Die kompakte Überwachungskamera 7Links IPC-300 zeichnet Videos mit 2304 × 1296 Pixel auf, bietet Geräuscherkennung und eignet sich somit als Babyphone.
Die von Elektronikhändler Pearl vertriebene 7Links IPC-300 (ZX5329) ist eine Mini-Überwachungskamera (Bestenliste) für Innenräume. Sie zeichnet Videos in 2K und 15 fps auf und speichert diese auf einer microSD-Karte, die allerdings nicht zum Lieferumfang gehört. Als Alternative steht auch ein kostenpflichtiger Cloud-Speicher (45 Euro bis 105 Euro jährlich) zur Verfügung. Nachtaufnahmen sollen ihr dank Wide Dynamic Range (WDR) besonders gut gelingen. Mangels zuschaltbarer LEDs erfolgt die Aufnahme nachts allerdings nur in Schwarz-Weiß.
Anders als PTZ-Überwachungskameras (Bestenliste), die über ein bewegliches Objektiv verfügen und damit einen großen Bereich überwachen können, ist die Linse bei der 7Links-Kamera starr ausgerichtet und bietet ein horizontales Sichtfeld von 100°. Einen Akku besitzt die Kamera nicht, die Stromversorgung erfolgt stattdessen per Micro-USB-Kabel und einem USB-Netzteil. Letzteres zählt allerdings nicht zum Lieferumfang. Alternativ können Anwender die Kamera auch an einer USB-Steckdose (Ratgeber) betreiben.
Anschluss ans Internet findet die 7Links IPC-300 über WLAN, wobei die Überwachungskamera nur 2,4-GHz-Netze unterstützt. Die Steuerung erfolgt mit der Elesion-App oder einer anderen Tuya-kompatiblen Lösung wie Tuya Smart oder Smartlife. Videos nimmt sie entweder kontinuierlich oder ereignisbasiert auf.
Ein Mikrofon für Tonaufnahmen und ein Lautsprecher zur Soundausgabe sind ebenfalls integriert und eine Geräuscherkennung gibt es ebenfalls. Somit eignet sich die IPC-300 auch als Babyphone. Mit der Kompatibilität zur Tuya-Plattform (Test) können Anwender die Kamera für Automatisierungen nutzen, sofern sie andere Tuya-Komponenten wie LED-Leuchten verwenden. Wie sich die 7Links IPC-300 (ZX5329) in der Praxis schlägt, zeigt der Testbericht.
Der Lieferumfang umfasst neben der Kamera mit integrierter Kamerahalterung noch ein USB-Ladekabel (USB-A auf Micro-USB), eine Reset-Nadel sowie ein doppelseitiges Klebepad. Eine Schnellstartanleitung ist ebenfalls dabei. Doch sie enthält lediglich die technischen Daten sowie Informationen über die Grundfunktionen der Kamera. Das Benutzerhandbuch mit ausführlichen Erläuterungen zum Set-up und Betrieb der Kamera kann man allerdings herunterladen (PDF).
Das konisch zulaufende Gehäuse der 7Links IPC-300 (ZX5329) besteht aus weißem Kunststoff und kommt zusammen mit dem Standfuß auf ein Gesamtgewicht von 82 Gramm. Die Frontseite mit Objektiv und Status-LED ist in Schwarz gehalten. Der Durchmesser der Gehäuserückseite misst etwa 6 cm und an der Vorderseite knapp 5 cm. Seitlich am Kameragehäuse befindet sich ein microSD-Card-Slot, der zu Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 128 GByte kompatibel ist. Am oberen Gehäuserand ist das Mikrofon untergebracht. An der Rückseite findet man einen Micro-USB-Port zur Stromversorgung, einen Lautsprecher sowie die Reset-Taste. Mit einer SIM-Pin kann man das Gerät damit zurücksetzen. Das Kameragehäuse ist über ein bewegliches Kugelgelenk mit dem ebenfalls konisch verlaufenden Standfuß verbunden. Das Design wirkt modern und an der Verarbeitungsqualität gibt es nichts auszusetzen.
