Die Überwachungskamera Visortech ZX-5326 bietet 2400 Lumen helle LED-Strahler und 2K-Auflösung. Wie gut sie in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.
Sogenannte Floodlight-Cams (Bestenliste) oder Flutlichtkameras bieten zwei Funktionen: Zum einen beleuchten sie dank starker LED-Strahler größere Flächen wie eine Hofeinfahrt und zum anderen können sie mit einer integrierten Kamera diese überwachen. Letzteres sogar mit einer farbigen Nachtsicht. Dieses Feature teilen sich Floodlight-Cams mit herkömmlichen Überwachungskameras und integriertem LED-Spotlight (Ratgeber). Während die Leuchtstärke bei letzteren aber meist deutlich unterhalb von 1000 Lumen liegt, beträgt sie bei Flutlichtkameras bis zu 3000 Lumen.
Mit der Visortech Floodlight Cam ZX-5326 bietet Versandhändler Pearl ein kostengünstiges Modell, das für unter 100 Euro erhältlich ist. Dennoch sind die LED-Strahler mit 2400 Lumen relativ stark und die Auflösung mit 2K im Vergleich ziemlich hoch, wobei inzwischen 2K, also 2304 × 1296 Pixel, das neue Full-HD ist. Die höhere Auflösung gegenüber 1920 × 1080 Bildpunkten sieht auf den ersten Blick nicht sonderlich viel aus. In der Realität sind es aber 44 Prozent mehr Pixel, die eine 2K-Kamera gegenüber Full-HD-Varianten wie Google Nest Floodlight (Testbericht) oder Ring Floodlight Cam Wired Plus (Testbericht) bietet.
Die Visortech Floodlight Cam ZX-5326 ist wetterfest nach IP65 und bietet neben einer relativ hohen Auflösung und leuchtstarken LEDs noch eine Gegensprechfunktion, sodass man sie zum kommunikativen Austausch mit etwa einem Paketboten verwenden kann. Die Überwachungskamera ist zudem kompatibel zur Tuya-Plattform (Testbericht) und kann somit mit kompatiblen Smart-Home-Komponenten für Automatisierungen genutzt werden.
Videos nimmt sie kontinuierlich oder ereignisbasiert auf und speichert sie lokal auf einer microSD-Karte, die allerdings noch zusätzlich erworben werden muss. Optional können Anwender auch einen kostenpflichtigen Cloud-Speicher buchen, der monatlich 4,50 Euro oder jährlich 45 Euro kostet. Wie gut die nur knapp 100 Euro teure Floodlight Cam in der Praxis funktioniert, zeigt unser Testbericht.
Das aus Kunststoff gefertigte und in Schwarz gehaltene Gehäuse der Visortech Floodlight Cam ZX-5326 misst 28 × 20 × 19,8 Zentimeter. Die Antennen verstecken sich im Gehäuse. Allerdings funkt sie wie fast alle anderen Überwachungskameras nur im 2,4-GHz-Band, was eine bessere Reichweite als 5-GHz-Netze bietet, dafür aber weniger Bandbreite zur Verfügung stellt.
Die Floodlight-Cam erfordert eine direkte Verbindung zum 230-Volt-Stromnetz. Dementsprechend muss am Montageort ein dreiadriger Anschluss zur Verfügung stehen.
Zur Befestigung der 1320 Gramm schweren Flutlicht-Kamera sind im Lieferumfang Schrauben und Dübel enthalten. Die Kamera besteht aus zwei Teilen: Die Halterung mit Stromanschluss wird zunächst an die Wand geschraubt, während der andere Teil mit LED-Strahler, Kamera und Bewegungssensor anschließend auf die Halterung gesetzt und verschraubt wird. Da beide Teile über die Strom führenden Kabel miteinander verbunden sind, gelingt die Montage am besten zu zweit.
