Das smarte Heizkörperthermostat TP-Link Kasa KE100 Kit kommt mit einem Gateway, das bis zu 32 Thermostate verwalten kann. Ob die Lösung im Alltag überzeugt, zeigt der Test.
Mit dem Heizkörperthermostat Kasa KE100 Kit bietet TP-Link eine Lösung, die zusammen mit einem Gateway bis zu 32 Thermostate ansteuern kann und sich dank Matter-Kompatibilität in viele Smart-Home-Systeme integrieren lässt. Wie gut das Kasa KE100 in der Praxis funktioniert, zeigt unser Testbericht.
Mit einem Durchmesser von 56,5 mm und einer Länge von 84 mm fällt das Kasa KE100 relativ kompakt aus. Und auch der Hub, mit dem bis zu 32 Thermostate verbunden werden können, ist mit Abmessungen von 72 × 70,3 × 51 mm nicht sonderlich groß. Er wird einfach in eine Steckdose gesteckt und anschließend per Kasa-App mit dem heimischen WLAN-Router über das 2,4-GHz-Netz verbunden. Die Kommunikation zwischen Hub und Thermostat erfolgt im reichweitenstarken Sub-GHz-Band (Europa: 868 MHz). Die Entfernung zwischen Thermostat und Hub kann laut TP-Link bis zu 45 Meter betragen.
Das Kasa KE100 ist kompatibel zu dem Heizkörperventilgewinde M30x1,5. Im Lieferumfang befinden sich außerdem noch drei Adapter für die Danfoss-Standards RA, RAV und RAVL. Während das Gewinde für den M30-Anschluss aus Metall besteht, sind die Danfoss-Adapter wie bei den meisten smarten Heizkörperthermostaten aus Plastik gefertigt. Angetrieben wird das Kasa KE100 von zwei AA/LR6-Batterien mit 1,5 Volt. Der Einsatz von wiederaufladbaren Batterien oder AA-Modellen mit 1,2 Volt ist nicht möglich. Laut Hersteller sollen die beiden AA-Batterien einen Betrieb des Thermostats von bis zu einem Jahr gewährleisten. Je häufiger das Thermostat das Heizkörperventil zur Temperaturregelung justieren muss, desto schneller erschöpfen sich natürlich die Batterien.
Das Thermostat bietet im vorderen Bereich des Gehäuses einen Drehregler zur manuellen Einstellung der gewünschten Zieltemperatur. Das ist unseres Erachtens auch die beste Möglichkeit, da sich somit niemand umgewöhnen muss. Und falls Kinder im Haushalt sind, die gerne an den Thermostaten herumfummeln, kann man per App eine Kindersicherung aktivieren, sodass die Temperatureinstellung mittels Drehregler deaktiviert wird.
Im hinteren Teil des Thermostatgehäuses gibt es an der Oberseite LEDs, die die eingestellte Temperatur, den Batteriestatus, sowie WLAN-Verbindung und die Betriebsart wie das Heizen nach Plan (Uhrsymbol) anzeigen. Das ist ähnlich praktisch gelöst wie beim Homematic IP Evo und Shelly TRV. Man muss sich nicht bücken, um die Temperatur abzulesen, wie das bei Thermostaten der Fall ist, deren Anzeige je nach Montage nach vorn oder seitlich ausgerichtet ist.
Die Inbetriebnahme des Kasa KE100 ist nicht ganz so einfach wie beim Shelly TRV mit integriertem Akku. Schließlich muss man zuvor noch den Hub in eine Steckdose setzen und die beiden mitgelieferten AA-Batterien ins Thermostat einführen. Doch bevor man das tut, sollte das Thermostat an den Heizkörper geschraubt werden, da nach dem Einlegen der Batterien der Kalibriervorgang sofort startet.
Das Batteriefach ist zugänglich, nachdem man die vordere Abdeckung mit der im Lieferumfang befindlichen Plastikklemme löst und die Metallklammer des Batteriefachs öffnet. Nachdem Einführen der Batterien schließt man Batteriefach und Gehäuse und beginnt mit der Koppelung von Hub und Thermostat mit der Kasa-App. Ein Installationsassistent mit detaillierten Erklärungen und hilfreichen Abbildungen führt durch das Set-up, das nach wenigen Minuten abgeschlossen ist. Die Nutzung der App erfordert ein TP-Link-Konto (siehe auch Bildergalerie).
