Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Das Ulefone Armor 25T Pro punktet mit Nachtsicht- und Wärmebildkamera sowie 120-Hz-LCD. Wie sich das Outdoor-Smartphone in der Praxis schlägt, zeigt der Test.
Outdoor-Smartphones von Herstellern wie Ulefone, Doogee, Oukitel oder Blackview sind darauf ausgelegt, in rauer Umgebung und unter anspruchsvollen Bedingungen zu überstehen. Sie zeichnen sich durch robuste Gehäuse, eine lange Akkulaufzeit und besondere Funktionen wie Wärmebildkameras oder Nachtsichtgeräte aus. Widerstandsfähige Materialien mit IP-Schutzarten schützen sie gegen Stürze, Wasser und Staub. Das macht sie interessant für Outdoor-Fans und Abenteuer, aber auch im Gewerbe bei Bauarbeiten, Rettungskräften oder in der Forstwirtschaft.
Allerdings haben Outdoor-Smartphones auch ihre Schwächen. Die robuste Bauweise führt oft zu klobigen und schweren Geräten, die nicht immer bequem zu handhaben sind. Zudem kommen sie oft in Bezug auf Leistung und Kameraqualität nicht an klassische Smartphones heran.
Im Test fällt das Ulefone Armor 25T Pro jedoch positiv auf. Es bietet nicht nur eine Wärmebild- und Nachtsichtfunktion, sondern kommt auch in einem vergleichsweise schlanken Gehäuse daher, was für ein Outdoor-Handy nicht selbstverständlich ist. Welche Stärken und Schwächen das Armor 25T Pro bietet, zeigt dieser Test.
Wie man es von einem Outdoor-Smartphone erwarten würde, ist das Ulefone Armor 25T Pro äußerst robust. Der Rahmen besteht aus Metall und ist an den Ecken gummiert. Die Rückseite ziert eine Oberfläche im Carbon-Look. Auch das präsente Kameramodul mit allen Linsen und IR-Kameras ist zusätzlich mit einem Metallrahmen verstärkt.
Das Armor 25T Pro verfügt über ein Zertifikat der US-Militärnorm MIL-STD-810H und soll Stürze aus fast zwei Metern überstehen. Der Bildschirm ist geschützt von Gorilla Glass Victus. Wir haben es mehrfach aus Hüfthöhe auf harten Untergrund geworfen, das Handy hat keinen Schaden genommen. Dank einer Zertifizierung für IP69K übersteht es auch den längeren Aufenthalt unter Wasser (bis 30 Minuten in maximal 1,5 m) auch mit heißem Wasser und unter Hochdruck. Staubdicht ist es selbstredend auch. Der USB-C-Anschluss ist allerdings nicht zusätzlich abgedeckt.
Verglichen mit einem gewöhnlichen Smartphone ist das Ulefone Armor 25T Pro riesig (Abmessungen: 177,4 × 81,4 × 12,5 mm) und schwer (326 g). Für ein Outdoor-Handy ist das noch vergleichsweise schlank und leicht, weshalb wir dem Armor 25T Pro eine größere Alltagstauglichkeit attestieren als bei einem Akku-Monster wie dem Armor 24 (Testbericht) mit einer Dicke von fast 3 cm. Die praktische programmierbare Taste auf der linken Seite ist in Orange gehalten.
Das riesige Display mit einer Diagonale von 6,78 Zoll löst mit 2460 × 1080 Pixel auf (Full-HD+). Zum Einsatz kommt ein IPS-Panel (LCD), das eine ansprechende Bildqualität liefert. Farben sind ausgeprägt, Bildschärfe und Kontraste stimmig und Blickwinkel stabil. Erstaunlich gut ist die maximale Helligkeit von rund 750 cd/m². Das erhöht die Ablesbarkeit im Freien, solange die Sonne nicht direkt auf die Anzeige knallt. Diese Eigenschaft ist wichtig bei einem Outdoor-Smartphone. Viele andere Outdoor-Geräte kränkeln hier jedoch an zu dunklen Bildschirmen, nicht aber das Ulefone. Zudem flimmert das LCD mit bis zu 120 Hz, was für ein geschmeidiges Bild beim Scrollen oder Spielen sorgt.
Bei der Kamera beschränkt sich Ulefone auf drei Säulen: eine Kamera mit 50 Megapixel für herkömmliche Fotos, eine Infrarot-Kamera für Nachtsichtaufnahmen in Schwarzweiß mit 64 Megapixel und eine Wärmebildkamera. Vorn kommt für Selfies eine Linse mit 32 Megapixeln zum Einsatz.
Die Hauptkamera bietet nur elektronische Bildstabilisierung (EIS). Das bedeutet, man sollte das Smartphone immer möglichst ruhig halten, um Verwackler zu vermeiden. Standardmäßig fasst die Linse vier Pixel zu einem zusammen (Pixel Binning). Die Fotos entsprechen dann 12,5 Megapixel. Auf Wunsch kann man auch Fotos mit voller Auflösung von 50 Megapixel aufnehmen.
Die Fotos neigen zu einem starken Grün- und Blaustich. Es gelingen scharfe Aufnahmen, der Dynamikumfang könnte aber etwas ausgeprägter sein, ebenso die Bilddetails. Für Schnappschüsse und gelegentliche Fotos reicht die Kamera aber aus. Schon bei zweifachem digitalem Zoom wirken die Aufnahmen etwas verrauscht. Videos sind bis 2,5K bei 30 FPS möglich und wirken insgesamt leicht wackelig. Selfies sehen dafür ordentlich aus.
