Die Powerbank Vantrue JS1 kann Autos starten – und natürlich auch Smartphones, Tablets und Notebooks mit Strom versorgen. Wir haben ausprobiert, ob das Versprechen eingelöst wird.
Wer ein altes Auto oder Motorrad fährt, kennt das Spiel vielleicht: Manchmal ist einfach die Starterbatterie leer und dann benötigt man entweder eine zweite, aufgeladene Batterie oder einen freundlichen Mitmenschen, der mit seinem Auto Starthilfe gibt. Das muss nicht sein, wenn man eine kleine Starthilfe mit Akku mit sich führt. Genau in diese Kerbe schlägt die Vantrue JS1.
Es handelt sich um eine überdimensionierte Powerbank, die einen Anschluss für die Überbrückungskabel mit den typischen Krokodilklemmen hat, die am Pluspol der Batterie des Autos sowie am Massepunkt oder Motor angeschlossen werden.
Die Vantrue JS1 ist mit einem griffig profilierten, roten Seitenteilen ausgerüstet, aber die Oberfläche ist ausgerechnet in hochglänzendem Schwarz gehalten, das sofort Kratzer bekommt. Der Akku ist mit 235 × 90 × 42 mm viel größer als normale Powerbanks (Bestenlisten) mit dieser Kapazität und auch viel schwerer: Er bringt 992 g auf die Waage.
Oben auf dem Akku befindet sich eine LED-Anzeige für die Akkuladung in Prozent und ein Symbol, das eingeblendet wird, wenn das Gerät in der Lage ist, ein Auto zu starten. Oben befindet sich auch noch ein Druckknopf, mit dem das Gerät eingeschaltet und die LED gesteuert werden kann, die sich auf der Frontseite befindet. Ein zweiter Knopf zum Vorbereiten des Auto-Startvorgangs befindet sich ebenfalls oben auf dem Gehäuse des Vantrue JS1. Dieser Knopf ist leicht vertieft eingebaut, damit er nicht aus Versehen betätigt wird.
Im Lieferumgang ist das Autostarterkabel vorhanden, das in eine spezielle Buchse in das Vantrue JS1 gesteckt wird. Diese ist verpolungssicher gestaltet. Die Buchse ist hinter einem Gummideckel verborgen, sodass auch kein Regen oder Schnee eindringen kann. Es handelt sich aber nur um einen Schutz gegen Wasserstrahlen mit geringem Druck nach IP65, komplett unter Wasser oder längere Zeit im Regen stehen darf der Akku also nicht. Ein USB-C-Netzteil mit 30 Watt ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten.
Die LED kann im Dauerbetrieb in mehreren Helligkeitsstufen betrieben werden, alternativ kann auch ein SOS-Blinken aktiviert oder auf Rotlicht umgeschaltet werden. Die Ausleuchtung ist gut, sodass der Nutzer beim Öffnen der Motorhaube oder im Motorraum auch bei völliger Dunkelheit eine gute Orientierung hat. Leider leuchtet die LED nur nach vorn, sodass die Warnfunktion bei einer Panne gering ist. Hier hätten wir uns eine rundum leuchtende Lampe gewünscht, die dann aber auch bei der Nutzung die Anwender blenden könnte.
Im Lieferumfang ist auch eine ordentlich übersetzte gedruckte Betriebsanleitung vorhanden, die in mehreren Sprachen, darunter auch in Deutsch, zur Verfügung steht. Dazu kommt eine robuste Tasche, in der der Akku und die Kabel verstaut werden können. Akku, Tasche und Kabel machen einen hochwertigen Eindruck.
Die Vantrue JS1 ist auch eine Powerbank mit zwei USB-A-Anschlüssen. Einer davon beherrscht Quick Charge 3.0 und unterstützt 12 V mit 3 A, der USB-C-Anschluss kann auch 65 Watt abgeben und so auch ein größeres Notebook laden. Alle Anschlüsse sind mit Gummischutzkappen vor eindringendem Staub oder Feuchtigkeit sowie Spritzwasser geschützt. Geladen wird der Akku über USB-C oder alternativ über den 12-Volt-Anschluss im Auto. Ungünstigerweise ist das entsprechende Kabel nur als Zubehör erhältlich und wird nicht mitgeliefert.
Dank des sehr hohen Spitzenstroms von 3000 A eignet sich die Vantrue JS1 auch für Motoren mit großem Hubraum. Laut Hersteller erweckt die Powerbank auch Benzinmotoren mit bis zu 7,5 l sowie Diesel-Fahrzeuge mit 6 l Hubraum wieder zum Leben.