Der interne Temperatursensor unseres Testmodells erfasst im Auslieferungszustand die Raumtemperatur nicht korrekt. Das ist aber auch bei den meisten anderen Heizkörperthermostaten so. Schließlich sorgt der Abstrahleffekt des Heizkörpers dafür, dass in dessen Nähe gemessene Temperaturen oft höher ausfallen als die tatsächliche Raumtemperatur. In den Geräteeinstellungen kann man aber unter der Option Temperaturabweichung entsprechende Anpassungen vornehmen. Dort können Anwender auch die Kindersicherung aktivieren, die Temperatureinstellung für den Frostschutz anpassen und den Nacht-Modus einschalten. Letzterer sorgt dafür, dass das Thermostat während der Nacht weniger Ventilanpassungen vornimmt und damit leiser arbeitet als tagsüber. Außerdem kann man in den Geräteeinstellungen noch den energiesparenden Schlafmodus aktivieren. Dieser bietet zwei Zustände: Ventil vollständig geschlossen oder Ventil vollständig geöffnet. Erstere Option ist etwa während der Sommermonate sinnvoll. Einen Schutz vor einer Ventilverklemmung bietet das Kasa KE100 anders als etwa das Shelly TRV allerdings nicht.
Ansonsten bietet die App eine übersichtliche Darstellung. Auf der Startseite zeigt sich eine große Schaltfläche, mit der man das Thermostat ein- und ausschalten kann. Über die Schaltflächen im unteren Bereich kann man bei eingeschaltetem Thermostat zwischen Stromverbrauch (Ein-/Ausschalter) und Temperatur wechseln. Letztere zeigt die aktuelle sowie die Zieltemperatur an. Über das Plus- und Minus-Zeichen oder über den Einstellring der Temperaturskala können Anwender die Temperatur in Einerschritten regulieren. Unter Bericht verbirgt sich die Anzeige des Temperaturverlaufs, mit den eingestellten Zielwerten je nach Zeit sowie der Wert für die Frostschutzeinstellung.
Neben der manuellen Anpassung der Zieltemperatur können Anwender unter Smarte Steuerung Heizpläne anlegen, die das Thermostat automatisch steuern. Zur Auswahl stehen dabei die Perioden Montag bis Sonntag, Montag bis Freitag, mit einzelner Steuerung für Samstag und Sonntag, sowie nach einzelnen Tagen. Anders ausgedrückt: Man kann Pläne erstellen, die jeden Tag gelten, oder zwischen Wochentagen und Wochenenden unterscheiden oder täglich anpassbar sind. Eine standortbasierte Steuerung (Geofencing) unterstützt das Kasa KE100 allerdings nicht.
Das TP-Link-Thermostat Kasa KE100 können Anwender auch per Sprache steuern. Die App bietet Verknüpfungsmöglichkeiten zu Amazon Alexa und Google Assistant (siehe auch Bildergalerie). Inzwischen ist eine Integration des Thermostats in die Tapo-App möglich. Somit kann man Automatisierungen mit Tapo-Sensoren eine Fenster-Offen-Erkennung umsetzen. Außerdem kann man das Thermostat in Home Assistant (Testbericht) integrieren und so auf noch mehr Komponenten für Automatisierungen zurückgreifen als nur mit der Tapo-App. In weitere Smart-Home-Systeme (Bestenliste) wie Apple Homekit (Ratgeber) oder Homey Pro (Testbericht) lässt sich das Thermostat über das inzwischen Matter-kompatible Gateway integrieren.
TP-Link bietet das Set bestehend aus Heizkörperthermostat Kasa KE100 und dem Hub Kasa KH100 aktuell für nur 33 Euro an. Einzeln kostet das Kasa KE100 rund 25 Euro und ist damit eines der günstigsten Heizkörperthermostate. 26 Euro pro Stück im 6er-Set zahlt man aktuell bei Tink inklusive Hub, der Gesamtpreis beträgt 155 Euro.
Das smarte Heizkörperthermostat TP-Link Kasa KE100 Kit überzeugt im Test durch eine einfache Inbetriebnahme und Bedienung. Es reagiert schnell auf Benutzereingaben und leistet sich dank Sub-GHz-Funktechnik in puncto Reichweite keine Schwächen. Mit der intuitiven App sind Heizpläne im Handumdrehen erstellt. Und man kann auch von unterwegs kontrollieren, ob das smarte Thermostat wie gewünscht funktioniert, etwa über den in der App dargestellten Temperaturverlauf.
Die App ist leicht zu bedienen, sodass Heizpläne im Handumdrehen erstellt sind. Positiv ist auch, dass es sich in Home Assistant integrieren lässt und so für Automatisierungen zur Verfügung steht. Dank Matter-Kompatibilität des Hubs kann man das TP-Link-Thermostat auch in andere Smart-Home-Systeme wie Apple Home und Homey Pro integrieren.
Hinweis: Der ursprüngliche Testbericht ist im April 2023 erschienen. Bei besonders attraktiven Angeboten oder relevanten Updates wie der Matter-Kompatibilität aktualisieren wir diesen.
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