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Test: Sony Xperia Z5 – das bekannte Glanzstück

Test: Sony Xperia Z5 – das bekannte Glanzstück

Auf der IFA 2015 in Berlin hat Sony Mobile Communications dieses Jahr drei neue Smartphones der Xperia-Z-Reihe vorgestellt: Xperia Z5 Compact , Xperia Z5 und Xperia Z5 Premium . Das Mittlere ist das Flaggschiff und repräsentiert die sechste Gerätegeneration am sichtbarsten. Das Premiummodell ist zwar mit einem UHD-Display ausgestattet, trotzdem ist das Xperia Z5 doch das massentaugliche Telefon: es hat ein großes Display, Stereo-Lautsprecher, eine hochauflösende Kamera und einen starken Akku. Wir haben das neue Sony-Smartphone getestet – wie unsere Erfahrungen waren, lest und seht Ihr nachfolgend:

Design und Verarbeitung

Tafelschokolad'isch…

Das Xperia Z5 sieht auf den ersten Blick genau so aus, wie seine fünf Vorgänger: oben eine komplette Front aus Glas, in der Mitte der Metallrahmen und die Rückseite ebenso aus Glas. Der japanische Hersteller setzt immer noch auf das blockartige und rechteckige Design. Sie nennen es OmniBalance. Viele mögen's, weil es simple ist und sich absolut vom Wettbewerb unterscheidet. Gibt auch Leute, die es sperrig finden. Außerdem wird kritisiert, dass die Produkte immer gleich aussehen. Ich persönlich finde das nicht schlimm, weil das ein Wiedererkennungswert bietet.

Wie dem auch sei, OmniBalance steht für Symmetrie und eine ausgeglichene Balance. Das ist tatsächlich so: Wenn man das Smartphone das erste Mal in die Hand nimmt, vergisst man für einen Moment, dass es eine Masse von 154 Gramm hat. Es hat ein großartiges Gleichgewichtig.

Das scheinbar kantige Smartphone ist etwas freundlicher in der Hand, als einige seiner Vorgänger. Das liegt an den Seiten, die abgerundet sind. Weil das Gerät aber wenig Kontaktfläche für die Hand bietet, ist Griffigkeit eher mittelmäßig. Egal ob man das Xperia Z5 auf die gesamte Handfläche legt oder mit einer Hand locker umschließt, der Rahmen aus Aluminium oder die milchige Glasrückseite bieten wenig Haft. Um sicherzugehen, dass es nicht ausrutscht und auf den Boden knallt, sollte man das Telefon entweder mit zwei Händen bedienen, fest von drei Seiten halten oder vielleicht eine Schutzhülle oder einen Bumper verwenden.

Wasserdichtigkeit

„XPERIA“-Schriftzug auf der Seite

Was für andere immer noch eine große Herausforderung ist, ist für Sony schon längst ein Standard: die industrieführende Eigenschaft, dass ihre Produkte staub- und wasserdicht sind. Auch das Xperia Z5 ist nach IP65 und IP68 zertifiziert. Offiziell darf man damit nicht schwimmen oder an den Strand gehen. Sony deklariert:

„Unsere Smartphones und Tablets sind gemäß IP65 und IP68 gegen Wasser und Staub geschützt. Das heißt, dass du dir keine Sorgen machen musst, wenn du in einen Regenschauer gerätst oder Schmutz auf deinem Gerät unter dem Wasserhahn abwaschen möchtest. Denke aber daran, dass alle Abdeckungen und Anschlüsse fest verschlossen sein müssen.“

Das Abwaschen von Schmutz ist gut, denn das Telefon zieht Staub magnetisch an. Einmal in die Hosentasche und wieder zurück, findet man in jedem Spalt des Smartphones Partikel aus dem letzten Jahrhundert wieder. Selbst jene, die die Waschmaschine sogar nicht herausnehmen konnte.

Wir sind aber dennoch mehrfach mit dem Xperia Z5 in die Badewanne und in einen 1,5 Meter tiefen Becken gegangen und alles funktioniert nach wie vor einwandfrei.

Bedienung

Der schnelle Fingerabdrucksensor im Ein- und Ausschalter des Xperia Z5

Das Xperia Z5 lässt sich mit einem zweifachen Tippen auf das Display aus dem Bereitschaftsmodus holen, „Double-Tap-To-Wake“ sagen wir unter Enthusiasten. Diese Funktion ist ab Werk deaktiviert und kann in den Einstellungen der Anzeige eingeschaltet werden. Die Idee dahinter ist ausgesprochen praktisch: kurz auf die Scheibe klicken und man sieht das Datum, die Uhrzeit und wichtige Informationen.

Neu dagegen ist auf der rechten Seite angebrachte An- und Austaste: sie hat den alten und runden Knopf aus den Vorgenerationen ersetzt und integriert nun einen Fingerabdrucksensor . Dabei ist er als solcher gar nicht erkennbar. In den Sicherheitseinstellungen des Xperia Z5 kann der Nutzer bis zu fünf verschiedene Daktylogramm hinterlegen und sie für das Entsperren nutzen. Mobiles Bezahlen oder Apps einkaufen klappt damit (noch) nicht; mit einem Upgrade auf Android Marshmallow könnte sich dies ändern.

