Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Das Outdoor-Handy Ulefone Armor 26 Ultra überrascht im Test mit starken Features. Es verfügt über eine Telelinse, lädt rasend schnell und bietet viel Power.
Outdoor-Smartphones sind besonders robuste Handys. Diese Kategorie zeichnet sich durch besonders starke Akkus aus und bietet oft exotische Features wie Wärmebild- oder Nachtsichtkamera. Dafür sind die Geräte riesengroß und klobig. Was die Technologie angeht, kommen hier oft nur langsame Prozessoren, schwache Kameras und mäßig helle LC-Displays zum Einsatz.
Eine positive Ausnahme bei der Hardware scheint das Ulefone Armor 26 Ultra sein. Zwar ist auch dieses Outdoor-Handy ein großer schwerer Klotz, es bietet aber technische Eigenschaften, die wir so bisher nicht in dieser Kategorie gesehen haben: einen flotten Prozessor, eine 200-Megapixel-Kamera und eine Telelinse. Wie gut das Ulefone Armor 26 Ultra ab 379 Euro ist, zeigt unser Test.
Das Ulefone Armor 26 Ultra ist ein großer, schwerer Klotz – typisch für ein Outdoor-Smartphone. In die Hosentasche passt es nicht ohne Weiteres. Mit stolzen 600 g ist es so schwer wie ein Tablet, was auf den großen Akku zurückzuführen ist. Es ist mit 2,5 cm auch fast dreimal so dick wie handelsübliche Smartphones und mit einer Länge von 8,3 cm auch deutlich länger.
Dafür ist es nach der höchsten Schutzart IP69K wasserdicht sowie äußerst robust und mit einem Zertifikat der US-Army nach MIL-STD-810H versehen. Für 30 Minuten übersteht es den Aufenthalt unter Wasser bis in einer Tiefe von 2 Metern. Einen Sturz übersteht es aus 1,5 Meter Höhe auf Beton, zudem ist das Gehäuse staubdicht. Wir haben das Ulefone Armor 26 Ultra mehrfach fallen lassen, es hat dabei keinerlei Schaden genommen.
Das Gehäuse aus Metall ist an vielen Stellen zusätzlich mit einer Gummischicht überzogen. Damit wirkt das Smartphone sehr martialisch. Die Anschlüsse auf der Unterseite sind mit einer Gummikappe versehen. Auffälliges Merkmal auf der Rückseite ist der Speaker, der von vier Kameralinsen umrahmt ist. Rechts gibt es neben Power-Button und Lautstärkewippe eine zusätzliche SOS-Taste, links befindet sich eine auffällig in Orange gehaltene programmierbare Taste.
Das große Display mit IPS-Panel misst in der Diagonale 6,78 Zoll. Die Auflösung beträgt 2460 × 1080 Pixel (Full-HD+) bei einer Pixeldichte von 396 PPI. Mit dem Auge sind Bildpunkte nicht mehr wahrzunehmen. Zudem flimmert die Anzeige mit bis zu 120 Hertz, was bei Spielen oder dem Scrollen für eine flüssigere Bildgebung sorgt.
Mit gemessenen 750 cd/m² ist die Anzeige relativ hell. Dank der ordentlichen Ausleuchtung bleibt der Bildschirm auch im Freien immer ablesbar. Viele Outdoor-Smartphones sparen bei den Bildschirmen und bieten entsprechend zu wenig Helligkeit.
Bildqualität und Blickwinkelstabilität beim Armor 26 Ultra sind somit super. Geschützt wird die Anzeige von Gorilla Glass 5, es liegt zudem eine stabile Scheibe zum Aufkleben bei, die für zusätzlichen Schutz sorgt.
Beim Ulefone Armor 26 Ultra findet sich ein für diese Kategorie ungewöhnliches Kamera-Setup: Die Hauptlinse bietet 200 Megapixel, zudem gibt es eine Weitwinkel- und Makrolinse mit 50 Megapixel, eine Telelinse mit 3,3-fachem optischen Zoom mit 8 Megapixel sowie ein Nachtsichtobjektiv mit Infrarot in Schwarzweiß mit 64 Megapixel. Die Frontkamera bietet ebenfalls 50 Megapixel.
200 Megapixel bei einem Outdoor-Smartphone sind schon eine Ansage, so etwas hatten wir bisher nicht im Test. Üblicherweise fasst die Linse dabei mehrere Pixel zu einem zusammen, man nennt das Pixel Binning. Im Normalfall werden dann 16 Pixel zu einem zusammengefasst, sodass die Bilder 12,5 Megapixel entsprechen. Es gibt aber auch eine Option für die Hauptkamera, eine höhere Auflösung abzurufen. Selbiges trifft auch auf die Weitwinkel- und Frontlinse im Verhältnis eins zu vier zu.
Das Ergebnis kann sich weitgehend sehen lassen, die Fotos mit der Hauptlinse sind ausreichend scharf, kontrast- sowie detailreich und bieten einen stimmigen Dynamikumfang. Lediglich benötigt der Fokus eine Spur zu lang, um sich einzustellen. Ansonsten gelingen damit tolle Fotos.
