Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Das Ulefone Armor 27T Pro kombiniert Wärmebild- und Infrarot-Nachtsichtkamera. Wie gut das robuste Outdoor-Smartphone mit langer Akkulaufzeit ist, zeigt unser Test.
Wer ein besonders robustes Mobilgerät sucht für den Camping-Urlaub, eine Wanderung, Skitour oder anderweitige Abenteuer in der Wildnis, für den ist ein Outdoor-Handy eine interessante Option. Auch für Förster, Handwerker, Elektriker oder auf der Baustelle sind die robusten Rugged Phones eine gute Alternative – insbesondere Geräte mit Wärmebildkamera.
Eindeutig in diese Kategorie gehört das Ulefone Armor 27T Pro. Das sturzfeste und dicke Outdoor-Handy steckt einiges ein, ist natürlich wasserdicht und bietet auch spannende Features wie eine Infrarot-Nachtsichtkamera oder eine Wärmebildkamera von Flir. Dank des mächtigen Akkus hält es mehrere Tage durch – ist aber so schwer wie ein Tablet. Wie sich das Outdoor-Handy für 484 Euro in der Praxis schlägt, zeigt dieser Testbericht.
Das Ulefone Armor 27T Pro kommt im für Outdoor-Handys gewohnt martialischen Look daher. Das Smartphone ist achteckig gestaltet – eine typische Formgebung. Die Ecken sind dabei zusätzlich gummiert, um Stöße gut abzufedern. Zudem ragt der Rahmen minimal über das Display hinaus, was den Bildschirm zusätzlich bei einem Sturz schützen soll. Der Bildschirm selbst wird von Gorilla Glass Victus geschützt.
Mit Abmessungen von 182,8 × 86,8 × 18,5 mm ist das Armor 27T Pro schon ein Klotz und passt nicht so ohne Weiteres in jede Hosentasche. Verglichen mit anderen Outdoor-Smartphones von Ulefone gehört es aber fast schon zu den „schlankeren“ Geräten. Allerdings bringt es eine Menge auf die Waage: Mit 441 g wiegt es fast so viel wie ein Tablet.
Das robuste Gehäuse übersteht einen Sturz aus knapp 2 Metern auf harten Untergrund. Wir haben es mehrfach fallen lassen, was dem Armor 27T Pro aber nichts anhaben konnte. Hierzu verfügt es auch über ein Zertifikat für die US-Militärnorm MIL-STD-810H, für die das Handy den Sturztest absolviert hat. Das Outdoor-Handy ist nach IP69K staubdicht und wasserdicht. Es kann bis in eine Tiefe von 2 Metern in Süßwasser für 30 Minuten überstehen. Laut Hersteller ist es zudem für Temperaturen von –30 bis 55 Grad Celsius ausgelegt.
Praktisch und von Outdoor-Smartphones kaum wegzudenken ist der programmierbare Button auf der linken Seite. Bis zu drei Funktionen legt man hier fest (kurzes, langes, doppeltes Drücken). Im Power-Button gegenüber befindet sich der Fingerabdruckleser neben den Lautstärketasten. Sämtliche Buttons haben wenig überraschend einen sehr festen Druckpunkt. Der USB-C-Anschluss ist zusätzlich mit einer Gummilasche verdeckt. Man kann eine Lanyard befestigen, zudem gibt es optional eine Schutzhülle mit einem Clip zur Befestigung am Gürtel oder an einem Karabinerhaken.
Die Zeiten von niedrigen Auflösungen bei Outdoor-Handys sind vorbei. Das große 6,78-Zoll-LCD des Ulefone Armor 27T Pro löst mit 2460 × 1080 Pixel auf (Full-HD+), was zu einem messerscharfen Bild bei fast 400 PPI (Pixel pro Zoll) führt. Die Bildqualität überzeugt und liefert kräftige Farben und gut abgestimmte Kontraste bei hoher Blickwinkelstabilität. Zudem erreicht die Aktualisierungsrate 120 Hz, was für ein geschmeidiges Bild beim Scrollen oder beim Spielen sorgt.
Die maximale Helligkeit des Displays mit IPS-Panel fällt mit 680 cd/m² für ein Outdoor-Handy relativ gut aus. Im Freien bleibt damit die Anzeige meistens ablesbar, außer die Sonne knallt bei gutem Wetter direkt auf das Display.
Das Ulefone Armor 27T Pro punktet mit einer vielseitigen Kameralösung. Eine mehr oder weniger unnütze Weitwinkel- oder Makrolinse gibt es nicht. Stattdessen kommt eine Hauptkamera mit 50 Megapixeln zum Einsatz. Dazu kommt eine Infrarot-Nachtsichtkamera mit satten 64 Megapixeln sowie eine Wärmebildkamera von Flir. Für Selfies dient eine Frontkamera mit 32 Megapixeln.