Bei Dunkelheit lässt die Kamera jedoch stark nach. Dann wird es ohnehin Zeit für die Nachtsichtkamera mit 64 Megapixel. Diese nutzt Infrarot und erzeugt damit schwarz-weiße Aufnahmen auch bei völliger Dunkelheit. Das kann praktisch sein, wenn man etwa nachts Wild fotografieren will oder einen Raum ablichten muss ohne eigene Lichtquelle.
Spannend ist die Wärmebildkamera mit einer Auflösung von 160 × 120 Pixeln, die Wärmesignaturen auf bis zu 1000 m Entfernung erkennt. Das ist besonders nützlich für Rettungskräfte, um vermisste Personen in der Wildnis auch bei völliger Dunkelheit zu finden. Zudem eignet sich die Kamera, um Überhitzung technischer Geräte oder Wärmebrücken in Gebäuden zu erkennen und zur Wildtierbeobachtung. Die Wärmebildkamera erfasst Temperaturen von -20 bis 550 Grad Celsius bei einer Sensitivität von 50 mK und einer Bildfrequenz von 25 Hz.
Als Antrieb dient ein Mediatek Dimensity 6300. Das SoC (System on a Chip) mit 6-nm-Architektur ist die vielleicht größte Schwachstelle des Armor 25T Pro. Der Octa-Core-Prozessor (2x Cortex A76 & 6x Cortex A55) bietet eine insgesamt eher mittelmäßige Performance. Mit Benchmark-Ergebnissen von 9000 Punkten bei PCmark sowie 1350 Punkten bei 3Dmark Wild Life ordnet sich das Armor 25T Pro eher im unteren Mittelfeld aus unsern Tests ein.
Die Leistungsfähigkeit entspricht also eher einem Smartphone bis 200 Euro (Bestenliste). Das ist allerdings weniger schlimm, als es vielleicht klingt. Für den Einsatz im Alltag ist die Power mehr als ausreichend, solange man es mit Multitasking oder Spielen mit aufwendiger Grafik nicht übertreibt.
Üppig ist die Ausstattung beim internen Speicher mit 256 GB sowie Arbeitsspeicher mit 12 GB RAM. Die Erweiterung per microSD-Karte ist zudem möglich. Das Armor 25T Pro unterstützt dank des Dimensity 6300 auch 5G-Netzwerke, was bei Outdoor-Smartphones nicht selbstverständlich ist. Der Fingerabdrucksensor sitzt im Power-Button und arbeitet zuverlässig. Weniger gut sind die Monolautsprecher, die nur einen mittelmäßigen Klang liefern. Die programmierbare Taste kann mit bis zu drei Funktionen belegt werden für kurzes, doppeltes und langes Drücken.
Nicht mehr ganz zeitgemäß, aber für die Preisklasse normal, sind Wi-Fi 5 und der Anschluss mit USB-C 2.0. Bluetooth 5.2, NFC sowie ein Infrarot-Port und UKW-Radio (funktioniert ohne Antenne) sind an Bord. Überaus präzise ist die Ortung mittels GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic. Beim GPS-Test konnten wir eine hohe Genauigkeit von einem Meter feststellen.
Als Betriebssystem läuft Android 14, Ulefone legt eine eigene und recht bunte Bedienoberfläche darüber und verschont die Nutzer mit Bloatware. Der Sicherheits-Patch stammt zum Tatzeitpunkt im August 2024 aus Mai 2024 und ist somit schon veraltet. Mit automatischen Updates ist bei Ulefone eher unregelmäßig zu rechnen. Über die Seite für Software-Downloads besteht allerdings die Möglichkeit, den Hersteller per Mail zu kontaktieren und Daten für eine ROM samt Anleitung anzufordern.
Der Akku bietet eine Kapazität von 6500 mAh. Das ist viel für ein normales Smartphone, aber relativ wenig für ein Outdoor-Handy. Beim Battery Test hielt das Armor 25T Pro etwa 16,5 Stunden durch, was dennoch ein guter Wert ist. Damit hält das Smartphone in der Praxis bis zu drei Tage bei mäßiger oder zwei Tage bei intensiver Nutzung durch. Das ist nicht so lang wie bei einem Armor 26 Ultra (Testbericht), dafür ist das 25T Pro auch nur halb so dick. Geladen wird mit 33 Watt per Kabel oder kabellos (Qi) mit 30 Watt. Ein Ladevorgang dauert so von 20 bis 100 Prozent etwas mehr als eine Stunde.
Das Ulefone Armor 25T Pro kostet bei ALza nur noch 289 Euro. Erhältlich ist es nur in Schwarz mit 12/256 GB.
Das Ulefone Armor 25T Pro bietet ein starkes Gesamtpaket, weshalb wir es Interessenten eines Outdoor-Handys nur empfehlen können. Technisch gesehen mag es im Kern nur ein einfaches Mittelklasse-Smartphone sein, aber für den Einsatz als Outdoor-Smartphone bietet es eine gekonnte Mischung. Das LCD überzeugt, zudem ist das Ulefone Armor 25T Pro verglichen mit anderen Geräten seiner Art fast schon „schlank“. Spannend ist zudem die Integration einer Wärmebild- und Nachtsichtkamera zum vergleichsweise günstigen Preis.
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