Die Inbetriebnahme erfolgt mit einer der Tuya-kompatiblen Apps Elesion, Smartlife oder Tuya Smart. Nach dem Anschluss an die Stromversorgung startet die Kamera im Kopplungsmodus, was durch eine blinkende Statusleuchte unterhalb des Objektivs signalisiert wird. Jetzt ruft man eine der Tuya-Apps auf und beginnt mit dem Hinzufügen der Kamera über das Plus-Zeichen rechts oben und wählt Sicherheitskamera (Wi-Fi). Anschließend wählt man das betreffende WLAN aus und gibt das Passwort ein. Dann generiert die App einen QR-Code, den man im Abstand von 10 bis 15 Zentimeter vor die Linse hält. Sobald die Kamera den QR-Code erkannt hat, ertönt ein Signal und die Verbindungsaufnahme zum WLAN erfolgt. Die Kamera wird in der Folge als ZX5326 in der App angezeigt (siehe auch Bildergalerie). Der Wechsel des WLANs ist per Reset möglich. Hierfür drückt man auf der Unterseite der Kamera, neben dem microSD-Card-Slot, die Reset-Taste, bis ein Tonsignal zu hören ist.
Neben der App können Anwender den Livestream der Kamera sowie aufgezeichnete Videos auch über einen Browser unter der Adresse https://protect-eu.ismartlife.me/ abrufen.
Den Überwachungsbereich können Anwender mit der Option Aktivitätsbereich eingrenzen. Eine Datenschutzzone, bei der der vom Anwender festgelegte Bereich geschwärzt wird, bietet die Kamera allerdings nicht. Die Empfindlichkeit der Bewegungserkennung können Anwender zwischen Niedrig, mittler und Hoch auswählen. Mit der standardmäßig eingestellten mittleren Empfindlichkeit entgeht der Kamera keine Bewegung und es kommt im Test auch zu keinen Fehlalarmen. Bei einem Alarm werden optional auch die beiden LED-Strahler und die bis zu 110 Dezibel laute Sirene aktiviert.
Im Test reagiert die Kamera auf Nutzereingaben sofort. Der Livestream steht in der App fast verzögerungsfrei parat. Allerdings stockt die Wiedergabe alle paar Sekunden. Andere WLAN-Kameras im gleichen Funknetz funktionieren hingegen einwandfrei. Über die Gegensprechfunktion kann man sich mit Personen vor der Kamera unterhalten. Wie bei anderen Überwachungskameras mit Gegensprechfunktion geht die Audioqualität dabei in Ordnung – HiFi sollte man allerdings nicht erwarten.
Über erkannte Bewegungen erhalten Anwender zeitnah eine Push-Benachrichtigung. Allerdings zeigt die Benachrichtigung nur ein Bild der letzten Aufnahme und führt nicht zum entsprechenden Video. Hier muss man manuell auf Wiedergabe gehen und den entsprechenden Zeitpunkt anwählen. Das könnte intuitiver sein.
Videos zeichnet die Kamera mit der Einstellung HD mit der maximal möglichen Auflösung von 2304 × 1296 Pixel bei 15 fps im H.264-Format auf. Wechselt man auf SD, reduziert sich die Auflösung auf 640 × 368 Pixel. Die Videoqualität geht bei hoher Auflösung tagsüber in puncto Farbdarstellung und Kontrast in Ordnung. Mit starkem Gegenlicht kommt sie allerdings nicht so gut klar. Dann werden bestimmte Teile des Bild entweder über- oder unterbelichtet. Nachts nimmt die Kamera standardmäßig mithilfe der integrierten Infrarot-LEDs Videos in Schwarz-Weiß auf. Die Ausleuchtung ist dabei relativ homogen, sodass man Gesichter noch gut erkennen kann. Allerdings nimmt die Schärfe im Vergleich zu tagsüber aufgenommenen Videos etwas ab. Mit den zuschaltbaren LEDs kann die Visortech Floodlight Cam ZX-5326 nachts Videos auch in Farbe aufnehmen. Die Bildqualität ist dabei deutlich besser als die Schwarz-Weiß-Aufnahme auf Basis der Infrarot-LEDs (siehe auch Bildergalerie).