Weniger gut gefällt uns das Weitwinkelobjektiv, das zeitgleich als Makrolinse dient. Die Aufnahmen wirken verwaschen und weichen farblich stark von der Hauptlinse ab. Beim Einsatz als Makrolinse tut sie sich zuweilen schwer, da der Fokus selten den gewünschten Bereich scharf stellt.
Über die Telelinse mit 3,3-fachem optischen Zoom haben wir uns gefreut, sind aber mit dem Ergebnis nicht immer zufrieden. Die Bilddetails sind sehr mager, was auf die eher niedrige Auflösung der Telelinse zurückzuführen ist. Die Aufnahmen der Hauptkamera mit Digitalzoom gefallen uns etwas besser.
Gut gefallen haben uns hingegen die Selfies mit der Frontkamera. Typisch für Outdoor-Smartphones: Auch eine Nachtsichtkamera ist an Bord, die über Infrarot Schwarzweiß-Aufnahmen bei völliger Finsternis erstellt. Videos sind mit der Hauptlinse bis zu 4K-Auflösung möglich, allerdings wirken die Aufnahmen stark verwackelt, denn eine optische Bildstabilisierung gibt es nicht.
Mit dem Mediatek Dimensity 8020 kommt ein richtig starker Prozessor zum Einsatz. Viele Outdoor-Smartphones begnügen sich sonst mit einfachen Chips der unteren Mittelklasse. Der Dimensity 8020 hingegen kommt auch beim Motorola Edge 40 (Testbericht) zum Einsatz und bietet viel Leistung.
Im PCmark erreichten wir rund 13.300 Punkte, bei 3Dmark Wild Life sind es 4200 Punkte, damit ist das Armor 26 Ultimate das schnellste Outdoor-Smartphone aus unseren Tests. An die Performance von Flagship-Smartphones reicht es nicht heran, aber für Alltag bietet es mehr als genug Reserven. Das führt zu einem geschmeidigen Betriebssystem, auch für Spiele eignet sich das Modell.
Sehr üppig ist die Speicherausstattung mit 512 GB internem Speicher sowie 12 GB RAM. Wem das nicht reicht: Auch eine Erweiterung per microSD-Karte ist möglich. 5G-Netze unterstützt das Armor 26 Ultra ebenfalls, dazu kommt noch Wi-Fi 6 für heimische Netzwerke, Bluetooth 5.1 sowie NFC. Der Type-C-Anschluss bietet USB 3.1. Die Ortung erfolgt über Galileo, Glonass, GPS und Beidou sowie QZSS. Die Genauigkeit beträgt etwa 2 Meter.
Der Fingerabdrucksensor steckt im Power-Button, die Entsperrung per Gesichtserkennung ist auch möglich, aber wegen 2D-Technologie nicht sicher gegen Täuschungsversuche mit Fotos. Eine weitere Besonderheit des Armor 26 Ultimate ist der eingebaute Speaker auf der Rückseite. Dieser soll laut Hersteller bis zu 120 dB erreichen. Laut ist er in der Tat und bietet einen recht fülligen Klang. Insgesamt ist die Tonqualität aber bescheiden. Eine bessere Alternative wären hier kompakte Bluetooth-Speaker (Ratgeber).
Als Betriebssystem läuft Android 13 mit einer eigenen Bedienoberfläche. Mit Bloatware hält sich Ulefone zum Glück zurück, praktisch ist eine App mit einer kleinen Tool-Sammlung. Der Sicherheits-Patch stammt aus April und ist so nicht mehr ganz aktuell. Mit regelmäßigen und häufigen Updates ist bei Ulefone eher nicht zu rechnen.
Im Armor 26 Ultimate steckt ein monströser Akku mit über 15.600 mAh. Beim Battery Test erreichten wir einen simulierten Wert von 22 Stunden bei ununterbrochener Aktivität. Damit läuft das Outdoor-Handy gut und gerne drei bis vier Tage mit nur einer Akkuladung – je nach Einsatzszenario. Zudem ist das Smartphone auch eine Powerbank, so erlaubt es auch andere Geräte aufzuladen. Umso schöner ist, dass es mit 120 Watt richtig schnell laden kann. Es gibt zudem optional eine Ladeschale mit Pogo-Pin-Anschluss, der mit 33 Watt aber nicht so schnell lädt.
Normalerweise kostet das Ulefone Armor 26 Ultra mindestens 489 Euro bei europäischen Händlern, die UVP liegt bei rund 600 Euro. Günstig bekommt man das Outdoor-Handy derzeit bei Banggood, wo es 379 Euro kostet. Allerdings profitieren Käufer bei chinesischen Anbietern nicht vom europäischen Verbraucherschutz.
Das Ulefone Armor 26 Ultra bietet einige positive Überraschungen für ein Outdoor-Smartphone. Die Performance ist stark und für die meisten Einsatzzwecke mehr als ausreichend. Das LCD ist relativ hell und so noch brauchbar im Freien bei Sonnenlicht. Das Smartphone bietet einen riesigen Akku und läuft gut und gerne drei bis vier Tage mit nur einer Akkuladung. Dank 120 Watt Ladeleistung ist es zudem schnell wieder aufgeladen. Die Hauptkamera macht gute Fotos, allerdings enttäuscht uns die Weitwinkel- und Telelinse etwas. Zudem ist das Armor 26 Ultra wirklich dick und schwer und wiegt dreimal so viel wie ein normales Smartphone.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.