Die neue Überwachungskamera Tapo C325WB von TP-Link bietet ein lichtstarkes Objektiv und zahlreiche smarte Erkennungstechniken. Wie gut sie funktioniert, zeigt der Test.
TP-Link integriert in der neuen Überwachungskamera (Bestenliste) Tapo C325WB mit einer Blende F1.0 ein besonders lichtstarkes Objektiv. Damit liefert die für den Außenbereich gedachte Überwachungskamera auch nachts eine farbige Nachtsicht mit einer detailreichen Darstellung. Das diagonale Sichtfeld beträgt üppige 127°. Einen optischen Zoom bietet sie zwar nicht, aber dafür erzeugt die mit WLAN- und Ethernetschnittstelle ausgestattete Überwachungskamera mit einer Auflösung von 2688 × 1520 Pixeln doppelt so scharfe Bilder wie Full-HD-Modelle. Und so kann auch der digitale Zoom noch mit brauchbaren Ergebnissen überzeugen.
Zudem unterstützt die Kamera den Onvif-Standard (Ratgeber), sodass sie sich komplett ohne Hersteller-App und Cloud lokal steuern lässt. Auch die Einbindung in Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Home Assistant (Testbericht) oder Homey Pro (Testbericht) ist damit gewährleistet. Die Speicherung der Videos erfolgt auf einer bis zu 512 GByte großen microSD-Karte, optional steht dafür auch ein kostenpflichtiges Cloud-Abo parat. Und dank Onvif-Kompatibilität gibt es mit der Einbindung in ein NAS wie Synology Surveillance Station (Ratgeber) eine weitere Speicheroption.
Die in der Tapo C325WB integrierte KI kann bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, PKWs und Haustieren differenzieren, was Fehlalarme reduziert. Auch eine Überschreitung einer virtuellen Linie registriert die Tapo C325WB und eine Manipulationserkennung bietet sie ebenfalls. Anwender können zudem Datenschutzzonen einrichten, sodass der ausgewählte Bildbereich geschwärzt wird. Das ist Voraussetzung für einen DSGVO-konformen Betrieb der Überwachungskamera, wenn sie auf fremde Grundstücke oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist.
Über die integrierte Gegensprechfunktion können Anwender mit Personen kommunizieren. Wie gut sich die nur etwa in der Praxis bewährt, zeigt unser Test.
Die Überwachungskamera Tapo C325WB ist nach IP66 vor Feuchtigkeit und Staub geschützt und zwischen -20° und 45 °C einsatzbereit. Der Lieferumfang der Überwachungskamera enthält Schrauben und Dübel zur Befestigung, wasserdichte Adapter für eine Ethernetverkabelung sowie ein 9-Volt-Netzteil. Eine Stromversorgung per PoE ist hingegen nicht möglich.
Vor der Inbetriebnahme sollte man zunächst den microSD-Card-Slot unterhalb des Objektivs mit einer passenden microSD-Karte befüllen. Die Einrichtung der Kamera erfolgt mit der Tapo-App, für die ein Nutzerkonto erforderlich ist. Ein Installationsassistent hilft beim Setup, das nach wenigen Minuten abgeschlossen ist (siehe auch Bildergalerie). Wird die Tapo C325WB per Ethernetkabel verbunden, schlägt der Installationsassistent trotzdem die Koppelung mit einem WLAN vor. Das hat den Vorteil, dass beide Verbindungsoptionen aktiv sind und die Kamera beim Entfernen des Ethernetkabels automatisch auf WLAN umstellt. Wird das Kabel anschließend wieder mit der Kamera verbunden, wechselt die Verbindung erneut auf Ethernet. Wenn man die Kamera hingegen nur per Wi-Fi einrichtet und steckt später ein Ethernetkabel an, muss man sie zurücksetzen, um die kabelgebundene Verbindung nutzen zu können.