Ob Rechts- oder Linkshänder, ob Daumen oder Zeigefinger spielt keine Rolle: der Sensor löst mit einer hohen Pixeldichte auf, das macht ihn präzise und verlässlich. Er macht einen guten Job. Es ist positiv und irgendwie ein wenig beeindruckend, aber man sollte nicht die An- und Austaste mit einem registrierten Finger betätigen, wenn man nur kurz auf das Display schauen möchte: Ähnlich wie bei den neuen iPhones reagiert das System ziemlich schnell und entsperrt das Telefon blitzartig, so dass man keine Chance hat, etwas vom Sperrbildschirm zu lesen.

Nicht cool: Die Wippe für die Lautstärke auf der rechten Seite ist zu tief positioniert. Ob mit der linken oder rechten Hand: Der Zugang ist sperrig und das Drücken krampfhaft.

Video

Akku, Preis und Speicher

Eines der Besonderheiten der Xperia-Smartphones ist der Akku: Im gesamten Android-Bereich sind die Telefone unter anderem ganz weit vorne. So ist es auch bei der sechsten Generation. Die Nennladung des fest eingebauten Lithium-Ionen-Akkus beträgt 2900 mAh. Bei unserer intensiven Nutzung sind wir auf 1,5 Tage gekommen – Sony selbst bewirbt zwei Tage.

Ihr habt die Wahl, das sind die Farben, in denen das Xperia Z5 von Sony daher kommt.

Die Software bietet zwei Energiesparmodi und einen Akkuschonmodus an, so könnt Ihr die Laufzeit um einige Stunden und Tage erweitern, wenn Ihr auf Grundfunktionen oder erweitertes Können verzichtet. Aufgeladen wird das Xperia Z5 über einen offen stehenden und nano-versiegelten microUSB-Anschluss. Wireless Charging so wie man's beispielsweise vom Galaxy S6 oder Galaxy S6 edge kennt, besitzt das Xperia Z5 nicht. Es beherrscht aber eine Schnellladetechnik, doch mit dem mitgelieferten und 1,5 Ampere starken Netzadapter dauert es 2:48 Stunden bis zu der 100-Prozent-Marke. Testweise haben wir einen Fastcharger von Samsung Electronics verwendet. Siehe da: voll in 50 Minuten.

Der Speicher des Sony Xperia Z5 kann mittels microSDXC-Speicherkarte um bis zu 200 GByte erweitert werden.

Das Xperia Z5 kommt in vier unterschiedlichen Farben auf den Mark: Silber-Weiß, Graphit-Schwarz, Matt-Gold sowie Tannen-Grün. Die UVP lautet derzeit 699 Euro – gängige Onlineshops starten teilweise ab 590 Euro.

Der interne Speicher des Telefons beträgt 32 GByte. Davon stehen dem Nutzer lediglich 19,38 GByte frei zur Verfügung. Wer mehr braucht, der kann eine microSDXC-Speicherkarte mit derzeit bis zu 200 GByte einsetzen.

Kamera

Sony Kamera mit 24,77 Megapixeln – dieser Sensor könnt künftig in einigen Android-Smartphones stecken. Aktuell ist er exklusiv für das Xperia Z5 Compact, Xperia Z5 und Xperia Z5 Premium

Bei den drei Xperia-Smartphones verwendet Sony erstmals wieder einen brandneuen Bildsensor: der hauseigene IMX300 mit maximalem 16:9- und 4:3-Bildverhältnis. Die Kamera wurde zusammen mit den Ingenieuren der Sony-Alpha-Division entwickelt: von A bis Z verfügt sie über High-End-Technik. Da wäre ein 1/2,3-Zoll großer ExmorRS-Bildsensor mit 24,77 Megapixeln und ein dedizierter Bionz-Signalprozessor. Dazu gibt es eine f2.0-Blende und ein Hybrid-Autofokussystem, bestehend aus Phasendetektionsfokus (PDAF) und herkömmlichen Kontrastfokus (AF). Im Labor unter optimalen Bedingungen konnte die Kamera unter 0,3 Sekunden scharf stellen – in der Praxis dauerte es meistens ein wenig länger. Als Vergleich: das Galaxy S6 edge von Samsung Electronics oder das One M9 von HTC brauchen in einer idealen Umgebung rund 0,7 Sekunden.

Sony IS ExmorRS IMX300

Bei einem 4:3-Bild beträgt die maximale Auflösung 23 Megapixeln, nimmt man das Breitbildformat, sprich 16:9, dann sind's 20 Megapixeln. In beiden Fällen wird die maximale Kantenlänge ausgeschöpft, sodass keine Pixel verloren gehen. Wie kommen wir auf die 24,77 Megapixeln? Wir haben die breiteste Breite und die höchste Höhe miteinander multipliziert. Das ist übrigens ein Highlight, das von Sony selbst nicht beworben wird – so etwas kennt man in der Regel von der Nokia PureView Technology.

