Die Eufy Video Doorbell Dual 2K überwacht den Eingangsbereich gleich mit zwei Kameras. Die Steuerung per App ist tadellos und die Videos werden lokal gespeichert.
Eufy bietet mit der Funk-Türklingel Video Doorbell Dual (inzwischen firmiert sie unter Video Doorbell S330) ein Modell zur Überwachung des Hauseingangs, das nicht nur auf Personen reagiert, sondern im Vergleich zum Standardmodell Eufy Video Doorbell mit einer zusätzlichen Kamera auch abgelegte Pakete überwacht. Wie gut sie in der Praxis funktioniert, zeigt der Test.
Die Eufy Video Doorbell Dual (S330) misst 16,5 × 5,4 × 2,8 Zentimeter und wiegt 250 Gramm. Sie bietet eine IP65-Zertifizierung und ist demnach unempfindlich gegenüber Staub und Spritzwasser. Laut Eufy arbeitet die Kamera in einem Temperaturbereich von -20° bis 50° Celsius. Wer die Video-Türklingel per Sprache steuern möchte, kann dies über Google Assistant und Amazon Alexa tun. Zu Siri (Ratgeber Apple Homekit) ist sie hingegen nicht kompatibel. Eufy gewährt zwölf Monate Garantie auf das Produkt.
Die Hauptkamera bietet eine Auflösung von 2560 × 1920 Bildpunkte und die untere Kamera zur Überwachung von Paketen löst mit 1600 × 1200 Pixel auf.
Die Video-Türklingel bietet einen integrierten Akku, der bei 20° Celsius und 10 Bewegungserkennungen pro Tag eine Laufzeit von drei Monaten ermöglichen soll. Wird die Kamera wie im Test über einen Tag mit 104 erkannten Ereignissen stärker beansprucht, ist die Laufzeit natürlich kürzer. Im Test sinkt die Akkukapazität innerhalb eines Tages von 100 auf 84 Prozent.
Im Lieferumfang ist alles enthalten, was man für die Montage der Kamera benötigt: Montagehalterung, 15°-Montagewinkel, Bohrschablone und ein Schraubenpaket inklusive Dübel. Ferner findet sich in der Verpackung noch ein Lösestift, mit dem man die Kamera von der Halterung leicht trennen kann, um sie aufladen zu können.
Ein Micro-USB-Ladekabel liefert Eufy ebenfalls mit, aber kein Ladegerät. Dafür können Anwender die Klingel an der mitgelieferten Homebase 2 über einen herkömmlichen USB-Port aufladen. Über diese Basisstation wird die Kamera mit dem Hausnetz und Internet über Ethernet oder WLAN verbunden. Zudem dient sie mit einer Kapazität von 16 GByte auch zur Speicherung der Videos. Somit müssen Anwender wie oft bei Modellen anderer Anbieter kein kostenpflichtiges Cloud-Abo abschließen, um die Kamera verwenden und Videos abspeichern zu können.
Als Alternative zum Akkubetrieb kann die Kamera auch ans herkömmliche Stromnetz angeschlossen werden, sodass sie die vorhandene Türklingel, außer bei digitalen Modellen, vollständig ersetzen kann. Problematisch dabei ist aber, dass die meisten Türklingeln relativ niedrig positioniert sind, sodass das Sichtfeld der Kamera groß gewachsene Personen im ungünstigsten Fall nicht komplett erfasst.
Dank des mitgelieferten Montagewinkels kann die Kamera seitlich um 15° geneigt werden. Damit erfasst sie auch dann noch Personen, wenn sie nur direkt neben dem Türrahmen platziert werden kann.
Die Inbetriebnahme ist problemlos: Homebase 2 mit dem Router über das mitgelieferte Ethernetkabel verbinden, Eufy-App starten, Nutzer mit Namen und E-Mail-Adresse registrieren und zunächst Basisstation hinzufügen. Anschließend startet ein Installationsassistent, der den Nutzer zur weiteren Inbetriebnahme der Geräte begleitet und nach wenigen Minuten abgeschlossen ist. Die einzelnen Schritte zeigt die Bildergalerie.
Sobald Homebase 2 und Kamera in der App eingebunden sind, kann man die Geräte steuern. Die Basisstation kann anschließend auch über WLAN mit dem Router verbunden werden. Das ist vor allem dann praktisch, wenn Router und Montageort der Türklingel weit voneinander entfernt sind. Dann funkt die Basisstation direkt mit der Video-Klingel. Praktischerweise können Eufy-Anwender eine bereits vorhandene Homebase 2 zusammen mit der Video-Türklingel nutzen.
Prinzipiell funktioniert die Türklingel auch, wenn die Basisstation nicht mit dem Internet verbunden ist. Aber im Offline-Betrieb muss man auf Benachrichtigungen verzichten.