Sollte es bei der Koppelung mit dem WLAN zu Problemen kommen, empfiehlt sich, wie bei allen Überwachungskameras, die wie die Tapo C325WB auf 2,4-GHz-WLANs beschränkt sind, das 5-GHz-Band des Routers vor der Inbetriebnahme temporär abzuschalten.
Bei der Bewegungserkennung kann die Tapo C325WB zwischen Personen, Fahrzeugen, Haustieren und anderen sich bewegenden Objekten unterscheiden. Im Test kommt es mit der standardmäßig aktivierten Bewegungserkennung allerdings häufig zu Fehlalarmen, durch etwa vom Wind bewegte Äste, Luftballons und andere Gegenstände. Erst nachdem wir die generelle Bewegungserkennung ausgeschaltet und nur für Personen aktiviert haben, registrieren wir keine Fehlalarme mehr. Aufnahmen von erkannten Bewegungen zeigt die App im Bereich Abspielen & Herunterladen mit einem entsprechenden Symbol je nach Erkennungsart übersichtlich an. Sie können ereignisbasiert nach einem Alarm oder kontinuierlich erfolgen.
Außerdem kann man die Bewegungserfassung über Aktivitätszonen einschränken, sodass Benachrichtigungen nur erfolgen, wenn eine Bewegung in einer der festgelegten Aktivitätszonen erfolgt.
Mit der Linienüberschreitungserkennung registriert die Tapo C325WB, wenn ein Objekt eine zuvor vom Anwender erstellte Linie überschreitet. Dabei erfasst die Kamera standardmäßig Überschreitungen von beiden Richtungen. Man kann die Erfassung aber auch auf eine der beiden Richtungen begrenzen. Eine Personenzählung bietet die Funktion allerdings nicht.
Die Alarmierungsmöglichkeiten der Kamera sind vielfältig und umfassen neben den klassischen Pushbenachrichtigungen auf das Smartphone auch Alarmtöne, die über den integrierten Lautsprecher an der Rückseite der Kamera erklingen. Zur Auswahl stehen dabei drei Alarmtöne. Man kann aber auch einen benutzerdefinierten Ton einstellen. Die Lautstärke könnte aber etwas höher ausfallen. Zusätzlich kann man den integrierten LED-Scheinwerfer (Spotlight) bei einem Alarm aufblinken lassen.
Nützlich ist die Möglichkeit, Benachrichtigungen nach Aktivitätstyp und Zeit einschränken zu können.
Die Steuerung über die App ist intuitiv und die Darstellung des Livestreams erfolgt zügig. In der Hauptansicht gibt es Schalter für das schnelle Aktivieren bestimmter Funktionen. Anwender können darüber die Tapo C325WB leicht deaktivieren (Privatsphärenmodus), den Alarm sowie die Etikettierung des Alarm auslösenden Objekts ein- und ausschalten (siehe auch Bildergalerie), sowie die Gegensprechfunktion aktivieren. Letztere bietet eine gute Qualität.
Um die Tapo C325BW in eine Smart-Home-Zentrale einzubinden oder per Dritthersteller-Software wie Synology Surveillance Station zu steuern, muss man unter Erweiterte Einstellungen ein Kamerakonto anlegen. Dadurch wird die Onvif-Kompatibilität aktiviert. Für die Integration in Home Assistant oder Homey Pro muss man neben der IP-Adresse der Überwachungskamera noch den entsprechenden Service-Port kennen, um die Kamera anzusteuern. Leider liefert weder die App noch das Handbuch diese Information. Erst in einer FAQ von TP-Link werden wir fündig. Für Onvif lautet dieser 2020 und für rtsp 554.
Leichter gelingt die Integration in Amazon Alexa und Google Home. Hier muss man lediglich den entsprechenden Skill verbinden, damit die Ausgabe des Livestreams etwa auf einem Amazon Echo Show erfolgen kann.