Wer nicht unbedingt auf die hohe Auflösung angewiesen ist, der kann verlustfrei bis zu fünffach in ein Bild hineinzoomen. Sony nutzt hierfür eine intelligente Brennweitenverlängerung und nennt die Methode „Clear Image Zoom“. Am Ende sind's acht Megapixel, die für Facebook, Twitter, Instagram und Co. ausreichen.

Die Qualität der Bilder ist bei Tageslicht exzellent. Die Schärfe zeigt viel Feinheit. Rauschen ist bei Licht nicht vorhanden, aber abends bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 12800 im Low-Light-Modus stark sichtbar. Ansonsten zeigen die Bilder viel Farbtreue und haben eine ausreichende Sättigung.

Das Xperia Z5 kann Videos im Format Ultra-High-Definition aufzeichnen. In den Einstellungen gibt es hierfür einen Modus namens „4K“. Insgesamt ist die Kamera großartig. Sony hätte aber noch die Kirsche auf die Torte setzen und einen optischen Bildstabilisator (OIS) verbauen können. So wie es nahezu alle Hersteller aktuell machen. Auch die LED auf der Rückeite ist unzureichend. Eine Dual- oder Triple-LED wäre bei einem Foto-lastigen Smartphone eher angebracht.

5,2 Zoll großes IPS-LCD im Xperia Z5

Die Kamera auf der vorderen Seite schießt Selfies mit 5,1 Megapixeln und zeichnet Videos in dem Format Full-HD auf. Die Qualität ist gut.

Display

Das Display beim Xperia Z5 ist unverändert groß geblieben: 5,2 Zoll. Es ist eine IPS-basierte Flüssigkristallanzeige mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln. Die Pixeldichte beträgt 424 ppi. Das LCD ist qualitativ auf einem sehr hohen Niveau: Farben, Schwarz- und Weißwerte sind hervorragend. Blickwinkeln sind gut. Auch die Schärfe ist prima und die Helligkeit einwandfrei.

Hardware

Im Xperia Z5 von Sony arbeitet ein Snapdragon 810 V2.1 Octa-Core-Prozessor von Qualcomm. Dazu gibt es drei GByte Arbeitsspeicher. Der interne Speicher ist wie gesagt 32 GByte groß. In das mobile Internet geht Telefon über schnelles LTE Advanced – lokal ist es WLAN 802.11 ac mit MIMO-Technologie. Dazu gibt es Bluetooth 4.1, NFC sowie High-Resolution-Audio.

Software

Sony Mobile Communications liefert das Xperia Z5 mit OS 5.1 Lollipop aus. Ein Upgrade auf das neueste Betriebssystem, OS 6.0 Marshmallow ist geplant und soll demnächst folgen. Die Oberfläche des Telefons ist Xperia UI. Sie hat sich über die Jahre großartig nicht verändert: sie ist simple und verständlich aufgebaut. Man kommt schnell rein.

Ab Werk installiert Sony ziemlich viele Apps auf dem Xperia Z5. Dinge, die vielleicht jeder Kunde braucht: Spotify, Live Screen Streaming, Vine, Kobo-Bücher, Amazon Shopping und vieles mehr. Zum Glück lassen sich die meisten jedoch deinstallieren beziehungsweise deaktivieren.

Display-Sperre, Start-Screen und Hauptmenü

Ansonsten ist die Performance des Systems hervorragend. Einigen Nutzern ist aufgefallen, dass das Telefon heiß wird, wenn man es ziemlich Internet- oder Grafik-lastig nutzt. Wir haben während des Tests nichts dergleichen gemerkt.

Audio

Das Xperia Z5 hat Stereo-Lautsprecher auf der vorderen Seite. Die Lautstärke ist okay, nicht wirklich vergleichbar mit dem BoomSound-System eines One M9. Auch die Klangqualität ist normal. Was uns eher aufgefallen ist: Schon bei einer mittleren Lautstärke vibriert die Rückseite des Smartphones sehr unangenehm. Die Schwingungen sind nicht punktuell, sondern auf der gesamten Fläche spürbar.

Die Gesprächsqualität und der Empfang waren hervorragend. Das Telefon wurde im mobilen 4G-Netz von Vodafone in Hamburg und in Glinde im Bundesland Schleswig-Holstein getestet.

Zusammenfassung

Das Xperia Z5 ist ein gelungenes Gesamtpaket: gutes Display, starker Akku, tolle Kamera, clever integrierter Fingerabdrucksensor und Wasserdichtigkeit mit einer hervorragenden Verarbeitung. Wenn Ihr bereits das Xperia Z3 oder Xperia Z3+ habt, dann solltet Ihr nicht unbedingt auf nächste Generation upgraden, dafür ist der Mehrwert einfach zu gering, es ist ein bekanntes Glanzstück…

Weiterführendes

Ungefähr heute von einem Jahr haben wir das Xperia Z3 von Sony Mobile Communications ausführlich getestet – eventuell ist das etwas für Euch? Hier geht's zum Test .