zwei verschiedenen Größen 10- und 8-Zoll. Die Hardware variiert leicht – ist aber von dem Niveau her identisch.
Bei beiden Versionen, die es übrigens auch mit 3G gibt, ist der interne Speicher 16GB groß. Wenn man das Tablet das erste Mal einschaltet, alle ab Werk installierten Applikationen aktualisiert und diese zusammen mit dem Betriebssystem von dem Speicher abzieht, bleiben dem Nutzer lediglich 12,87GB frei zur Verfügung. Das kann für ein Tablet manchmal wenig sein – muss es aber nicht. Es gibt jedoch die Möglichkeit, den Speicher mittels einer microSDHC-Karte um 32GB zu erweitern. Unsere microSDXC-Karte mit 64GB konnte nicht gelesen werden.
Jetzt noch einmal zurück zu der Geschichte: „Multimode“. Was ist das? Im Grund geht es hier um die Idee, wie man das Tablet in verschiedenen Situationen nutzen am optimalsten nutzen kann. Bei dem Yoga Tablet 10 gibt es drei verschiedene Perspektiven, die Lenovo langfristig als Strategie anstrebt. Die erste nennt sich „Hold“. Hierfür dreht man das Tablet horizontal um 90 Grad. Dann kann man es wie ein Magazin mit einer Hand halten. Erstaunlicherweise klappt das richtig gut und vor allem sehr komfortabel. Ideal, wenn man ein Buch oder längere Texte lesen möchte. Es gibt sogar einen Lesemodus, der die Helligkeit reduziert und die Anzeige für Texte optimiert. Die zweite Idee nennt sich „Stand“. Das Yoga Tablet 10 verfügt über eine integrierte Seitenstütze – auch „Kickstand“ genannt. Diese Vorrichtung ist ideal für Videos oder Monitoring. Die dritte und letzte Methode heißt „Tilt“. Man kippt das Gerät nach hinten und dreht es um 180 Grad. Somit kann man einfacher tippen, surfen und chatten. Das Scharnier der Seitenstütze kann stufenlos verstellt werden. Es benötigt keine Arretierung, da es sehr fest eingerastet ist. Um den größtmöglichen Winkel zu erreichen, muss man zwei Handbewegungen machen.
Der Bildschirm ist 10,1-Zoll in der Diagonale groß. Das ist mittlerweile eine standardisierte Größe bei den Wohnzimmer-Tablets. Das Panel an sich ist hochwertig, es ist ein IPS-LCDisplay mit guten und hellen Farben. Es lässt sich gut ablesen – auch bei Sonnenlicht. Allerdings kommt jetzt das „Aber“: Es löst lediglich mit dem Vektor WXGA auf. Das sind 1.280 Pixel in der Breite und 800 Pixel in der Höhe. Die vier Jahre alte Auflösung, die schon damals bei den Smartphones verwendet wurde , macht sich beim Einschalten sofort bemerkbar: Man sieht einzelne Pixel.
Nun, wir wissen, dass wir ein Mittelklasse-Tablet nicht mit einem High-End Flaggschiff Produkt von Apple, das aus einer anderen Liga kommt, vergleichen sollten. Der Vergleich soll Euch lediglich den heutigen Standard zeigen. Selbst das etwas kleinere G Pad 8.3 von LG Electronics löst mit WUXGA höher auf.
Die Oberfläche besitzt kein Hauptmenü, alle Apps und Widgets findet man auf den Anzeigen, die man nach den eigenen Vorstellungen individualisieren und durchblättern kann. Die Oberfläche wirkt etwas stotterig, sie ist zu bunt und voll mit überschüssigen Apps. Zum Beispiel gibt es einen „Dateibrowser“, der alle Inhalte auf Dateiebene darstellt. Dann gibt es noch „ES Datei Explorer“, der die gleiche Funktion hat. Es sind einige Dinge, wie Skype und Norton Mobile Antivirus, vorinstalliert. Dazu kommt noch Navigate 6 von Route 66. Es ist eine Test-Navigations-App für Tablets. Nach 30 Tagen kann man sie kaufen, muss man aber nicht. Wir fragen uns wirklich weshalb das Ganze? Google bietet bereits eine vollwertige, kostenlose und leistungsstarke Navigation – diese befindet sich bereits auf der nächsten Homescreen-Seite. Zum Glück kann man viele Applikationen einfach deinstallieren. Das ist ein Segen. Der Ton ist gut, das haben wir anfangs erwähnt. HD-Videos laufen ruckelfrei. Das Surfen mit Google Chrome klappt ebenfalls problemlos.
Das Lenovo Yoga Tablet 10 hat ein hochwertiges Äußeres, es besitzt zum Beispiel gut verarbeitete Metallelemente. Die Haptik ist angenehm, in der Anwendung ist es komfortabel und die Masse ist gering. Vor allem ist der Multimode sehr hilfreich. Wir finden das Konzept genial. Pluspunkt gibt es auch für den Akku, der wahnsinnig lange hält. Das System ist nicht besonders schnell, gerade wenn man eine nicht durchdachte Oberfläche hat. Etwas zum Display: Wir denken, dass solche Geräte einen gewissen Lifestyle-Faktor haben, sie müssen gut aussehen, aber das wichtigste ist doch die Anzeige. Es ist das Fenster zu den Inhalten. Wenn das nicht gut genug ist, dann macht alles andere wenig Spaß. Prozessor, User Interface und Display: Hier sollte man nachbessern, da diese Punkte ausschlaggebend sind.
Das 10-Zoll Yoga Tablet kostet 299€ – für 50€ mehr bekommt man die 3G-Variante. Die 8-Zoll großen Geräte sind günstiger .
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