Das Laden kann mit bis zu 65 Watt erfolgen, doch das braucht bei dem 20000-mAh-Akku mit 1,3 Stunden trotzdem einige Zeit. Wer mit einem 20-Watt-Netzteil versucht, die Vantrue JS1 zu laden, benötigt gar 4,3 Stunden Wartezeit. Doch im Zweifelsfall liegt der Akku sowieso nur geladen im Auto – und muss dann im Notfall funktionieren. Der Hersteller gibt an, dass der Ladestand etwa 6 bis 12 Monate ausreicht. Damit ein Auto gestartet werden kann, empfiehlt er aber, das Gerät alle 3 Monate aufzuladen. Zum Starten eines Autos darf der Akkustand des Vantrue JS1 laut Hersteller nicht unter 60 Prozent liegen.
Für das Aufladen des Akkus oder angeschlossener Kleinelektronik ist der Akku einfach mit den entsprechenden USB-Kabeln zu versehen. Dazu muss er zunächst eingeschaltet werden, was die Ladestandsanzeige aktiviert.
Vor dem Starten eines Autos müssen die Startkabel mit dem Akku verbunden werden, was über eine einzelne Buchse mühelos gelingt. Dann wird der noch ausgeschaltete Akku mit dem Pluspol des Autos und einem leitenden Metallteil am Motor oder am sogenannten Massepunkt (Betriebsanleitung beachten) verbunden, der Akku eingeschaltet und der leicht versenkte „Autostarten-Knopf“ gedrückt. Nach wenigen Sekunden leuchtet auf dem Display eine Anzeige, dass das Auto nun mit dem Schlüssel oder Knopf gestartet werden kann. Nach dem hoffentlich erfolgreichen Startvorgang wird das Gerät ausgeschaltet, danach werden die Klemmen entfernt. Der Hersteller weist eindringlich darauf hin, dass der Vantrue JS1 nicht als dauerhafter Ersatz für eine Autobatterie verwendet werden darf.
Beim Laden von Kleingeräten ist uns eine Besonderheit des Akkus aufgefallen: Ist der Akku leer, ertönen ziemlich laute Signaltöne, die wir erst mit dem Rauchmelder im Raum verwechselt haben. Wer den Radau stoppen will, muss den Akku ausschalten.
Ebenfalls interessant: Der Akku sollte auch noch bei minus 20 Grad Celsius funktionieren. Zu diesem Zweck haben wir den Vantrue JS1 eine Nacht lang in der Tiefkühltruhe bei dieser Temperatur gelagert und am nächsten Tag ein Auto mit 1,8 Liter Benzinmotor problemlos gestartet. Den umgekehrten Test mit hohen Temperaturen haben wir ebenfalls durchgeführt, hierzu wurde der Akku einen Sommertag lang in die Sonne gelegt. Auch danach funktionierte das Starten problemlos, auch wenn der Akku natürlich keine 60 Grad heiß war, was der Hersteller als Maximum angibt, sondern gemessen an der Gehäuseoberfläche nur 45 Grad erreichte.
Die UVP für die Vantrue JS1 liegt bei 150 Euro – was relativ hoch ist im Vergleich zur Konkurrenz. Bei Amazon gab es die Starthilfelösung schon für 85 Euro – aktuell ist sie aber leider vergriffen.
Die Vantrue JS1 überzeugt als vielseitige Starthilfe und Powerbank, die selbst bei extremen Temperaturen zuverlässig arbeitet und dank ihrer 65-Watt-Ausgänge auch leistungsstarke Geräte laden kann, etwa Notebooks. Positiv hervorzuheben sind die robuste Verarbeitung, die einfache Handhabung beim Starten von Autos und der durchdachte Lieferumfang mit Tasche und Bedienungsanleitung.
Die Vantrue JS1 richtet sich insbesondere an Besitzer älterer Fahrzeuge mit schwachen Starterbatterien, die im Winter oft Probleme bekommen. Dank hohem Spitzenstrom eignet sich das Modell auch für Autos mit großem Hubraum. In solchen Fällen ist die JS1 eine zuverlässige Notfallhilfe, um Startschwierigkeiten zu vermeiden und Pannen vorzubeugen.
Abzüge gibt es für die anfällige, glänzende Oberfläche, das fehlende 12-Volt-Ladekabel im Lieferumfang und die eingeschränkte Warnfunktion der LED. Mit einem Gewicht von knapp einem Kilogramm und ihrer Größe ist sie nicht gerade handlich, eignet sich aber ideal als Notfalllösung für Autofahrer oder Camper, die auf eine zuverlässige Energiequelle angewiesen sind. Als reine Powerbank zum Laden von Kleingeräten ist er aber zu groß, zu teuer und auch zu schwer.
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