Mit einem nur 100° breitem Sichtfeld fällt die Visortech gegenüber den besten Flutlichtkameras (Bestenliste) zurück. Diese bieten in der Regel ein 130° großes Sichtfeld. Ausnahme ist die Reolink Floodlight (Testbericht), die mit zwei Objektiven sogar ein Sichtfeld von 180° bietet.
Pearl bewirbt die Kamera mit Onvif-Kompatibilität. Damit könnte sie relativ einfach in Smart-Home-Zentralen wie Homey Pro (Testbericht) oder Home Assistant (Testbericht) integriert werden. Allerdings bietet die App anders als bei der ebenfalls Tuya-kompatiblen Überwachungskamera 7Links IPC-390 (Testbericht) keine Konfigurationsmöglichkeit für Onvif, sodass wir dieses Feature nicht überprüfen konnten. Wie Pearl auf Nachfrage mitteilt, unterstützt die Visortech Floodlight Cam ZX-5326. Die fehlerhafte Produktbeschreibung soll in Kürze korrigiert werden. Wer auf Onvif-Kompatibilität Wert legt, sollte daher zu einer Alternative greifen. Weitere Informationen zu Onvif bietet unser Ratgeber Überwachungskameras ohne Cloud: Keine monatlichen Kosten & mehr Datenschutz.
Eine Steuerung per Sprache über Amazon Alexa oder Google Assistant sowie die Ausgabe des Livestreams auf ein smartes Display (Ratgeber) wie Amazon Echo Show und Google Nest Hub ist ebenfalls nicht möglich. Zwar funktioniert die Koppelung zwischen Tuya- und Alexa-App. Aber Alexa findet die Kamera nicht.
Die Visortech Floodlight Cam ZX-5326 kostet mit Lieferung etwa 97 Euro. Noch günstiger ist sie im 2er-Set für je 72,50 Euro.
Die Visortech Floodlight Cam ZX-5326 bietet im Test eine insgesamt noch gute Leistung. Auf der Habenseite steht die relativ hohe 2K-Auflösung, womit sie gegenüber Full-HD-Lösungen von Google und Ring etwa 44 Prozent schärfere Bilder liefert. Auch die Leuchtstärke von 2400 Lumen liegt über dem Durchschnitt. Damit kann die Visortech nicht nur eine relativ große Fläche beleuchten, sondern auch nachts Videos in Farbe aufzeichnen. Zudem ist sie kompatibel zu Tuya-Plattform (Testbericht) und kann so mit anderen Smart-Home-Komponenten als Basis für eine leistungsfähige Alarmanlage (Ratgeber) dienen.
Weniger gut gefallen hat uns, dass die beworbene Onvif-Kompatibilität leider nicht zur Verfügung steht. Damit kann die Kamera nicht mit leistungsfähigen Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro oder Home Assistant (Testbericht) gekoppelt werden. Zudem bietet sie keine Datenschutzzonen, sodass man sie datenschutzkonform nur einsetzen kann, wenn das Objektiv weder einen öffentlichen Bereich noch das Nachbargrundstück erfasst.
Überwachungskameras gibt es viele. Zahlreiche Tests, Ratgeber und weitere Informationen finden TechStage-Leser in unserer Themenwelt Überwachungskameras. Eine gute erste Anlaufstelle ist der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro. Und wer sich für Überwachungskameras mit Beleuchtung interessiert, findet in unserem Ratgeber Außenleuchten, Spotlight- und Floodlight-Cams ab 60 Euro alle relevanten Produktkategorien mit den besten Angeboten. Im Ratgeber Überwachungskameras ohne Cloud zeigen wir, wie man Überwachungskameras lokal ansteuert und damit Kosten spart und mehr Datenschutz umsetzen kann. Ein Blick auf unsere anderen Überwachungskameras-Bestenlisten ist ebenfalls empfehlenswert:
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