Der in der Kamera verbaute 1/1,79-Zoll große Sensor nimmt Bilder mit 2688 × 1520 Pixel (QHD) oder 720p bei 20 fps auf. Einen optischen Zoom bietet die Kamera nicht, sodass man mit der digitalen Vergrößerung vorliebnehmen muss. Dank der mit 4 Megapixel zu Full-HD-Überwachungskameras doppelt so großen Auflösung bietet die Tapo C325WB aber auch bei digitaler Vergrößerung noch akzeptable Ergebnisse (siehe auch Bildergalerie).
Und auch die Nachtsicht kann sich sehen lassen: Das lichtstarke Objektiv bietet bei abnehmender Helligkeit bis zu 0,0005 Lux farbige Aufnahmen. Bei stockfinsterer Nacht hilft dann der integrierte LED-Scheinwerfer für eine farbige Nachtsicht. Diesen können Anwender so konfigurieren, dass er sich automatisch einschaltet. Eine manuelle Aktivierung ist über die Liveansicht möglich.
Bei schwierigen Lichtverhältnissen kann es aber zu Fehlbelichtungen kommen. Auch dann gleicht das Spotlight diesen Mangel aus. Insgesamt ist die Bildqualität der Tapo C325BW hervorragend. Während tagsüber auch viele andere Modelle eine tolle Aufnahmequalität bieten, stellt die Tapo C325BW vor allem bei Nachtaufnahmen die Konkurrenz in den Schatten. Selbst die deutlich teurere Annke NCD800 (Testbericht) hat gegenüber der Tapo C325BW das Nachsehen (siehe auch Bildergalerie).
Allerdings verzichtet die Tapo C325WB auf die Nutzung des platzsparenden Codecs H.265 und zeichnet stattdessen Videos mit der Variante H.264 auf. Trotzdem erscheint der Livestream in der App nahezu verzögerungsfrei. Und nicht nur dort: Bei Bedarf ist dieser auch auf einem smarten Display wie Amazon Echo Show zu sehen.
TP-Link verkauft die Tapo C325WB zu einem regulären Preis von 120 Euro. Aktuell ist sie für knapp 80 Euro erhältlich.
Mit der Tapo C325WB bietet TP-Link eine leistungsfähige Überwachungskamera, die vor allem mit einer hervorragenden Nachtsicht aufwarten kann. Diese verdankt sie einem lichtstarken Objektiv, das in den meisten Fällen ganz ohne zusätzlichen Scheinwerfer für eine farbige und klare Darstellung sorgt. Nur bei stockfinsterer Nacht muss man für eine farbige Nachtsicht das integrierte Spotlight zu Hilfe nehmen.
Die Bewegungserkennung hat im Test einwandfrei funktioniert. Allerdings sollte man sie auf Personen, Haustiere und PKWs begrenzen, da es sonst zu Fehlalarmen durch vom Wind bewegte Objekten kommen kann. Auf der Habenseite stehen außerdem die flexible Netzanbindung per WLAN oder Ethernet, die leichte Bedienung und Inbetriebnahme, die zügige Darstellung des Livestreams in App und auf einem smarten Display wie Echo Show. Und dank Onvif-Support lässt sich die Tapo C325WB zudem in eine kompatible Smart-Home-Zentrale wie Homey Pro (Testbericht) oder Home Assistant (Testbericht) einbinden oder mit Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station (Ratgeber) betreiben.
Wer auf der Suche nach einer leistungsfähigen Überwachungskamera für den Außenbereich ist und diese lokal ohne Cloudanbindung betreiben möchte, liegt mit der TP-Link Tapo C225WB genau richtig.
Dennoch gibt es auch ein paar Kritikpunkte: Eine Stromversorgung per PoE wäre wünschenswert, sodass man dafür nicht auf die Nähe einer Steckdose angewiesen ist. Und die Ports für Onvif sollte TP-Link in der App hinterlegen und auch die Erstellung eines RTSP-Links kann man dort einbauen, sodass man nicht danach lange suchen muss. Schade ist auch, dass es keine Desktop-Anwendung zur Steuerung der Kamera gibt, auch ein Zugriff per Browser ist nicht möglich.
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