Die Hauptkamera bietet 50 Megapixel, wodurch bei Tageslicht detailreiche Aufnahmen möglich sind. Die Farben wirken jedoch etwas blass, und der Dynamikumfang könnte größer sein. Bei Aufnahmen in dunkler Umgebung zeigt sich leider starkes Bildrauschen.
Hier kommt dann eher die Infrarot-Nachtsichtkamera mit 64 Megapixeln ins Spiel, die auch bei völliger Dunkelheit klare Fotos in Schwarz-Weiß liefert – ideal etwa für Tierbeobachtungen. Zudem verfügt das Armor 27T Pro über eine Wärmebildkamera von Flir. Diese eignet sich besonders für Handwerker, um etwa Warmwasserleitungen oder Kältebrücken zu lokalisieren. Mit einer Empfindlichkeit von 50 mK und einem Temperaturmessbereich von –10 bis 450 °C bietet sie präzise Ergebnisse in einem breiten Anwendungsspektrum.
Videos sind mit bis zu 1440p bei 30 FPS möglich und bieten eine gute Bildqualität, es kommt aber lediglich eine elektronische Stabilisierung zum Einsatz.
Der Mediathek Dimensity 6300 ist als Prozessor keine Rakete. Die Leistungsfähigkeit entspricht eher einem günstigen Einsteiger-Smartphone, ist aber für die meisten Einsatzzwecke angemessen. Bei PCmark erreichen wir rund 10.000 Punkte, was für ein Outdoor-Handy sogar ein relativ starker Wert ist. Das System läuft im Betrieb geschmeidig und ohne größere Verzögerungen. Für Spiele mit aufwendiger Grafik ist das Gerät weniger geeignet. So sind Werte von 1200 Punkten bei Wild Life von 3Dmark eher unterdurchschnittlich.
Mit 12 GB RAM und 256 GB internem Speicher (UFS 2.2) bietet das Gerät eine großzügige Ausstattung. Zudem lässt sich der Speicher per microSD auf bis zu 2 TB erweitern. Nicht mehr auf dem neuesten Stand ist die Technik im Bereich Konnektivität: Es verfügt nur über USB-C 2.0 und unterstützt Wi-Fi 5, Bluetooth 5.2 sowie NFC. Ein Infrarot-Port ist ebenfalls an Bord. Dazu kommt ein selten gewordener 3,5-mm-Klinkenanschluss. Für die Navigation stehen GPS, GLONASS, Beidou, Galileo und QZSS zur Verfügung, was eine Genauigkeit von bis zu 2 Metern ermöglicht.
Das Ulefone Armor 27T läuft mit Android 14, über das Ulefone eine recht bunte Bedienoberfläche legt. Positiv fällt auf, dass das Gerät nahezu frei von Bloatware ist. Zum Testzeitpunkt im Oktober 2024 war der Sicherheits-Patch allerdings nicht mehr aktuell und stammte aus August 2024. Ulefone ist dafür bekannt, Updates eher unregelmäßig auszuliefern. Es besteht jedoch die Möglichkeit, über die offizielle Webseite für Software-Downloads den Hersteller per Mail zu kontaktieren, um eine ROM samt Anleitung anzufordern.
Der Akku hat eine großzügige Kapazität von 10.800 mAh – also mehr als doppelt so viel wie bei gewöhnlichen Smartphones. Beim Battery Test kommt das Gerät auf eine Laufzeit von rund 24 Stunden – was ein ziemlich guter Wert ist. Im Alltag kann das Gerät locker drei bis vier Tage mit nur einer Akkuladung durchhalten – je nach Einsatzzweck. Zudem kann man auch andere Geräte mit dem Smartphone aufladen. Zwar lädt das Gerät mit 33 Watt, ein vollständiger Ladevorgang kann aber dennoch rund 3 Stunden dauern.
Die UVP liegt bei 599 Euro. Derzeit bekommt man das Armor 27T Pro ab rund 484 Euro.
Das Ulefone Armor 27T Pro bietet einen ausgewogenen Mix aus Ausstattung, Display, Akkulaufzeit, Robustheit und Preis, was es zu einer guten Wahl macht. Die Kameraausstattung umfasst eine 50-Megapixel-Hauptkamera, die allerdings bei Dunkelheit nur mäßig ist und etwas blasse Farben liefert. Diese wird ergänzt durch eine Wärmebild- und eine Nachtsichtkamera.
Das 120-Hz-LCD ist relativ hell und bietet eine hohe Auflösung bei guter Bildqualität. Die Akkulaufzeit ist ebenfalls ausgesprochen lang. Bei der Performance stellt das 27T Pro keine Rekorde auf, aber für die meisten Aufgaben ist das Handy gut gerüstet. Extrem ist aber das Gewicht von 440 g.
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