Aufgrund der geringen Abmessungen dürfte es für die meisten kein Problem sein, für die Kamera einen geeigneten Aufstellort zu finden. Das Kugelgelenk zwischen Kameragehäuse und Standfuß erlaubt eine flexible Positionierung. Und das mitgelieferte Klebepad sorgt für einen stabilen Halt. Anwender können die Kamera damit auf einer ebenen Fläche, einer Wand oder an der Decke befestigen.
Die Inbetriebnahme der Kamera erfolgt mit einer zur Tuya-Plattform (Testbericht) kompatiblen App. Anwender können dabei zwischen der Pearl-Variante Elesion, Smartlife oder der Tuya-Original-App wählen. Für die Nutzung ist allerdings ein Konto erforderlich. Die Installation von Tuya-Geräten verläuft immer identisch: Gerät auswählen (Sicherheitskamera Wi-Fi) und mit dem heimischen WLAN koppeln. Im Fall der 7Links-Kamera muss hierfür zwingend ein 2,4-GHz-WLAN zur Verfügung stehen, da sie zur 5-GHZ-Technik inkompatibel ist. Ein entsprechender Hinweis erfolgt in der App während der Einrichtung. Gibt es Schwierigkeiten mit der WLAN-Koppelung, sollte man das 5-GHz-Band des Routers, sofern es über dieselbe SSID erreichbar ist, temporär ausschalten.
Die Koppelung mit dem WLAN erfolgt in der App mittels eines erzeugten QR-Codes, den man einige Sekunden vor die Kameralinse halten muss. Sobald die Kamera diesen erfasst hat, ertönt ein kurzer Piepton aus dem Lautsprecher. Anschließend klickt man auf weiter. Im Test hat die Einrichtung problemlos funktioniert und war nach wenigen Minuten abgeschlossen (siehe auch Bildergalerie).
Nach der Koppelung mit dem WLAN erscheint die Kamera in der Tuya-App auf der Startseite mit der Bezeichnung ZX5329. Der Startbildschirm der Kamera-Bedienoberfläche zeigt oben die Live-Ansicht über einen verschlüsselten Übertragungskanal. Bis der Stream erscheint, vergehen ein bis zwei Sekunden. Ansonsten reagiert die Kamera zügig auf Nutzereingaben. Am oberen Bildschirmrand zeigt die App den Gerätenamen, rechts daneben gibt es ein Stift-Symbol, über das man zu den Einstellungen gelangt.
Links unten können Anwender mit einem Tipp auf das Lautsprechersymbol die Tonübertragung einschalten. Rechts daneben wird mit HD oder SD die aktuelle Auflösung angezeigt. HD steht für 2304 × 1296 Pixel und SD für 640 × 368 Pixel. Weitere Auflösungen gibt es nicht. Oben rechts zeigt die App die aktuelle Verbindungsstärke zum WLAN-Router an. Und über das Symbol rechts unten aktiviert man die Vollbildansicht im Querformat.
Unterhalb des Livestreams gibt es verschiedene Schalter für unterschiedliche Funktionen wie Fotografieren, Sprechen, Aufnehmen, Photo Album, Cloud-Speicher, Wiedergabe und Alarm. Letzterer löst aber keinen Alarm aus, sondern öffnet das Einstellungsmenü des Erkennungsalarms. Hier kann man den Bewegungs- und Geräuschalarm aktivieren sowie die Empfindlichkeit, den Aktivitätsbereich und einen Zeitplan definieren. Eine Personen- oder Tiererkennung bietet die Kamera nicht. Wer in einer Wohnung mit Haustieren wohnt, muss also damit rechnen, dass die Kamera auch bei einem Hund oder einer Katze einen Alarm auslöst. Ansonsten kann man über die Einstellungen noch den Aufnahmemodus konfigurieren (Ereignis-basiert oder kontinuierlich), die Status-LED ein- und ausschalten, das Bild umdrehen, etwa bei einer Montage an der Decke, sowie die Onvif-Funktion aktivieren. Mit letzterer kann man die Überwachungskamera auch mit Dritthersteller-Anwendungen wie Onvier (Android) oder Synology Surveillance Station (Ratgeber) steuern (siehe auch Bildergalerie).