Während der Inbetriebnahme können Anwender Bewegungserkennung und die „Lieferungsüberwachung“ von Paketen aktivieren. Letztere ist noch im Beta-Status und funktioniert am zuverlässigsten mit rechteckigen Paketen, die vollständig im Sichtfeld der unteren Kamera angezeigt werden. Eufy nennt dies Terrassenansicht. Voreingestellt ist die Option „Ausgewogene Bewegungserkennung“, die eine mittlere Akkulaufzeit bietet. Alternativ stehen die Optionen „Häufige Bewegungserkennung“ und "Bewegungserkennung deaktivieren" zur Auswahl. Und wie bei Eufy üblich können Anwender die Steuerung der Kamera mit anderen Personen teilen. Hierfür müssen diese die Eufy-App installieren und sich registrieren.
Standardmäßig zeigt die App die unterschiedlichen Kamerabilder in einer geteilten Ansicht. Man kann aber auch auf einen Bild-im-Bild-Modus umschalten und das zweite Kamerabild in einer der vier Ecken der Hauptansicht positionieren.
Mit der integrierten Personenerkennung auf Basis von Infrarot und Radar können Bilder von bekannten Personen gekennzeichnet werden. Statt der Warnung „Personenalarm – Doorbell. Antippen, um das Ereignis anzuzeigen“ erscheint im Smartphone-Display dann zum Beispiel „Kai befindet sich vor der Tür“. Damit lassen sich Warnungen besser interpretieren.
Gut gefallen hat uns auch die Funktion „Automatische Klingelreaktion“. Damit kann man bis zu drei 10 Sekunden lange Antworten definieren, die ertönen, wenn eine Person die Klingel betätigt. So kann man beispielsweise für den Paketboten eine zeitlich gebundene Nachricht hinterlassen wie „Geben Sie das Paket beim Nachbar gegenüber ab“.
Interessant ist auch der integrierte Paketschutz. Für den Fall, dass sich eine Person der vor der Tür abgelegten Sendung nähert, können Anwender das Abspielen einer vordefinierten Sprachnachricht konfigurieren.
Die Eufy Video Doorbell Dual bietet Unterstützung für Amazon Alexa und Google Assistant. Die Ausgabe des Livestreams auf ein smartes Display (Ratgeber) funktioniert im Test problemlos. Auch die Ausgabe über Fire TV Cube ans heimische TV-Gerät funktioniert einwandfrei.
Die Anbindung an weitere Smart-Home-Systeme (Bestenliste) wie Apple Homekit (Testbericht) oder Samsung Smartthings (Testbericht) unterstützt Eufy offiziell nicht. Für Homey Pro (Testbericht) und Home Assistant (Test) gibt es allerdings Community-Integrationen, die die Einbindung teilweise ermöglichen, sodass man die Eufy-Kameras inklusive deren Bewegungsmelder zum Aufbau eines umfassenden Sicherheitssystems oder für andere Automatisierungen, etwa zur Lichtsteuerung, verwenden kann.
Eine gute Bildqualität gehört zum Pflichtprogramm moderner Überwachungskameras. Die Eufy Video Doorbell Dual lässt in dieser Hinsicht nichts anbrennen: Beide Kameras liefern ausgezeichnete Ergebnisse mit einem ordentlichen Blickwinkel von 160° (Frontkamera) respektive 97° (Paketkamera). Auch bei Gegenlicht und bei Nacht gibt sich die Eufy keine Blöße. Bei Bedarf können Anwender sogar einen HDR-Modus aktivieren.
Auch die Gegensprechfunktion hinterlässt einen positiven Eindruck. Der Ton ist zwar nicht optimal, aber trotzdem noch gut verständlich.
Für die Video Doorbell Dual (S330) verlangt Eufy regulär 169 Euro. Aktuell ist sie aber bereits für 143 Euro erhältlich. Damit ist sie zwar noch immer eine der teuersten Türklingel mit Kamera in dieser Bestenliste, doch kommen dank lokaler Speicherung im laufenden Betrieb keine zusätzlichen Kosten hinzu.
Mit der Eufy Video Doorbell Dual (S330) haben Anwender nicht nur Personen im Blick, sondern können auch vom Postboten abgestellte Pakete überwachen. Die zwei integrierten Kameras liefern auch in schwierigen Situationen, etwa bei Nacht oder bei Gegenlicht, noch ausgezeichnete Bilder. Außerdem integriert Eufy zahlreiche Techniken, die Fehlalarme verhindern und Warnmeldungen transparenter machen. Ein Manko ist der fehlende Diebstahlschutz. Bereits mit einer einfachen Nadel können Diebe die Kamera leicht „mitgehen“ lassen.
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