Im Test erkennt die Kamera Bewegungen zuverlässig und informiert den Anwender zeitnah in Form von Push-Nachrichten. Die Benachrichtigungen erfolgen allerdings in englischer Sprache, während die Bedienoberfläche auf Deutsch vorliegt. Die Geräuscherkennung funktioniert im Test einwandfrei. So lässt sich die ZX5329 auch als Babyphone inklusive Gegensprechfunktion nutzen.
Die aufgenommenen Videos bieten Details und Schärfe, wie man sie von anderen Kameras mit 2K-Auflösung gewohnt ist. Obendrein überzeugen die Aufnahmen mit einer natürlichen und neutralen Farbgebung. Nachts nimmt die Kamera Videos allerdings nur in Schwarz-Weiß auf, weil ihr für eine farbige Nachtsicht die entsprechende LED für eine zusätzliche Aufhellung fehlt. Aber auch ohne Farbe sind Inhalte klar und deutlich zu erkennen. Anders als viele Konkurrenzprodukte gelingt der ZX5329 eine gute Ausleuchtung. So werden etwa Gesichter durch die Infrarot-LEDs nicht überbelichtet. Sehr gut.
Die 7Links IPC-300 (ZX5329) ist kompatibel zur Tuya-Plattform und kann für Automatisierungen mit anderen Tuya-Geräten genutzt werden. Hierfür verlässt man die Bedienoberfläche der Kamera und tippt im Hauptmenü der Tuya-App am unteren Rand auf Szene. Als Wenn-Bedingung können Änderungen von Wetter, Standort (Geofencing), Zeit oder Gerätestatus dienen. So lässt sich etwa eine Automatisierung erstellen, die bei einer erkannten Bewegungserkennung der Kamera eine LED-Leuchte einschaltet oder den Alarmton eines Tuya-Geräts aktiviert. Je mehr Tuya-Geräte im Einsatz sind, desto vielfältiger sind die Optionen.
Eine Integration in Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Homekit bietet die Kamera hingegen nicht. Dank Onvif-Support (Anmeldename/Passwort: admin/admin) kann man sie zwar in andere Smarthome-Zentralen wie Homey Pro (Testbericht) und Home Assistant (Testbericht) einbinden, doch ein Zugriff auf wesentliche Daten wie Bewegungserkennung gelingt dabei leider nicht (siehe auch Bildergalerie).
Pearl verkauft die kompakte Überwachungskamera 7Links IPC-300 (ZX5329) inklusive Versand für 36 Euro. Die Kosten für eine zur lokalen Speicherung nötige microSD-Karte betragen nur wenige Euros.
Die 7Links IPC-300 (ZX5329) funktioniert im Test zuverlässig und überzeugt mit einer guten Bildqualität bei Tages- und auch bei Nachtaufnahmen. Positiv ist auch die intuitive Bedienung sowie die Kompatibilität zur Tuya-Plattform. Damit lässt sie sich mit anderen Smart-Home-Komponenten für Automatisierungen nutzen. Und dank Onvif-Support lässt sie sich mit Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station nutzen.
Schade ist, dass sie sich nicht mit Google Assistant und Amazon Alexa versteht, sodass eine Ausgabe des Livestreams auf einem smarten Display (Ratgeber) wie Echo Show nicht möglich ist. Zum günstigen Preis von etwa 36 Euro erhalten Anwender mit der IPC-300 (ZX5329) eine insgesamt gute Überwachungskamera, die auch als Babyphone überzeugt.
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